Hallo Matze,
mal offen und ehrlich meine Gedanken dazu. Keine Kritik, sondern meine persönliche Betrachtung aus eigener Erfahrung.
Klingt alles nett und schön, was da aufgezählt wird, was man nach einem Rückfall tun kann. Alle Hebel in Bewegung setzen, nach außen zeigen: Schaut her, was ich alles mache. Am Ende sind das aber erst mal nur leere Worte. Äußere Hilfe, Werkzeuge oder eine Selbsthilfegruppe halten mich nicht vom Saufen ab, wenn die innere Entscheidung dazu längst gefallen ist.
Es muss im Inneren ankommen. Die entscheidende Frage ist: Ist es das bei dir schon? Dabei geht es nicht einmal primär um das Verstehen der Sucht, sondern um die Auswirkungen. Es gibt kein Zurück. Es gibt kein Probieren. Es gibt nur einen Weg.
Dass dabei innere Zwiegespräche laufen, ist völlig normal. Die Sucht schreit: „Sauf.“ Du schreist dagegen: „Nein.“ Und wer am Ende gewinnt, sieht man am Ergebnis.
Wenn Akzeptanz das A ist und Kapitulation das O, dann gilt. Fehlt das A oder das O, bist du raus. Das sind meine Erfahrungen.
Wenn dir klar ist, dass du Alkoholiker bist und Suchtdruck aufkommt, den du nicht mehr händeln kannst, bleibt zumindest eine Option: rechtzeitig Kontakt zur SHG aufnehmen. Nicht, weil wir hier oder deine reale Gruppe dich vom Saufen abhalten könnten, sondern als Unterstützung.
Wenn jemand saufen will, läuft das Programm im Kopf längst Tage vorher. Das entscheidet sich nicht in der letzten Minute.
Ich sehe hier immer wieder dasselbe Muster. Austausch, dann plötzlicher Abbruch, Tage später ein Rückfall und danach wieder zurück. Das zeigt doch, dass im Kopf schon lange etwas abläuft.
Ich kenne das von mir selbst. Ich hatte das ganze Wissen parat, was man nach einem Rückfall tun soll. Im Grunde ein mentales Notfallpaket für danach. Und genau da liegt der Knackpunkt. Wenn man sich innerlich schon auf „danach“ vorbereitet, ist die Entscheidung oft längst gefallen.
Das ist kein Angriff. Alles Gute für deinen Weg.