Beiträge von Hartmut

    Wie andere mit ihrer Sucht umgehen – ob offen, verdeckt, schweigend oder verneinend – ist für mich zweitrangig. Wer sich nie geöffnet hat, kann kaum begreifen, was es bedeutet, diesen Schritt zu gehen. Und wer nur darüber spekuliert, wer es wissen darf oder wem es angeblich schadet, bleibt in seinem gedanklichen Gefängnis, genährt von seinem verzerrten Bild des Alkoholiker .

    Für mich zählt einzig und allein, was mir hilft, nüchtern zu bleiben. Was sich für mich stimmig und richtig anfühlt. Der ehrliche Austausch mit meiner Familie und meinen Kindern ist für mich ein tragender Pfeiler er schafft Nähe, Vertrauen und Erleichterung.

    Zehn Wochen – das Fundament ist gelegt. Morgen beginnt ein neuer Tag auf diesem Weg. Weiter machen .Glückwunsch

    Damit bin ich wieder bei der Originalfrage, nämlich, macht es Sinn, die Neuankömmlinge zu der Aussage zu zwingen, sich als Alkoholiker zu bekennen.

    Es ist wichtig festzuhalten: Niemand wird hier gezwungen, etwas zu sagen, das er für sich nicht erkennt oder befürwortet. Die Teilnahme basiert auf Freiwilligkeit und persönlicher Einsicht. Allerdings lassen wir hier keine Zwischenstufen zu – entweder erkennt man das Thema für sich, oder man ist (noch) nicht an dem Punkt.

    Es gibt zahlreiche andere Hilfsangebote, die sich besser für Personen eignen, die sich noch in einem anderen Abschnitt ihrer Entwicklung befinden. Daher ist es manchmal schwer nachvollziehbar, warum jemand sich ausgerechnet hier einbringen möchte, obwohl er die grundlegende Problemstellung nicht für sich sieht.

    Das Ganze lässt sich gut mit einem Vergleich erklären: Wenn man zu einem Metallica-Konzert will, aber nur ein Ticket für ein Helene-Fischer-Konzert hat, kommt man eben nicht rein – auch wenn beide Events völlig legitim sind, passen sie einfach nicht zusammen.

    Jedoch unterscheide ich vehement zwischen Schuld und VERANTWORTUNG! Das ist nicht dasselbe!

    Was ist Verantwortung? Wie passt sie zur Sucht? Ist das nicht oft nur heiße Luft? Verantwortung heißt doch, für sein Handeln einzustehen und die daraus resultierenden Konsequenzen zu tragen. Bedeutet das rückblickend bloß ein Schuldeingeständnis: „Okay, ich bin schuld“? Oder liege ich damit komplett daneben?

    Solange nur geredet wird, ohne tatsächliches Handeln, bleibt Verantwortung eine hohle Phrase. Erst durch echte Konsequenzen gewinnt sie echtes Gewicht – alles andere ist nur leeres Gerede à la „Ich übernehme die Verantwortung!“

    Ich verstehe jetzt auch, warum es mir nach meinem Rückfall kaum Probleme bereitete, wieder trocken zu werden: Ich musste nicht hinterfragen, wie oder warum ich überhaupt alkoholabhängig wurde, und mir keine zusätzlichen Schuld- und Verantwortungsfragen aufbürden.

    Damals waren die Grundbausteine noch strenger formuliert, sodass ich sie einfach befolgen konnte. Dieses ständige Analysieren, Wiederaufrollen und Grübeln … wer das braucht, um eine stabile, zufriedene Nüchternheit zu erreichen, alles gut.

    Aber wenn ich meine ganze Energie darauf verwende, mir ein neues Etikett als „Alkoholiker“ zuzulegen, überrascht mich das bei der obigen Vorgehensweise kaum.

    Trocken werden und bleiben ist keine Wissenschaft, es ist eine Handlung. Es ist weniger kompliziert, wenn ich nicht alles zerdenke, zerrede oder zu Tode analysiere. Alles andere um mich herum ist einfach das Leben, das ich mir auch ohne Suchterkrankung unnötig schwer machen kann, wenn ich es darauf anlege. .:whistling:

    , mein Sixpack lässt sich sehen =)

    Und den Sixpack Bier lass ich stehen... so viel Poesie darf es doch auch mal sein.

    Aber 66-67 kg, wenn das mein Gewicht wäre, wäre ich hoffnungslos untergewichtig. Gut, bei meiner Größe von 1,88 m ist das wohl auch nicht nötig. :mrgreen:

    Wichtig ist, dass du das umsetzt, was wichtig in der Sucht ist: Saufzeiten durch etwas ersetzen, das dir Spaß macht... weiter so!

    Und wenn du dich nun erschreckst: :whistling:

    Ja, ich kann auch mal loben!

    eine sehr abenteuerliche behauptung. "nicht selbst in diese situation gebracht"? aha und wer hat dich, mit gewalt und trichter um dir den alkohol einzuflössen, dazu gebracht und das immer und immer wieder?

    Eventuell ein kleines Missverständnis in der Interpretation?

    Ich wusste, dass Alkohol abhängig machen kann, und trotzdem habe ich getrunken. Der Übergang zur Sucht kam schleichend, und genau dort beginnt die Grauzone der Verantwortung.

    Habe ich bewusst die Schwelle zur Alkoholabhängigkeit überschritten? Nein.

    Habe ich sie selbst verursacht? Vielleicht.

    Mir absichtlich die Sucht gewünscht zu haben ich weiß nicht. :whistling: Ich stelle mir keinen Freifahrtschein aus, aber das Etikett reiner Schuld lasse ich mir auch nicht anheften.

    Jedoch die Diskussion bringt mir nichts, und ich habe sie damals auch nicht geführt, weil sie für mich keine Bedeutung hatte.

    Sie heilt nichts, sie verändert nichts. Sie dient nur dazu, das schlechte Gewissen zu relativieren, das die Krankheit hinterlassen hat. Doch auch wenn ich nicht unschuldig bin – komplett schuld bin ich auch nicht.

    Amen:saint:

    Hallo Disziplin,

    eine Transplantation zu verarbeiten ist zweifellos eine enorme Herausforderung, das verdient großen Respekt. Was mich interessiert: Wie kam es letztlich dazu? Glaubst du, du hättest den Alkoholkonsum auch beendet, wenn deine Leber nicht so stark geschädigt gewesen wäre?

    Und was genau hast du nach der Therapie in deinem Leben verändert, um bis heute stabil zu bleiben? Wie sah dein Weg konkret aus? Genau das sind doch die Fragen, die hier vielen unter den Nägeln brennen.

    Nicht nur, welche Schäden man dem Körper zufügt, wenn man mit dem Saufen nicht aufhört, sondern auch, wie man es schafft, dauerhaft trocken zu bleiben.

    Dass eine solche Situation belastend ist, versteht sich von selbst das stellt sicher niemand infrage.

    icht wissentlich. Aber dennoch hat man sich selbst in diese Situation gebracht. Kein anderer hielt mir das Glas an den Mund

    Interessantes Thema, Schuld und Sühne. Also, muss man sich wirklich selbst bestrafen und die ganze Verantwortung tragen, nur weil man "schuld" ist? Oder macht man das nur, weil die Frustration und die brutale Klarheit des nüchternen Weges einem alles um die Ohren haut?

    Nehmen Menschen Krankheiten bewusst in Kauf? Der Raucher kennt das Risiko für Lungenkrebs oder ein Raucherbein – ist er also schuld? Auch Essstörungen entstehen oft über Jahre hinweg, begleitet von psychischem Druck oder inneren Konflikten. Ist das dann auch Schuld? Und wer sich in Gegenden aufhält, wo ansteckende Krankheiten weit verbreitet sind – sucht der aktiv das Risiko und ist ebenfalls schuld?

    Oder geht es doch eher um Umstände, Lebensrealitäten und viele andere Faktoren?

    Natürlich hätte ich aufhören können , ich wusste ja, was Alkohol bewirken kann. Aber warum habe ich es nicht getan? Weil ich mich bewusst für die Sucht entschieden habe? Oder weil da tief in mir Prozesse ablaufen, die ich nicht mal verstehe? Komplexe, teils unbewusste Mechanismen, die sich nicht einfach abschalten lassen.

    Und nicht jeder, der viel trinkt, wird süchtig. Sind die jetzt “schuld”, dass sie verschont geblieben sind? Oder zeigt das nur, wie unterschiedlich Menschen mit denselben Substanzen umgehen?

    Die Schuldfrage ist ein sehr persönliches Thema.

    Was macht es so schwer, abstinent zu sein? Es gibt Millionen von Menschen in Deutschland, die niemals Alkoholiker gewesen sind. Fühlen Sie sich nun schuldig für Ihr Verhalten gegenüber anderen oder wenn Sie jemandem Schaden zugefügt haben, nur weil Sie abstinent leben?

    Fragen über Fragen:mrgreen:

    Aber die Schuldfrage in den Raum zu stellen, um Abstinenz noch schwerer erscheinen zu lassen, ist vielleicht nicht die beste Idee. In meinem Kopf kommt eher eine andere Frage auf: Wie oft kreisen da meine Gedanken um einen möglichen Rückfall? Und wie nah ist das Glas – wirklich?

    Hartmut, du kannst es nicht verstehen.

    Ob ich dich in allem nachvollziehen kann, ist das eine – aber ich muss auch nicht alles verstehen. Vielleicht haben wir das beide gleich? Denn worum es hier wirklich geht, ist doch, dass niemand so weit kommen muss, wie du es erleben musstest.

    Aber da ich bei meinem letzten Rückfall beinahe buchstäblich "das Licht am Ende des Tunnels" gesehen habe, kann ich zumindest ansatzweise nachvollziehen, was dich bewegt.

    Aber was genau hat das mit der Frage zu tun, ob man sich als Alkoholiker bezeichnen sollte?

    Und wenn es bei einer Lebertransplantation um ganz andere Vorgehensweisen geht, dann – so hart es klingt – bist du ein Einzelfall hier. Ich persönlich kenne weder einen Alkoholiker noch jemanden, der jemals eine neue Leber bekommen hat. Klar, es kann mit der Zeit nerven, aber ist das nicht ein Preis, den jemand bereit sein müsste zu zahlen?

    Und ist es nicht gerade dann sinnvoll, anderen offen aus eigenen Erfahrungen zu zeigen, wo die Fallstricke liegen, die unbemerkt zurück in die aktive Abhängigkeit führen können? Je offener ich mit meinem Alkoholismus umgehe, desto besser kann ich mich schützen und mein Rückfallrisiko minimieren. Offenheit ist keine Schwäche, sondern mein Schutzschild.

    Die weichgespülte Ehrlichkeit mag für manche angenehm sein, doch es ist die Holzhammermethode, die Treffsicherer ist – ob man sie mag oder nicht. Es geht auch nicht darum, sich ein Schild um den Hals zu hängen, sondern darum, ehrlich zu benennen, wo es notwendig ist oder wo ich gefährdet bin. Und wenn keine akute Gefahr besteht brauch ich es ja nicht.

    Das war der äußere Schutz, das eigentliche Problem beginnt damit, dass man sich dann selbst nicht als Alkoholiker anerkennen will. Innerlich läuft der Prozess weiter, still und heimlich, während man sich einredet. "Bei mir ist das anders. Ich bin nicht wie die anderen."

    Aber genau dieser Selbstbetrug ist gefährlich. Die Rückfallquote von über 95 % zeigt deutlich, dass es kein einfaches Thema ist, das man mit Rücksicht auf Befindlichkeiten schönreden kann.

    Alkoholismus ist komplex und echte Veränderung beginnt erst, wenn man sich ehrlich zu sich selbst bekennt.

    Es tut mir leid, Disziplin , aber ich sehe das, was du schreibst, komplett anders. Und ich habe auch schon 18 Jahre Trockenheit auf dem Buckel.

    Hier wird nichts glorifiziert oder euphorisch auf einen Sockel gehoben. Dies ist ein Forum für Alkoholiker ein Ort, an dem wir offen und ehrlich über unsere Realität sprechen können. Wenn nicht hier, wo sonst?

    Und ja, jeder erlebt seinen Weg anders. Aber niemand wird gezwungen, eine bestimmte Sichtweise zu übernehmen. Du siehst die Dinge auf deine Weise das ist okay. Aber das bedeutet nicht, dass es für alle so ist. Deine Erfahrungen sind wichtig für deine eigene Nüchternheit das zweifle ich nicht an.

    Aber ich frage mich: Warum sollte ich mich immer wieder erklären müssen? Ich kenne das gar nicht. Das mache ich seit Jahren nicht mehr. Wenn ich zum Arzt gehe und offen mit meiner Sucht umgehe, steht alles bereits in den Akten. Ich muss mich nicht rechtfertigen – weder vor dem Arzt noch vor anderen.

    Vielleicht liegt es an einem selbst, wenn man glaubt, sich ständig erklären zu müssen. Aber ich bin nicht hier, um mich in jedem Gespräch zu verteidigen. Ich entscheide selbst, wann ich spreche – und wann ich jemanden dumm sterben lasse. Und wenn jemand meint, sich ein Bild von mir machen zu müssen, ohne wirklich hinzuschauen… dann bitte.

    Denn am Ende zählt nur meine Nüchternheit.

    Ich werde mich zu diesem Thema nicht mehr äußern. Meine Aussagen sind eh "fragwürdig", "nebulös" und nicht zu verstehen.

    Schade, gerade die unterschiedlichen Erfahrungen von Langzeittrockenheit machen es doch aus. Es greift dich keiner an, ich bin dir sogar dankbar, dass du dich kritisch äußerst und nicht dem Mainstream nachläufst.

    Ich möchte jetzt keinen Namen nennen (H.....t).

    Schick mir doch mal, wer das ist, ich würde ihn zur Mäßigung aufrufen.:whistling:

    Ich bin trocken , nicht, weil andere an mich glauben, sondern weil ich der Einzige bin, der damit leben muss. Mein Selbstwert hängt nicht an Gerüchten, Meinungen oder „Expertenanalysen“ aus der fünften Hand . Was draußen erzählt wird, ist stille Post mit moralischer Attitüde und dem Zeigefinger schon im Anschlag.

    Der Schwager erzählt, der Bruder habe behauptet, die Schwester sei in zweiter Generation alkoholabhängig gewesen und daraus wird konstruiert, dass ich nun benachteiligt bin. Ernsthaft? Und jetzt soll ich meine Entscheidungen und Risikominimierung auf Stammtischgeschwätz aufbauen? Und die "Lautsprecher", die beim Outing noch jubeln, sind die ersten, die beim Rückfall kommentieren.„Wusste ich’s doch – der kriegt das nie hin.“

    Und die ironie. Ich passe mich an, verbiege mich, versuche zu gefallen und genau dabei stolpere ich zurück ins Saufen. Bin ich wirklich so billig zu haben, dass ich mir die eigene Wahrheit von außen wegdefinieren lasse?

    Und mal ehrlich: Selbst der Dümmste merkt, wenn ich plötzlich keinen Alkohol mehr trinke, dass etwas im Gange ist. Hinter den Kulissen läuft das Geschwätz schon auf Hochtouren, während ich mir einrede, dass es niemand bemerkt. Altes nasses Denken in neuer trockener Verpackung: tarnen, täuschen, lächeln – damit niemand merkt, wie leise der Absturz beginnt.

    Und ist es das wert, mir einen anderen Anstrich zu geben und mich nicht als Alkoholiker zu betrachten? Selbst hier nicht? Oder mache ich mir mit den abenteuerlichen Umschreibungen wieder selbst etwas vor?

    Ich weiß nicht mehr, wem ich was schon erzählt habe. Ist auch egal. Denn wenn ich hier im Forum auftauche, dann nur aus einem Grund: Ehrlichkeit. Kein Theater, keine Maskerade, keine Ausrede. Ich bin Alkoholiker. Das ist mein Einstieg und kein Abgesang.

    Bei Alkohol zahlen wir nicht!

    Nun habe ich die Namen des Kreditinstituts editiert. Bitte keine Namen nennen, danke.

    Zweifelhaft, da ich mich in der Finanzbracnhe auskenne und viel damit zu tun hatte und die Regularien kenne, weshalb solche Behauptungen für mich fragwürdig erscheinen. Wenn schriftlich als Begründung mitgeteilt würde, dann wäre alles gut. Denn es ging ja um einen Erlass und nicht um eine Neuaufnahme des Kredites.

    Ich würde auch keinem, der noch säuft einen Kredit geben, da, sagen wir mal, die Zahlungsmoral von seinem Konsum abhängig ist. Aber ich kenne auch keinen bekennenden Alkoholiker, der zur Bank geht und sich als solcher outet. Alles ein bisschen dubios.

    Aber das ist doch nicht der Punkt. Hast du selbst negative Erfahrungen gemacht oder nur davon gehört?

    Hier geht es jedoch erstmal um die Begrifflichkeiten, wie ich mich sehe, bekenne und um meinen Selbstschutz. Oute ich mich im Lokal, bekomme ich keinen Alkohol im Essen. Oute ich mich bei nahestehenden Freunden, passen sie auf mich auf, dass ich nichts trinke.

    Natürlich gibt es Menschen, die es als Rechtfertigung sehen und negativ bewerten. Ja, diese Idioten, die das Stigma im Kopf haben, existieren aber darüber spricht niemand. Doch es wird sich nie ändern, wenn niemand darüber redet.

    Es handelt sich jedoch nicht um die Mehrheit, sondern um Einzelfälle. Zumindest ist das meine Erfahrung. Natürlich wird es schwierig, wenn ich mich ständig ducke, mich selbst als Stigma sehe und nicht den Mut aufbringe, dagegen aufzustehen.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele dies überhaupt nicht hören wollen

    Ich kenne das nur zu gut.

    Manche reagieren ganz entspannt, ohne groß darüber nachzudenken, während andere wie vom Blitz getroffen wirken, weil sie plötzlich mit ihrem eigenen problematischen Trinkverhalten konfrontiert werden.

    Und dann gibt es die alten Saufkumpanen. Für sie war ich weniger jemand, der sich weiterentwickelt hat, sondern eher ein verlorenes Mitglied ihrer Stammtischrunde. Sie wollten mich zurückholen, nicht aus Sorge, sondern weil mein Weg ihr Gefüge aus dem Gleichgewicht gebracht hatte, ein Teil der Gruppe fehlte. Einer weniger, hinter dem sie sich verstecken konnten.

    Alkoholiker sind doch nur diejenigen, die verwahrlost, vollgepisst und besoffen, ungepflegt am Bahnhof herumlungern, pöbelnd Geld fürs Saufen erbetteln, andere belästigen und einfach nur peinlich wirken.

    Das sind die „echten“ Alkoholiker – willensschwache Menschen, die auf Kosten der Gemeinschaft leben. Die gehören doch zwangsweise eingewiesen, denn sie stören zudem das heile Weltbild, das die Alkoholindustrie in ihren Hochglanzmagazinen darstellt.

    Oder sehe ich das falsch? Sonst dürfte es ja kein Problem sein, sich als Alkoholiker zu bezeichnen, oder?

    Hallo Rennschnecke

    Ich habe das Thema mal hier in diesen Bereich verschoben, da es um einen Begriff und nicht um dein Weg geht.

    INNERHALB des Forums: das klare Bekenntnis, Alkoholiker zu sein, als nicht verhandelbare Voraussetzung für die Teilnahme.

    @all. Ist in Stein gemeißelt, und es wird auch so bleiben.

    Hier sind im Forum wohl so ziemlich alle Varianten vertreten,

    Nicht die Erkrankung steht im Mittelpunkt, sondern der Wunsch, mit der Umschreibung sein Selbstbild zu bewahren. Jeder hat Bilder von Alkoholikern im Kopf, die er mit diesem Begriff assoziiert und die seine Wahrnehmung prägen

    Wer sich jedoch über die Begrifflichkeiten aufregt, zeigt oft eine tiefere Abwehrhaltung gegenüber seiner eigenen Realität.

    AUSSERHALB des Forums, oft unter dem Schlagwort 'Outen" betrachtet:

    „Wenn jemand sagt: "Ich muss mich outen", bin ich sofort wach. Dieses Wort verheißt Drama, Bruch, Wahrheit. Ein Aufruf zur Aufmerksamkeit. Doch im Zusammenhang mit Krankheit irritiert es mich. Krankheit ist kein Geheimnis, keine Enthüllung, kein Tabubruch. Sie braucht keine Bühne.

    Aber das ist wieder ein anderes Thema. Hier geht es um das eigene Unbehagen beim Wort Alkoholiker.

    Guten Morgen Hartmut, um das Thema abzuschließen; die Stigmatisierung des Wortes "Alkoholiker" ist für viele Betroffene ein Problem. Die Menschen sind zu verschieden.

    Lässt dir keine Ruhe, nicht wahr? ;)

    Von welchen Menschen sprichst du denn? Sucht macht keinen Unterschied zwischen Menschen sie kann jeden treffen, unabhängig von Herkunft oder Charakter .

    Aber es liegt auch an mir als Alkoholiker, ob ich die gesellschaftliche Stigmatisierung mittrage oder ihr aktiv etwas entgegensetze. Der erste Schritt raus aus dem Stigma beginnt mit meinem eigenen Verhalten. Solange ich mich selbst nur umschreibe und die Wahrheit ausklammere, bleibt das Stigma bestehen. Denn wenn wir als Betroffene nicht den Mut haben, klar hinzuschauen und unsere Krankheit als solche zu benennen, wird sie gesellschaftlich auch nicht als Krankheit anerkannt.

    Wenn ich nicht einmal in einem Forum, das extra für Alkoholiker geschaffen wurde, die Kraft habe, klar zu mir zu stehen dann läuft etwas schief. Denn hier sollte es keine Rolle spielen, wer ich bin, sondern was ich bereit bin, ehrlich zu teilen.

    Wenn ich stattdessen ausweiche und herumdruckse, mache ich genau das, was draußen passiert: Ich füttere das Stigma weiter. Nicht durch meine Krankheit sondern durch mein Schweigen.

    Flexibilität schadet dem Sinn nicht, es macht ihn manchmal menschlicher und zugänglicher

    Welche menschlichen Aspekte sind mit Sucht verbunden, und was ist humaner: eine Person aus der Sucht zu befreien und kontinuierlich zu betreuen, um Rückfälle zu verhindern, oder ihr zu ermöglichen, die Bedeutung der Abstinenz selbst zu erkennen?

    Nicht wir müssen zugänglicher sein, sondern der User der sich hier anmeldet.

    Dies ist eine Selbsthilfegruppe, keine Therapieeinrichtung oder Beratungsstelle. Der Fokus liegt auf der Eigenverantwortung des Users.

    Einige Erwartungen, die an Hilfeleistungen gestellt werden, erscheinen mir manchmal fragwürdig.

    In nassem Zustand zeigten die meisten Säufer ein rücksichtsloses Verhalten gegenüber sich selbst und ihrer Umwelt. Da war ich auch nicht so zimperlich. Bedeutet die Abstinenz nun eine vollständige Wandlung, Saulus zu Paulus?

    Und bei der ganzen Diskussion rund um die Sucht ging es nur um das Wort "Alkoholiker" nicht mehr und nicht weniger.

    Dir darf aber auch nicht auf den Schlips treten lieber Hartmut.

    Keine Sorge, das ist immer wieder eine wiederkehrende Diskussion hier und lenkt nur von dem Hauptgrund des Austausches hier ab

    . Deswegen kommen mal zwischendurch Ansagen um wieder zum Sinn hier zurückzukommen.

    Ist ja nicht das erste Mal.