Fragen an einen Alkoholiker

  • Hallo zusammen,


    nun möchten sich hier die Meisten von Ihrer CO Abhängigkeit befreien. Da kann ich sicherlich nur bedingt dazu beitragen aber ich kann jeden in diesem Thread dazu einladen Fragen an einem Alkoholiker zu stellen. Unter dem Motto


    Zitat

    "Was ich schon immer mal wissen wollte aber mich nie getraut habe zu fragen"


    Ich bin auch ein Freund etwas auf den Punkt zu bringen, somit sollte sich keiner wundern das da manche Antworten direkter sein können.


    Gleichzeitig möchte ich auch Alkoholiker dazu einladen sich hier mit zu beteiligen falls es andere Erfahrungen zu den Fragen / Antworten gibt.


    Gruß Hartmut

  • Servus Hartmut,


    hätte da schon mal eine Frage an dich.


    Es würde mich interessieren, was ist heute anders zu früher?
    Wie erklärt sich am besten, der Unterschied von nassen Gedanken zu
    den trockenen?


    Denke mir, dass wahrscheinlich jemand, der/die mehr säuft als
    gut ist, dem eine Form von autoaggressiven Verhalten zugrunde liegt?


    Mir ist klar, eine Sucht ist immer schwer zu erklären, wer nicht drinnen steckt. Bereits der erste Tropfen eine Aufforderung, für den nächsten und den über... über nächsten Schluck, dennoch mit welcher Rechtfertigung wird dies sich selbst über argumentiert?


    Freue mich über Antworten, denn das nasse und trockene Denkmodell
    kann vlt. auch hilfreich sein, wenn man so wie ich gerne Fasten
    würde und andererseits ist jede Umsetzung stets nur blablabla.


    Liebe Grüße
    Emma

  • Erstmal Hartmut: finde ich ne tolle Idee


    Zitat von Emma2010

    Servus Hartmut,


    hätte da schon mal eine Frage an dich.


    Es würde mich interessieren, was ist heute anders zu früher?
    Wie erklärt sich am besten, der Unterschied von nassen Gedanken zu
    den trockenen?
    [... ]


    Ich bin zwar nicht Hartmut und noch nicht so lange dabei, aber ein ganz großer Unterschied für mich ist:


    Statt mich zu fragen was ich MUSS,


    frage ich mich was ich WILL und was ich darf.



    An sich ist das alles sehr kompley, ein Anderer Punkt war, dass ich mich oft gefragt habe quasi den tag über wann ich wieder trinken kann, wie ich es am besten time und welche Menge damit ich morgen nicht zuuuu kaput bin, was ich mit den leeren Flaschen/Dosen machen soll damit es niemand merkt.


    Wenn ds wegfällt hat man plötzlich viel mehr Zeit und quasi eine "Lücke" an Zeit die man Wahrnehmen kann... statt sich weg saufen zu "müssen" um damit X Stunden "weg" zu sein, habe ich zeit mich mit mir selbst zu beschäftigen und habe überhaupt die Möglichkeit mich zu fragen was will ich eigentlich... Und habe auch die Sicht, dass ich eben auch eine Entscheidung wieder in Frage stellen kann weil ich eben nichtmehr "MUSS".


    Ich habe viel mehr als eine Wahl... nur im "nassen" Denken gab es eben nur die Einbahnstraße mit vielleicht ganz kleinen Blicken nach links und rechts aber bloß nicht von der Straße abkommen, das würde ja Veränderung bedeuten.
    Veränderung macht Angst, die will betäubt warden, ich kenne da eine schnelle, zuverlässige Lösung -> Zack ist die Pulle offen.


    Jetzt macht Veränderung immer noch Angst, aber die will betrachtet werden, untersucht werden, neugierig erfahren werden, und dann finden sich soviele Lösungen die mögen vielleicht "anstrengender" sein und das Ergebnis unsicher, aber dafür ist es MEINE Lösung und nicht die des Alkohols.



    Ja es ist mehr geworden und nicht so klar wie ich es gerne beschrieben hätte... aber so fühlt sich das bei mir eben an.


    Es ist eine andere Qualität von Glücklichkeit die sich einstellt, eben auch weil der Körper wieder lernt selbst Glückshorme zu produzieren als eben durch stumpfen Anreiz aus zu schütten.

  • Hallo Emma,


    dann rolle ich das Feld mal von hinten auf.

    Zitat

    Denke mir, dass wahrscheinlich jemand, der/die mehr säuft als
    gut ist, dem eine Form von autoaggressiven Verhalten zugrunde liegt?

    Alkoholismus hat ja eine wesensveränderte Wirkung und ich würde sogar behaupten das auto aggressiven Verhalten ein Bestandteil der Krankheit ist.
    Es war ja nicht so (zumindest am Anfang) das es mir während dem Saufen schlecht ging oder ich mir Gedanken machte welche zerstörende Wirkung er auf mich hat. Komischerweise dachte ich selbst noch im Suff das er mir eh nichts anhaben kann und als "Problemlöser " mit wirkt. Erst mit den Jahren und dem ständigen Saufen zu müssen wurde mir es bewusst, das der Alkohol nur ein Problem löst. Die Sucht zu befriedigen. Selbst da war dann noch die zerstörerischen Wirkung "beschönigt".


    Zitat

    Wie erklärt sich am besten, der Unterschied von nassen Gedanken zu
    den trockenen?

    Nasse Gedanken sind schwer zu beschreiben, da sie meist im Unterbewusstsein ablaufen und dazu dienen, alles aus dem Weg zu räumen (Denken) was mich abhält an Alkohol zu kommen. " Beispiele " Feste, Feiern , Veranstaltungen an denen es kein Alkohol gab es als schlecht zu empfinden. Menschen die kein Alkohol tranken als schwach zu sehen.Da musste ich schon mal vorglühen oder ich verließ aus irgendwelche vorgeschobene Gründen die Feier um in Ruhe oder mit Saufkumpanen wieder ungestört saufen zu können. Vorräte anschaffen falls mal eine Feier ist. Schauen das der Suff auch ausreicht.


    Trocken Gedanken gibt es eigentlich nicht. Sie sind ja bewusst. Es sind Gedanken die jeder hat der eben kein Alkoholproblem mit sich rum schleppt.


    Leider dauerten es noch Jahren um die nassen Gedanken zu erkennen.


    Zitat

    Mir ist klar, eine Sucht ist immer schwer zu erklären, wer nicht drinnen steckt. Bereits der erste Tropfen eine Aufforderung, für den nächsten und den über... über nächsten Schluck, dennoch mit welcher Rechtfertigung wird dies sich selbst über argumentiert?

    Wenn es eine Rechtfertigung für Krankheiten gibt, dann ist das Verhalten im Suff sich selbst und anderen gegenüber die Auswirkung der Krankheit.


    Was anderes ist,ob ich mir selbst oder andere mir verzeihen können,was im Suff passiert ist. Das ist mal die Sicht von mir.


    Ich weiß auch das ich mir hier im CO Bereich befinde und der CO sich von seinem Suchtmittel ( im diesen Fall Alkoholiker) lösen soll. Da sollte er auch aufpassen das ein Verstehen der Komplexität des Alkoholikers nicht dazu führt das er in seiner CO Abhängigkeit verharrt.


    Gruß Hartmut

  • Es heißt ja, die Sucht, ist irgendwie, irgendwo eine Suche.


    Demzufolge müsste es mal eine Lebensphase gegeben haben, wo
    ein Mangel uns belastet hat.


    Um von mir zu sprechen, eine die immer mit massiven emotionalen
    Hunger zu kämpfen hatte.
    Ich habe in meiner Kindheit wahrgenommen, dass ich wenig Aufmerksamkeit bekommen habe, es keine Anerkennung gab, sondern
    stets nur Kritik, Sorgen und Streit, zusammengefasst um nicht zu sehr abzuschweifen,
    war es eine relativ lieblose Erziehung.


    Meine damals kindliche Schlussfolgerung war, dass ich nicht liebenswert
    bin, nichts zustande bringe, nur eine Belastung bin für die Eltern.


    Viele, sehr viele Jahre habe ich damit zugebracht, jemanden zu finden, der
    mir all das gibt an Bestätigung, die ich bis dato nie bekommen habe, mit
    Ausnahme einer Beziehung, die mit einem alkoholabhängigen Mann.


    Mittlerweile, nach langer Bewusstseinsarbeit, weiß ich, dass
    der K i k im Kopf gar nicht die Befriedigung ist, welche uns jemand zugesteht, oder ersatzweise, das Suchtmittel.


    Entscheidend ist, wie denken wir eigentlich über uns selbst. Bin ich es
    mir wert, mich gut zu behandeln, habe ich für mich Wertschätzung, gehe
    ich mit mir liebenswert um?


    Ich glaube, dass es bei der Alkoholabhängigkeit auch diesen Schwenk braucht, dahingehend jemand zu sein, sich selbst wichtig zu nehmen, sich um sich zu kümmern, so wie es in der Trockenarbeit antrainiert wird.

  • Hallo Emma,


    Zitat

    Es heißt ja, die Sucht, ist irgendwie, irgendwo eine Suche.
    Demzufolge müsste es mal eine Lebensphase gegeben haben, wo
    ein Mangel uns belastet hat.

    nun gehöre ich nicht zu dem Menschen die die Vergangenheit dazu verwenden, das ich irgendwann durch einen Mangel es mit Alkohol kompensiert hatte. Jeder Mensch hat irgendwelche Mängel in der Kindheit gehabt und es auf heutigen Verhalten zu implizieren wäre für mich eine Suche die nie endet.


    In den Jahren verschwimmen die ganzen Erinnerungen und welche die irgendwann hervorgerufen werden geben nicht das wieder was wirklich war. Ich denke viel mehr das das Leben ein Entwicklungsprozess ist was die Evolution bestimmt und sich das Leben immer nach einen Perfektionismus entwickeln will.


    Natürlich gab es Umstände die dazu führten das ich gesoffen habe. Aber Alkoholiker wurde ich um nichts zu kompensieren, sondern weil ich eben den Absprung nicht mehr schaffte.


    Nun mag es den einen oder Anderen helfen, irgendwo etwas finden zu müssen, um seinen Alkoholismus zu entschuldigen oder ihn zu rechtfertigen, vielleicht auch für sich zu verstehen. Ich habe mich von Anfang an nur darauf konzentriert ihn zu stoppen.


    Gruß Hartmut

  • Sorry, bin auch jemand, die kurz und bündig das Thema auf
    den Punkt bringen will.


    Fühle mich noch nicht ganz verstanden.
    Möchte dezidiert keine Entschuldigung finden, die irgendeine
    Form von Alkoholismus entschuldigen will.


    Ich habe auch schon hin und wieder zu viel gesoffen. Gott sei Dank
    vertrage ich das Gesöff nicht wirklich und bekomme davon
    Migräne.
    Klar, als erwachsene Person bin ich immer für mein Handeln verantwortlich,
    egal welche Form von Missbrauch es vielleicht auch gegeben hat. Ich kann vlt. meine Sorgen kurzfristig ersäufen, aber muss man sich deshalb gleich
    kontinuierlich mit Alkohol das Leben ruinieren?


    Wer regelmäßig Alkohol trinkt, wird irgendwann süchtig, sobald der
    Gewöhnungseffekt da ist. Vlt. empfindet man mit 2/4 noch einen Genuss, doch bei Shit happens hat man kein Gefühl mehr fürs Limit.


    Ehrlich gesagt, hasse ich das Gefühl der Betrunkenheit, möchte keine
    Marionette sein in einer irrealen Welt. Nur in einem gesunden und klarem
    Verstand bietet uns das Leben, des was man braucht.


    Was fühlt und denkt man im Rausch? Das kann es doch auf Dauer nicht sein.

  • Hallo Emma


    ich habe dich schon richtig verstanden.


    In welcher Unterteilung das nun war oder ist werde ich im nachhinein auch nicht mehr ergründen. Mein erster Schluck hat mich mit den Jahren in die Abhängigkeit geführt. Das reicht zu wissen. Würde ich heute noch mit damit auseinandersetzen wäre das der erste Schritt für eine Hintertür. Es gibt sicherlich viele Alkoholiker die sich an die Zeiten erinnern wollen "Wie schön, gesellig oder wie ausgelassen das manchmal war." Da kann dann schon mal der Gedanke aufkommen "es wieder zu können" Diese Tür habe ich für mich geschlossen.


    Gruß Hartmut

  • Eins möchte ich noch loswerden.


    Es liegt mir fern, in Bezug auf meine Co-Abhängigkeit wieder alte
    Kamelen aufzuwärmen, denn mein Leben hat sich inzwischen
    sehr verändert.


    Wenn mir damals ( zw. 2007 bis 2012 ) jemand gesagt hat, wie
    krank so eine Beziehung zwischen dem CO und dem Alkoholiker eigentlich
    ist, konnte ich das damals nicht erkennen.


    Und doch ist es beschämend, wieviel Manipulation solche Beziehungen
    frisch hält. Wie gerne bin ich immer wieder auf den Zug aufgesprungen,
    wenn er mal wieder lieb und aufmerksam war.


    Wie sehr habe ich mich damals belogen, dass ich für ihn da sein will,
    für das bisschen Geborgenheit und alle Hässlichkeiten ignoriert habe.


    Nur darauf will ich h i e r hinweisen!

    Kleines Update: Heute lebe ich wieder in einer Partnerschaft, die
    allerdings auch nicht ganz frei von Sucht ist.
    Hat zwar nichts mit Alkohol zu tun, aber es ist ebenso mühsam. Wir beide bringen, so wie ca. 70 % der Durchschnittsdeutschen, einige Kilos zuviel auf die Waage und jede Ernährungsumstellung, hält nie lange an.
    Nun, das ist zwar nicht ganz das Thema dieses Forums, aber wenn jemand
    doch einen Tipp hat, dann her damit.
    Die Frage ist, wie kann man (Alkoholismus) Übergewicht rechtzeitig
    stoppen?


    Liebe Gruß
    Emma

  • Hallo Hartmut,


    ich finde diesen Thread ein tolle Idee. Da ich auch gerade zum Anfang viele Fragen an die Alkis hatte.
    Also keine Angst vorm Fragen, kompetentere Gesprächspartner gibt es nicht.


    sonnige Grüße
    Lütte

    Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen.

    (Henry Ford)

  • Hallo Maskottchen


    versteh die Frage nicht ganz.


    Meinst du warum einer süchtig wird wenn er ständig Alkohol zu sich nimmt und ein anderer nicht.?


    Oder meinst du wenn jemand was Schlimmes erlebt hat zur Flasche greift und der andere nicht ?


    Gruß Hartmut

  • Und mich interessiert noch was:
    Meine Mutter hat mehrere Entziehungskuren gemacht und sich manchmal, gerade heimgekommen damit belohnt, jetzt ein Glässchen Wein trinken zu können.
    Warum wurde sie danach gleich wieder so rückfällig? Ist das Glas Wein so schlimm? Was passiert da? Ist es der Körper, der mehr verlangt oder das Emotionale?

  • Hallo Maskottchen ,


    das kann ich nicht beantworten. Jedoch ist da naheliegend das Alkohol nicht überall als Problemlöser eingesetzt wird. Du hast ja auch als EKA Schlimmes erlebt . Warum bist du nicht alkoholkrank geworden?


    Nun mag es sein das es viele Alkoholiker gibt die Schreckliches erlebt haben. Jedoch auch genau so viele wurden Alkoholiker die keine Probleme hatten.


    Das einzigste was ich von mir weiß ist, das in meinem Umfeld immer viel Alkohol getrunken worden ist . Alkohol gab es für jeden Anlass. Ob es nun traurige, lustige Ereignisse , zur Erleichterung oder zur Belohnung war. Das hat es eventuell beeinflusst . Aber warum wurden andere die das auch so erlebt haben keine Alkoholiker? Ich selbst halte von diesen ganzen Ergründungen nichts. Bringen mich nicht weiter und machen nichts rückgängig.


    Für viele ist das jedoch sehr wichtig . Wenn dahinter eine zufriedene Trockenheit steht dann haben beide Seiten ja alles richtig gemacht.


    Zitat

    Meine Mutter hat mehrere Entziehungskuren gemacht und sich manchmal, gerade heimgekommen damit belohnt, jetzt ein Glässchen Wein trinken zu können.

    Entziehungskuren oder eine Entgiftungen? Sie war eben noch nicht soweit, sich einzugestehen das sie Alkoholikerin war. Selbsterkenntnis ist da die Voraussetzung. Es gibt niemand der einen Alkoholismus stoppen kann außer der Alkoholiker selbst.


    Zitat

    Warum wurde sie danach gleich wieder so rückfällig?

    Alkoholismus ist ein unheilbare Krankheit und als Alkoholiker hast du einen Kontrollverlust. Da reicht ein Glas schon aus. Alkoholismus kann auch nur gestoppt werden.


    Gruß Hartmut

  • Dann antworte ich mal hierauf :wink:


    Zitat

    Meine Mutter hat mehrere Entziehungskuren gemacht und sich manchmal, gerade heimgekommen damit belohnt, jetzt ein Glässchen Wein trinken zu können.


    Ich gehe in diesem Fall davon aus, das Deine Mutter noch gar nicht begriffen hat, das sie Alkoholikerin ist. Es ist nicht wirklich angekommen.
    Nicht jede Entziehungskur/Therapie ist so wirkungsvoll, das man die Krankheit anerkennen kann und trocken werden möchte.
    Geschieht eine Entziehungskur durch Druck von außen, sehe ich kaum Chancen auf ein trockenes Leben.
    Dann müßte das schon der Betroffene auch selbst so wollen und ein gewisser Leidensdruck da sein.
    Es muss "klick" gemacht haben im Kopf... sozusagen.
    Eben, das ich Alkoholikerin bin und das Trinken von Alkohol nicht steuern kann.
    Ich kann es nicht kontrollieren und werde das auch nie können.
    Saufe ich trotzdem weiter, werde ich mich über kurz oder lang totsaufen.
    DAS müsste erstmal im Oberstübchen ankommen.


    Zitat

    Warum wurde sie danach gleich wieder so rückfällig? Ist das Glas Wein so schlimm? Was passiert da? Ist es der Körper, der mehr verlangt oder das Emotionale?


    Tja, hm, was heißt "schlimm"...
    Dann ist derjenige "rückfällig". Bzw. in diesem Fall würde ich eher sagen, es gab nur eine kurze Trinkpause, ohne Krankheitseinsicht.
    Natürlich verlangt der Körper bei einem rückfälligen Alkoholier wieder sofort mehr Alkohol,
    und man ist schnell auf dem alten Stand der vorher konsumierten Menge.
    Oder auch oft schlimmer noch, man säuft noch mehr als zuvor, weil man meint, was "nachholen" zu müssen.


    Nach einem qualifizierten Entzug sind üblicherweise keine körperlichen Entzugssymptome mehr vorhanden.
    Jedenfalls war das bei mir so. Der Körper ist ja entgiftet.
    Bis auf eventuelle gewisse Ammoniakverbindungen im Blut, die brauchen länger zum Abbau.
    Die lösen meines Wissens aber keine Entzugssymptome aus, aber ich bin keine Medizinerin.
    Von daher schreit meiner Meinung nach eher der Kopf nach Alkohol, nicht der Körper.
    Bekommt der Körper wieder was, beginnt die Suchtspirale üblicherweise von vorn.


    LG Sunshine

  • Danke euch Beiden🤗
    Nein, meine Mutter wurde nicht zu einer Entziehung gezwungen. Das war ihr eigenster Wunsch. Ich glaube, wenn ich mich recht erinnere, waren es 3Kuren.ich hatte immer den Eindruck wenn sie von der Kur kam, dass sie sich so stark und toll fühlte, dass sie dem Alkohol glaubte grundsätzlich entsagen zu können. So zumindest handelte sie und der Schuss ging immer nach hinten los.


    Warum ich keine Alkoholikerin bin?
    Durch meine Eltern habe ich das große Glück zu sehen, was Alkoholismus bewirken kann und mich wahrscheinlich unterbewusst dagegen schütze. Aber ich trinke Alkohol. Ich mache mir nur halt keine Gedanken darüber, weil es keine Obzession ist.
    Übrigens ist das auch eine weitere Frage, die mich beschäftigt:
    Warum müssen alle Ex-Alkoholiker so streng mit all den anderen Wein/Bier/Sekt usw. Trinkenden umgehen?
    Ihr seid ja schlimmer als ehemalige überzeugte Raucher.
    Kann die Alkoholsucht nur überwunden werden, indem jeder Alkoholkonsument schlecht geredet wird?

  • Was meinst Du genau mit "streng", Maskottchen?


    Mir persönlich ist es völlig egal, wieviel und was andere an Alkohol konsumieren.
    Mitunter wollen sie mir das zwar gern genauestens erzählen, aber mich interessiert das gar nicht.
    Sie müssen selbst wissen, was sie tun.


    Ich rede auch keinen Alkoholkonsumenten schlecht, warum sollte ich?
    Sie tun doch nichts ungesetzliches und wenn jemand unbedingt ein Zellgift zu sich nehmen will, ist das seine Sache und mir auch wurscht.
    Geht mich auch nix an.


    Die Alkoholsucht kann übrigens weder geheilt noch "überwunden" werden.
    Wir haben sie nun für immer.
    Ich für meinen Teil kann damit gut leben.
    Mich schränkt mein alkoholfreies Leben keinesfalls ein.
    Im Gegenteil, es bereichert mich.
    Ich bin jeden Tag frisch und ausgeruht und kann jederzeit alls tun, was ich gern möchte.
    Was sollte mich da also einschränken?
    Es ist alles gut so wie es ist :)


    LG Sunshine

  • Liebes Sunshinele😊,
    mit streng meinte ich die in dem Forum angelesene harte und klare Kante gegenüber all Jenen, die Alkohol konsumieren.
    Klar, darüber müssen wir nicht diskutieren, mit freiem Kopf ist man immer freier.
    Mir fällt halt auf, dass es wohl für einen Ex- Alkoholiker besser ist, sich komplett auszuklinken und jedweden Alkohol,schlecht zunreden. Ist das der Ansatz?

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!