Beiträge von Fra80

    Ich hoffe, Ihr hattet alle bisher eine gute und abstinente Woche. Diejenigen, denen es vielleicht gerade nicht so gut geht, "Kopf hoch, ihr seid nicht allein <3".

    Eine Sache, die ich hier gelesen habe, beschäftigt mich schon den ganzen Tag. Da möchte ich jetzt niemanden direkt zitieren, sondern nur mal grundsätzlich etwas dazu sagen, wie es hier im Forum gehandhabt wird, wenn man neu dazu kommt und sich eine Sache dann bewusst machen muss. Ja ich bin Alkoholiker/-in. Das ist keine Doktrin, die hier gelebt oder von Teilnehmern gefordert wird. Diese Aussage ist für jeden einzelnen, der sich für diese Online-SHG entscheidet, essentiell, sozusagen die Basis. Durch das Sagen bzw. Schreiben "Ja ich bin Alkoholiker/-in" wird man sich selbst nochmal während des Sagens bzw. des Schreibens dessen bewusst.

    Und in dieser SHG sind alle Moderatoren und Moderatorinnen sehr verantwortungsvoll und verständnisvoll. Und wer das von einer Vor-Ort SHG auch kennt, weiß, wenn man dort zum ersten Mal hinkommt, stellt man sich vor und zwar mit den Worten "Ich bin der/die Fra80 und ich bin Alkoholikerin". Und das ist keine Schande, das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur dauerhaften Abstinenz.

    Allerdings, ich kann nicht genau beschreiben wieso, ist die Beerdigung an sich wichtig, damit ich wirklich begreifen kann, dass das wirklich passiert ist. Die Urne sehen, die Erde in das Grab kippen. Vielleicht ist mir das deswegen so wichtig, weil durch mein Trauma meine Erinnerungen oft verschwommen sind. Es ist für mich wichtig, dabei zu sein, um das später wirklich verarbeiten zu können und nicht wieder an meiner Erinnerung zweifle. Schwer zu beschreiben, aber vielleicht verstehst du ungefähr, was ich meine.

    Der Abschied braucht diesen Prozess bzw. ich würde genauso empfinden und ich kann Dich sehr gut verstehen. Es ist symbolisch der letzte gemeinsame Weg. Und wenn ich die vielen Beiträge hier lese, wird mir eine Sache immer sehr bewusst: Hier sind Menschen, die fühlen, die leben und die auch sehr viel Kraft aufwenden, um für sich selbst und für andere in ihrem Umfeld stark zu sein <3

    Die Woche nähert sich dem Ende und wie ich hier lese, so hat es doch den ein oder anderen diese Woche hart getroffen. Gut ist, wie viele hier auch in schweren Zeiten und unter größter Belastung abstinent bleiben. Und ich möchte einfach mal von Herzen Danke sagen an alle. Diese SHG ist eine für mich unverzichtbare Stütze geworden.

    „leider kann ich momentan nirgendwo hin“

    aus gesundheitlichen Gründen? Oder weil Dein Mann Dich kontrolliert?

    Wie haben drei Hunde und die möchte ich nicht im Stich lassen. Zudem erlaubt es meine finanzielle Situation nicht, obwohl ich vollzeit arbeite, dass ich ausziehe. Könnte mir zwar was eigenes suchen, aber dann könnte ich die Hunde nicht mitnehmen

    Morgen schreibe ich ausführlich, den ganzen Ablauf, Tabsi hat schon Recht, es gibt immer zwei Seiten. Und ich spüre eine Sache immer und immer wieder, sowohl hier als auch mit Gesprächen außerhalb, ich hab viele falsche Entscheidungen getroffen, aber eine Entscheidung war die richtige, Abstinenz. Ich fühle mich zurzeit ungerecht behandelt daheim, und ein guter Freund hat mal gesagt, weggehen und weglassen von allem, was nicht gut tut. Alkohol kann ich weglassen, aber ich brauche mehr Kraft, um auch diesen Menschen hinter mir zu lassen. Mein Mann und ich sind nicht kompatibel. Bolle leider kann ich momentan nirgendwo hin

    Und wenn ich sage, dass ich das so nicht aushalten kann, wenn ich beobachtet und behandelt werde, als ob ich minderjährig / unmündig bin, bekomme ich zur Antwort "Lass die verdeckten Trennungsdrohungen sein"... Und als ich gesagt hab, dass ich wohlmeinende Worte brauche, bekomme ich ein hämisch anmutendes Räuspern zur Antwort...

    Das Wochenende hätte gut tun können, aber diese bohrenden Blicke und das ständige Vorhalten, dass er ja dafür gesorgt hat, dass ich das CT gemacht habe und übrigens vor zwei Jahren drauf bestanden hat, dass ich ins Krankenhaus muss wegen Thrombose und Lungenembolie und heute der festen Überzeugung ist "ich hab Dein Leben gerettet".... Und dann sitzt er da und trinkt sein Bier und wenn ich sage, "lass das sein" bekomm ich zur Antwort "ich hab ja keine Probleme"... An manchen Tagen hilft mir nur weinen und durchhalten

    Tabsi Ja so empfinde ich das Verhalten und die Aussagen von meinem Mann auch... übergriffig und erniedrigend. Und nach dem Arztbesuch gestern Abend meinte er zu mir, dass es ihm schlecht gehe, weil ich krank bin und dass ich nicht verstehen würde, dass er sich Sorgen um mich macht... Das ist doch schräg oder? Also ich kann mich noch gut an meine Eltern erinnern, beide leider schon vor Jahren verstorben, die hätten meinem Mann jetzt was anderes gesagt und die waren auch immer so wohlmeinend, so nach dem Motto "eins nach dem anderen". Und ich hab zurzeit keine Kraft mich zu wehren gegen solche Aussagen und solche Verhaltensweisen, die mein Mann an den Tag legt...er versteht nicht, dass er es durch seine Aussagen nur schwerer für mich macht. Und Tabsi Recht hast Du, ich bin auch ein erwachsener Mensch, 45 Jahre alt und hab schon viel erreicht und gemacht im Leben, aber mein Mann schafft es innerhalb kurzer Zeit, dass ich mich wie ein unmündiges, dummes Kinde fühle

    Freue mich heute auf die kleine Auszeit am Wochenende, mein Mann ist keine Hilfe, er guckt mich an, als ob ich eine Strafgefangene bin... Eine wohlmeinende Umgebung wäre jetzt so wichtig für mich, aber die hab ich zu Hause nicht. Kontrollblicke von meinem Mann wegen dem Rauchen bzw. Nichtrauchen, weil ich es jetzt erstmal sein gelassen habe seit heute früh nach dem Aufstehen. War vorhin kurz auf der Terrasse zum Durchatmen, aber der Blick von ihm so bohrend, ich fühl mich wie ein Objekt, was dauernd beobachtet wird "Na warst eine Rauchen?" ... Und ich denke mir: "Nein, war ich nicht und wie wär es mal mit wohlmeinenden Worten und dass Du stolz auf mich bist, weil ich den Alk nicht brauche und dass ich den Rest auch noch schaffe". Gedanken sind frei ...

    Lieben Dank für Eure Worte <3 hab schon mal 2024 fast zwei Wochen nicht geraucht, lagt auch dran, weil ich im Krankenhaus war, und ich war richtig stolz auf mich, nicht rauchen zu müssen, aber ich war zu dumm und hab wieder angefangen. KaDett Nichtraucherforum ist eine gute Idee :thumbup:

    Und ich versuche es jetzt noch mit der Allen Carr Methode, so nach dem Motto "Nicht rauchen ist kein Verzicht, sondern eine Befreiung". Diesen Gedanken will ich verinnerlichen.

    Tabsi zu Deinen Worten "Ich bin Dir deshalb keine gute Tippgeberin". Das kann ich so nicht stehen lassen, Du schreibst ehrlich und machst Hoffnung und der Satz darf wie folgt lauten: "ich bin eine Hoffnungsgeberin"

    Status quo: Alkohol fehlt mir gar nicht, ich bin stolz drauf, abstinent zu sein. Und dann gehe ich jetzt das nächste Projekt an: ich will frei sein vom Glimmstängel.

    Ab morgen Nachmittag mach ich einen Kurzurlaub in einem kleinen Hotel bei mir in der Nähe, da will ich die Auszeit vom Alltag nutzen und den Rauchausstieg ausprobieren. Leckeres Essen, Spaziergänge und frische Luft genießen.


    Kyra Du sprichts mir aus der Seele, ich lese so, als ob es meine eigene bisherige Geschichte ist <3

    Wünsche Euch alles Liebe und einen erholsamen und schönen Wochenausklang und lasst es Euch gut gehen und passt auf Euch auf <3

    Hallo zusammen,

    heute Vormittag hatte ich ein Lungen-CT. Rauchen kann ich einfach nicht sein lassen und jetzt die Diagnose Lungenemphysem und chronische Bronchitis und der Arzt meinte, sofortiger Rauchstopp und in 8 Wochen bin ich dann wahrscheinlich den leidigen Husten wenigstens los...es ist einfach nicht mein Tag heute und eigentlich hätte ich früher bei sowas direkt was getrunken, aber zum Glück ist der Trinkdruck bei problematischen Situationen weg, dafür umso stärker das Fühlen von Gefühlen, in meinem Fall heute die Niedergeschlagenheit... Ich wäre auch gerne der glückliche freie Nichtraucher, aber für heute denke ich, morgen ist auch noch ein Tag. Ich denke an Euch und passt auf Euch auf <3

    Lullaby_76 Erst einmal: Du bist absolut nicht allein damit, denn dieses „Vergessen“, wie schlimm es wirklich war, ist der klassische Trick deines Suchtgedächtnisses, um dich wieder einzufangen.

    Dass du nach zwei Monaten so kämpfst, zeigt nur, dass du gerade mitten im entscheidenden Umbauprozess steckst – lass dich von der Stimme nicht einlullen, sie lügt dich schlichtweg an.

    Bleib heute einfach stur gegenüber diesem Flüstern, denn du hast dir die Freiheit der letzten Wochen hart erarbeitet und dein „Zukunfts-Ich“ wird dir morgen sehr dankbar sein, wenn du standhaft geblieben bist. Und so geht es Tag für Tag weiter. Vielleicht hilft Dir das Folgende: Wenn die Stimme sagt: „Eins geht schon“, antworte ihr laut (oder im Kopf) ganz direkt: „Netter Versuch, aber ich kenne den Trick schon. Heute nicht.“ Und vergiss nicht, Du bist nicht allein und schau auch drauf, dass Du schöne und gesunde Dinge tun kannst, die Dich ablenken.

    VG

    Tabsi Lieben Dank für Deine Worte <3

    Selbstfürsorge ist sehr wichtig und für uns hier umso mehr, weil wir doch die letzten Jahre, Monate oder Wochen nicht gut mit unserem Körper umgegangen sind und die Abstinenz ist für mich gar nicht negativ behaftet mit Verzicht oder "ich darf nicht trinken". Vielmehr ist es ein Geschenk an mich selbst, über dass ich mich täglich aufs neue freue und ich wünsche hier jedem dieses gute Gefühl, durch die Abstinez etwas Gutes und Schönes zu erleben und zu haben.

    Hallo Stromer,

    auch von mir herzlichen Glückwunsch zu dieser Top-Leistung, sei stolz auf Dich :thumbup:Und man kann sagen, sobald man abstinent lebt, hat man auch irgendwie Geburtstag bzw. es fängt ein neues Leben an. Erlebnisse und Erfahrungen wie Deine machen Mut und Hoffnung, dran zu bleiben und dem Alk für immer abzuschwören!