Beiträge von Ette

    Riverdance,

    das Posting von emz ist wirklich sehr klug und einsichtig. Co´s brauchen Menschen, die sie "bemuttern" können. Da wird die Liebe schnell zur Illusion. Denn ein Mensch, der nicht in der Lage ist, uns ein "Nein" entgegenzusetzen, ist nun einmal leichter zu handhaben und er wird uns nicht so leicht das Gefühl geben, dass wir nicht geliebt sind. Denn schließlich haben wir Co´s ein Problem damit, uns selbst genug zu lieben. Somit haben wir mit jemandem, der uns keine eigen Meinung entgegensetzt und lieber ja als nein sagt, im Grunde den idealen Partner. Nur trinken dürfte er halt nicht. Wenn er aber nicht trinkt, hat er womöglich eine eigene Meinung und setzt diese auch durch. Dann ist er aber für uns nicht mehr der ideale Partner... tja, so beißt sich die Katze in den Schwanz und wir warten darauf, dass "er" nicht mehr trinkt. Obwohl..... dann wäre er womöglich gar nicht mehr der ideale Partner für uns oder wie?

    Was mir wiederum zeigt, dass Co-Abhängigkeit bei weitem nicht nur mit dem Trinken des Partners zu tun hat. Auch wenn wir das allzu gern so sehen möchten.

    LG
    Ette

    Hallo Kaltblütiger,

    Spinnen.... dieser Tage hatte sich eine von meiner Nachttischlampe abgeseilt. Eine ziemlich große war es und ich überlegte, wie ich sie, schwebend über meinem Bett, vor die Tür bringen konnte. Kurzerhand habe ich sie in die Hand genommen und auf den Balkon getragen. Ziemlich robust fühlte sie sich an und hielt sich kräftig mit all ihren Beinen an meinem Finger fest. Und ich dachte dabei an ein Gespräch, das ich einmal mit jemanden hatte über Spinnen und anderes Getier in geschlossenen Räumen.....

    LG
    Ette

    Hallo Lupus,

    willkommen im Forum und – willkommen im Club, im Co-Club nämlich. Lies dich durch die Geschichten hier und du wirst dich wieder und wieder finden. Überall die große, unsterbliche Liebe, die es trotzdem nicht schaffte, gegen den Alkohol zu siegen. Das ist einfach so – und muss so akzeptiert werden, bin ich der Meinung.

    Allerdings kann ich deine Empfindungen im Moment sehr gut nachvollziehen. Ich lernte „meinen Alki“ auch kennen mit der Kenntnis, dass er Alkoholiker sei und trocken. Sagte er mir zu der Zeit. Die Trockenheit war nur eine Trinkpause, wenn auch eine ziemlich lange und irgendwann, nach einem längeren Rückfall, war er soweit, es richtig und konsequent anzugehen mit der Abstinenz. Ziemlich die erste Amtshandlung war dabei, dass er feststellte, mit mir zusammen nicht trocken werden zu können. Inzwischen kann ich dies nachvollziehen. Damals fühlte ich mich wie ein ausgewrungener, alter Wischlappen. Nicht mehr gebraucht, weggeworfen. Die Mohrin hatte ihre Schuldigkeit getan....

    Mehr als zwei Jahre ist das inzwischen her. Und ich habe mich ziemlich viel mit der Tatsache meiner Co-Abhängigkeit auseinandergesetzt. MEINEN Anteil am System, MEINE Krankheit angenommen, damit ich gesund werden kann. Oft sehe ich gerade bei den Co-Männern so eine Art Übervater-Benehmen, Sorgen für das Mädelchen, den Traum vom Retter, Liebhaber und Vater an und mit einer einzigen Person leben können. In meiner realen SHG ist so ein Paar. Er deutlich älter als sie, sie abhängig vom Alk und er abhängig von ihr. Ihm geht es nur gut, wenn es ihr gut geht – so sei das nun mal bei Paaren. Wie mit einem unmündigen Kind geht er jedoch mit seiner „Partnerin“ um. Von außen kann ich inzwischen meine früheren co-abhängigen Strukturen immer wieder im Verhalten der Anderen gespiegelt erkennen. Und verstehen, dass Menschen, die dieser Vereinnahmung und Herabsetzung nicht wirklich etwas dagegensetzen können, dann eben trinken. Nicht der richtige Weg, klar, aber trotzdem für mich nachvollziehbar.

    Vielleicht muss deine Partnerin „erwachsen“ werden und das wahrscheinlich ganz allein. Loslassen gehört sowohl zur Liebe als auch zur Sucht. Aber es schmerzt unendlich wenn deine Sucht die Beziehungssucht, sprich Co-Abhängigkeit ist. Für mich war dieser Schmerz die Chance zum Wachstum.

    LG
    Ette

    Heiß-Kalter, ähmmm....also.... naja.....ich weiß nu nicht, wie steil die Strecke vom 3.7. ist, aber ich hab mir auch mein Teil gedacht bei den eindreiviertel Stunden. Aber.... es gibt ja auch Dinge, die werden langsam erst so RICHTIG schön. Vielleicht ist das für dich das Laufen.... ob mit oder ohne Siegessäule.*wegduck*

    LG ;)

    Ette

    Guten Morgen,

    als ich heute kurz nach dem Aufwachen die Beine aus dem Bett schwang, fühlte ich mich voller Energie und freute mich darüber. Die letzten Tage nämlich hatte ich eher wie unter Wasser verbracht. Langsam und bedächtig mich bewegend, irgendwie so, als würde ich gegen große Wassermengen ankämpfen müssen. Jetzt, da die Luft wie frisch gewaschen scheint, ist sie wieder da, die mir ansonsten eigene Energie. Ich hoffe nun, dass ich sie in vernünftige Bahnen lenken kann und nicht nur, so wie gestern Abend, dazu, in der ganzen Wohnung nach Zigaretten zu suchen. Denn nach einer Woche recht zufriedener Rauchfreiheit hat mich gestern eine derartig heftige Craving-Attacke gepackt, dass ich froh war, in der ganzen Wohnung nix zu rauchen zu haben. Zum Einkaufen hatte ich mich schon verabredet, weil ich mich ganz unruhig und hibbelig fühlte. Schließlich wollte ich nicht rückfällig werden und holte mir deshalb Unterstützung.

    Unterstützung brauchte ich auch immer wieder, wenn es mir schlecht ging, weil ich den Verlust „meines Alkis“ überhaupt nicht verarbeiten konnte. Ich hab mal nachgeschlagen, wie es mir vor einem Jahr ging und ich denke, dass ich für mich inzwischen schon ein ganzes Teil weiter bin als im letzten Jahr. Und Unterstützung habe ich mit hier immer wieder geholt. Manchmal bzw. sogar öfter nur dadurch, dass ich mir andere Threads durchgelesen habe. Oft aber auch dadurch, dass ich meine Gedanken formulieren und niederschreiben konnte. Wer mag, kanns ja noch mal nachlesen.
    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…8-0-asc-32.html

    Auf jeden Fall habe ich inzwischen schon einige Jahr (7 oder 8?) mit der Arbeit an mir selbst zugebracht. Und doch finde ich immer wieder kleine Ecken und Winkel, in denen sich mein Suchtpotential erhalten hat und mich zum unmöglichsten Moment kontrollieren möchte. Dieser Tage haben wir in der realen SHG über Suchtgedächtnis gesprochen und all die kleinen Begebenheiten, bei denen mir MEIN Suchtgedächtnis auffiel, waren wieder recht präsent. Letztendlich sind es, im richtigen Maße gelebt, sozial anerkannte Strukturen, die wir Co´s leben. Allerdings haben wir eben durch unsere Krankheit das rechte Maß vergessen. Das Selbstbewusstsein, das zu einer Grenzziehung und zur Vertretung der eigenen Interessen erforderlich ist, hat sich in den letzten Jahren nun für mich drastisch vorwärts entwickelt und doch taucht noch immer einmal wieder das kleine Ettchen auf, das auf den Arm möchte und einfach darauf warte, dass jemand zu ihm sagt: du armes kleines Hascherl, dir geht es ja so schlecht, komm her und lass dir helfen. Aber das kleine Ettchen ist inzwischen eine ganz schön große Ette geworden und kann Vieles alleine und wo sie es alleine nicht schafft, holt sie sich Hilfe.

    Und zwar für SICH und mit Bedacht, denn auch wir Co´s müssen, so wie unsere abhängigen Angehörigen, die Verantwortung für unser Leben selbst übernehmen. Viel zu lang haben wir schließlich „unsere Alkis“ dafür verantwortlich gemacht, dass es uns schlecht geht, so wie sie die böse Welt dafür verantwortlich machen, dass sie immer wieder trinken müssen.

    Ich hab mich im übrigen gefreut, dass der Heiß-Kalte das gleiche Gefühl von Entwicklungschance durch die Krankheit seiner Frau empfindet. Ich denke, wenn wir das so sehen können und die Wut und den Groll aufgegeben haben, sind wir auf einem guten Weg.

    @ Cari: Carina, das ist der große Vorteil von Gruppenarbeit, und hier ist ja im Grunde eine SHG, wir finden uns oft in den Geschichten der Anderen wieder und bekommen dadurch die Chance, von außen zu gucken und zu bedenken. Es ist hilfreich, sich manchmal selbst gegenüber zu stehen, um zu sehen, was wir tun und so vielleicht den Weg zu finden, es zu verändern.

    LG
    Ette

    Boaaa eyyy... Charlos!!!! Eine Stunde 45 Minuten!!!! Geil!!!


    Für welche Strecke eigentlich?

    Vorfahrtachtenzeichen gelten nicht für die Jäger des verlorenen Schatzes, denn die haben IMMER Vorfahrt. Zumal dann, wenn sie schon auf einem guten Weg sind, ihren Schatz zu finden.

    LG
    Ette, die nicht aus sondern als Feuchtgebiet grüßt.....

    Hallo @ all,

    also die Sache mit der Co-Abhängigkeit, Mädels, da wäre es vielleicht sinnvoll, mal bei Wikipedia zu gucken. Das, was ich in weiterführender Literatur gefunden habe, ist da kurz und prägnant beschrieben. Und zwar auf eine Art und Weise, dass jede/r gut für sich noch einmal darüber nachdenken kann, woher vielleicht seine Veranlagung zur Selbstaufgabe kommt. Die gibt es seltsamerweise auch dort, wo Menschen davon überzeugt sind, eine ausgesprochen glückliche Kindheit gehabt zu haben. Kindliche Seelen haben nun mal die Eigenschaft, Dinge ganz tief ins Unterbewusstsein wegzupacken, weil es u.U. der bessere Weg zum Überleben ist. Aber das ist nur meine Erfahrungen, die ich an mir selbst und an den Menschen, mit denen ich in der Selbsthilfe zu tun habe, machen konnte.

    Ich wünsch euch Mut und Kraft zum Selbstentdecken... und Diandra : für mich ist die Tatsache, dass ich mit "meinem Alki" zusammenkam noch immer der Auslöser dafür, mich mit meiner eigenen Weiterentwicklung zu befassen. Zumal ich unsere Verstrickung nicht nur an SEINER Abhängigkeit festmache.

    LG
    Ette

    Und ich genieße heute abend die Ruhe nach einem Tag voller Ärger und körperlicher Wehwehchen.... und freu mich einfach darauf, gleich die Beine lang zu machen und mich einfach nur auszustrecken....

    LG
    Ette

    Boaaa, es ist etwas passiert, was ich niiiiieeeee für möglich gehalten hätte! Da hab ich doch, eh ich mich versah, seit Samstagnachmittag nix mehr geraucht! Geiles Gefühl und es macht mich RICHTIG zufrieden, dass es scheint, als hätte ich hier endlich den Weg gefunden. Ach - und zugenommen hab ich noch nix....;-)

    Eine zufriedene Ette
    LG

    Guten Morgen,

    heute ist er nicht wirklich gut. Ich bin relativ aufgeregt, denn ich habe nachher einen Termin, mit dem ich einen Wechsel, eine Veränderung einleiten will. Es geht darum, mich aus einer Situation zu befreien, die ich schon seit längerem als belastend empfinde, jedoch immer die Augen davor verschlossen habe. Genau wie vor meiner Co-Abhängigkeit. Die Verhaltensweisen sind ganz ähnlich. Aber diesmal warte ich nicht so lange, bis ich vor lauter Verzweiflung nicht mehr länger kann, sondern ich sehe die Zeichen und verdränge sie nicht mehr. Somit kann ich sagen, dass mir die Alkoholabhängigkeit „meines Alkis“ dazu verholfen hat, zu lernen, besser auf mich und meine Bedürfnisse zu achten. Haltet mir die Daumen, dass sich alles zum Guten wendet.

    LG
    Ette

    Hi Carlos,

    wenn dir das nächste Mal wieder nach baden ist und du befürchtest, dass dir einer die Klamotten klaut, dann ändere doch einfach deine Laufstrecke. Lauf hier durchs Forum - bestimmt bekommst du dann nur wohlwollende Blicke und - womöglich noch diese Art von Pfiffen, die Jungs immer den Augenweiden-Mädels hinterher pfeifen...;-)

    LG
    Ette

    Hallo Franke,

    welchen Unterschied macht es denn für dich, ob deine Frau alkoholabhängig ist oder Alkoholmissbrauch betreibt? Fakt ist doch wohl, dass der Alkohol euer Familien- und Eheleben bestimmt. Folglich sollte der aus euerem Leben eliminiert werden. Wenn deine Frau das Trinken nicht sein lassen kann, kannst du trotzdem den Alkohol aus DEINEM Leben ausschließen. Allerdings bedeutet das, dass du womöglich ausziehen musst. Dies wiederum würde deinen Kindern das Aufwachsen in einer dysfunktionalen Familie ersparen. Was bedeuten könnte, dass zwei Suchtaspiranten weniger aufwachsen..... das wäre doch sicherlich schon mal ne tolle Motivation, DEIN Leben und das deiner Kinder zu ordnen - finde ich jedenfalls.

    LG
    Ette

    Zitat von csa

    Hallo Ette,

    ich bin ganz neu hier, aber die Idee von Dir ist wirklich Klasse.
    Leider kann ich noch nicht wirklich was beitragen, weil ich mich erst heute zur Trennung entschlossen habe. Aber ich glaube das mir genau das irgendwann gut tut.

    Liebe Grüße Claudia

    Guten Morgen,

    ClaudiA : Ich weiß, dass es in der ersten Zeit der Trennung alles andere als leicht ist, etwas anderes als den Schmerz zu sehen. Aber gerade dann ist es ein Aufgabe, sich schöne, genießerische Moment zu suchen - ganz bewusst zu suchen. Für mich war dies sehr hilfreich, wieder in ein normales Leben zu finden und es ist mir heute noch wichtig. Denn bewusstes Wahrnehmen und genießen, auch kleiner Momente, kosten kein Geld und sind doch unbezahlbar.

    @Spedi: Zum Angeln wäre ich ja mit gekommen, aber die Aale darfst du alleine essen. Ich hatte diesbezüglich mal ein traumatisches Kinoerlebnis, aufgrund dessen ich nie mehr Aal gegessen habe.

    LG
    Ette

    Zitat von dagmar007

    Ich denke auch, wir sollten uns nicht so sehr an unserem Thema Co aufhängen. Die Zukunft kommt für uns und wir bleiben Co. Aber wenn wir immer daran denken, was wir in dieser traurigen Co-Beziehung gemacht haben, so ist auch immer der entsprechende Partner in unseren Gedanken. Ich befürchte, das tut uns nicht gut und verhindert das letzte loslassen.

    Ich weiß nicht, ob mein Weg richtig ist oder überhaupt nachvollziehbar, aber für mich die Beste Lösung.

    Guten Morgen,

    Dagmar : Wenn das für dich die beste Lösung ist, so soll es so sein. Was jedoch deine Meinung über unsere Co-Abhängigkeit betrifft, muss ich dir massiv widersprechen. Du hast recht, wir bleiben Co und müssen deshalb immer achtsam mit uns sein. Wir waren aber auch schon Co bevor wir uns mit trinkenden Partnern eingelassen haben. Da war es uns aber noch schwerer, unsere Defizite zu sehen, die uns abhängig von Beziehungen sein lassen. Wenn du dich am Thema Co nicht so sehr aufhängen willst, ist das deine ureigenste Entscheidung. Und der sicherste Weg, in die nächste Co-Beziehung zu schliddern. Nicht der trinkende Partner hat uns co-abhängig gemacht, sondern wir haben diese Strukturen in uns und durch eine solche Beziehung kommen sie zum Vorschein. Ich sehe inzwischen meine Beziehung zu „meinem Alki“ nicht mehr als traurig an. Ganz im Gegenteil, sie hat mich wachgerüttelt, um an mir selbst zu arbeiten und meinen Selbstwert zu entwickeln. Ohne diese Beziehung hätte ich weiter mit meiner Abhängigkeit gelebt und mich gewundert – gewundert warum ich selbst in scheinbar tollen Beziehungen nie zufrieden war, weil ich immer das Gefühl hatte, dass etwas fehlt. Und es hat auch immer etwas gefehlt – nämlich die Liebe zu mir selbst und die Akzeptanz für mich. Ich musste ständig die Bestätigung haben, dass der Andere mich liebt, weil ich dieses Gefühl für mich und aus mir selbst nicht hatte.

    Wenn ich aus der Beziehung mit einem Alkoholiker für mich selbst nichts lerne, dann ist die Zeit verloren. Ansonsten ist es einfach eine große Chance für meine eigene Weiterentwicklung.

    LG
    Ette

    Kaltblütiger,

    wenn ich dich lese, kommt es mir so vor, als ob die Zufriedenheit immer noch nicht wirklich bei dir eingezogen ist. Ich denke, du kannst noch so viel loslassen, um einen gemeinsamen Weg zu finden, wenn nicht wirklich klar ist, ob der Weg auch wirklich gemeinsam sein soll.

    Manchmal müssen und dürfen wir auch Etwas loslassen, was wir vielleicht ganz anders gelernt haben.

    Du kannst nichts erzwingen - auch nicht mit noch so viel lieben und loslassen.
    Manchmal hilft nur Akzeptanz.

    LG
    Ette

    Manchmal, wenn ich denke, dass ich schon gut unterwegs bin, erwischt es mich von einer ganz und gar unerwarteten Seite. Da lebe ich meine Co-Stukturen eine ganze Weile, ohne dass sie mir bewusst werden. Mache Hinz und Kunz und die Umstände und das Außen dafür verantwortlich, dass es mir nicht gut geht. Wenn ich dann unterm Apfelbaum sitze, das Gezwitscher der Vögel höre und in mich hinein lausche, krieg ich plötzlich den Balken aus dem Auge, der mir den Blick versperrt hat.

    Wieder einmal wollte ich jemanden anderem gefallen. Allerdings keinem Alki. Hab trotzdem versucht, all das zu schaffen, was von mir verlangt wurde, ohne darauf zu hören, ob es mir gut tut oder nicht. Meine Selbstfürsorge hinten angestellt, um zu funktionieren. Nur insoweit hat sie sich bemerkbar gemacht, als dass ich mir eine Auszeit genommen habe, um in Ruhe über bestimmte Dinge nachzudenken. Ich muss etwas verändern, was ich nicht wirklich in der Hand habe. Muss mich darauf einlassen, was dann passiert, wenn ich sage, so nicht mehr. Einlassen auf etwas, von dem ich nicht weiß, wie es aussehen wird und was sich meiner Kontrolle entzieht. Mir bleibt nichts, als mir Unterstützung zu suchen, mir Wege aufzeigen zu lassen. Noch habe ich ein paar Tage Zeit dafür.

    Ganz bewusst ist mir in diesen Tagen geworden, dass die Co-Abhängigkeit, das akzeptiert werden wollen, selbst um den Preis der eigenen Gesundheit, ziemlich tief sitzt. Nur heißt sie dann nicht Co-Abhängigkeit sondern vielleicht Engagement, Motivation oder Leistungsbereitschaft. Bis an die Grenze des Machbaren gehen.....

    Zeit für neue Wege, habe ich für mich festgestellt, auch wenn das Ziel noch etwas verschwommen ist.

    LG
    Ette

    Ayki hat recht – Narzissmus geht oft mit Abhängigkeit einher – auch mit Co-Abhängigkeit. Das Bedürfnis, Bestätigung von außen zu bekommen, sich selbst nur wahrnehmen zu können, wenn wir von außen wahrgenommen werden. Das ist etwas, was Alkis und Co´s gemeinsam haben. Ebenso wie die Opferrolle. Der Alki hat immer wieder Gründe im Außen, die ihn dazu bringen, dass er wieder trinken muss – sagt er. Und der Co hat den bösen Alki als Grund, dass es ihm so schlecht geht. Wir halten uns doch selbst für so viel mehr gesünder und besser als derjenige, der trinkt. Der Trinker hat schließlich ganz allein die Schuld, dass alles so schlimm ist und es uns so schlecht geht. Erst wenn wir die Verantwortung für UNSERE Befindlichkeit selbst übernehmen und dem Alki zugestehen, dass sein Verhalten auf seiner Krankheit beruht, können wir ohne Groll und Hass sein und die bisher dahin fließende Energie für unsere eigene Entwicklung nutzen.

    LG
    Ette

    Leeres Leben.....

    ich bin der Meinung, dass wir Co´s unser eigenes Leben als viel zu leer und unaufregend empfinden. Deshalb brauchen wir nen Alki, kranke Verwandte, kleine Kinder oder hilflose Tiere um uns den nötigen Thrill zu verschaffen und die Bestätigung, dass wir zu etwas nütze sind. Anerkennung, Aufregung und die Bestätigung, die "Guten" zu sein bekommen wir schließlich nicht, wenn wir zusehen, dass allein unser Leben in Ordnung kommt. Solange wir uns selbst nicht als etwas wert ansehen, werden wir versuchen, unseren Wert durch Helfen, Kümmern und Versorgen von Anderen zu finden. Wenn wir dann alleine zu leben versuchen, ist es ganz klar, dass erst einmal ein Loch da ist, das gefüllt werden muss. So wie der Alki die durch das Nichttrinken gewonnene Zeit füllen muss, müssen wir lernen, die Zeit neu zu nutzen, die wir bisher mit der Sorge für andere verbracht haben. Keine Aufregungen mehr, kein Stress - eine Leere, die es zu füllen gilt. Doch das lässt sich lernen - auch wenn es im ersten Moment egoistisch anmutet, viel Zeit und Energie in uns und unser eigenes Leben zu stecken. Aber es ist wichtig und gesund, unerlässlich für unsere eigene Genesung.

    Fish, lass dich nicht irre machen von Schwiegermüttern und Konsorten - dein Leben können sie nicht leben und was sie über dein Leben denken, macht dir das Leben nicht leichter. Im Gegenteil....

    LG
    Ette

    Ein Wochenende der Gegensätze liegt hinter mir. Viel Nähe einerseits und andererseits die Stille des Rückzugs genießen. Viele Schicksale, teilweise deutlich schwerer als meines und andererseits Geschichten, die mir das Herz aufgehen lassen, weil sie Hoffnung geben. Und das alles in einer herzlichen, freundlichen Atmosphäre, geschaffen von Diakonissen. Eine Herzlichkeit, die gegeben wird, ohne dass es dafür einen besonderen Grund gibt. Einfach weil wir Menschen sind und an diesem Ort. Erholsam, lehrreich und einfach wunderschön. Eine Insel in der Hektik des Alltags.

    LG
    Ette