Hallo Sonja,
Freund schreibt,
"Viele Menschen, so meine ich, gehen einen zu großen Konfrontationsweg.
Sie meinen dem Alkohol ins Auge schauen zu müssen, ihn beherrschen zu wollen.
So nach dem Motto:
Die Flaschen dürfen im Schrank stehen, ich muss lernen, damit umzugehen.
Ich muss mich weiter überall bewegen können, auch wenn der Alkohol präsent ist. "
Genau das dachte ich lange Zeit auch, bis vor kurzem hab ich auch gedacht
das es mir nichts ausmachen darf, wenn ich zwischen zwei Menschen sitze und sie sich rechts und links neben mir die Kante geben. Mein Wille sollte stark genug sein. Das dies ein Irrtum meinerseits war, weis ich heute.
Die Distanz zum Alkohol steht für mich an erster Stelle!!!
Wäre mein Wille die ganzen Jahre stark genug gewesen, wäre ich wohl vielleicht erst gar nicht zum Alkoholiker geworden.
Denn schon als Kind hab ich mir geschworen, das ich nie so werden wollte wie mein Vater.
Heute bin ich Alkoholkrank, wieso, weshalb, warum, spielt nicht die größte Rolle. Ich bin es, und ich werde es mein Leben lang bleiben.
Warum ich nach vielen Pausen immer wieder zur Flasche griff wollte ich auch immer genau wissen, hatte ich mir doch immer geschworen, nie wieder zu trinken.
Heute möchte ich nicht wissen was ich alles falsch gemacht habe in den ganzen Jahren, heute möchte ich wissen wie ich es richtig machen kann.
Für Experimente wie ich sie schon oft gemacht habe, habe ich keine Zeit mehr, ich will endlich LEBEN.
Und Leben kann ich nur ohne Alk. Ich möchte den Kampf gegen den Teufel nie mehr weiterführen, deshalb lass ich ihn nicht mehr in meine Nähe.
Für mich würde dieser Kampf nicht erst losgehen wenn ich den Alk in meinen Körper lasse, ist er in meiner Nähe denke ich an ihn, wenn ich an ihn denke, ist er zumindest schon im Kopf. Und vom Kopf bis in den Körper ist es nicht mehr weit.
Der Alkohol ist ein unschlagbarer Gegner für mich, er hat mich immer niedergeschlagen, und ich hatte immer erst Schmerzen als er mich fest im Würgegriff hatte.
Der Alkohol kennt mein "Ich" wohl besser als ich, denn er hat mich bis jetzt immer überlistet. Und er würde es wieder schaffen, wenn ich nah genug an ihn heran gehen würde.
Ich halte jetzt Abstand, lieber einen Meter mehr als einen zu wenig.
Viele Grüße, der Alex