Ich hatte schon ein wenig Angst, habe täglich zweimal meinen Blutdruck kontrolliert und meinen Körper genau beobachtet. Aber zum Glück ist es ja gutgegangen.
Seit ich nicht mehr trinke und meine Umwelt wieder mit allen Sinnen wahrnehme, habe ich sowieso das Gefühl, dass die halbe Menschheit trinkt und es nicht mal wahrnimmt, dass das ein Problem ist. Daher sind vielleicht manche Ärzte so nachlässig. Alkoholkonsum wird ja gesellschaftllich toleriert.
Ich komme aus einer Familie, wo Alkohol immer präsent war. Eltern, Großeltern, meine Geschwister und später mein jetziger Exmann waren alle dem Alkohol nicht abgeneigt. Das heißt nicht, dass sie ständig betrunken waren, aber es war halt immer was da und es wurde auch regelmäßig getrunken. Ich bin sozusagen in die Sucht hineingewachsen.
Leider hatte meine gleichaltrige Schwägerin ein ganz gewaltiges Alkoholproblem, was sie letztendlich mit knapp 57 Jahren das Leben gekostet hat. Ihr Tod war wie ein Schlüsselerlebnis für mich. So will ich nicht enden.
Und jetzt trinke ich nicht mehr und das soll auch so bleiben.