Jede Menge Nebenwirkungen, die niemand braucht!
Ich wurde im Supermarkt kurz getriggert. Es gibt den ersten Sturm (Federweisser heißt das in Deutschland). Und schon raunzt das Suchthirn "Jöööö, Herbst, bunte Blätter, roter und weisser Sturm, wie idyllisch, du arme, den darfst du auch nicht mehr trinken, schluchz". Diese Gedanken musste ich aktiv bekämpfen. Es gibt andere herbstliche Kultprodukte, an denen ich mich erfreuen kann. Es lebe der Kürbis! Aber so schnell ist man getriggert. Bilder und Verknüpfungen im Kopf von Herbstidylle und "was unbedingt dazu gehört", über die sich das Suchthirn freut.
Beiträge von Dulcinella
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Wäre hier nicht die Bezeichnung Entzugserscheinungen viel angebrachter. Denn der Kater klingt irgendwie verniedlichend.
Dies, weil du an anderer Stelle schriebst:Wo ist für dich der Unterschied: Du mit dem "Kater", morgens trinkend vs. einen "echten" Spiegeltrinker? Das Stadium an sich hattest du erreicht. Es sind nur noch Nuancen?!
Ein Kater ist eigentlich auch eine Entzugserscheinung. Die aber nach einem Tag bewältigt ist. Ich hatte aber keine anderen Entzugserscheinungen bei Abstinenz. Ich weiß, kalter Entzug kann gefährlich sein. Aber da war nie auch nur die geringste Entzugserscheinung. Im Volksmund nennen wir bald jemanden einen Spiegeltrinker, aber ein Spiegeltrinker ist "eine Person mit einer schweren körperlichen Alkoholabhängigkeit. Sie können oft keinen einzigen Tag komplett ohne Alkohol auskommen, da sonst schwere Entzugssymptome einsetzen." Das war bei mir Gott sei Dank NOCH nicht der Fall. Aber mir ist schon bewusst, dass es nur noch eine Frage der Zeit war, bis ich dort lande, wenn ich so weitermache. Also da gibt´s nichts zu verniedlichen.
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Da war ich eine davon. Ich konnte nicht rechtzeitig "Nein, danke" sagen. Zittern, Schweißausbrüche, Panikattacken, volles Programm.
das ist ein Albtraum! Ich hab nur schon am Vormittag angefangen, wenn ich verkatert war, da nicht gewillt den Kater nüchtern auszuhalten. Das war nicht jeden Tag, aber mit der Zeit immer öfter. Zum Schluss dann auch 3 Wochen lang täglich, das war mein Höhepunkt. furchtbar!
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Nein, also die Quartalsäufer hab ich nie verstanden. Ich hab Jahrzehnte lang täglich getrunken, fast immer nur am Abend. Erst mit der Zeit wurde es immer mehr und die letzte Zeit eben auch den ganzen Tag. Ich nenne das Rückfälle da das Ziel war, abstinent zu bleiben. Trinkpausen sind ja schon von vornherein mit Ablaufdatum geplant, wie dry january oder Fastenzeit. Wenn man sich vornimmt komplett aufzuhören aber wieder trinkt nenn ich es Rückfall, aber egal wie man es nennt, es ist ein Scheitern. Aber auch lehrreich, denn nach ein paar mal weiß man, dass man garantiert nicht "weniger trinken" kann sondern das Suchthirn auf eine gewisse Menge programmiert ist. Das nächste Stadium wäre dann Spiegeltrinker mit körperlichen Entzugserscheinungen, die weit über einen Kater hinausgehen, gegen die man trinken muss, damit man den Tag überlebt? Zitternde Hände und so?... Nein Danke, eine Horrorvision!
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Ich hoffe jedenfalls, dass mein Suchthirn mir auch auf Dauer nichts mehr einreden kann. Denn nicht nur endet jeder Schluck immer in einem Wochenlangen durchsaufen (muss ja schon in der Früh anfangen, gegen den unerträglichen Kater...) sondern es wurde auch jedes mal immer mehr Wein! 3 Rückfälle zwischen Mai und Juli waren wirklich eine nachhaltige Lektion im Scheitern. Nein Danke! Es darf nur nicht sein dass ich das irgendwann vergesse. Aber jetzt steht es ja hier, dokumentiert für immer.
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Wie alt bist du? Wegen deinem Schlafproblem
Ich bin 62, also man kann schon von "seniler Bettflucht" sprechen, haha. Was ich wirklich nicht mehr kaufen darf ist Erdnussbutter und Nutella!!!!! Aber Hunger hab ich derzeit ordentlich, und das war bei jeder Trinkpause so. Aber es ist eigentlich nicht so tragisch, Hauptsache ich saufe nicht mehr und habe ENDLICH kapiert, dass JEDER Schluck in einem wochenlangen Besäufnis enden würde. Diese Einsicht hat viel zu lange gedauert! Aber jetzt kann mir mein Suchthirn nichts mehr vormachen. Dutzende male probiert "nur wenig zu trinken" und jedes mal gescheitert.
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Ja also Durschlafstörungen hatte ich auch besoffen. Und diese mit grausamen Schweißausbrüchen! Im Winter werde ich besser schlafen, denn wenns um 16 Uhr stockfinster ist, bleib ich sicher nicht bis Mitternacht auf. Und ich darf wirklich nicht dauernd fressen. Wie soll ich einschlafen, wenn ich um 11 Uhr Nachts noch ein Käsebrot reinstopfe? Immer dieser Heisshunger...die Kalorien vom Alk fehlen

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Wie stehst Du dazu? Ggfs. über eine begleitende Therapie nachdenken. Oder bist Du schon dabei?
Ggfs. verarbeitet sich das ganze aber von selbst und braucht nur die Zeit dazu. Dann wird es von selbst bald besser. So war das dann bei mir.
Das muss von selber vergehen, denn Psychotherapie ist nicht leistbar.
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Gestern hab ich um Mitternacht mein Medi genommen und heute bin ich super fit und werke im Garten herum. Ich glaub das Problem wird sich im Winter lösen, wenn es länger dunkel ist. Bei mir hilft auch abdunkeln nichts, mein Biorhythmus ist wie in der Steinzeit auf die Sonne programmiert
Ich hatte schon einmal eine Trinkpause im Winter, da gab es keine Aufwachprobleme um 5 Uhr früh. Also ich freu mich nun mal schon auf den Herbst. Heute Abend probiere ich die viel beworbenen Baldrian-Passionsblumen Tropfen. Jetzt muss dann auch noch jeglicher Einkauf von Chips und Süssigkeiten gestoppt werden..... -
Früh aufgewacht bin ich immer, auch als Trinkerin. Im Sommer wenn es früh hell wird, dann kann es auch sein dass ich schon um 5 putzmunter bin, aber meistens um 6. Im Winter geht´s bis 7
Der Unterschied zu jetzt ist nur dass ich besoffen schon um 21 Uhr vorm TV eingedöst bin, oder spätestens um 22 Uhr ins Bett gefallen. Und nüchtern bin ich um Mitternacht noch hellwach, bzw den ganzen Tag müde und erst wenn ich schlafen soll richtig wach... Deswegen wache ich aber trotzdem um 5:30 auf und kann nicht weiterschlafen. Ich bin zwar dann den ganzen Tag wie stoned und müde, aber gleichzeitig völlig überdreht und kann wieder nicht einschlafen...... -
das verordnete Medikament scheinst Du nicht so gut zu vertragen.
Doch, das ist ja das einzige was wirkt. Ich nehme es aber nur gelegentlich, sonst würde es abhängig machen. Melatonin hab ich auch probiert, das wirkt auch. Aber ist auch nicht unproblematisch und auf keinen Fall eine Dauerlösung, wie ich gelesen hab. Ich probier jetzt noch mal Baldrian, Passionsblume und co. Bis jetzt war das immer wirkungslos, aber vielleicht wirkt es ja nun, da ich nüchtern bin. Werd ich noch heute besorgen.
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Hallo, ich bin in keinem optimalen Zustand. Ich geh zu spät schlafen und wach viel zu früh auf, und bin die halbe Woche wie stoned vor Müdigkeit. Das Schlafproblem hat leider im Juni eine Trinkpause beendet, da ich mich nach 2 nüchternen Wochen vor lauter Müdigkeit mit Wein zugedröhnt habe. Jetzt ist mir aber endlich so richtig klar, dass jeder Schluck in einem wochenlangen Besäufnis endet. Es hat lange gedauert und viele Rückfälle gebraucht, bis ich das endlich verstanden hab und der Hintergedanke "eine Flasche heute zum Einschlafen geht schon" nicht mehr da ist. Ich hab keinen Drang nach Alkohol. Aber ich brauche jetzt öfters meine vom Arzt verschriebenen Beruhigungsmittel. Ich bin zwar den ganzen Tag wie stoned vor Müdigkeit aber ab 22 Uhr dann wieder völlig munter und kann nicht einschlafen.... Heute wird glaub ich ein guter Tag, ich hab 6 Stunden Schlaf geschafft, wow! Außerdem knabbere ich den ganzen Tag. Chips, Käse, Eis, Erdnußbutter.... Alles durcheinander wie eine Schwangere. Aber ich muß da einfach durch. Alkohol ist keine "Behandlung" mehr für mich.
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Guten Morgen. Ich bin schon wieder zu früh auf. Sobald es hell wird, bin ich schon auf Hochtouren. Derzeit kommen lauter Alk-Geschichten aus der Vergangenheit hoch, so wie der Vorfall mit dem Arbeitskollegen. Aber auch wie alles angefangen hat. Mein erstes mal Alkohol. Ich war ca 15 und es war bei einer Silvesterparty mit meinen Eltern bei deren Bekannten. Dort trank ich mein erstes Glas Sekt und hatte darauf eine Wirkung, die ich nur aus Beschreibungen von Ecstasy kenne. Hatte die ganze Welt lieb, fühlte mich als schwebe ich auf Wolken, alles war bunt, jeder Schritt war weich wie auf Watte usw. Also Halluzinationen. Ich war sofort süchtig nach dieser Wirkung, die jedoch nie wieder kam. Jedenfalls nicht mit Alkohol. Jetzt, Jahrzehnte später grüble ich: hat mir dort jemand Ecstasy ins Glas gegeben? Aber bei einer Party mit den Eltern? Gibt´s doch nicht. Oder doch? Diese Wirkung vom Sekt gibt´s aber auch nicht. Nun ja, es hat wenig Sinn über die Vergangenheit zu grübeln. Über Dinge, die für immer ein Geheimnis bleiben werden. Aber das beschäftigt mich gerade. Denn so hat alles angefangen. Und nun: in die alkoholfreie Zukunft blicken. Ich wünsche euch einen schönen, nüchternen Sonntag!
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Ich bin mehr über die angebliche Teilschuld gestolpert. Das ist für mich ein Unding.
Verachtest Du Dich insgeheim für Deine Sucht, Dulcinella?
Es ist auch ein Unding. Seit me too gibt es Gott sei Dank mehr Bewusstsein darüber. Und seit dem Pelicot Fall kennen wir den Satz "die Scham muss die Seite wechseln". Denn die Opfer schämen sich immer, die Täter eher weniger... Ich schäme mich auch bis heute. Und für meine Sucht schäme ich mich auch.
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Das tut mir sehr leid. Fühl dich gedrückt
Danke, es ist schon lange her. Es hat mich nicht sonderlich traumatisiert, da ich sowiso out of order war. Aber es war schon krass, in so einer Situation zu landen wegen dem Alk. Ich hab einen Fall über einen Wissenschaftler gelesen, der genau das gemacht hat. Eine Dame bei einer Feier mit Alkohol abgefüllt bis zur Besinnungslosigkeit und dann im Hotelzimmer vernascht. Sie hat ihn angezeigt. Es kam aber nichts dabei heraus. Aussage gegen Aussage....
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