Beiträge von Tabsi

    Herzlich willkommen im Forum. Es ist nie zu spät mit dem Trinken wieder aufzuhören. Allerdings könnte jeder Rückfall Dein letzter sein.
    Alkoholsucht und Depressionen sind nicht die Ursachen, sondern ein Symptom, die in etwa gleich sind. Was hast Du für DICH getan, damit es DIR gut geht?

    Mein "Kopfkino" vorneweg war schlimmer ;) .

    Du bist nicht Deine Gedanken.

    Als ich noch trank, bin ich im Selbstmitleid geschwommen, fand immer einen Grund zum Trinken und meine Depressionen verstärkten sich….und umgekehrt dachte ich, ich könnte mit Alkohol meine Stimmung heben, mich mit Alkohol medikamentieren…Teufelskreis…

    @ Aurora ich weiß, dass nicht böse gemeint ist. Bevor ich in eine reale Gruppe gegangen bin, war eine Onlinegruppe ( nicht diese hier) der erste Anlaufpunkt. Zu groß war ja meine Scham und Angst, es könnte mich jemand kennen in einer realen S H G ( ich wohne ländlich) und ich wollte die Sucht erstmal verstehen und hab erkannt, dass es vielen anderen genauso geht durch alle Gesellschaftsschichten.
    Heute ist die f2f Gruppe 1x wöchentlich ein 2. Standbein für mich, da ich dort im sozialen Kontakt bin und für die Welt da draußen „ üben“ kann, z. Bsp in Konfliktsituatonen. Hier kann ich mein geschriebenes Wort korrigieren, in der realen Gruppe nicht. Ich übe mich im Reden und dadurch wird auch mein Auftreten und die Kommunikation sicherer.
    Natürlich mag ich die Vorteile einer Online-SHG, 24/7 und ich kann erst mal sacken lassen….oder mehrmals durchlesen…
    Für meine Abstinenz ist es wichtig, mehrere Stützpfeiler zu haben.

    Hallo Elara, ich habe Deinen Beitrag gelesen und ich schreibe hier als Betroffene.
    Die Sucht sucht immer nach Gründen zum Trinken. Da konnte das Wetter schön sein, mir eine „ Laus über die Leber laufen“ oder ein Sack Reis in China umfallen…es waren immer andere Gründe dafür Schuld. Die Wahrheit ist, ich war selbst dafür verantwortlich. So ist es bei Deinem Mann auch, er will trinken. Er selbst öffnet die Flasche und führt sie zum Mund. Wie oft habe ich gesagt, ich trinke nicht mehr nachdem ich morgens einen Kater hatte. Spätestens am übernächsten Tag ging es mir besser… ach 1 Glas Wein geht doch, aber dann ging die Lampe an und die Weinflasche musste leer werden. Das ist die Sucht, der Kontrollverlust, nicht aufhören zu können…Als mein 2. Partner ( trinkt nicht) mich auf mein Problem ansprach, fing ich heimlich an zu trinken. Erst als ICH die Verantwortung für MICH übernahm und mir Hilfe suchte, konnte ich „ trocken“ werden.
    Ich war selbst auch Co und habe bei meinem Expartner ( er trinkt) immer alles getan, damit es ihm gut geht. Dabei ging es nicht nur unbedingt ums Thema Alkohol, ich habe ja dann selbst mitgetrunken. Ich gab mir die Schuld, wenn etwas schief lief und mein Ex konnte mich da auch sehr gut manipulieren. Ich habe mich selber aufgegeben. Heute weiß ich, dass ich andere nicht ändern kann (wozu auch? nur damit es mir besser geht? ) Das ist übergriffig. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Genau wie Du auch für Dich verantwortlich bist, für Dein Wohlergehen kannst nur Du selbst sorgen, nicht andere.
    Hast Du schon mal daran gedacht, in eine reale Gruppe für Angehörige oder gemischte Gruppen zu gehen?
    Dort hast Du einen Org nur für Dich, Dir alles von der Seele zu reden, lernst Menschen kennen, die Deine Sorgen verstehen, weil sie alle die gleichen Erfahrungen gemacht haben…und es wäre ein Ort und Zeit nur für DICH.

    Das mit Deiner Enkelin tut mir sehr leid, ich wünsche Euch viel Kraft. 🙏

    Tabsi, Alkoholikerin

    Das fühlt sich für mich sehr anstrengend an immer in Angst und Selbstzweifel zu leben. Seit dem ich nicht mehr trinke, ist auch mein Selbstbewusstsein gewachsen. Ich arbeite da jeden Tag an mir, hab mir auch eine verhaltenstherapeutische Begleitung gesucht. Mein Mann und ich können auch über alles reden und reflektieren uns gegenseitig. Wir gehen auch zusammen in eine SHG , er als Angehöriger und ich als Betroffene.

    Ich hab Deine älteren Beiträge gelesen.
    Trinkt Dein Mann/ Lebenspartner immer noch in Deinem Beisein?

    Du bist jetzt zwar körperlich promillefrei, aber Dein Suchthirn versucht Dich immer noch auszutricksen. In den ersten Monaten fiel es mir auch schwer, musste viel an mich „ arbeiten“ und es dauert noch an.
    Hast Du schon mal an eine ambulante oder stationäre Therapie in Bezug auf Sucht gedacht? Gehst Du in eine reale Gruppe?

    Mit diesen Gefühlen, die ich bis heute nicht alle benennen kann meine ich die Gründe, warum ich mich nicht eher trennen konnte. Die meisten weiß ich aber manche sind mir noch immer unklar. Aber im Grunde genommen spielen sie jetzt auch keine Rolle mehr.

    Das kommt mir sehr bekannt vor. Ich lerne jetzt erst zu fühlen, gute und schlechte Gefühle auszuhalten, nicht wegzudrücken. Jahrzehntelang hat es der Alkohol für mich getan, weil ich nicht wusste, wie ich damit umgehen soll. Mich meinem Ex nicht widersetzen konnte. Irgendwann konnte ich mich selber nicht mehr spüren, habe nur noch funktioniert. Für mich ist es ein Prozess. Auch hier hole ich mir Hilfe von außen. Nur den Alkohol wegzulassen reicht nicht, jetzt folgen die psychischen Veränderungen. Das erste Jahr der Abstinenz war mir wichtig, stabil zu werden. Die ganze Gülle kam erstmal hoch und ich bin wieder zur Therapeutin. Ich krame nicht mehr in der Vergangenheit rum, konnte loslassen, aber es ist mir wichtig zu verstehen, warum ich so war/ bin, um nicht wieder in alte Verhaltensmuster zu geraten.

    Warum ich schon längere Zeit nicht geschrieben habe: Ich hatte die letzten Jahre so viel andere Themen, die mir auf der Seele gebrannt haben

    genau für solche Themen ist eine Gruppe da. Ich habe immer vieles mit mir allein ausgemacht, teilweise heute noch.
    In einer Gruppe bin ich nicht allein damit.

    Warum besorgt dich das mit dem Zahnarzt? Du bist doch schon etliche Jahre trocken?

    @ Angler

    Du hast Dich doch hier im Forum angemeldet, um Dich mit dem Thema Alkohol auseinanderzusetzen, oder?

    Ist das jetzt „zwanghaft“ für Dich? Es muss doch Gründe für Dich gegeben haben, Dich hier anzumelden…?

    Mich mit dem Thema zu befassen, erinnert mich jeden Tag aufs Neue, wo ich mal war und nicht wieder hin möchte, deswegen kann ich trotzdem mein Leben leben und es genießen. Leider ist aber nicht immer Sonnenschein und eine Gruppe bietet mir das erste Ventil, Dinge die sich aufstauen, loszuwerden. Eine Gruppe kann mich auffangen. Die Gruppe ist die „ Testversion“ oder der „Spiegel“ für das Leben da draußen.

    Dass er Alkoholiker sein könnte war mir allerdings sehr, sehr lange garnicht bewusst, so blöd es sich auch anhört

    Es hört sich nicht blöd an. Ich war auch seit der Jugendzeit mit meinem Ex- Partner 28 Jahre zusammen. In der Jugendzeit Alkohol am Wochenende mit Freunden, auf Feiern, Festen…dann gehörte der Alkohol irgendwann auch in der Woche dazu, beim Grillen, abends auf der Terrasse. Er sein Bier, ich meinen Wein- auch wenn keine Freunde dabei waren. Und schleichend wurde die Trinkmenge immer mehr…bei beiden. Unsere Beziehung lief nicht mehr… und trotzdem, wie Du es beschreibst: sich verantwortlich, schuldig zu fühlen, die Familie zusammenhalten zu wollen, Trennung ein No Go bei den älteren Generationen in der Familie… das darfst du nicht, das macht man nicht…

    Mein Ex verstand es, mich gut zu manipulieren, unter Druck und Angst zu setzen. Bis ich eines Tages zusammenbrach, ausgebrannt, in Depressionen fiel.

    Heute weiß ich, es gibt immer einen, der macht und einen der mit sich machen lässt.

    Folge war die Trennung, aber der Alkohol war immer noch mein Seelentröster. Es dauerte noch weitere 7 Jahre bis ich vorm Alkohol kapitulieren konnte…

    Mir ist bei dem Zitat von Advocactus auch gleich aufgefallen, dass Advocactus in der „man“ Form geschrieben hat.

    „ICH musste mir eingestehen, Alkoholiker zu sein, erst dann konnte ICH die Konsequenzen daraus entwickeln….“

    Wer ist „man“? und müssen muss „man“ gar nichts…

    Das soll keine Belehrung sein, aber nur so bleibe ich bei mir.

    Belehrend finde ich dann eher „ man muss“

    wenn sie meckert mache ich mir nicht viel draus.

    Sauna, Fitness, PS5, Gassi, Youtube sind meine Hobbys, erfreuen mich und lassen keine Langeweile zu.

    Ich freue mich für Dich, dass es Dir besser geht und nicht mehr in Deinem Selbstmitleid hängst. Zuviel Euphorie ist aber auch nicht gut. Mein Gefühl ist, dass Du immer noch zuviel verdrängst, jetzt nur nicht mehr mit Alkohol. Langeweile darf nicht aufkommen, warum nicht? Sich selbst aushalten musste ich erstmal „trocken“ lernen.

    Sorry, ich komme noch nicht so richtig klar mit dem zitieren aufm Handy