Beiträge von Fruechtetee

    Hallo Stern....Überlebenswille.

    Ich versuchs mal so...ich habe seit 40 Jahren Depressionen. Das war mir von "aussen" nicht ansehbar,weil da ganz klar mein Schauspieltalent geholfen hat,diese für mich irgendwann mal nötige Fassade aufrecht zu erhalten. Großes Erstaunen als nichts mehr ging und ich lange in die Klinik musste.

    Gleiches wäre jetzt beim Alkohol. Da ich nicht unangenehm durch mein Trinkverhalten aufgefallen bin.

    Mein Überlebenswille sagt mir,dass ich gesund älter werden möchte,obwohl ich weiß,dass ich diese Alkoholmaskerade noch weiter aufrecht hätte halten können.

    Nun habe ich aufgehört zu trinken und habe mich damit in den Fokus gestellt.

    Für mich ist überlebenswichtig, dass es mir gut geht. Und wenn ich mich zu Dingen zwingen muss, nur, damit andere zufrieden sind, ich das aber gar nicht machen will, geht es mir doch nicht gut.

    Genau das ist es,was ich lernen möchte. Danke dafür! LG

    Hallo Tiffy,danke für deine geteilten Gedanken.

    Ich versuche gerade konkrete Tages /Wochenstrukturen aufzubauen um mit mir selber(und Mann) gut leben zu können. Nicht mehr so abhängig sein von anderen.

    Ich habe hier(ausser meinem Mann) niemanden mehr,wenn ich jetzt alles ausfallen lasse(weil Alkohol hier immer auf den Tisch kommt).

    Du beschreibst gute Kleinigkeiten,die du dir gönnst und "nimmst".

    Und was das alles kostet.......ich habe früher auch geraucht und die Zigaretten schmeckten nochmal besser mit einem Glas Bier/Wein in der Hand. Jepp und ziemlich regelmässige Fressanfälle kenne ich auch. Alles garnicht gut. Und das Erwachen am nächsten Morgen schon garnicht.

    Mein Schlaf ist besser geworden und das Erwachen dadurch auch.Keine Katerstimmung mehr.......

    Wir machen weiter,Tag für Tag,kleinschrittig aber in die richtige Richtung gehend. Was hälst du davon? LG

    Hallo Stern,

    manche "neue " Realität schmeckt nicht gleich. Und ich merke in solchen Gedanken meinerseits ganz viel zögern,wohl auch um nicht aufzufallen und es allen recht zu machen. Das hier nicht mein super Schauspieltalent gefragt ist,sondern mein Überlebenswille. Also...reseat.

    Fand das in der Großstadt wesentlich einfacher. Nicht so "auf dem Präsentierteller leben". Aber das wird zumindest in den nächsten Jahre noch meine Wohnsituation bleiben......LG

    Danke für eure Antworten.

    Bei unseren Dorfveranstaltungen steht die Trinkerei nicht im Vordergrund. Das ist sicher das miteinander sein,aber es fliessen Unmengen an Alkohol . Und das von Anfang an. Da kann ich für mich nicht entspannt sagen " ich gehe mal für 1-2 Stunden hin".

    Ich weiß,dass das nicht funktioniert. Eigentlich wie alles hier im Ort.

    Also kompletter Rückzug und Neuorientierung,da keine tiefen Freundschaften hier vor Ort bestehen.

    Das mimimi wird ein bisschen leiser und die Kopfakrobatik, um Teil dieser "Gemeinschaft" zu bleiben ,kommt auf den Boden zurück.

    Es geht nicht,nicht hier in diesem Ort und nicht wenn ich ein abstinentes Leben führen möchte. Ein zaghaftes...basta....! LG

    Hallo Stern,ich verstehe auf jeden Fall was du meinst.

    Leider ist es so,dass meine Situation sich evtl nicht soooo positiv ändert ,wie ich mir das wünsche. Kann und möchte nicht hier in diesem Bereich darüber berichten.

    Aber mein höchstes Gut...Gesundheit....ist nur durch Abstinenz möglich. Und dafür reicht es aus,dass erste Glas stehen zu lassen. Das ist zZt noch mein Mantra 😉LG

    Ich bin nicht nur sehr dankbar, dass ich nüchtern bin, ich pflege meine Abstinenz. Dafür ist es für mich wichtig, dass ich mein Leben wieder genießen kann, aber es ist mir genau so wichtig, da nichts als selbstverständlich zu sehen. Mein Leben ist so, wie es jetzt ist, nur möglich, weil ich keinen Alkohol trinke.

    Das ist doch ein schöner Weg,der auch wieder vor mir liegen kann.

    Meine Ist- Lebenssituation ist zZt noch ein bisschen verzwirbelt. Aber ich sehe tatsächlich einen Lichtstreifen am Horizont,das mein Leben sich sehr bald Stück für Stück positiv ändern wird. Und Abstinenz unterstützt ungemein.

    Gestern kamen zwei Einladungen für große Feste hier im Dorf hereingeflattert. Ich habe mich gefreut,das ich/ wir eingeladen wurden und im nächsten Moment bekam ich Panik.

    Mir wurde klar,welche Feier-Situation dort sein wird und obwohl beide Feste erst im Spätsommer sind,möchte ich nicht daran teilnehmen.

    Ich habe mit meinem Mann gesprochen und ganz klar gesagt ,dass ich nicht mitfeiern werde. Mehr muss ich für den Moment noch nicht entscheiden.....

    Hey Alex,jepp...ungeplanter Wortwitz!!!

    Du kannst deinen Blick "verpixeln". Bitte schreib mir wie das geht 😉.

    Mit der Zeit "springt" mich das sicher nicht mehr so an,da es für mich nicht mehr diese Präsenz haben wird.

    Aber da bin ich noch nicht und solange hilft mir Planung und Absprachen mit meinem Mann.

    Ganz lieben Gruß

    Hallo Carl Friederich,

    die Zeit wird für mich arbeiten. Es wird besser von Woche zu Woche,daran kann ich mich gut erinnern.

    Aber dennoch habe ich festgestellt,dass ich heute "innerlich" anders unterwegs bin,als vor so vielen Jahren,als meine erste Abstinenz begann.

    Damals wollte ich mich direkt und ohne Umwege in mein neues zurückerobertes Leben stürzen. Es ging mir alles nicht schnell genug.Ich weiß noch,dass ich mir direkt Inliner gekauft habe und nach einigem üben ständig meine Runden drehte,aus dem Bewegungsdrang heraus.

    Bloss nicht wieder "stillstehen". Ich glaube ,ich hatte auch nicht soviele Ängste wie heute in der Situation. Hatte mein Leben zurück

    und habe gerne zugegriffen...

    Das ist diesmal nicht mein Startpunkt. Spüre große Unsicherheiten im Umgang mit allem was mich umgibt und das ich nicht beeinflussen kann,wie zb die Einkaufssituation. Aber ok,dann ist das so.

    Mir hilft im Moment,mich vorher gedanklich oder mit meinem Mann abzustimmen. Ich war schlichtweg nicht vorbereitet auf die riesige Präsenz. LG

    Ich hatte gestern eine normale ,aber mich überfordernde Situation.

    Eine ganz normale Situation im Supermarkt,fühlte sich für mich an wie auf Glatteis laufen .

    Bei meinen Stammsupermärkten stehen die Alkoholiker konzentriert in einem Bereich oder in einem anderen sind sie ausgelagert im hauseignen Getränkenshop.

    Da wir auf dem Rückweg vom Möbeleinkauf waren,erledigten wir das auf dem Weg liegend.

    Das Osterfest hält Einzug und mit ihm gefühlt Alkohol überall verteilt im Geschäft. War ein Wunder die Flaschen nicht zwischen Windeln zu sehen. Aktionsflächen mit allem was das Osterherz begehrt. Und scheinbar gehört Alk in ALLEN Formen dazu.

    Mein Begehren setzte massiv ein und ich bekam Panik. Nur raus.......

    Da werde ich meine Einkaufsplanung ab jetzt anders gestalten. Denn das da "draussen" kann ich nicht beeinflussen.

    Das Wochenende ist vorbei und damit viel von unserem "Wohnungsprojekt" in Eigenarbeit vorran gebracht. Es ist ein Ende in Sicht und das damit verbundene Chaos und der Dreck wird jetzt weniger.

    Das hat mich ziemlich gestresst. Kein Raum zum Zurück-ziehen . Und unsere Freizeit war seit Monaten nur darauf ausgerichtet.

    Jetzt nur noch eine Vielzahl an Kleinigkeiten und dann sind wir wieder in der Welt. Ich scharre schon mit den Hufen.....

    Hallo Eternal,

    danke für deine Worte.

    Das stimmt,mein Rückfall hatte sich mit einer gewissen "Vorlaufzeit" angekündigt.

    Ich habe meine damalige Situation und was es mit mir macht,komplett falsch beurteilt.

    Und da war auch irgendwann der Gedanke,das nach sovielen Jahren ich vielleicht jetzt besser mit umgehen kann? Und soviel habe ich ja nicht getrunken......Zumindest war diese Stimme präsent,direkt bevor ich zum ersten Glas griff.Ich wollte das auch glauben,vermute ich heute.

    Das andere arbeitete im Hintergrund und war für mich kaum wahrnehmbar. Das hätte ich vielleicht anders empfunden,wenn ich noch thematisch dabei gewesen wäre und ich gleich nach meinem Umzug zb eine SHG gesucht hätte. Aber das hatte ich garnicht auf dem Schirm.

    Danke für deine guten Wünsche!

    Kleinschrittig gehts weiter,aber meine Etappenziel ist zZt "Tag für Tag"......LG

    Hallo Bingo,danke für deine aufmunternde Antwort.

    Der Unterschied zwischen "nicht dürfen" und "nicht brauchen" ist gefühlt groß. Im Moment zumindest . Ich komme gut damit zurecht einen Tag nach dem nächsten zu sehen. Und mich am Abend genau darüber zu freuen,dass ich nüchtern im Bett liege.

    Kleine Schritte machen und zu akzeptieren,dass das wegen meiner "Tiefstimmung" kein Schnellspurt mit sofortigen Hochgefühlen ist. Realistisch bleiben und jeden Tag mit "Mauseschritten" anerkennen und sehen .

    Ganz lieben Gruß

    Hallo Bingo,mein Eindruck ist mittlerweile,dass das für viele von "uns" so in der Art abgelaufen ist.

    Auch...nach aussen den Schein zu wahren und zu funktionieren. Ich habe das echt perfektioniert,egal ob Depressionen oder Alkohol.

    Das Erstaunen war groß,als ich mich zu dem ein oder anderen geoutet habe. Niemand hat mir etwas angemerkt.

    Tatsächlich lerne ich gerade die Zeit neu zu füllen. Möchte da aber auch nochmal mit meinem Mann ins Gespräch gehen,da ich die gemrinsamen Abende gerne anders verbringen möchte,zumindest manchmal oder regelmässig (denke über Tanzkurs nach).Aber danke für deine Anregungen. Bin da echt noch ganz am Anfang. LG

    Liebe Tiffy,du beschreibst echt ein Stück weit meine Situation damals.

    Auch wenn ich tagsüber nicht getrunken habe,gabs am Abend irgendwann den Startschuss. Und immer so,dass mein Kind es nicht merkt und ich noch im Ernstfall handlungsfähig wäre.

    Aber...ich habe mein tägliches Leben drumherum gebaut. Zb. Abends weggehen? Wenn ich die Wahl hatte,lieber Daheim bleiben und irgendwann das erste Glas Wein.

    Am Tag habe ich mein anderes Leben durchgezogen und ich war gut darin,mich zu tarnen,richtig gut.

    Aber du beschreibst wirklich einen schlimmen Kreislauf und wie gut,dass du ausgestiegen bist!!!

    Merkst du auch gerade,wieviel Zeit du hast,die es gilt gut zu verbringen? Gelingt dir das schon und hast du Tipps für mich? LG

    Hallo Alex,du fragst ob ich Angst vor Ausschluss habe,wenn ich mich oute...

    Unser Dorf ist wirklich klein und die Gefahr besteht,wenn ich es jemandem sage,dann weiß es bald das ganze Dorf. Und das könnte durchaus zum Ausschluss führen.

    Eine ähnliche Situation hatte ich ,als ich für mehrere Wochen in die Klinik ging wegen meiner Depression. Das habe ich auf Nachfrage offen gesagt,da ich zu etlichen Verabredungen in der Zeit nicht gehen konnte.

    Wieder zurück wars die ersten Monate sehr.....schlimm bzw traurig. Ich bin garnicht mehr eingeladen worden. Das mag Unsicherheit gewesen sein,kein Ding.

    Bin dann von mir aus auf die Leute zu,aber es ist nicht mehr so geworden wie vorher.

    Möchte ich das wieder? Ganz bestimmt nicht und ich würde das Gerede für meinen Mann auch nicht gut finden.

    Ansonsten gebe ich dir Recht . Dort wo ich vorher gelebt habe,wusste das ein kleiner Kreis von Freunden und da war ich immer save. .......und Trinkgenossen habe ich eh nie gehabt,also hats da keine Erklärung gebraucht.LG