Schwieriger ist: wenn ich nach einem Arbeitstag nach Hause komme: Gestresst, manchmal genervt, Kopf voll mit tausend Dingen die ich noch machen muss, will, sollte. Wie komme ich da zur Ruhe? Meine bisherige Strategie? Kennt ihr. Was macht ihr da? Wie reguliert ihr Euch?
Mir hilft es, wenn ich mir einen heißen Kakao oder Cappuccino mache. Anderen hilft Sport, wie Rory schon geschrieben hat.
Es dauert eine Weile, bis alte Gewohnheiten überschrieben sind, Merle.
Ich scheue mich davor, meinen Mann zu nötigen, das Zeug zu entfernen. Aber eigentlich wäre es ein deutliches Eingestehen meiner Sucht, verbunden mit der Bitte nach Unterstützung. Ich glaube, ich war nie deutlich genug, weil ich es so wirklich richtig auch nicht wahr haben wollte.
Für einen trockenen Alkoholiker ist ein alkoholfreier Haushalt wichtig!
Und es ist wichtig, dass Dein Mann Bescheid weiß. Er ist der Mensch, der Dir am nächsten steht und zu dem Du am meisten Vertrauen haben solltest. Sprich mit ihm ehrlich, was mit Dir los ist, damit er Dich unterstützen kann.
Mein Mann hat es am Anfang auch übertrieben gefunden, dass er alle seine Alkoholvorräte entsorgen sollte. Erst als ich ihm erklärt habe, dass es eine Gefahr für mich ist, dass ich im Falle eines Falles alles, wirklich alles an Alkohol trinken würde, hat er verstanden.
Und weil er so froh ist, dass ich nicht mehr saufe, unterstützt er mich gern. Auch Deinem Mann wird nicht verborgen geblieben sein, wie sehr Du Dich verändert hast im Laufe der Zeit unter dem Alkoholeinfluss.
Mein Mann hat allerdings nie viel getrunken, ein Glas oder selten mal 2 Gläser Wein und dann konnte er aufhören. Mittlerweile trinkt er selbst so gut wie keinen Alkohol mehr. Er sagte mir erst kürzlich, dass ihm der Alkohol überhaupt nicht mehr guttut.
Sollte Dein Mann nicht einlenken wollen, könnte es sein, dass er selbst ein Alkoholproblem hat. Aber das wirst Du herausfinden und wirst dann überlegen müssen, wie Du damit umgehst.
Gerade frage ich mich aber auch, ob das stimmt, dass sie das denken. Oder ob mir das egal sein kann.
Es kann Dir völlig egal sein, was andere denken. Das tun sie sowieso!
Du trinkst keinen Alkohol mehr und musst Dich niemanden erklären.
Außer denen, die es wirklich etwas angeht. Nämlich Deinem Mann und Deinen Ärzten. Da ist absolute Offenheit überlebenswichtig.