Beiträge von Minihexe

    Huhu usthund,

    ich glaube schon, dass Du Dich deutlich genug ausdrückst.
    Aber es kommt wohl nicht nur mir vor, als ob das alles in allem doch recht halbherzige Unternehmungen sind und einfach schleppend vor sich hinplätschern - ohne dass es Dich letztendlich irgendwie weiter bringt.

    Vielleicht steht´s schon irgendwo .... dann entschuldige die Frage: gehst Du in eine Selbsthilfegruppe? Also eine reale?

    Langzeittherapien werden im übrigen auch ambulant angeboten.

    Als ich noch in meiner "wackligen" aber trotzdem trockenen Anfangsphase war, bin ich mindestens einmal wöchentlich zu meiner Therapeutin, und dann auch zur realen Selbsthilfegruppe! Und das war auch bitter nötig!
    Denn auch wenn mir meine Baustellen auch bestens bekannt waren - wenn man sie versucht alleine zu lösen, beschummelt man sich oft selbst, weil´s hie und da unangenehm wird.

    Kann sein, dass ich da "falsch" liege, aber für meine Begriffe bist Du zu wenig "aktiv" bei der Problematik... :?

    LG,
    Mini :wink:

    Na also :D , das war doch schon mal ein guter, wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Und Du hast ja selbst gemerkt, wie schön der heutige Morgen ohne Kater und Selbstvorwürfe ist !!
    Das, was wir glauben mit Alkohol betäuben zu können, kommt ja eh bei Ernüchterung doppelt und dreifach negativ wieder auf uns zurück, und das kann´s ja nicht sein.

    Warte mit Deinem Mann einfach ab und gibt ihm Zeit. Genauso, wie Du DIR Zeit geben solltest.
    Wie gesagt, was man in monatelanger Kleinarbeit kaputt gemacht hat, kann man nicht von jetzt auf gleich wieder kitten. Manches lässt sich auch gar nicht kitten.
    Aber Dein Leben kannst Du wieder lebenswert machen, und das ist der Anfang von allem weiteren.

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag,
    Mini :wink:

    Hi Susi,
    wie wird denn Dein Weihnachten aussehen? Feierst Du alleine - mit Familie - Freunden? Wäre es nicht machbar, dass Du vorher durch Gespräche mit den Beteiligten klärst, dass Du Dir ein alkfreies Weihnachten wünschst?
    Denn wenn andere um Dich herum was trinken, fällt es Dir wahrscheinlich genauso schwer wie neulich, als Dein Vater mit dem Bekannten Bier getrunken hat.

    Was sonst macht Dir Angst vor den Feiertagen?

    Ich genieße dieses Jahr die Adventszeit ganz bewusst. Ich hab glaube ich schon woanders geschrieben, dass ich sie auch nicht mehr als dunkel, traurig und trist ansehe, sondern wie ein schützender warmer Mantel, in dem ich Zeit für mich habe und zu mir kommen kann.

    Ich habe auch seit Ewigkeiten endlich mal wieder vernünftige Plätzchen, Lebkuchen und Stollen gebacken. Die letzten Jahre hat man meine Backversuche fast ausnahmslos in die Tonne werfen können, weil ich betrunken war.

    Ich unternehme viel, treffe Freunde und Bekannte, mache Sport, gehe gemütlich in die Sauna - und es ist einfach wunderschön.

    LG,
    Mini

    ...geh doch mal raus, mach einen langen Spaziergang mit Deinem Hund, das wird Euch beiden sicher gut tun.

    Was könntest Du Dir sonst noch Gutes tun?
    Ein schönes Vollbad mit Kerze und Musik?
    Ich bin auch schon alleine ins Kino gegangen, um mich abzulenken und war erstaunt, wie viele andere auch alleine drin waren.

    Aber grübel nicht vor Dich hin.

    Ich bin in einer Meditationsgruppe, und da war neulich das Thema Dunkle(?) Adventszeit. Seitdem versuche ich die "triste" Jahreszeit nicht mehr als solche zu sehen, sondern als eine Art Ruhezeit, in der ich mich sammeln und auf mich beschränken und konzentrieren kann.
    Ich musste auch erst lernen, mit mir alleine sein zu können. Aber es geht, und es ist sogar eine sehr schöne Erfahrung!

    LG,
    Mini :wink:

    ...ein Vorschlag wäre z.B. Geduld zu haben - eine Disziplin, in der ich selber nicht die Beste bin :roll:

    Aber es ist nun mal so, dass man das, was man in vielen Monaten/Jahren "versoffen" und zerstört hat, nicht von einem Tag zum anderen wieder kitten kann.
    Gib Dir zunächst einmal Zeit, für DICH SELBST gesund zu werden. Und dann denke an Deine Familie. Sie müssen auch erst mal wieder Vertrauen in Dich finden können.

    Nicht verzweifeln, und sich über kleine Fortschritte freuen! Jeder Tag, den Du trocken erlebst, bringt Dich auf Deinem Weg weiter! Und der lohnt sich - in welcher Form auch immer!

    Nur Mut :wink:

    Guten Morgen,

    das mit dem "wieder-gut-machen-wollen" ist im Prinzip schon eine gute und auch wichtige Geschichte. Man kann versuchen, mit den Menschen, denen man durch seinen Alkoholismus geschadet hat, seinen Frieden zu schließen (wie auch immer das für Dich aussehen kann, einfach entschuldigen, ein klärendes Gespräch, eine nette Geste usw.). Aber wie Feengesicht sagt - irgendwann muss gut sein mit der Büßer-Rolle!

    Wir haben als Alkoholiker viel Mist gebaut, das ist nun mal so. Aber wir haben das ja erkannt! Es ist eine Krankheit, kein böser Wille oder Boshaftigkeit den anderen gegenüber.

    Aber wenn Du mit Dir wieder im Reinen bist, dann lebe das auch nach außen hin! Versuche Dein Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zu stärken!
    Jemand in der Opferrolle ist oft ein dankbares Opfer für Menschen, die eins suchen - also raus da!

    Du bist wieder aufgestanden, Du gehst Deinen Weg, also gehe ihn mit erhobenem Kopf! Das ist nicht arrogant oder überheblich, sondern einfach normal.

    ...wobei es mir auch ab und an immer noch sehr schwer fällt zu erkennen, was für mich normal ist. Aber das kommt im Laufe der Trockenheit jeden Tag ein Stückchen mehr zurück... :wink:

    Als ich auf Entwöhnung war, hatten wir mal eine Gruppendiskussion darüber, warum so viele das Wort "Alkoholiker" nicht benutzen. Es lag überwiegend daran, dass mit diesem Wort unglaublich viel Negatives verbunden wird (asozial, nicht menschenwürdig etc.). Da habe ich mich auch das erste mal so richtig damit auseinander gesetzt.

    Das Wort "Alkoholkrank" verwende ich für mich seither. Damit fühle ich mich noch am ehesten wohl. Ich bin krank, und zwar alkoholkrank.

    Alki würde ich für mich persönlich als zu flapsig sehen.

    Aber ich denke, das ist individuell ... :)

    Hallo Alpenrose,

    ich habe Dir zwar noch nie geschrieben, aber natürlich neugierigerweise schon mitgelesen :wink:

    Auf mich machst Du einen absolut zuversichtlichen und glaubhaften Eindruck, das kommt bei Dir von innen heraus. Und deshalb auch von mir einen superlieben Glückwunsch zum 5-monatigen :D

    Hallo Usthund,

    auch mich hat meine Erkenntnis über die bedingungslos notwendige Kapitulation vor dem Alkohol nicht vor diversen Rückfällen bewahrt. Das ging bei mir immer eine zeitlang gut, in der ich auch glaubte, das nur-nicht-trinken langt.
    Aber irgendwas passierte dann doch, was alles wieder schlagartig über Bord gekippt hat. Irgendein Hintertürchen war immer noch offen.

    Ich habe mir (nachdem mir die AA´s nicht zusagten) auch eine andere SHG gesucht - und gehe da gerne jede Woche hin.
    Ich führe meine verhaltenstherapeutischen Sitzungen fort - wenn auch jetzt nicht mehr so engmaschig.
    Ich habe mir für jeden Tag einen Plan gemacht.
    Ich widme mich meinen Hobbies, auch wenn ich mal gerade keinen Bock drauf habe (joggen, Kochbuch schreiben etc.).
    Und was ganz wichtig war - ich habe endlich meine Vertrauensperson angerufen, wenn ich gemerkt habe, ich könnte gerade doch mal wieder.
    Ich habe mich halt aktiv abgesichert, so gut es eben geht.

    Und ich habe nicht nur die eine Vertrauensperson, denn die könnte ja mal nicht erreichbar sein, ich habe drei davon, und alle stehen mir bedingungslos und gerne zum "Kopfwaschen" zur Verfügung.
    :wink:

    Ich freue mich auch schon auf mein erstes alkfreies Silvester.

    Wir werden wohl erst mal irgendwo schön essen gehen (mein Mann trinkt in meiner Gegenwart und auch sonst nix) und danach mit unserem Wauwi zu einem schönen Aussichtspunkt fahren, wo man einen tollen Blick über die gesamte Gegend hat und das Feuerwerk angucken kann.

    Da braucht´s null Alk, um wirklich mal gut ins neue Jahr zu rutschen :wink:

    Hallo Hartmut,

    das ist wirklich eine interessante Frage !!

    Ich kann nur persönlich für mich sagen, dass mein Tiefpunkt noch nicht erreicht war, als ich mich noch zu sehr für meine Krankheit schämte.

    Ich formuliere es mal drastisch ...
    Als ich wirklich für mich persönlich down war, hättest Du mich nackisch auf nen Esel binden und durch´s Dorf treiben können - es wäre mir egal gewesen. :oops:
    Ich wollte leben! Und da ist die natürlich gegebene Scham irgendwann nicht mehr erstrangig.

    LG,
    Minihexe

    Hallo Rosenbraut,

    also 9 Monate sind ja erst schon mal richtig gut :)

    Die Angst ist vielleicht ein guter Begleiter auf dem weiteren Weg der Trockenheit. Ich kann´s nicht beurteilen, weil ich selbst auch erst seit 4 Monaten trocken bin.
    Meine Trinkpausen endeten aber meist durch "Übermut". Ich war mir meiner selbst zu sicher, mir kann nix mehr passieren, ich hab´s ja begriffen.

    Und die "schönen Zeiten" mit Alkohol ... hmh ... an die kann ich mich gar nicht mehr so recht erinnern.
    Sehr wohl aber an die Zeit, wo ich an ein Bett fixiert mit 4,2 % und Schlaftabletten im Krankenhaus wieder zu mir gekommen bin :shock:
    Und das war ja nur einer von vielen Abstürzen.
    Da jibbet einfach nix Schönes mehr in Verbindung mit Alkohol für mich...

    Worin konkret begründet sich denn Deine Angst?

    Ich bleibe mir selbst gegenüber halt sehr, sehr, sehr wachsam und überprüfe mich immer wieder auf´s neue, was ich denke, fühle, tun möchte und ob ich mir vielleicht wieder selbst ein Bein stellen will. Wenn das mit Angst gemeint wäre, wäre es eine "gesunde" Art...

    Hallo Paddy,

    das sehe ich ähnlich wie Dagmar und Erdling. DU hast kein Problem mit dem Alkohol, ergo genieße ihn, wenn es für Dich ein Genuss ist.

    Ich kann hier nur aus Sicht einer Alkoholikerin reden. Da ist es alleine im Verantwortungsbereich Deines Mannes, ob er überhaupt zu der Feier geht, wenn er weiß, dass dort Alkohol konsumiert wird. WENN er einsichtig wäre, hat er genügend Möglichkeiten, sich zu schützen (entweder ganz weg bleiben, mit den Gastgebern vorab Regeln vereinbaren etc.). Da das aber wohl nicht der Fall ist ... so what.

    Du schreibst, Ihr seid getrennt. Somit ist es auch nicht mehr in Deiner Hand, ihn damit zu unterstützen, dass Du in seiner Gegenwart auch nichts trinken würdest.

    Aber da beißt sich die Katz immer wieder in den Schwanz ... Du hast Dich von ihm und seiner Krankheit und Deiner Co-Abhängigkeit lösen können, also musst Du in erster Linie auf DICH achten :wink:

    Lebe Dein Leben und vor allem - genieße es mit allem, was für Dich dazu gehört !!

    Hallo Deenoerder,

    ich finde Deine Haltung und Einstellung absolut richtig.
    Es ist wichtig, dass Du bei Dir bleibst und auf Dich achtest.

    Das kam mir alles so bekannt vor, was Deine Freundin Dir im Rausch vorgeworfen hat. Das gleiche habe ich auch meinem Mann immer vorgehalten. Er hat sich zum Glück nicht drauf eingelassen. Er hat sich zwar auch nicht ausdrücklich distanziert, ist aber bei sich geblieben und hat mich einfach "stehen lassen" in meinem ach so großen Leid und Unverstanden-sein.
    Erst neulich habe ich ihm gesagt, dass genau DAS auch ein Aspekt war, der mich dazu gebracht hat, in MEINEM Leben was zu ändern, MICH zu ändern, die Ursachen endlich bei MIR zu suchen - und somit auch die Lösung der vermeintlichen Probleme.

    Ich stelle es mir für die Angehörigen unglaublich hart und bitter vor, da scheinbar nicht helfen zu können, aber es ist für den Alkoholkranken die einzig wahre Hilfe!
    Ich wünsche Dir viel Kraft und Zuversicht für DICH !! :)

    Soderle, da bin ich wieder.
    Urlaub war schön, auch wenn ich jetzt eine Erkältung schiebe. War wohl doch mal zu lange schwimmen... naja, wird wieder.

    Mein Männe und ich haben eine sehr schöne und harmonische Zeit verbracht. Der Grund, warum ich doppelt aufmerksam war, war der, dass es ein All-Inclusive-Urlaub war, das Hotel war nicht anders buchbar. Ich war aber nie in Versuchung, zu Alkohol zu greifen, ich hatte auch kein Verlangen danach.
    Es war einfach schön, die zwei Wochen ganz bewusst zu genießen und sich am Buffet durchzunaschen.
    Wir haben eine sehr nettes Paar kennen gelernt, mit denen wir die restlichen Abende verbracht haben. Und auch da war Alkohol nie ein Thema.
    So war es also rundum eine gelungene Auszeit vom Alltagstrubel.

    Und nun hocke ich wieder in meinem Kabuffterl und schaue in den Nebel raus.
    Macht aber nix ... vielleicht habe ich Gelegenheit, künftig mittags mal am Lauftreff teil zu nehmen, das wäre nicht übel. Bis ich abends daheim bin, ist es meistens schon finster, so dass sich meine Joggerei leider nur noch auf´s WE beschränkt.
    Mal sehen.

    Auf alle Fälle fühle ich mich derzeit sehr gut und in mir ruhend, und das ist einfach schön.
    LG :)

    Hallo Jürgen,

    Du hast Recht. Ich denke halt immer noch manchmal in dem Muster "au weia, was muss ich tun, damit ich wieder gut angesehen bin". Zum Glück ertappe ich mich da aber immer öfter bei und bremse mich da ein.
    Wichtig ist, dass ich es für mich tue, und alles andere ergibt sich dann von selbst. Weiter geht es immer irgendwie :)

    Ich werde mich jetzt aber schon mal für zwei Wochen verabschieden. Ich bin bis 04.11. im Urlaub und weiß noch nicht, ob ich da irgendwie Internetzugang habe.

    Euch allen eine gute Zeit. Ich werde was vermissen :wink:
    Bis bald,
    Helga

    Hallo Feengesicht,
    das mit dem Ego-Schwein habe ich anders gemeint.
    Natürlich hast Du mit Deinem gesagten Recht und ich unterschreibe das so hundertprozentig.

    Ich habe das darauf bezogen, dass ich nie (auch mit meinem Herz nicht) drauf geachtet habe, was mir vielleicht gut tut, sondern immer fremdgesteuert von außen war. Ich sage nicht, ich wurde zum Trinken gezwungen, sondern ich habe auf der Suche nach Liebe und Anerkennung versucht so zu sein, wie ich dachte, dass andere mich haben wollen. Da können die anderen nix dafür, das ist eh klar.
    Aber es fällt mir halt schwer, mal nur bei mir zu bleiben. Auch mal "nein" zusagen, wenn mein Herz "nein" meint.
    Es ist für mich sowas wie Luxus, auf meine Bedürfnisse zu achten, nicht nur angepasst zu sein...

    Wenn ich Dich dennoch missverstanden haben sollte, dann sag´s bitte, dann muss ich noch mal gründlich drüber nachdenken :roll: