Fruechtetee - Nochmal den Mut haben....

  • Liebe Tiffy,du beschreibst echt ein Stück weit meine Situation damals.

    Auch wenn ich tagsüber nicht getrunken habe,gabs am Abend irgendwann den Startschuss. Und immer so,dass mein Kind es nicht merkt und ich noch im Ernstfall handlungsfähig wäre.

    Aber...ich habe mein tägliches Leben drumherum gebaut. Zb. Abends weggehen? Wenn ich die Wahl hatte,lieber Daheim bleiben und irgendwann das erste Glas Wein.

    Am Tag habe ich mein anderes Leben durchgezogen und ich war gut darin,mich zu tarnen,richtig gut.

    Aber du beschreibst wirklich einen schlimmen Kreislauf und wie gut,dass du ausgestiegen bist!!!

    Merkst du auch gerade,wieviel Zeit du hast,die es gilt gut zu verbringen? Gelingt dir das schon und hast du Tipps für mich? LG

  • Hallo Fruechtetee,
    Das war auch ziemlich genau mein Tagesablauf. Morgens komplett kaputt aufstehen, den Tag auf der Arbeit irgendwie „überleben“, Kind von der Kita holen, spielen, kochen, Kind ins Bett, Flasche auf.

    Und dann alles wieder von vorne. Ein echter Teufelskreis und ich bin froh das es vorbei ist. Ich fülle die neu gewonnene Zeit abends mit neuen Hobbys und verbringe viel mehr Zeit mit meiner Frau.

    Die Lücke, in der du sonst getrunken hast zu füllen, ist sehr wichtig.

    Such dir irgendetwas das dir spaß macht, greif eventuell alte Hobbys wieder auf nur Langeweile sollte nicht aufkommen.

    Die alten Verhaltensmuster gilt es zu ändern das war für mich unglaublich wichtig da sonst der kopf anfängt zu arbeiten.

    LG Bingo

  • Hallo Bingo,mein Eindruck ist mittlerweile,dass das für viele von "uns" so in der Art abgelaufen ist.

    Auch...nach aussen den Schein zu wahren und zu funktionieren. Ich habe das echt perfektioniert,egal ob Depressionen oder Alkohol.

    Das Erstaunen war groß,als ich mich zu dem ein oder anderen geoutet habe. Niemand hat mir etwas angemerkt.

    Tatsächlich lerne ich gerade die Zeit neu zu füllen. Möchte da aber auch nochmal mit meinem Mann ins Gespräch gehen,da ich die gemrinsamen Abende gerne anders verbringen möchte,zumindest manchmal oder regelmässig (denke über Tanzkurs nach).Aber danke für deine Anregungen. Bin da echt noch ganz am Anfang. LG

  • Das wird mit Sicherheit bei vielen so abgelaufen sein und das typische klischee Bild vom Alkoholiker unter der Brücke stimmt einfach nicht. Klar gibt es das, aber die Krankheit zieht sich durch alle schichten der Gesellschaft.

    Ich stehe hier mit etwas mehr als 3 Monaten auch noch ziemlich am Anfang.

    Ein Tanzkurs hört sich doch prima an 👍😊

    Schritt für Schritt und Tag für Tag weiter, kleine ziele setzen. Jeder Tag ohne Alkohol ist ein guter Tag!

    Mir hat ein Tipp von Hartmut ganz besonders geholfen, dass umdenken von „ich darf nicht mehr trinken“ zu „ich muss nicht mehr trinken“.

    LG Bingo

  • hallo Fruechtetee

    von mir auch ein willkommen und schön das du den weg hergefunden hast;)

    nun, gründe gibt es viel warum wir angefangen haben zu trinken, darum geht es aber nicht. was uns eint ist die sucht selber, sie ist ein selbstläufer und begleitet uns bis zum ende unseres lebens. was deinen rückfall betrifft, war es sicher acht/sorglosigkeit alles im griff zu haben und es beherrschen zu können. sowas passiert nicht von heute auf morgen, sondern beginnt schon lange zeit im voraus. um es kurz zu machen, du hast dem alk wieder raum gegeben sich zu entfalten. die flasche wein war dann nur das tröpfchen was das fass zum überlaufen gebracht hat. dass passiert nicht offensichtlich, sondern kommt ganz subtil daher und setzt dinge in gang von denen du nicht mal wusstest das sie noch da sind.

    aus meiner erfahrung mit anderen trockenen alkis, die nach so langer "trockenzeit" rückfällig geworden sind stand nicht druck, stress oder sonstwas im fokus. sondern die annahme das nach 10-15 oder 20 jahren keine gefahr mehr besteht, wenn man sich mal ein kleines schlückchen gönnt:idea: ja mein gott, was soll schon passieren?

    an dir ist es jetzt diesen kreislauf zu durchbrechen, dich neu zu sortieren um platz für positives zu schaffen. das erste jahr ist das härteste, selbstzweifel versagt zu haben und wieder von vorne anzufangen. das vergeht aber wieder, auch wenn es anfangs übermächtig wirkt. wie Bingo schon schrieb hangle dich von tag zu tag, von woche zu woche, setze neue akzente für dich, fülle die zeit die du mit trinken verbracht hast, mit sinnvollem ohne dich selber unter druck zu setzen.

    was das outen angeht, so geht auch jeder anders damit um. ich für meinen teil hab es öffentlich gemacht, wäre ohnehin irgentwann aufgefallen und wie Hartmut schon meinte, kräht in ein paar jahren kein hahn mehr danach;) aber so trennt sich die spreu vom weizen, was wahre freundschaften sind und was nicht. auf den den gesellschaftlichen "kitt" alkohol kann man da getrost verzichten, auch wenn es ein "ich gehöre nicht dazu" gefühl erzeugt. ich besuche auch nach bald 17 jahren "trockenheit" keine veranstaltungen wo es nur um die sauferei geht. wozu? um dem homo sapiens bei einer evolutionären rückwärtsrolle zuzusehen? was mir dann noch verkauft wird als gesellschaftliches miteinander?...nö, ich kann mit meier zeit besseres anfangen...

    ich wünsche dir alles erdenklich gute auf deinem weg in die trockenheit. es wird vielleicht, gerade am anfang, noch etwas holprig, aber mit der zeit kommt deine selbsicherheit zurück und alles scheint stabiler, du wirst sehen. behalte deinen kurs bei und den kopf oben.

    gruss eternal

  • Hallo Bingo,danke für deine aufmunternde Antwort.

    Der Unterschied zwischen "nicht dürfen" und "nicht brauchen" ist gefühlt groß. Im Moment zumindest . Ich komme gut damit zurecht einen Tag nach dem nächsten zu sehen. Und mich am Abend genau darüber zu freuen,dass ich nüchtern im Bett liege.

    Kleine Schritte machen und zu akzeptieren,dass das wegen meiner "Tiefstimmung" kein Schnellspurt mit sofortigen Hochgefühlen ist. Realistisch bleiben und jeden Tag mit "Mauseschritten" anerkennen und sehen .

    Ganz lieben Gruß

  • Hallo Eternal,

    danke für deine Worte.

    Das stimmt,mein Rückfall hatte sich mit einer gewissen "Vorlaufzeit" angekündigt.

    Ich habe meine damalige Situation und was es mit mir macht,komplett falsch beurteilt.

    Und da war auch irgendwann der Gedanke,das nach sovielen Jahren ich vielleicht jetzt besser mit umgehen kann? Und soviel habe ich ja nicht getrunken......Zumindest war diese Stimme präsent,direkt bevor ich zum ersten Glas griff.Ich wollte das auch glauben,vermute ich heute.

    Das andere arbeitete im Hintergrund und war für mich kaum wahrnehmbar. Das hätte ich vielleicht anders empfunden,wenn ich noch thematisch dabei gewesen wäre und ich gleich nach meinem Umzug zb eine SHG gesucht hätte. Aber das hatte ich garnicht auf dem Schirm.

    Danke für deine guten Wünsche!

    Kleinschrittig gehts weiter,aber meine Etappenziel ist zZt "Tag für Tag"......LG

  • Das Wochenende ist vorbei und damit viel von unserem "Wohnungsprojekt" in Eigenarbeit vorran gebracht. Es ist ein Ende in Sicht und das damit verbundene Chaos und der Dreck wird jetzt weniger.

    Das hat mich ziemlich gestresst. Kein Raum zum Zurück-ziehen . Und unsere Freizeit war seit Monaten nur darauf ausgerichtet.

    Jetzt nur noch eine Vielzahl an Kleinigkeiten und dann sind wir wieder in der Welt. Ich scharre schon mit den Hufen.....

  • Ich hatte gestern eine normale ,aber mich überfordernde Situation.

    Eine ganz normale Situation im Supermarkt,fühlte sich für mich an wie auf Glatteis laufen .

    Bei meinen Stammsupermärkten stehen die Alkoholiker konzentriert in einem Bereich oder in einem anderen sind sie ausgelagert im hauseignen Getränkenshop.

    Da wir auf dem Rückweg vom Möbeleinkauf waren,erledigten wir das auf dem Weg liegend.

    Das Osterfest hält Einzug und mit ihm gefühlt Alkohol überall verteilt im Geschäft. War ein Wunder die Flaschen nicht zwischen Windeln zu sehen. Aktionsflächen mit allem was das Osterherz begehrt. Und scheinbar gehört Alk in ALLEN Formen dazu.

    Mein Begehren setzte massiv ein und ich bekam Panik. Nur raus.......

    Da werde ich meine Einkaufsplanung ab jetzt anders gestalten. Denn das da "draussen" kann ich nicht beeinflussen.

  • Da hilft mir zu sagen: Die Welt wird nicht trockener, nur, weil ich nicht mehr saufe.

    Und eben genau deshalb, weil ich nirgends (außer in meinem Zuhause) ausschließen kann, dass ich auf Alkohol treffen könnte, habe ich mir meine nüchterne Zone in meinem Kopf geschaffen.
    Meinen Kopf …. meine Einstellung zum Alkohol und meine Einstellung zu mir, nehme ich ja überall mit hin. Das ist völlig unabhängig vom Außen.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Nur raus.......

    Gut reagiert, denn wichtig ist, dass ich reagiere und mir nicht vom Suchthirn einreden lasse, dass ich da jetzt durch musss, es aushalten muss, oder was die Leute denken könnten, wenn ich plötzlich gehe.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Ich glaube einfach nicht daran, dass es möglich ist, dem Alkohol immer aus dem Weg zu gehen. Mich darauf zu verlassen, wäre mir viel zu unsicher.

    Ich sehe den Alkohol im Supermarkt auch, und gerade vor Feiertagen verstellen die ja nahezu jeden Gang damit, und selbst wenn ich mich in dem Moment sicher fühle, nehme ich die Eindrücke ja mit raus. Da arbeitet mein Suchthirn doch schon, wenn auch unbemerkt, auf Hochtouren.
    Da direkt ‚meinen Riegel’ vorschieben, in dem ich mir sofort bewusst mache, das können die anderen trinken, ich bin Alkoholiker und deshalb kann ich das nicht. Weil ich nie wieder in dieser Suchtspirale gefangen sein will, hat mir immer gut geholfen, gar nicht erst ‚merkwürdige‘ Gedanken aufkommen zu lassen.

    Inzwischen geht dieses Denken ganz automatisch, meistens sogar wirklich absolut unbemerkt von mir. Also, den Alkohol sehe ich schon, nur mache ich mir darüber gar keine Gedanken mehr. Er ist da. So, wie auch das Katzenfutter da ist, brauche ich beides nicht.

    Ich weiß, dass mein Leben nur noch absolut alkoholfrei sein kann. Egal was andere tun und egal was andere nicht tun. ‚Mein Leben‘ und ‚alkoholfrei‘ gehören ganz fest zusammen und ich passe gut drauf auf, dass diese Einheit sich auch gut anfühlt.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Du warst mit der Einkaufssituation überfordert. Deine Denke ist noch schwer vom Alkohol geprägt, daher springt Dein Suchtgedächtnis sofort wieder an.

    Klar, zu den Feiertagen wird mehr auf den Alk in Läden und Prospekten hingewiesen. Der Alk dient den Läden als Lockmittel, denn viele Kunden tätigen neben dem Alkoholerwerb, noch ihre übrigen Einkäufe, und sei es zur Tarnung.

    Ich habe mich in der Anfangszeit mit Tunnelblick durch die Läden bewegt, alles so gut es eben ging ausgeblendet und bin schnurstracks und schnellen Schrittes zu dem übrigen Sortiment gelaufen. Auch an der Kassenzone habe ich den Blick auf die Flachmänner vermieden.

    Das hat sich bei mir mit der Zeit eingependelt. Mittlerweile ist es mir egal, was da so alles angeboten wird.


    Mit zunehmender Dauer der Abstinenz wird auch die Einkaufssituation sich bessern, ist halt nur eine Frage der Zeit und somit der persönlichen Reifung.

  • Tut mir (fast) leid. Musste kurz lachen.

    stehen die Alkoholiker konzentriert in einem Bereich

    Da würde ich mich aber gerne mal dazustellen. ^^

    Zu Ostern hin geht es natürlich wieder los.

    und gerade vor Feiertagen verstellen die ja nahezu jeden Gang damit,

    Ich bin schon mal fast in einen Berg Sekt gerauscht. Den haben sie wirklich direkt nach dem Eingang aufgebaut. Gerade anfangs fiel mir da das Ausblenden schwer. Denn genau so habe ich es auch gemacht.

    mit Tunnelblick durch die Läden bewegt, alles so gut es eben ging ausgeblendet

    Es war sogar so. Ich sollte für *privat* Malzbier kaufen. Hatte noch kaum einen Plan und für mich einstehen, war mir noch nicht richtig bekannt. Sonst hätte ich das erst gar nicht gemacht. Jedenfalls stand das tatsächlich zwischen dem "normalen" Bier. Mein Hirn hat alles, bis auf das Malzbier verpixelt. Das war echt erstaunlich. Ich habe mich schrecklich unwohl gefühlt dabei. Inmitten von dem ganzen Gift. Als könnte es mich gleich anspringen.

    Es ist sehr gut, dass Du aus der Situation raus bist. Respekt. Alles richtig gemacht. :thumbup:

    Hier wird die Zeit für Dich arbeiten. Das wird ganz von selbst viel entspannter. Weil es Dir immer weniger interessieren wird. Wozu auch?

    So, wie auch das Katzenfutter da ist, brauche ich beides nicht.

    Hier komme ich immer gerne mit meinem Windel-Beispiel. Die interessieren mich ja auch nicht mehr. Keine Ahnung was die kosten.

    Da musste ich übrigens das zweite mal schmunzeln.

    War ein Wunder die Flaschen nicht zwischen Windeln zu sehen

    DAS würde dann ja bei mir auch nichts bringen. ;)

    Du hast das für Dich richtige in dieser Situation gemacht. Klingt komisch, aber besser hätte es in dieser Situation nicht laufen können.

    Da werde ich meine Einkaufsplanung ab jetzt anders gestalten. Denn das da "draussen" kann ich nicht beeinflussen.

    Und schon dabei einen neuen Plan zu basteln. Das finde ich gut. Sicher kann das Risiko nicht ausgeschaltet werden. Aber gerade am Anfang so gut es geht vermeiden und nichts einfach nur hinnehmen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

    Einmal editiert, zuletzt von Alex_aufdemweg (17. März 2026 um 18:44)

  • Hallo Carl Friederich,

    die Zeit wird für mich arbeiten. Es wird besser von Woche zu Woche,daran kann ich mich gut erinnern.

    Aber dennoch habe ich festgestellt,dass ich heute "innerlich" anders unterwegs bin,als vor so vielen Jahren,als meine erste Abstinenz begann.

    Damals wollte ich mich direkt und ohne Umwege in mein neues zurückerobertes Leben stürzen. Es ging mir alles nicht schnell genug.Ich weiß noch,dass ich mir direkt Inliner gekauft habe und nach einigem üben ständig meine Runden drehte,aus dem Bewegungsdrang heraus.

    Bloss nicht wieder "stillstehen". Ich glaube ,ich hatte auch nicht soviele Ängste wie heute in der Situation. Hatte mein Leben zurück

    und habe gerne zugegriffen...

    Das ist diesmal nicht mein Startpunkt. Spüre große Unsicherheiten im Umgang mit allem was mich umgibt und das ich nicht beeinflussen kann,wie zb die Einkaufssituation. Aber ok,dann ist das so.

    Mir hilft im Moment,mich vorher gedanklich oder mit meinem Mann abzustimmen. Ich war schlichtweg nicht vorbereitet auf die riesige Präsenz. LG

  • Hey Alex,jepp...ungeplanter Wortwitz!!!

    Du kannst deinen Blick "verpixeln". Bitte schreib mir wie das geht 😉.

    Mit der Zeit "springt" mich das sicher nicht mehr so an,da es für mich nicht mehr diese Präsenz haben wird.

    Aber da bin ich noch nicht und solange hilft mir Planung und Absprachen mit meinem Mann.

    Ganz lieben Gruß

  • Gestern kamen zwei Einladungen für große Feste hier im Dorf hereingeflattert. Ich habe mich gefreut,das ich/ wir eingeladen wurden und im nächsten Moment bekam ich Panik.

    Mir wurde klar,welche Feier-Situation dort sein wird und obwohl beide Feste erst im Spätsommer sind,möchte ich nicht daran teilnehmen.

    Ich habe mit meinem Mann gesprochen und ganz klar gesagt ,dass ich nicht mitfeiern werde. Mehr muss ich für den Moment noch nicht entscheiden.....

  • Bloss nicht wieder "stillstehen". Ich glaube ,ich hatte auch nicht soviele Ängste wie heute in der Situation. Hatte mein Leben zurück

    und habe gerne zugegriffen...

    Das ist diesmal nicht mein Startpunkt. Spüre große Unsicherheiten im Umgang mit allem was mich umgibt und das ich nicht beeinflussen kann,wie zb die Einkaufssituation. Aber ok,dann ist das so.

    Das kann ich sogar richtig gut nachvollziehen.
    So, wie du das beschreibst: Ich hatte mein Leben zurück und ich habe gerne zugegriffen‘ ….das ist genau das, was ich erlebt habe, als ich nüchtern wurde. Jeder Tag wurde zum Geschenk. Noch immer empfinde ich das so.

    Und auch genau das, was du beschreibst, wenn du von Unsicherheit sprichst, waren anfangs meine Bedenken. Noch heute sage ich: Ich würde einen Rückfall nicht überleben. Weil ich es nicht schaffen würde, noch einmal aus der Suchtspirale aussteigen zu können.
    Du hast das geschafft. Respekt.

    Ich wünsche dir, dass dich diese Unsicherheit nicht lähmt, sondern, dass du sie für dich nutzen kannst. Auch, wenn du mit dem ‚Das Leben hört jetzt mir‘ einen Rückfall hattest, ist es doch jetzt auch wieder so: Das Leben gehört dir. Weil du nüchtern bist.

    Heute weißt du viel mehr über die Sucht, über dich, über deinen Rückfall. Du weißt, dass es nicht einen einzigen Schluck geben kann….und du hast die Erfahrung gemacht, dass die Alkoholsucht eben nur gestoppt ist. Sie ist nicht heilbar.
    Der Stopp der Sucht hält genau zum ersten Schluck Alkohol.

    Das Leben gehört dir, greife zu. Weil du nüchtern bist ….und… solange, wie du nüchtern bist.


    Ich bin nicht nur sehr dankbar, dass ich nüchtern bin, ich pflege meine Abstinenz. Dafür ist es für mich wichtig, dass ich mein Leben wieder genießen kann, aber es ist mir genau so wichtig, da nichts als selbstverständlich zu sehen. Mein Leben ist so, wie es jetzt ist, nur möglich, weil ich keinen Alkohol trinke.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

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