Rückfall und Panik

  • Hallo Zusammen,

    ich möchte gern von dem Gespräch erzählen, dass ich vorhin mit meinem Freund hatte.
    Es ging dabei um seine Whiskey-Sammlung die er im Wohnzimmer in einem offenen Regal stehen hat.
    Vor meinem Rückfall war mir das herzlich egal. Aber im Moment bereitet mir der Gedanke in einem Raum zu sein in dem offen Alkohol rumsteht echtes Unbehagen.
    Ich habe ihn deshalb gebeten, diese Sammlung irgendwo in einen geschlossen Schrank zu stellen, damit ich sie nicht ständig sehen muss.
    Er fragte mich wie es mir damit geht und ob ich Angst hätte, dass mich der Alkohol, wenn er so offen sichtbar rumsteht, verführen könnte. Aber mein Gefühl ist nicht die Angst vor Verführung. Ich empfinde es ganz einfach als Bedrohung.
    Er sagte mir dass er das gern tut, wenn das für mich wichtig ist, aber er ist der Meinung dass ich damit der Sache zu viel Macht über mich gebe.
    Ich muss dazu sagen, dass eine meiner Prinzipien auch ist, dass alles nur die Macht hat, die ich ihm verleihe. Aber der Gedanke diesen Alkohol ständig sehen zu müssen, damit fühle ich mich wirklich extrem unbehaglich. Reagiere ich über?
    Ich werde nicht mein Leben lang dem Alkohol aus dem Weg gehen können, sonst könnte ich ja auch nie wieder einen Supermarkt betreten. Aber im Moment kann ich den Anblick echt nicht ertragen.

    Eine Einladung zur einer Party (eine der wenigen, zu denen ich überhaupt gegangen wäre) für nächstes Wochenende habe ich abgesagt. Obwohl ich mich eigentlich drauf gefreut habe, weil es eine Möglichkeit wäre, mal ein paar neue Menschen kennen zu lernen. Aber der Gedanke unter Alkohol trinkenden Menschen zu sein ist mir im Moment echt zuwider.

    Liebe Grüße
    Sonja

  • Hallo Sonja,

    es geht auch nicht primär um das Ertragen.
    Es geht vielmehr um die räumliche und geistige Distanz, dass der Alkohol nicht mehr zu deinem Umfeld gehört. Das ist keinesfalls zu vergleichen mit dem Umstand, dass du im Supermarkt manchmal zur Kasse unweigerlich am Alkregal vorbeikommen musst.

    Du gibst der Sache damit NICHT zuviel Macht. Das war der falsche Weg !!!

    Der Alkohol bleibt so in deinem Umfeld bestehen, greif- und sichtbar, du weißt wo er steht. Es geht auch nicht darum, dass du danach greifen könntest. Du musst ein Leben erlernen, in dem er dir nicht mehr präsent ist, somit mit der Zeit gänzlich an Bedeutung verliert.
    Du musst sogar so weit gehen, dass der Alkohol, bist du ihm das wert, gänzlich aus seiner Wohnung verschwindet, weißt du sonst, dass er doch präsent ist. Verstehst du ? Du musst dich auch bei ihm in einem alkoholfreien Refugium fühlen.

    Partys oder Events, bei denen Alkohol konsumiert wird, habe ich generell für mind. 1 Jahr gemieden. Diese Zeit habe ich mir als Minimum gegeben, wollte ich alles anders machen als zuvor. Du hast dahingehend ja auch deine Erfahrungen. Bei der Zeit, den Trinkpausen, den Rückfällen war mir das die Sache wert. Ich wollte für immer trocken werden. Das war kein Opfer für mich, mehr der Preis für meine Ziele. Ich wollte es.
    Nach einem Jahr habe ich mich langsam an Partys in trockener Begleitung herangetastet, musste aber feststellen, dass sie mir nichts mehr gaben.
    Ich hatte bereits zu Anfang meiner Trockenzeit mein Leben mit Menschen gestaltet, denen meine Trockenheit wichtig war und auch keinen Alkohol tranken.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Freund,

    du schreibst:

    “Der Alkohol bleibt so in deinem Umfeld bestehen, greif- und sichtbar, du weißt wo er steht. Es geht auch nicht darum, dass du danach greifen könntest. Du musst ein Leben erlernen, in dem er dir nicht mehr präsent ist, somit mit der Zeit gänzlich an Bedeutung verliert.“

    So war es vor meinem Rückfall und da will ich auch wieder hin: Alkohol hat keinerlei Bedeutung für mich. Das ist mein Ziel. Das ist da offenbar einen blinden Flecken hatte/habe ist ein anderes Thema, und daran will ich auch arbeiten.

    Weiter schreibst du:
    „es geht auch nicht primär um das Ertragen.
    Es geht vielmehr um die räumliche und geistige Distanz, dass der Alkohol nicht mehr zu deinem Umfeld gehört.“

    Das verstehe ich.

    „Das ist keinesfalls zu vergleichen mit dem Umstand, dass du im Supermarkt manchmal zur Kasse unweigerlich am Alkregal vorbeikommen musst.“

    Das verstehe ich nicht so ganz.

    Kannst du mir das bitte etwas genauer aufdröseln? Ich will dich nämlich richtig verstehen.
    Mit dem Alkohol im Supermarktregal oder mit dem Vodka der mir abends beim TV-schauen plötzlich stahlblau in mein Wohnzimmer ballert muss ich ja auch leben.

    So wie du es beschreibst, siehst du einen gravierenden Unterschied zwischen dem Alkohol im Schrank meines Freundes und dem im Supermarktregal, wobei mir die Verfügbarkeit im Supermarkt zur Zeit viel mehr Schiss macht.
    Sei doch bitte so nett, mir da auf die Sprünge zu helfen.

    Danke und Gruß
    Sonja

  • Hallo Sonja,

    du schreibst, dass es vor deinem Rückfall so war, dass der Alkohol an Bedeutung verloren hatte. Dem kann nicht so gewesen sein, sonst hättest du nach dieser Alternative nicht gegriffen.

    „Es geht vielmehr um die räumliche und geistige Distanz, dass der Alkohol nicht mehr zu deinem Umfeld gehört.“ Du brauchst zuhause bei dir ein vollkommen alkoholfreies Terrain. Your home is your castle.
    Ebenso in einem zweiten Zuhause, bei deinem Freund, sollte das gleiche gesichert sein.
    Von einem Zuhause steuert man dann sein alkoholfreies Leben.

    Sicherlich kommst du in einem Supermarkt manchmal unweigerlich an einem Alkoholregal vorbei, musst dem auch widerstehen, kannst dich, deinen Weg und deine Blicke aber steuern, verfolgst dein Ziel.
    Natürlich wird dir auch durch die Medien allgemein der Alkohol suggeriert, nur kann man ihn zum einen da nicht greifen, muss man sich zum anderen mit ihm nicht beschäftigen, verfolgt man mehr seinen Weg zur Trockenheit mit neuen Lebensstrukturen.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Sonja,

    vor dem Supermarkt habe ich auch Respekt, aber auch ich muß da hin.
    Klar muß ich da manchmal am Alk vorbei, aber ich schaue dann woanders hin und konzentriere mich auf das was ich einkaufen möchte.
    Ich war letztens in einem und suchte vergeblich die Knabbereien,Salzstangen usw. Ich suchte die Gänge mehrfach ab und fand nichts. Ich fand sie deshalb nicht da ich bewusst dieses Regal nicht ansteuerte.Ich wollte nicht in die Nähe kommen. Als ich dann eine Angestellte dieses Ladens fragt, wo diese Knabbereien sind und sie in die Richtung der Regale zeigte, bedankte ich mich bei ihr für die Auskunft und ging ohne Salzstangen und Co. aus dem Laden. Es gibt ja noch mehr Geschäffte...
    Ich möchte nicht mehr in die Nähe von Alkohol kommen.

    Wenn ich an deiner Stelle wäre und ich würde mich in dem Zimmer deines Freundes befinden, würde ich mich nicht wohl fühlen, da ich weis das in diesem Schrank das Gift steht, was für mich den Tod bedeutet. Ich würde ständig daran denken müssen.

    Wenn du ihm wirklich etwas bedeutest, dann dürfte er auch kein Problem haben, den Alk aus seiner Wohnung zu entfernen.

    Viele Grüße, der Alex

    ....ich lebe lieber ungewöhnlich...

    "Das letzte Mal Alkohol getrunken am 12.02.2007"

  • Hallo Alex,

    klar habe ich deine Strategie bei meinen Einkäufen auch so verfolgt, bin bewußt am Alkohol nicht dran vorbeigegangen. Es gibt auch andere Läden.

    Gaststätten allgemein, Stammkneipen insbesondere hatten eine magische Anziehungskraft auf mich, konnte ich mich zu schlimmsten Zeiten nicht mehr selbst steuern.
    Hatte ich am Anfang manchmal Besorgungen zu machen, mußte von A nach B, von B nach C usw. laufen, bin ich auch Umwege gegangen, um nicht an diesem oder jenen Ort, Kneipe etc. vorbeikommen zu müssen.
    ICH HATTE MEINEN WEG.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Freund,

    du schreibst, "klar habe ich deine Strategie bei meinen Einkäufen auch so verfolgt, bin bewußt am Alkohol nicht dran vorbeigegangen. Es gibt auch andere Läden."

    Dazu möchte ich sagen, das du mich ja erst auf diese Strategie gebracht hast. Und ich fahre mit ihr bisher sehr gut, mitlerweile gehe ich gerne diese Umwege. Der räumliche Abstand tut mir sehr gut.

    Gruß, der Alex

    ....ich lebe lieber ungewöhnlich...

    "Das letzte Mal Alkohol getrunken am 12.02.2007"

  • Hallo und guten Abend Zusammen,

    ich habe mir zum Thema Suchtgedächtnis noch ein paar Gedanken gemacht.

    Für den Rückfall gab es definitiv keinen stoffgebundenen Anreiz. Wie sich das anfühlt weiß ich ziemlich genau, weil eine Freundin mit mal etwas Gutes tun wollte und mit statt des Weins, den es zu Essen gab ein tollen Traubensaft besorgt hatte.
    Auf diesen Saft bin derart angesprungen, unglaublich. Ich habe ihn damals natürlich nicht weiter getrunken, weil mir auf der Stelle heiß und kalt und panisch zugleich wurde.

    Mein Suchtgedächtnis scheint aber immer auf die gleichen emotionalen Stressmomente zu reagieren. Bei beiden Rückfällen ging es um Probleme in der Beziehung. Ich möchte mich da gern weiter schlau machen, um fürs nächste Mal gewappnet zu sein. Das scheinen mir die einzigen Situationen zu sein, die mir wirklich so ernsthaften Saufdruck machen, dass ich Gefahr laufe in einen Rückfall zu schlittern.

    Ich würde da gern eure Erfahrungen zu hören oder vielleicht könnt ihr mir ja auch Links empfehlen, wo ich mich über das Thema Suchtgedächtnis in Stressituationen weiter einlesen kann.

    Danke und lieben Gruß
    Sonja

  • Hallo Alex,

    stimmt, wir hatten ja bereits darüber gepostet, freut mich dass du es umsetzt und auch feststellst, dass es eigentlich manchmal so einfach sein kann :wink: .

    Gruß, Freund.

  • Moin Sonja,

    ja, Traubensäfte sind eine artverwandte Substanz !!!

    Suchtgedächtnis-Streßsituationen:
    Hier scheint bir dir der Knackpunkt zu liegen.
    Du scheinst die Abstinenz über den Willen geführt zu haben.
    Du hast dem Alkohol zu viel Raum in deinem Leben gelassen, auch wenn du ihn nicht getrunken und es genossen hast.
    Du hast ansonsten zu wenig in deinem Leben geändert.
    Der Alkohol stand bei dir immer auf dem "Nachbartisch".

    Gruß, Freund.

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (12. März 2007 um 07:17)

  • Hallo Sonja,

    ich habe den Anschein, dass du es hier dir bedeutend schwerer machst als andere, die nicht eine 3-jährige Trinkpause hinter sich haben. Wieso?

    Du hängst noch zu sehr an deinem nassen Denken, kennst noch zu viele eigene Wege, von denen du dir Erfolg versprichst, nimmst an, dass nur ein klitzekleiner Fehler der Grund für deinen Rückfall war.
    So ist es nicht !

    Ich habe bereits geraten, schmeiss dein Wissen in den nächsten Müllcontainer, grabe nicht in der Vergangenheit.
    Lerne, nimm hier eine neue "Sprache" an, von der du noch keine Grundvokabel kennst, vertraue, nimm an, setze um.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Freund,

    ich fühle mich gerade missverstanden.

    Ich habe in meiner trockenen Zeit einiges wegstecken müssen.
    So habe ich mich zum Beispiel 2 mal selbständig gemacht und bin damit total auf die Nase gefallen. Inklusive finanziellem Desaster und allem drum und dran. Ich habe meine beste Freundin verloren. Und noch ein paar „nette“ Dinge sind passiert, die ich hier nicht in epischer Breite ausführen möchte. Ich war mehrfach am Boden zerstört, aber keine dieser Situationen hat mich an Alk auch nur denken lassen. Keine. Nicht eine Sekunde lang.

    Auch habe ich in meinem Leben extrem viel geändert.

    Wenn du mir jetzt sagst ich trotzdem immer nass gedacht, hilft mir das nicht weiter.

    An irgendeinem Punkt habe ich etwas falsch gemacht. Sonst hätte es keinen Rückfall gegeben.
    Und ich will herausfinden, WAS. Damit ich es jetzt besser machen kann.

    Ich schätze offene Worte.
    Ich bin bereit anzunehmen und umzusetzen. Aber dazu muss ich wissen WAS ich umsetzen soll. Mir nur zu sagen ich hätte eh alles falsch gemacht, hilft mir nicht.


    Lieben Gruß
    Sonja

  • Hallo Kurt,

    danke für deine Antwort.

    Ich habe schon einiges hier im Forum gelesen, auch deinen Beitrag, auf den du hier verlinkt hast und der mich sehr angesprochen hat.

    Programmierungen im Unterbewusstsein. Damit habe ich mich viel auseinander gesetzt.
    Muster, die so tief in uns verankert sind, dass es wirklich schwierig ist, sie sie umzuschreiben.
    Viele diese Muster habe ich aufdecken und auflösen können.
    Ich habe mich mit der Frage auseinander gesetzt: Wie reagiere ich in welchen Situationen und warum?
    Viele, viele Stunden von Selbstreflektionen und schmerzhafter ehrlich mir selbst gegenüber. Viele Dinge habe ich in meinem Leben geändert und ich habe mir angewöhnt, mein handeln und denken stets zu hinterfragen.
    Mein Rückfall hat mir gezeigt, dass ich in Sachen Beziehung noch blinde Flecken habe und das da Muster aktiv werden, die ich (noch) nicht durchschaut, geschweige denn aufgelöst habe.

    Wie ich ja schon schrieb, habe ich einiges an schlimmen Zeiten hinter mir. Nie gab es da auch nur einen Moment in dem ich ans trinken gedacht hätte. Beide Rückfälle waren an Beziehungsstress gekoppelt. Also gibt es da ein Muster, eine Programmierung.

    Wie ich dem auf die Schliche komme, da bin ich im Moment noch sehr ratlos.
    Ich habe ein paar Ahnungen, aber wenig, was für mich schon richtig fassbar ist.

    Du hast dich damit ja auch auseinander gesetzt. Und ich wäre dir für jede Anregung dankbar.
    Denn wie du schon sagst, der Teufel steckt tiefer.

    Lieben Gruß
    Sonja

  • Hallo Sonja,

    ich will ja nicht sagen, dass du alles falsch gemacht, nasses Denken gehabt hast, vielleicht habe ich mich da falsch ausgedrückt.

    Nur wäre es jetzt unwahrscheinlich energieaufwendend, dein ganzes Leben der letzten 3 Jahre aufzurollen und wie nach einer Stecknadel im Heuhaufen zu suchen.

    Gut, du hast bei vielen Extremsituationen nie an den Alkohol gedacht, muss sich aber etwas in deinem Unterbewußtsein aufsummiert haben, dass du letztendlich doch die Alternative Alkohol gesehen und danach gegriffen hast. Dass es nun beide Male Beziehungsstreß war, sehe ich mehr als Zufall, hätte es auch anderes Gravierende sein können.

    Ist es daher nicht sinnvoller, Schritt für Schritt einen neuen Weg zu gehen, hier anzunehmen und umzusetzen, vlt. dann auf diesem Weg einmal zu erkennen, "ach ... das habe ich früher anders gemacht."

    Für mich, aber nur aus meiner persönlichen derzeitigen Erfahrung, gilt als Rückfallgrund genügend fehlende Distanz zum Alkohol und auch daraus resultierende Überheblichkeit oder Selbstsicherheit vor dem Alkohol.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Sonja, hallo an Alle,

    ich möchte noch einmal auf die räumliche und damit geistige Distanz hinweisen.
    Da müsste eigentlich der Wurm u.a. begraben liegen.

    Viele Menschen, so meine ich, gehen einen zu großen Konfrontationsweg.
    Sie meinen dem Alkohol ins Auge schauen zu müssen, ihn beherrschen zu wollen.

    So nach dem Motto:
    Die Flaschen dürfen im Schrank stehen, ich muss lernen, damit umzugehen.
    Ich muss mich weiter überall bewegen können, auch wenn der Alkohol präsent ist.
    Ich muss an einem Alkoholregal vorbeigehen können und dem widerstehen können . (... später...)
    Aus meiner Erfahrung: FALSCH.

    Ich habe wie gesagt aus den Erfahrungen Langzeittrockener angenommen, dass sie sich ein Umfeld in unserer Gesellschaft geschaffen haben, in dem der Alkohol nicht existiert.

    Das hatte ich entgegen meiner vielen Trinkpausen ganz neu gemacht.
    Es hat 100% zu meiner Trockenheit entscheidend beigetragen.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Sonja,

    Freund schreibt,
    "Viele Menschen, so meine ich, gehen einen zu großen Konfrontationsweg.
    Sie meinen dem Alkohol ins Auge schauen zu müssen, ihn beherrschen zu wollen.

    So nach dem Motto:
    Die Flaschen dürfen im Schrank stehen, ich muss lernen, damit umzugehen.
    Ich muss mich weiter überall bewegen können, auch wenn der Alkohol präsent ist. "

    Genau das dachte ich lange Zeit auch, bis vor kurzem hab ich auch gedacht
    das es mir nichts ausmachen darf, wenn ich zwischen zwei Menschen sitze und sie sich rechts und links neben mir die Kante geben. Mein Wille sollte stark genug sein. Das dies ein Irrtum meinerseits war, weis ich heute.

    Die Distanz zum Alkohol steht für mich an erster Stelle!!!

    Wäre mein Wille die ganzen Jahre stark genug gewesen, wäre ich wohl vielleicht erst gar nicht zum Alkoholiker geworden.
    Denn schon als Kind hab ich mir geschworen, das ich nie so werden wollte wie mein Vater.

    Heute bin ich Alkoholkrank, wieso, weshalb, warum, spielt nicht die größte Rolle. Ich bin es, und ich werde es mein Leben lang bleiben.

    Warum ich nach vielen Pausen immer wieder zur Flasche griff wollte ich auch immer genau wissen, hatte ich mir doch immer geschworen, nie wieder zu trinken.

    Heute möchte ich nicht wissen was ich alles falsch gemacht habe in den ganzen Jahren, heute möchte ich wissen wie ich es richtig machen kann.

    Für Experimente wie ich sie schon oft gemacht habe, habe ich keine Zeit mehr, ich will endlich LEBEN.
    Und Leben kann ich nur ohne Alk. Ich möchte den Kampf gegen den Teufel nie mehr weiterführen, deshalb lass ich ihn nicht mehr in meine Nähe.

    Für mich würde dieser Kampf nicht erst losgehen wenn ich den Alk in meinen Körper lasse, ist er in meiner Nähe denke ich an ihn, wenn ich an ihn denke, ist er zumindest schon im Kopf. Und vom Kopf bis in den Körper ist es nicht mehr weit.

    Der Alkohol ist ein unschlagbarer Gegner für mich, er hat mich immer niedergeschlagen, und ich hatte immer erst Schmerzen als er mich fest im Würgegriff hatte.

    Der Alkohol kennt mein "Ich" wohl besser als ich, denn er hat mich bis jetzt immer überlistet. Und er würde es wieder schaffen, wenn ich nah genug an ihn heran gehen würde.

    Ich halte jetzt Abstand, lieber einen Meter mehr als einen zu wenig.

    Viele Grüße, der Alex

    ....ich lebe lieber ungewöhnlich...

    "Das letzte Mal Alkohol getrunken am 12.02.2007"

  • Hallo Freund,

    nun, dass es Beziehungsstress war, war kein Zufall.

    Du stellst viele Mutmassungen über mich an. Zum Beispiel ganz am Anfang die Mutmassung, ich würde mich sicher siegessicher noch in meinem trinkenden Umfeld bewegen. Schon diese Mußmassung war falsch.

    Ja, ich ich jatte einen Rückfall. Deswegen habe ich nicht die Fähigkeit zur Reflektion verloren oder bin sonst wie debil. Und mir mal eben "Schema F" überstülpen zu lassen und mir sagen zu lassen, dass ich mich offenbar überhaupt nicht kenne... nee, danke.
    So wurde ich erzogen und diese Behandlung ist mit Schuld an meinem Suchtproblem.

    Heute bin ich in der Lage mich nicht mehr runterputzen lassen zu müssen, oder mir anzuhören, das an mir sonstwas falsch ist und jeder wisse was für mich gut ist und mich kennt, ausser mir selber natürlich.

    Auf so einer überheblichen Basis bin ich nicht gewillt zu kommunizieren.
    Meine Trockenheit ist mir wichtig. Meine Würde nicht weniger.

    Kurt, dir danke ich für deine Ausführungen.

    Ich bitte darum meine Accont hier zu löschen. Danke.

    Gruß
    Sonja

  • Hallo Sonja,

    du schreibst, "Meine Trockenheit ist mir wichtig. Meine Würde nicht weniger."

    Diese 2 Sätze hab ich so ähnlich auch schon einmal gesagt, nur stand bei mir nicht, meine Würde, sondern mein Stolz.

    Viele Grüße, der Alex

    ....ich lebe lieber ungewöhnlich...

    "Das letzte Mal Alkohol getrunken am 12.02.2007"

  • Hallo Kurt,

    du schreibst:
    Ich gehe jetzt auch zu Festen wo Alkohol getrunken wird.

    Klar, Kurt, kann ich heute zu jedem Fest gehen, wohin ich möchte, dort wo auch getrunken wird.
    Nur möchte ich das, habe ich daran Spaß ? Ich habe andere Interessen.

    Du schreibt:
    ... darf das auch für den sein, der sich sicher ist die Stärke zu haben.

    Für mich geht es nicht um DÜRFEN oder STÄRKE.
    Ich habe über Jahre mir neue Ziele und Prioritäten erarbeitet, lebe fern des Alkoholkonsums (auch anderer), unsere Gesellschaft bietet den gleichen Raum ohne Alkohol, nur musst du ihn sehen und mit jenen Menschen darin leben mögen.

    Was soll ich mich in Gefilden bewegen, die mein süchtiges Leben mir widerspiegeln, die Risiken hervorrufen.
    Ich genieße mein Leben ohne Alkohol und dessen Umfeld.

    Verstehst du mich ? Kann ich aber gern weiter ausführen. Jetzt muss ich erst mal los. Die Arbeit ruft.

    Sorry Sonja, wenn das so rüberkam.
    Wir leben hier vom Erfahrungsaustausch und das ist mein Denken.
    Du musst nur annehmen was dir "gefällt".

    Gruß, Freund.

  • Hallo acetaldehyd,

    jetzt bin ich aber erleuchtet :roll:

    Zitat

    Für mich gehören Rückfälle zum Alkoholismus dazu

    für mich nicht!!!! und ich tue alles um nicht rückwällig zu werden weil es um mein Leben geht!!!!!

    Gruß
    Maria

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