Beiträge von Ette

    Hallo jope,

    ich kann verstehen, dass du dich schämst, denke aber, dass du keinen Grund dazu hast. Es liegt nicht in deiner Hand, deine Frau vom Trinken abzubringen. Also kannst du nicht versagen. Warum meinst du, dass du dies schaffen solltest?

    Mir wurde auch immer gesagt, Frau Ette, tun sie etwas für sich. Und genau wie du, stand ich dieser Aussage recht hilflos gegenüber. Zumal ich felsenfest davon überzeugt war, der Einzige, der Hilfe braucht, ist mein trinkender Partner. Irgendwann hielt ich die Situation aber überhaupt nicht mehr aus und machte mich auf den Weg zu einer psychosozialen Lebensberatung. Dort lernte ich erst einmal, meine eigenen Wünsche und Vorstellungen von Leben und Zusammenleben wahrzunehmen und zu formulieren. Und zu akzeptieren, dass ich diese meine Wünsche und Vorstellungen mit einem alkoholkranken Mann nicht leben kann. Es war eine sehr schwere Erkenntnis. Es war auch ein sehr schweres Angehen, meine Wünsche und Vorstellungen in den Mittelpunkt zu stellen. Du hast sogar noch einen Grund mehr, dies zu tun. Deine Kinder! Sie können sich nicht wehren und du als ihr Vater, bist in der Verantwortung, sich für sie zu wehren und sie vor einem weiteren Zusammenleben mit einer alkoholkranken Mutter zu bewahren. Sie haben sicherlich schon eine ganze Menge mitbekommen und werden dies weiter tun, wenn sie in dem alkoholisierten Umfeld bleiben. Lies hier im Bereich „erwachsene Kinder“ und du wirst verstehen, was ich meine.

    Das Umfeld, ein ländliches noch dazu, ja, dem spielen wir Co´s ganz lange die heile Welt vor. Und auch das zehrt an unseren Kräften. Warum meinst du, dass du „ausgestoßen“ würdest? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein offenes Umgehen mit der Krankheit meines Ex mir Unterstützung und Verständnis brachte. Jeder hat irgendwo seinen „Alki“ in der Familie und redet nur darüber, wenn du selbst in der Lage bist, über dein Problem zu sprechen. Solange du dazu beiträgst, den Schein aufrecht zu erhalten, hältst du auch das System aufrecht, das es deiner Frau ermöglicht, zu trinken, ohne die Konsequenzen tragen zu müssen.

    Du fragst, wie konkrete Hilfe für dich aussehen könnte. Wie Pandora schon schreibt: geh nach außen, Hausarzt, Suchtberatung oder eine SHG. Du schreibst, wenn du in eine SHG gingest, gäbe es Ärger. Von wem und warum? Es ist DEIN Leben! Und ich denke, dass es nicht der richtige Weg ist, dieses Leben von verärgerten Partnern, tuschelnden Nachbarn oder einem nicht mehr haltbaren Haus abhängig zu machen. Ich weiß, dass wir Co´s uns sehr schwer entscheiden, etwas zu unternehmen. Wir hoffen wieder und wieder und malen uns in den schwärzesten Farben aus, was mit unserem Partner passiert, wenn wir für uns selbst etwas tun. Jope, was passieren soll, wird auch passieren, wenn du weiter aushältst und nichts für dich selbst, und natürlich deine Kinder, unternimmst. Du bist nicht schuld daran, dass sie trinkt. Solange du nichts unternimmst, verlängerst du aber euer beider Abhängigkeit. Du hältst den Rahmen aufrecht, in dem sie ungestört trinken kann und du selbst gehst dabei vor die Hunde. Von deinen Kindern ganz zu schweigen.

    Ich bin sicher, du bist stark genug, etwas zu tun. Glaub mir, in uns stecken unwahrscheinliche Kräfte. Ansonsten würden wir das Zusammenleben mit einem alkoholkranken Partner nicht so lange aushalten. Wichtig ist dann, dass wir diese Kraft auch endlich einmal für uns selbst einsetzen. Ich habe gelernt, dass ich eine Menge alleine schaffen kann. Alleinsein ertragen habe ich zuerst gelernt und kann es inzwischen genießen. Es waren viele kleine Schritte dafür nötig. Jope, den ersten hast du getan. Du hast dich hier angemeldet und fängst an, dich mit der Situation auseinander zu setzen. Tritt für dich und deine Kinder ein. Das kann nur richtig sein, denn ich habe gelernt, wer nicht handelt, wird BE-handelt.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    ich hasse diese Weihnachtsfeiern! Aufgesetzte Harmonie und die Legitimation, hemmungslos dem Konsum zu frönen. Schließlich müssen wir ja Geschenke machen. Allerdings – Marzipankartoffeln und Nusskekse, die kann ich gut haben.

    Aber auch diese Zeit geht vorüber und wenigsten beschert sie uns in diesem Jahr ein langes, langes Wochenende. Ich liebe freie Zeit. Zeit, in der ich mich nicht mit Alltäglichkeiten auseinander setzen muss. Keine Kunden, kein Chef und keine lästigen Telefonate. Und in den Rummel muss ich mich ja nicht stürzen. Meine Geschenke entstehen unter meinen Händen und die Beschenkten bekommen damit jede Menge meiner Gedanken und die Gewissheit, dass ich Zeit für sie hatte und natürlich auch habe. Allerdings weiß ich nicht bei jedem, ob er das auch so sehen kann. Für meine Zufriedenheit aber ist es der richtige Weg.

    LG
    Ette

    Hallo Schätzchen,

    na dann mal zur Sache....willkommen hier im Forum. Es kann der erste Schritt für dich sein, wieder ein selbstbestimmtes, zufriedenes Leben zu führen und dich nicht von seiner Sucht leben zu lassen. Die Scheckkarte für ihn zu verwahren – damit hat er dir einen Teil der Kontrolle und somit der Verantwortung übertragen über sein Trinkverhalten. Eine Verantwortung, die er letztendlich aber nur alleine übernehmen kann.

    Hast du hier: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…bhaenigkeit.php schon gelesen? Hier findest du alle Symptome UNSERER Krankheit. Wenn du dich hier wiedererkennst, findest du sicherlich auch Möglichkeiten und Wege, etwas für dich zu tun. Denn für ihn kannst du nichts tun. Er wird auch Wege finden, zu trinken, wenn du seine Scheckkarte im Garten vergräbst. Solange er nicht selbst mit dem Trinken aufhören will und sich dazu professioneller Hilfe bedient, wirst du nichts ändern können. Aber für dich selbst kannst du etwas tun. Lies hier im Forum. Hier findest du viele Geschichten, die deiner gleichen. Und immer wieder Hinweise, wie es machbar ist, sich von seiner Sucht zu befreien. Es ist kein leichter Weg, aber der einzige, der dein Leben wieder zufrieden machen kann.

    LG
    Ette

    Hallo hope,

    Hoffnung haben wir alle, dass unsere Partner oder Ex oder Noch aufhören mit dem Trinken. Wichtig ist aber, dass wir selbst einen Weg finden, wieder ein zufriedenes Leben zu führen. Für mich war dabei ein wichtiger Schritt, den Zorn auf „ihn“ loslassen zu können und mein Leben in meine eigenen Hände zu nehmen. Das ist nicht jeden Tag leicht. Aber leichter, als mit einem trinkenden Angehörigen zu leben. Deine Frau ist krank. Und du kannst ihr Verhalten nicht mit einem „normalen“ Maßstab messen. Das ist schwer zu verstehen, denn wenn unser Angehörigen nüchtern sind, sehen sie ja ganz gesund aus und verhalten sich auch manchmal so. Und doch hat sich in ihrer Psyche etwas verändert und in unserer auch. Etwas verändern und gesunden, das können wir nur für uns bewirken. Deine Frau muss ihren eigenen Weg gehen. Unter Umständen wird dieser Weg nicht mit deinem übereinstimmen. Das wird sich zeigen. Auf jeden Fall kannst du für sie nichts bewirken.

    Aber die Hoffnung musst du nicht aufgeben. Hoffnung darauf, dass du dich selbst in die Lage versetzen kannst, wieder zufrieden und selbstbestimmt zu leben und dich nicht von ihrer Krankheit und ihren krankheitsbedingten Verhaltensweisen leben zu lassen.

    Viel Kraft und Mut wünsche ich dir dazu.

    LG
    Ette

    Manchmal denke ich, dass ich mich immer mehr verändere. Als ob ich einen Schritt aus mir heraus treten könnte, schau ich mich dann an und denk mir, Ette, was machst du eigentlich? Lässt den Herrgott einen guten Mann sein und tust das, was dir Spaß macht. Entziehst dich dem weihnachtlichen Konsum und machst deine Weihnachtsgeschenke selbst. Na ja, jedenfalls einen Teil davon. Kannst nicht verstehen, wie Menschen ihren vorhanden Luxus nicht wirklich wahrnehmen und ihn im Konsum suchen. Liebe ein paar Menschen und muss sie trotzdem nicht dauernd um mich haben. Es genügt mir, zu wissen, dass sie irgendwo sind. „Ich fürchte mich vor den Menschen Wort...“ sagt ein berühmter Dichter und ich kann es gut nachvollziehen. Fühl mich wohler und wohler in meiner selbstgewählten Abstinenz von Menschen. Vieles, was mir früher Spaß gemacht hat, ist mir nun zu schrill und zu laut. Cocooning – eingesponnen in Stille, Gedanken und Handwerk. Lebe Kreativität im Zubereiten von Speisen und der Herstellung von Handarbeitsprojekten. Möchte Bezug haben, zu dem was ich tue und was daraus entsteht. Ich glaub fast, ich werde langsam seltsam. Passe ich noch in diese Welt?

    LG
    Ette

    Guten Morgen wie,

    schade, dass du gestern nichts mehr geschrieben hast. Wahrscheinlich hattest du eben einfach nicht das Bedürfnis danach.

    Diese Forum empfinde ich auch als sehr hilfreich, meine eigenen Gedanken, Gefühle und Erleben selbst zu reflektieren. Wie empfindest du denn deine derzeitige Situation? Welche Gedanken, außer denen, an deinen Partner, beschäftigen dich im Zusammenhang mit deiner Abhängigkeit? Du schreibst, dass du mit dem Thema psychische Abhängigkeit schon lange beschäftigt bist. Wo erkennst du Parallelen zu deiner Beziehung?

    Eines ist mir aufgefallen. Du trennst bei deinen Partner gesunde und kranke Anteile. Er ist EIN Mensch mit verschiedenen Facetten. Es wird niemals möglich sein, den gesunden Anteil zu lieben ohne seine Krankheit mitzulieben. Dessen müssen wir uns, auch wenn der Partner nicht mehr trinkt, immer bewusst sein.

    LG
    Ette

    P.S. Worauf bezieht sich eigentlich deine Überschrift "wie dumm und unbeholfen"?

    Guten Morgen,

    gestern hatte ich einen ausgefüllten Tag mit den Menschen meiner realen SHG. Aufschlussreich war es und informativ. Und das, obwohl es „nur“ ein Ausflug mit Stadtführung und Weihnachtsmarktbesuch war. Wenn ich mit Menschen einen ganzen Tag zusammen bin, kann ich sehr viel mehr wahrnehmen als nur in den zwei Stunden einmal in der Woche in der Gruppe.

    Ich war recht froh, als ich abends gegen 19 Uhr wieder die Wohnungstür hinter mir zumachen und in die stille Friedlichkeit meiner eigenen vier Wände eintauchen konnte. Hab mir einen leckeren Tee aus kleinen Kügelchen zubereitet und mich mit meinem handwerklichen Großprojekt beschäftigt.

    In der Gruppe haben wir zur Zeit einen akuten Fall von Stalking und Gewalt gegen von einem Abhängigen gegen die Angehörigen. Ich bin froh und dankbar, dass ich solches nie erleben musste, denn auch in Trinkzeiten hat sich mein Ex mir gegenüber nie aggressiv gezeigt. Manipulativ ja, aber sich nie so verhalten, dass ich um meine körperliche Unversehrtheit Angst haben musste. Es ist aber dadurch nicht leichter zu akzeptieren, dass er diese Krankheit hat, der er immer wieder einmal erliegt. Gerade die Tatsache, dass er ansonsten ein sehr liebevoll-fürgsorglicher Mensch ist, macht es schwer, zu akzeptieren, dass er nicht gesund ist.

    So, ich will mich nun aber in Tagwerk stürzen. Nachholen, was die letzten Arbeitstage vernachlässigt wurde und mich daran freuen, dass der graue Morgen nun langsam in strahlenden Sonnenschein getaucht wird.

    LG
    Ette

    Ach wie,

    so trügerisch ist doch die Liebe. Zu anfang denken wir alle, wir und unsere Beziehung zu unserem Alki ist etwas ganz besonderes und alle sind Co, nur wir selbst selbstverständlich nicht. Wir lieben schließlich. Ja, das tun wir, zu viel und die Falschen. Die Religion ist ein guter Grund. Ob sie uns allerdings unseren Selbstwert ersetzen kann - ich bin mir da nicht sicher.

    Kennen - wie, ich erkenne mich in dir zu meiner Anfangszeit wieder. Vor einigen Jahren habe ich genauso reagiert wie du.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    beruflich hänge ich immer noch in der Uhr und weiß nicht, wie es weitergeht. Mal sehen....Geduld ist angesagt.

    Ein ganz anderes Erlebnis hatte ich vor einigen Tagen. Mein Ex, der sich nun mit etlichen Jahre Trockenheit brüstet, lallte ziemlich am Telefon, als ich ihn anrief. Sofort, wie ein kalter Griff ans Herz, waren wieder die Empfindungen da, die ich aus seiner nassen Zeit kenne. Aber recht schnell bekam ich sie in den Griff. Und – genau wie früher – bekam ich ein paar Tage später zu hören, dass es gar nicht sein könne, dass er betrunken gewesen wäre. Zudem würde er sich an ein Telefonat mit mir gar nicht erinnern. Toll! Wieder die gleiche Schiene. Allerdings hat er es nicht geschafft, mich zweifeln zu machen. Ich weiß, was ich gehört habe, auch wenn er mir durch seine Worte das Gefühl geben will, dass ich ein wenig neben der Kappe wäre und Hallus hätte.

    Ich habe seither den Kontakt zu ihm auf die Treffen in der Gruppe reduziert. Seltsamerweise meldet er sich auch nicht mehr, obwohl er vor diesem „nicht stattgefundenen“ Telefonat jeden Tag mindestens einmal anrief.

    Ich finde es traurig, dass er es nach wie vor nicht auf die Reihe bekommt, offen mit einem Rückfall umzugehen. Na ja, es hängt für ihn ja auch eine Menge dran. Aber ich bin zufrieden, dass ich nicht mehr das Gefühl habe, mir würde der Boden unter den Füßen weggezogen. Im Gegenteil, es macht mich inzwischen sehr ruhig, dass ich die Tatsache rein als Fakt wahrnehmen kann, ohne mich gefühlsmäßig schlecht zu fühlen. Obwohl – dass er mich hinstellt, als hätte ich Halluzinationen, das find ich heftig. Die roten Flecken halt....*s*

    LG
    Ette

    Hallo wie....auch immer,

    sorry, dann habe ich dich hier zu anfang überfordert. Das wollte ich nicht. Ja, die Ignoranz der eigenen Krankheit bleibt uns eine Weile erhalten. Schließlich ist ja der Trinkende krank. Dass wir es auch sind, wollen wir lange Zeit nicht sehen. Allerdings ist unsere Krankheit, die Co-Abhängigkeit, die einzige, an der wir arbeiten können. Un trinkende Partner können ihre Krankheit, die Alkoholabhängigkeit, nur selbst in den Griff bekommen. Indem wir ihnen diese Tatsache zugestehen und nicht versuchen, für sie etwas zu verändern, wird auch Energie frei, um uns mit uns selbst zu befassen.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    Advent – die stille Zeit. Wenn ich das Treiben so um mich herum betrachte, sehe ich das so nicht. Alles hetzt und rennt und kauft und bereitet sich auf die Weihnachtstage vor. Ich bin froh und zufrieden, dass ich nun erst mal ein paar Tage aus der Hektik heraus komme. Es haben sich noch ein paar Tage Resturlaub gefunden. So kann ich die stille Zeit auch für mich still leben. Ich kann zur Zeit sehr gut mit mir alleine sein. Darüber bin ich zufrieden.

    LG
    Ette

    Hallo und guten Morgen Andrea,

    schön, dass du hierher gefunden hast. Herzlich willkommen.

    Wenn du dich einsam nennst, gehe ich davon aus, dass es dir geht wie fast allen Co´s. Dein Leben und deine sozialen Kontakte haben sich auf deinen trinkenden Partner reduziert. https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…bhaenigkeit.php Hier wirst du alles über unsere Krankheit finden und wie wir damit umgehen können, um wieder selbst leben zu lernen und uns nicht mehr weiter von unserem trinkenden Partner leben zu lassen.

    Ich weiß, dass die ersten Schritte schwer sind. Den allerersten hast du ja nun schon gemacht, dich hier anzumelden.

    In all den Geschichten hier wirst du dich wiederfinden. Und natürlich auch Möglichkeiten, dich weiterzuentwickeln, damit die Krankheit deines Partners nicht mehr der Mittelpunkt deines Lebens ist. Ihm kannst du nicht helfen, wenn er sich nicht selbst dazu entschließt, sich aus seiner Abhängigkeit zu befreien. Aber für dich selbst kannst hier eine Menge Hilfestellung finden, wieder ein zufriedenes Leben zu führen, egal, ob er trinkt oder nicht.

    LG
    Ette

    Hallo und guten Morgen wie,

    natürlich auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum. Wie Kaltblut schon schreibt, wirst du hier eine Menge Infos über deine Krankheit finden und natürlich, wenn du es zulässt, auch Hilfe, um dich aus ihr zu befreien. Hast du https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…bhaenigkeit.php das schon gelesen? Hier kannst du eine Menge über dich selbst und deine Krankheit erfahren.

    Ich wünsche dir hier einen guten Austausch und heute einen zufriedenen Tag.

    LG
    Ette

    Hallo Malone,

    Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, bei der die Regeln einer „normalen“ Krankheit nicht unbedingt anzuwenden sind. Sicherlich helfen wir Kranken, aber bei einem Alkoholiker ist eben genau die Nichthilfe die Hilfe, die ihn zum Nachdenken oder verändern bringt und ihm so vielleicht das Trockenwerden erleichtert. Ich weiß, dass dies schwer zu verstehen und noch schwerer zu leben ist. Du tust gut daran, Abstand zu halten, um dir über deine eigene Zukunft und dein Leben klar zu werden. Vielleicht bringt ihn euere Trennung dazu, über SEIN Leben nach zu denken und etwas zu verändern. Wenn ihr beide ein Stück des Wegs alleine gegangen seid und euch verändert, gestärkt habt, ist immer noch Zeit, sich neu kennen zu lernen.

    Ich weiß, dass es schwer ist, aber es ist in meinen Augen unumgänglich. Ich habe es für mich so erlebt. Du wirst deine eigenen Erfahrungen machen, hast aber den Vorteil, dass du hier viele ähnliche Geschichten liest.

    Ich wünsch dir Mut und Kraft für DEINEN Weg.

    LG
    Ette

    Hallo Ihrs,

    ich finde schade, was hier im Moment abgeht. Ich hätte angenommen, dass wir alle erwachsen genug sind, mit Kontroversen umzugehen. Zudem finde ich es nicht gut, wenn kontroverse Threads einfach verschwinden. So wird, in meinen Augen, das Friede-Freude-Eierkuchen-Bild aufrecht erhalten, das im Grunde nicht da ist, denn Menschen und ihre Meinungen sind nun einmal unterschiedlich und nicht immer glatt und gefällig. Wo Menschen sich austauschen, kann es nun einmal zu kritischen Beiträgen kommen. Wir sollten schon in der Lage sein, damit umzugehen. Gegenseitige Schuldzuweisungen und Betitelungen wie Co- oder Trockenheitspapst finde ich dabei nicht sehr hilfreich. Jeder hat seine Meinung, seine Erfahrung, die ihn hier schreiben lassen, wie er schreibt. Wer will denn darüber urteilen, ob dies gut oder schlecht ist? Schließlich ist doch eine Bewertung immer nur von dem abhängig, der sie trifft. Meines Erachtens ist darauf vielmehr der Fokus zu richten, denn Bewertung und Reaktionen sagen eine Menge über den aus, sich von anderen angegriffen fühlt.

    Ich kann verstehen, dass manche sich verabschieden und finde es schade. Ich würde mir wünschen, dass wir, auch hier in einem „unpersönlichen, anonymen Forum“, in der Lage sind Konflikte auszutragen.

    LG
    Ette

    Guten Morgen,

    nun geht sie also wieder los, die neue Woche. Endspurt vor einem kleinen Urlaub. Diese Woche und einen Tag vor Weihnachten muss ich noch arbeiten. Es liegen also eine ganz Menge freier Tage vor mir. Nach dieser Woche....

    Es war ein zufriedenes Wochenende. Ich denke, ich habe mich ein ganzes Teil verändert. Und auch wenn ich traurig über Manches bin, bin ich zufrieden. Geschafft habe ich auch eine ganze Menge am Wochenende. Meine Hausaufgaben liegen hier fertig und eingetütet, damit ich sie zur Korrektur schicken kann. Ein Weihnachtsgeschenk ist fertig und eines fast. Und ich habe ein riesiges Häkelprojekt angefangen. Die Anfänge zeigen mir, dass es genauso wird, wie es mir vorgestellt habe. Allerdings wird es eine Menge Material verbrauchen, sodass ich immer wieder mal bei E... vorbeischauen muss.

    kaltblut : ich weiß. Jedoch plagt mich mein Gewissen, wie ich mit meinem Wissen umgehen soll.

    Und jetzt mach ich mir mein Frühstück. Bis denne

    Ette

    Guten Morgen,

    ein Wochenende ganz für mich alleine. Ohne Verabredungen, ohne Termine, feste Vorgaben von außen. Ein gutes Gefühl. Und ein Gefühl, das mir mitteilt, dass es die letzten Wochen und Monate nicht mehr so war. Im Grunde hatte ich immer wieder Verabredungen mit meinem Ex. Zum Frühstück, zum gemeinsamen Kochen, fürs Kino oder einfach zum Spielen. Und es begannen wieder die morgendlichen netten Mails oder SMSen.

    Als ich mir ein ähnliches Wochenende wie dieses nahm, nämlich nicht verfügbar zu sein, häuften sich die Mails und die Nachfragen, ob es mir gut ginge. Er sagte, dass er Angst um mich gehabt hätte, da ich unter Depressionen leide, und abends an meiner Wohnung vorbei gegangen sei, um zu gucken, ob er Licht sähe, damit er beruhigt sein konnte. Inzwischen glaube ich, dass er Angst davor hat, dass ich nicht mehr immer verfügbar bin. Dieses Gefühl habe ich schon sein einiger Zeit und mich deshalb bewusst zurück gehalten und mich nicht mehr so oft mit ihm verabredet.

    Ich habe inzwischen wieder das Gefühl, dass er trinkt. Nicht immer, aber immer wieder. Da will ich mich nicht mehr hineinziehen lassen. Ich bin traurig darüber, dass er es wieder nicht geschafft hat, aber ich will damit nichts mehr zu tun haben. Mein Problem dabei ist allerdings, dass ich nicht so recht weiß, wie ich mit dem Wissen seines Trinkens umgehen soll. Zumal ich ihn nicht betrunken gesehen habe. Aber viele klitzekleine Puzzleteilchen haben im Laufe der letzten Monate in mir das Gefühl bestärkt, dass er wieder trinkt. Und ich habe mir fest vorgenommen, mein Bauchgefühl bezüglich seiner Trinkerei nie wieder zu ignorieren.

    Zur Zeit nimmt er an einer Schulungsmaßnahme teil, für die man mindestens 2 Jahre trocken sein muss. Nach seinen Angaben sind es sogar mehr als 3 Jahre. Ich bin nun in der Zwickmühle. Ich kenne die Leute, die ihm die Maßnahme genehmigt haben und auch finanzieren. Ich bin hin- und hergerissen, wie ich mit meinem Verdacht bzw. Wissen umgehen soll. Ich habe mir nun überlegt, ihn vor die Alternative zu stelle, dass er es offen machen soll, ansonsten würde ich es tun.

    Da ich mich schon einmal über längere Zeit habe einlullen lassen, was sein Trinken betrifft, habe ich nicht vor, dies wieder tun. Kürzlich hat er die Tatsache formuliert, dass er während der Zeit, in der wir ein Paar waren, im Grunde immer getrunken hat, aber nach außen immer den Trockenen gemimt hatte. Ich hatte ständig das Gefühl, dass da etwas nicht stimmte, hatte mich damals aber immer wieder überzeugen lassen, dass dem nicht so sei. Ich habe ihn auch damals nie betrunken erlebt, aber sein Verhalten sprach Bände. Und genauso ist es jetzt auch.

    Es macht mich wütend, dass ich mir darum Gedanken mache, ob ich es offen mache oder nicht.

    LG
    Ette

    Hallo Nele,

    es ist ja schon wieder eine Weile her, dass du von dir lesen ließest. Ich hoffe, das ist ein gutes Zeichen. So ganz glauben kann ich es jedoch nicht.

    Wenn ich deine Postings lese, frage ich mich, was für dich nun das Gute an dieser Beziehung oder Wohngemeinschaft oder Partnerschaft ist. Weißt du es?

    LG
    Ette