Hallo Eveline,
ich möchte mich jetzt auch mal melden.
Ich bin ja gerade in einer ähnlichen Situation wie du.
Ich habe meine Auszeichnung für sicheres fahren jetzt auch zum zweiten Male entzogen bekommen, auch diesmal natürlich zu Recht!
Der Führerschein ist ja eine Auszeichnung, Urkunde, die man erhält wenn man beweist dass man sicher ein Fahrzeug führen kann, ohne dabei andere Menschen in Lebensgefahr zu bringen.
Meine erste Trunkenheitsfahrt ist zwar schon ein paar Jährchen her, aber das spiel keine Rolle. Ich habe erneut mit meiner Trunkenheitsfahrt bewiesen, das ich nicht geeignet bin ein Fahrzeug sicher zu führen.
Ich habe nicht nur mich, sondern auch andere Menschen gefährdet, was ich aus heutiger Sicht noch viel schlimmer finde.
Nach meiner ersten Fahrt damals hatte ich;(scheinbar);, hatte ich das zwar auch schon gesagt, aber so richtig bewusst war mir das damals noch nicht, sonst wäre es nicht noch einmal passiert.
Erst heute sehe ich den Führerschein als Auszeichnung, Urkunde an, damals und auch lange Zeit danach war es "Mein Führerschein".
Als Karsten letztens geschrieben hat, das nach seiner Ansicht keiner mehr den Führerschein bekommen sollte der dies auch nur einmal tut, war ich erst ein wenig "geschockt".
Ich dachte erst, na der Karsten hat ja leicht reden, der hat ihn ja noch,
aber dann habe ich über seine Zeilen lange nachgedacht, und ich kann ihm da nur Recht geben.
Ich, du, und viele andere Menschen sollten eigentlich froh sein, das man uns noch eine zweite Chance gibt, jemals wieder selbst ein Fahrzeug führen zu dürfen. Am meisten bin ich natürlich froh das ich niemandem getötet oder verletzt habe.
Man hätte mir doch auch einen fahrlässigen Tötungsversuch vorwerfen können, oder einen versuchten Mord. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen krass, aber mittlerweile denke ich so.
Ich kann den Führerschein jetzt mit einem Waffenschein vergleichen, er ist es ja auch im gewissen Sinne. Das Auto ist ja eine Waffe, mit der ich sogar viele Menschen auf einmal töten könnte.
Ich möchte das aber jetzt nicht weiter ausdehnen.....
Selbst wenn meine Strafe 10 mal so hoch gewesen wäre, hätte ich sie sicher für mich angenommen, ohne wenn und aber, weil mir jetzt wohl sehr bewusst geworden ist, was ich mit dieser Trunkenheitsfahrt alles hätte anrichten können.
Ich bin froh dass man mich "erwischt" hat, ich glaube kaum das ich so ohne weiteres leben könnte, wenn ich ein oder mehrere Menschenleben auf dem Gewissen hätte. Ich kenne Menschen die haben durch Raserei schon ein Menschenleben auf dem Gewissen, diese können auch scheinbar damit gut leben, haben sogar auch nach relativ kurzer Zeit die Fahrerlaubnis und den Führerschein wieder bekommen, und rasen heute wieder, oder immer noch.
Im Grunde war ich bisher ja nicht anders, ich habe mehr oder weniger bewusst mit dem Leben anderer Menschen gespielt, und sicher auch nicht nur diese beiden Male, ich könnte meine Trunkenheitsfahrten gar nicht zählen....
Ich finde eine MPU auch sehr gut. Es ist doch auch für mich gut, erst nach "bestandener", erfolgreicher Untersuchung meines Geistes, meines Bewusstseins, bin ich doch auch vor mir selbst sicher.
Ich kann nicht ausschließen das ich e jemals wieder tun werde, aber kann ich, nur ich, kann etwas tun das es nicht wieder soweit kommt, dazu muss mir aber erst meine, diese erneute Tat, richtig bewusst werden.
Ansonsten werde ich es wohl wieder tun.
Ich kann es auch sehr gut mit meiner Krankheit vergleichen, auch da kann ich einen Rückfall nur vermeiden, wenn mir bewusst wird was passiert wenn ich wieder trinken würde. Das ist mir jetzt bewusst, denn ich würde ja sterben. Und auch da würde ja wieder nicht nur mein Leben in Gefahr bringen, sondern auch das Leben anderer Menschen.
Du hast auch am Anfang hier in deinem Thread folgendes geschrieben..
Zitat
Was aus dem Führerschein wird, das wird der Richter entscheiden. Liegt nicht "mehr" in meiner Macht.
Ich muss die Konsequenzen tragen.
Vielleicht denkst du heute anders?, ich hab leider nur die ersten und letzten Seiten hier gelesen.
Aber solltest du noch dieser Meinung sein, möchte ich dir dazu meine Meinung sagen, ich würde das etwas anders schreiben.
"Was aus dem Führerschein wird, das wird der Richter entscheiden, ebenso wie die Höhe der Strafe für mich. Ich werde alle Konsequenzen tragen für die Tat die ich begangen habe.
Danach liegt es wieder voll und ganz "in meiner Macht", was aus meinem Führerschein wird."
Ich bin jetzt bei dem Punkt, wo ich die Konsequenzen zu tragen habe, diese trage ich auch gerne.
Und jetzt liegt es nur noch in meiner Macht, ich kann ja zeigen das ich wieder sicher ein Fahrzeug führen kann, irgendwann.
Aber viel wichtiger ist es für mich, an mir zu arbeiten, das es nicht wieder so weit kommt. Und bedingt durch meine Krankheit fällt es mir sozusagen auch leichter.
Ich sehe die Sperrzeit nicht als solche an, mir wurde genügend Zeit geben an mir zu arbeiten, auch da habe ich mit meiner Krankheit den klaren Vorteil gegenüber einem Nichtalkoholiker, denn diesmal höre ich nicht auf mit dem trinken wegen meinem Führerschein, ich tue es für mein Leben. Ich trinke nicht mehr damit ich leben kann.
Und wenn ich es schaffe, mir mein jetziges abstinentes Leben anzugewöhnen, dann dürfte mir so etwas automatisch nicht mehr passieren.
Denn eins weis ich genau, sollte ich wieder anfangen zu trinken, ist auch der Rückfall, die Wiederholung einer erneuten Trunkenheitsfahrt und somit der Gefährdung anderer Menschen nur eine Frage der Zeit.
Liebe Eveline, bitte beantworte mir nur eine Frage,
:Warum möchtest du jetzt noch eine neue Runde drehen???
Du bist jetzt an einem Punkt, wo du die "Strafe" für dich annehmen könntest, du könntest jetzt die Konsequenzen tragen. Ab dann würde es wieder in deiner Macht stehen, was aus deinem Führerschein wird.
Ich selbst habe in letzter Zeit viel zu viel Energie verschwendet mit Gedanken um meinen Führerschein, ich möchte jetzt die Zeit lieber nutzen, um an mir zu arbeiten, mir eine trockene und zufriedene Zukunft aufzubauen. Dann werde ich den Führerschein doch fast wie von selbst wieder erlangen. Man wird mir wieder die Auszeichnung erteilen, die Urkunde in der steht das ich keine Gefahr für mich und andere bin.
Du solltest froh sein das du keine direkte Haftstrafe bekommen hast, die ja wohl gut möglich gewesen wäre, wegen der Bewährungszeit.
Du verlangst vom Richter ein neues Urteil, das wirst du auch bekommen.
Ich glaube nicht das die Speerzeit verkürzt wird, der Richter wird sehen das du nicht annehmen kannst und somit nicht weiter kommst.
Wenn du "Glück" hast, wird er dir vielleicht auch noch mehr Zeit zum Nachdenken geben, er wird sehen das du noch nicht die Einsicht hast.
Vielleicht wird er es bereuen, das er dir nicht gleich mehr Zeit gegeben hat, er hätte dir ja mit dem Freiheitsentzug eine bessere Zeit geben können, da hättest du dich besser mit dir beschäftigen können, du hättest mehr Zeit zum Nachdenken gehabt... 
Ich kenn mich absolut nicht aus in Sachen Berufung, aber das Recht was dir gegeben wird, das wird wohl auch der Richter haben!?
Wie würdest du dich fühlen wenn er seine Meinung ändert, und dir doch noch diese Zeit geben würde, diese Zeit, in der du deine Zeit konzentrierter für dich einsetzten könntest, gezwungener Maßen sozusagen hinter Gittern?
Also für mich wäre das nichts, gerade jetzt fange ich doch erst wieder an meine Freiheit zu genießen, ich möchte dieses Gefühl nicht mehr missen müssen, es liegt aber nur an mir. 
Ich würde mir das wirklich noch einmal genau überlegen an deiner Stelle,
ich glaube nicht das ein neues Urteil milder ausfallen wird, ich befürchte sogar das Gegenteil.
Aber das musst du alleine entscheiden.
Sorry wenn es jetzt ein wenig viel von mir war, aber so bin ich halt. 
Ich hoffe für dich das der Richter bei seinem Urteil bleibt und wünsche dir alles gute dabei!!!
Liebe Grüße, Alex