R/no - "lauf R/no lauf"

  • Bono59 sensationell geschrieben. Vielleicht ist es auch langsam einsetzende "Altersmilde"

    Entschuldigung Hartmut! Ist respektvoll gemeint.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Ob ich Humor verstehe, erfahrt ihr in eurem nächsten Beitrag durch meine "scharfsinnige" Antwort.:whistling::mrgreen:

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Es ist wohl so wie ihr es mir es prophezeit habt, ich bin nicht mehr interessant weil ich nicht mehr trinke.

    Das ist es. ich habe auch in der ganzen Zeit von etwas über 10 Jahren erfahren, dass das wahre Bindeglied zischen mir und meinen ehemaligen Saufkumpanen allein der Alkohol war. Wir haben uns da gegenseitig "schön" getrunken. Fällt der Alk weg, ist auch die Bindung verloren.

    So einfach ist es.


    Mein Kontakt zu so Leuten ist komplett eingeschlafen, ich werde ihn nicht aufwecken. Warum? Weil es einfach nicht mehr passt.


    Treffe ich jetzt noch einen, gibt's maximal etwas small talk, das war es dann auch schon.

  • ... ich sehe ihm seine Verlegenheit an aber komme immer noch nicht drauf wie man jemanden einfach so aussortiert ohne mit der Wimper zu zucken, vor allem jetzt wo ich trocken bin kann man mit mir wohl nichts mehr anfangen.

    Das geht einfacher als man denkt bzw. einem lieb ist.

    So wie ich, als ich mich für die Abstinenz entschieden hatte, den Kontakt zu manchen "Freunden" und "Bekannten" (bekannt freilich meist vom gesellig-nassen Zusammensein her) mehr oder weniger mir-nichts-dir-nichts abgebrochen habe, so wurde auch ich von manchen Zeitgenossen (auch Zeitgenossinnen - das wundert mich noch eher) von jetzt auf gleich aus deren Leben gestrichen. Freunde, die ich seit dem Kindergarten kenne, melden sich nicht mehr, in Whats-App-Gruppen, wo es früher einen regen Austausch gegeben hat, herrscht jetzt Funkstille, selbst banale Gespräche (z.B. auf dem Markt oder bei einer Veranstaltung) werden von manchen nur sehr widerwillig geführt.

    Bei Feierlichkeiten / Ausflügen im Betrieb möchte man mich eigentlich gar nicht wirklich mehr dabei haben, denn es ist ja schon doof, wenn der Chef nix trinkt und die anderen schon - da muss man sich dann schließlich zusammenreißen, nicht, dass einem im Suff das eine oder andere unüberlegt über die Lippen kommt oder die eine oder andere Peinlichkeit passiert. Und so etwas ist natürlich nicht im Sinne der "Partytruppe". Deshalb fahre ich bei diesen Team-Building-Aktionen auch gar nicht mehr mit. Ich gebe denen, die mitfahren wollen, frei und die sollen dann machen was sie wollen - ohne mich. Da geht es denen wie auch mir vermutlich besser. Den Mitarbeiter/-innen, weil sie nicht aufpassen müssen und mir, weil ich mich nicht ärgern muss (wenn mir zum x-ten Mal versucht wird, ein Bier aufzuschwatzen, obwohl ich schon 3x gesagt habe, dass ich nix trinke).

    Jedenfalls habe mich daran gewöhnt, dass ein Großteil meines alten Freundes- und Bekanntenkreises nichts oder vielleicht besser nur mehr das Notwendigste mit mir zu tun haben will, weil ich mich verändert habe - und mit dieser meiner Abstinenz kommen manche überhaupt nicht klar (was mich bei manchen allerdings schon trifft, weil ich mir das nicht gedacht hätte)...

    Was soll's!? Das Leben geht auch so weiter...

  • vor allem jetzt wo ich trocken bin kann man mit mir wohl nichts mehr anfangen

    man = MDF

    Das hatte ich gar nicht auf dem Schirm, als ich nüchtern wurde. Eigentlich hatte ich nicht wirklich weit gedacht. Mir ging es immer schlechter und das musste aufhören.

    Wir hatten eine große WhatsApp-Gruppe. Die Gruppe wird es noch geben. Nur ohne mich.

    Als erstes fiel mir auf, dass der Ton dort so... oberflächlich, plump und... na ja, eben "nass" war. Als sie sich dann zum Vorglühen verabredet haben, um danach ein Brauhaus zu gehen, habe ich die Reißleine gezogen. Kurz geschrieben was Sache ist und dass ich jetzt aus der Gruppe austrete. Das habe ich dann auch gleich gemacht.

    Hinterher haben sich mehrere Leute direkt bei mir gemeldet und meinten, sobald sie etwas machen, wo Alkohol nicht im Mittelpunkt steht, sagen sie mir Bescheid und dann unternehmen wir etwas.

    ^^ Jedes Mal, wenn ich es hier erzähle, ist es länger her. Jetzt sind es über 3 Jahre.

    Und zufällig genau diese 3 Jahre, habe ich nichts vermisst. ;) Einmal zufällig in der Sauna getroffen. Waren zwischen den Saunagängen nur am Bechern und es kam einfach kein einziger gescheiter Satz. Keine Nachfrage und auch nix erzählen wollen. Nur Stammtischgeschwätz. Und das war meine Freizeit, mit meinen Freunden? Enttäuschend, kommt von Ent-Täuschung.

    (ps. Ich bin übrigens auch genau 1,88 groß. Bei 65 kg, wäre ich wohl mehr tot als lebendig. )

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Guten Morgen, ich hab mal meinen Avatar geändert weil für mich feststeht das ich mein neues Leben nicht noch einmal eintauschen werde, ich weiß auch das ich noch etwas feucht hinter den Ohren bin und man sich eigentlich erst mit dem Tod zu den 5 % zählen kann weil bis zum Lebensende die Möglichkeit besteht rückfällig zu werden aber ich bin von mir so überzeugt und zähle mich mal dazu, die Zeit wird zeigen ob ich recht behalten werde.

    Zum Thema wie man mit unserer Krankheit in der Öffentlichkeit/Freundeskreis umgeht muss ich sagen das ich es genauso wie Carl Friedrich halte, nur ein kleiner Kreis weiß bescheid, für alle anderen trinke ich keinen Alkohol mehr wegen meiner gesundheitlichen Probleme, bis jetzt hat keiner mehr nachgefragt...

    Meinen Söhnen habe ich nicht erzählt das ich Alkoholiker bin, das mach ich wenn sie etwas älter sind, ich hab aber gesagt das mir Alkohol nicht mehr gut tut und er auch sehr gefährlich ist etc. mehr ist mMn bei Kindern in diesem Alter (8,11) auch nich nötig , es ist wie Hartmut es schon gesagt hat, die Kinder sind nicht dumm und bekommen schon mit das ich mich verändere oder das die Zeiten davor mir/ uns nicht gut getan haben. Sie achten sehr darauf, vor ein paar Wochen sind wir wiedermal nach dem Freibad zum Griechen essen gegangen und meine beiden Söhne haben dann gleich interveniert das wir da nicht hin können/sollten weil Papa kein Bier mehr trinkt, ich hab es ihnen dann aber erklärt das dass doch geht und alles gut ist.

    Was andere denken ist mir jetzt egal, wichtig ist letztendlich nur das ich von mir überzeugt bin das richtige zu tun und dass bin ich, keine unnötigen gefahren, kein Leichtsinn und keine Experimente. Darum trage ich jetzt wie die Rocker das 1% Patch jetzt mein 5% Patch :)

    Ich wünsche allen einen schönen sonnigen Tag

    LG R/no

  • Zum Thema wie man mit unserer Krankheit in der Öffentlichkeit/Freundeskreis umgeht muss ich sagen das ich es genauso wie Carl Friedrich halte, nur ein kleiner Kreis weiß bescheid, für alle anderen trinke ich keinen Alkohol mehr wegen meiner gesundheitlichen Probleme, bis jetzt hat keiner mehr nachgefragt...

    Ich habe längst aufgehört zu glauben, dass etwas im „kleinen Kreis“ bleibt. Jeder kleine Kreis hat seinen eigenen Kreis – und schon verbreitet sich das Gerede in großem Stil. Die Vorstellung, dass Schweigen selbstverständlich ist, habe ich aufgegeben. Es wird immer geredet. Immer.

    Und die berühmte Hand für jemanden ins Feuer zu legen hätte nur dem Hersteller von Handprothesen Umsatz gebracht, aber nicht mir.:mrgreen: Wichtig für mich war ,wie ich mit dem Gerede umgehe, denn es gibt ja auch dumme Menschen da draußen, die nicht den geistigen Horizont haben, um zu beurteilen, was Alkoholismus überhaupt ist.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • habe längst aufgehört zu glauben, dass etwas im „kleinen Kreis“ bleibt. Jeder kleine Kreis hat seinen eigenen Kreis – und schon verbreitet sich das Gerede in großem

    Ich spreche jetzt nur von mir. Ich habe meinen engeren Kreis richtigerweise informiert! Was die größeren Kreise denken, ist mir piepegal. Die denken sowieso was sie wollen. Das ist aber auch deren Problem. Wem ich nicht egal bin, der kann mich danach fragen und ich beantworte gerne seine Fragen. Alles Andere interessiert mich nicht.

  • Ich habe längst aufgehört zu glauben, dass etwas im „kleinen Kreis“ bleibt. Jeder kleine Kreis hat seinen eigenen Kreis – und schon verbreitet sich das Gerede in großem Stil. Die Vorstellung, dass Schweigen selbstverständlich ist, habe ich aufgegeben. Es wird immer geredet. Immer.

    Guten Morgen Hartmut, ja da hast du recht, das denke ich auch aber mir ist es gleichgültig ob und was geredet wird, vorallem müsste ja jetzt der Tenor auf "wie lange hält er das durch" liegen. Die Hauptsache für mich ist das ich glücklich bin mit meiner Entscheidung und das alles ohne geballter Faust in der Tasche, in ein paar Monaten bin ich noch gefestigter in meiner Abstinenz und kann dann noch souveräner mit meiner Krankheit umgehen, verstecken oder schämen tue ich mich nicht mehr, denn etwas stolz bin ich schon auf mich.

    Sonnige Grüße


    Letzte Woche war ich wiedermal zur Zahnreinigung, mein Zahnarzt war ganz aus dem Häuschen, ich hatte immer 17% Zahnfleischbluten nachdem entfernen der Beläge und dieses mal nur, Trommelwirbel, 4%. Er hat mich gefragt wie das kommt und ich hab dann erzählt das ich seit Anfang des Jahres keinen Alkohol mehr trinke und mir das richtig gut tut. Er war beeindruckt und fand das richtig gut, nur die ganze Wahrheit wollte ich vor der Belegschaft nicht erzählen, das mach ich vielleicht bei Gelegenheit und Notwendigkeit mal ein anderes Mal unter vier Augen...

  • Spielverderber

    Ich finde das es echt besser klingt, 5% klingt auch irgendwie nach Alkoholfreiem Bier, so als wäre ich nicht richtig trocken. Aber egal, es sehen ja nur unsere Kollegen hier im Forum und ich habe bis jetzt nicht vor mir es zu Tattoowieren :)

    Oder ich handhabe es so das erst ab zehn Jahren das 0% Patch getragen werden darf, 5% ist für uns Frischlinge, es muss ja alles seine Ordnung haben😬

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