Beiträge von Hartmut

    Auch wenn ich weiter oben schrieb, keinen "richtigen" Tiefpunkt erlebt zu haben

    Das ist häufig der Trugschluss. Nach meinem Verständnis hatte ich einen Tiefpunkt, als ich hier das erste Mal ankam. Doch im Vergleich zu dem, was ich nach einem Rückfall erlebte, war das nur ein "Spaziergang".

    Tee ist so eine Sache. Damit kann ich mich überhaupt nicht anfreunden. Zu Beginn hatte ich diese Welle, die trockene Alkoholiker als Alternative ansahen , einmal mitgemacht. Aber es ist einfach nicht meins.

    Jeder muss eben sine eigene Belohnung finden.

    Nun ist Vergleich einerseits Quatsch und ich gucke auf mich selbst, andererseits gibts Unterschiede wie Stärke/Vorhandensein des Suchtdrucks, aber auch Parallelen, wie die Unmengen Flüssigkeit in einer bestimmten Phase.

    Vergleich oder besser gesagt Abgleich ist ja immer nur der jetzige Istzustand, was nicht heißt, dass mich das genauso wie andere erreichen könnte, denn es sind ja die "Nebenwirkungen" der Sucht. Ich halte nichts für unmöglich, jedoch stets ohne Angst und nur mit Respekt. Ich schwäche auch nichts ab, da es unvorsichtiger macht .

    Ich kann mich noch an das Geschwätz an den üblichen Stammtischen erinnern, was da alles für Thesen aufgestellt wurden. Das hat mich, als ich das erste Mal hier trocken werden wollte, davon abgehalten, vernünftig den Weg zu gehen. Rückfall nach ca. 12 Wochen, weil das Hirn das Lied anstimmte: "Es ist ja bei mir nicht so schlimm und vor allem ganz anders."

    Das mache ich demnächst. Muß nur aufpassen, dass ich den Getränkethread dabei nicht sprenge...

    Macht nichts, besser dort als hier, sonst verschwimmt dein Suchthread im Tee.:mrgreen:

    Neulich diese Diskussion hier brachte mich tatsächlich zum Nachdenken,ob mir so ein Rückfall nach vieljähriger Trockenheit auch passieren könnte, inzwischen bin ich aber wieder ziemlich davon überzeugt, dass mir das nicht so aus Versehen passieren wird.

    Natürlich kann das passieren, schließlich handelt es sich um Sucht.

    Ich denke wer seinen jahrelangen Weg bereits geht und tief in sich hineinschaut, erkennt auch, ob irgendwo noch die Möglichkeit besteht, wieder Alkohol zu saufen oder ob das Thema für einen selbst endgültig abgeschlossen ist.Ferngesteuert auf Alkohol zuzulaufen, kenne ich nicht von Langzeittrockenen.

    Alles andere ist die Risikominderung. Dazu gehört für mich auch die bewusste Entscheidung, ob ich zulasse, dass Alkohol in unmittelbarer Nähe ist, insbesondere in Momenten, in denen starke Emotionen die Kontrolle übernehmen und das rationale Denken in den Hintergrund tritt.

    Ich erinnere mich auch gut. Paradox wird es, wenn einer der Freunde am Tisch selbst Arzt ist


    Sucht ist eben absolut unvoreingenommen sie fragt nicht nach Geschlecht, Religion , Beruf oder Status. Egal ob männlich, weiblich oder divers, ob kleine Nummer oder großer Geist sie macht da keinen Unterschied.

    Diese Gleichbehandlung könnte man fast als charmant bezeichnen;) wenn sie nicht so einen miesen Ruf hätte.:whistling:

    Das ist jedoch das Einzige, was mir daran sympathisch ist.

    Lügt nicht jeder beim Arzt?

    Nein, ich spreche immer offen über das, was mich belastet, sonst gehe ich nicht beim Arzt.

    Ich habe stets klar kommuniziert, dass ich zu viel getrunken und dadurch meinen Magen verdorben habe. Übermäßiges Essen oder zu viel Rauchen könnten ebenfalls eine Rolle spielen. Es sind jedoch die Auswirkungen, die mich daran hindern zu arbeiten, nicht der ursprüngliche Grund. Deshalb suche ich einen Arzt auf.

    Aber hier geht es ja um den Alkoholismus, und da sind wir eben mal stigmatisiert, und nicht jeder will dazu gehören. ;)Zumindest nicht am Anfang.

    . Jetzt bin ich sehr stolz auf meine ehrliche Antwort. ‚Keine Zigaretten, kein Alkohol‘ Ein ziemlich gutes Gefühl!

    Siehst du, es gibt nicht anfänglich Schlechtes, das nichts Gutes bewirkt.:whistling:

    Solange ich darüber nachdenke, ob meine Abhängigkeit körperlich oder psychisch bedingt ist, habe ich meine Alkoholkrankheit noch nicht vollständig akzeptiert. Es erinnert mich an früher am Stammtisch, wo ich mein Trinkverhalten mit anderen verglich und mir einredete, dass es nicht so schlimm sei, schließlich gab es Menschen, die noch mehr tranken als ich.

    Gerade am Anfang ist es schwer, sich dieser Realität zu stellen. Besonders, wenn ein Arztbesuch bevorsteht, bei dem man sich öffnen soll, sucht man nach Ausreden oder stellt eigene Diagnosen auf, um ihn zu vermeiden.

    Wichtig ist zu wissen, dass es nicht unsere Aufgabe ist, das Verhalten eines Alkoholikers nach der Anmeldung hier zu kontrollieren. Dennoch ist es unser Anspruch in diesem Forum, kalte Entzüge nicht zu tolerieren oder darüber zu diskutieren.

    Übrigens habe ich bereits mir bekannte Alkoholiker gesehen, die sich beim Arzt eine Krankschreibung holten, weil sie sich „unwohl“ fühlten. Sie kennen den Weg also bereits.;)

    Oder glaubt wirklich ein nasser Alkoholiker, wenn er zum Arzt geht, sei nicht bekannt, dass er säuft?

    Nun ist es nicht nur eine besondere Leistung, sich heute noch mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

    Nein, es ist auch etwas Besonderes, dass du als Moderatorin im CO-Bereich das Forum in den letzten Jahren so mit geprägt hast und weiterhin die Geduld und Kraft aufbringst, dich mit anderen auseinanderzusetzen.

    Dafür herzlichen Glückwunsch und auf weitere 18 Jahre!

    Ansonsten kann ich nur schreiben, wie mein Erleben ist.

    Und genau das ist gut so! Wir sind hier oder sollten es zumindest sein um unsere Erlebnisse zu teilen, sie mit den Erfahrungen derjenigen abzugleichen, die schon länger trocken sind, und so unseren eigenen Weg zu finden.

    Deshalb: Schreib ruhig weiter, selbst wenn dir mal ein gefühlter Gegenwind entgegenkommt. Mein alter Spruch dazu.

    Wer nur Schulterklopfer für seinen Weg in die Trockenheit sucht, geht besser an den Stammtisch.;)

    Ich weiß Deine Meinung

    Nun tausche ich meine Meinung nicht so gerne aus, jedoch mit einer geballten Erfahrung kann ich dienen.:)

    Willkommen bei uns.


    Null Druck, Null Verlustgefühl -- trifft vollkommen zu und ist stetig. Der Alkohol ist mir wirklich gleichgültig geworden.

    Turbo -Trocken? ;)

    Wenn Alkohol gleichgültig geworden ist, wie kann dann jemand Alkoholiker sein? Wie ich lese, bist du seit ein paar Monaten trocken, und da denke ich, dass die Euphorie gerade noch den Hauptteil vom Denken übernimmt. Denn es ist eine Lebensaufgabe, den notwendigen Respekt nicht zu verlieren, ohne dabei verkrampft durch den Alltag zu gehen.

    Besonders wenn es sich um Themen dreht, die nur mittelbar etwas mit Alkoholsucht zu tun haben.

    Jetzt einmal allgemein und nicht auf einen einzelnen User bezogen:

    Dies ist ein Alkoholforum, und Rückfälle können vorkommen. Es ist ebenfalls bekannt, dass sich User unter Alkoholeinfluss anders verhalten als im nüchternen Zustand.

    Da wir im Vorstellungsbereich bereits eine Vorauswahl treffen, um Betrunkene von Euch fernzuhalten, sind wir dennoch hin und wieder auf eure Unterstützung angewiesen, falls über private Nachrichten entweder betrunkene Personen oder andere Inhalte, die den Weg des Einzelnen betreffen, etwas Unpassendes geschrieben wird.

    Robyn Danke für deine Mithilfe

    Ich hatte starke Stimmungsschwankungen und zukunftsängste aber komischerweise überhaupt keinen Saufdruck, ich hab beim rauchen mal kurz darüber nachgedacht was ich jetzt in meiner nassen zeit gemacht hätte und war dann froh das ich jetzt auf diesem Weg bin.

    Das eine hat eben mit dem anderen nichts zu tun. Für einen Alkoholiker war das Saufen ein "Muss", während man nüchtern betrachtet merkt, dass es überhaupt kein "Muss" ist.;)

    Ich halte einen offenen Umgang mit einer Krankheit für äußerst wichtig, und niemand sollte sich deswegen verstecken müssen. Duckmäuser gibt es genug auf dieser Welt.

    Ein offenes Auftreten zeugt von Selbstvertrauen und zeigt auch, dass einem ihm das Nüchtern bleiben wichtig ist . Es wird ohnehin immer über etwas gesprochen, und wenn man zuvor viel getrunken hat, fällt es ebenso auf, wenn man plötzlich nichts mehr trinkt.

    Zu Beginn ist es entscheidend, ein alkoholfreies Umfeld zu schaffen. Es wird empfohlen, die Wohnung alkoholfrei zu halten, im ersten Jahr Veranstaltungen, Feiern und Feste zu meiden, bei denen vordergründig das Saufen im Mittelpunkt steht, sowie den Kontakt zu trinkfreudigen Freunden zu abzubrechen . Zusätzlich sollten in dieser Zeit geeignete Alternativen geschaffen werden.

    Servus, mal von einer anderen Seite aus betrachtet;)

    Heute räumte ich ein wenig mein Handy auf und ging dabei auch durch meine Whatsapp-Kontakte und die Chats. Was mir beim Durchforsten auffiel ist, dass es gar nicht mal wenige Bekannte (männlich wie weiblich) gibt, die man auf Fotos nur sehr selten ohne ein Glas Sekt, Wein oder Bier sieht. Oder [noch bezeichnender!] man sieht nur z.B. einen Tisch auf einer Terrasse, gerichtet auf die Berge oder das Meer und: ein Glas mit etwas Alkoholischen drin mit vielen Grüßen aus dem Urlaub oder von sonst wo. Also nicht einmal mehr den Menschen selbst.

    Ich würde mir l Gedanken darüber machen, was der tiefere Sinn ist, warum mir so etwas nun als trocken werdender Alkoholiker auffällt.

    Ich selbst mache mir darüber keine Gedanken. (mehr) Bei mir war es schließlich nicht anders. Warum sollte ich mein eigenes Verhalten infrage stellen, wenn ich es bei anderen beobachte?

    Den Verzicht, etwas nicht mehr tun zu können, zu wollen oder es zu analysieren, hole ich mir nicht ins Haus. Die Welt wird nicht trockener, nur weil ich nicht mehr trinke.

    Ich hatte nicht vor mich hier durch einen kalten Entzug von euch begleitet zu lassen

    Solange du dich hier austauschst und nicht entgiftet bist, begleiten wir dich bei einem kalten Entzug. Wenn dies von einem Arzt durchgeführt wird, ist alles in Ordnung, aber wir nehmen das hier sehr ernst.

    Mit Absichtserklärungen während eines kalten Entzugs, der jederzeit eskalieren kann, ist nicht zu spaßen.

    Melde dich einfach am Dienstag wieder. Bis dahin kannst du dich hier ja einlesen .

    Das soll keine ausrede sein,das war auch nur ein Gedanke was wenn ich nicht gleich einen Termin bekomme.Nur krank melden kommt für mich nicht infrage!(da kleine Einrichtung im öffentlichen Dienst) desswegen bleibt mir nur der Nachmittag.

    Willkommen bei uns.

    Natürlich ist es eine Ausrede;), denn jeder kann heute zum Arzt gehen und sich wegen eines kalten Entzugs an den Notdienst wenden. Denn ein kalter Entzug hinterlässt schon mal irreparable Schäden oder endet im schlimmsten Fall tödlich. Das wissen die Ärzte alle.

    Dann ist es auch vorbei mit der Arbeit. Anrufen, abklären, Notdienste oder Vertretung kontaktieren, und du bist auf der sicheren Seite.

    Es ist dein Risiko, das du eingehst, aber wir gehen hier auf Nummer sicher und möchten aufgrund schlechter Erfahrungen nichts von einem kalten Entzug hören. Deswegen ist auch der Vorstellungsbereich vorgeschoben, um einmal abzutasten, wie ernst es dem einen oder anderen ist.

    Der eigentliche Austausch findet erst mit einer überwachten körperlichen Entgiftung statt. Oder nach plus minus 10 Tage

    @all

    Es reicht jetzt langsam mit dem Bashing gegenüber anderen Usern. Ein solches Verhalten ist hier nicht akzeptabel. Wenn ein User einem nicht zusagt, sollte man ihm aus dem Weg gehen.

    Ständiges Nachtreten ist in diesem Forum nicht erwünscht. Ich werde daher alles löschen, was in diese Richtung geht, denn der Grund eures Austausches ist nicht der User, sondern eure Sucht.

    Bitte beachtet, wir sind ein großes Forum, und es ist nicht notwendig, dass sich jeder mit jedem austauscht.

    Ich will ja lernen mit mir zunächst "unangenehmen" Menschen, auch umzugehen.

    Also, was gibt es Besseres, als dieses Forum als ein Testfeld zu betrachten, in dem alle, ob wir es wollen oder nicht selbst betroffen sind? Ich gebe zu, dass ich auch nicht automatisch jeden Menschen hier oder im realen Leben ins Herz schließe, aber es kreuzen sich die Wege nun mal.

    Für mich zählt vor allem, was hole ich für mich da raus und ob es sich überhaupt lohnt, den Konflikt inszenieren zu lassen , denn wie immer, wo Druck ist, folgt auch ein gewisser Gegendruck.

    Und unser „Suchthirn“ spielt seine ganz eigene Melodie, die sich nicht einfach ignorieren lässt. Unerwartete Reaktionen können in alle Richtungen ausbrechen, sodass ich manches aushalten muss, was gar nicht notwendig wäre, wenn es möglich ist sich zurückzuziehen.

    Ich sage immer dass ich nicht aktiv auf Alkohol zulaufe, doch ich muss bereit sein, wenn er an meine Tür klopft. Gerade am Anfang war die Konfrontation mit Alkohol ein echt schwierig auf meinem Weg

    Ebenso wie der Umgang mit Menschen, die mir nicht richtig passten. Manchmal platzte es heraus, und ich reagierte impulsiv auf jede gefühlte Provokation. Doch mit der Zeit wurde mir klar: das Selbsthilfe und Selbstfürsorge Hand in Hand laufen.

    Heute renne ich nicht mehr dem Gefühl der inneren Anspannung hinterher, sondern gehe gezielt den Weg, der wirklich zu mir passt weiter.

    Vielleicht können Sie dort auch etwas mitnehmen.

    Nun spiele ich nicht mit der Sucht, noch suche ich die Konfrontation mit ihr. Warum sollte ich etwas visualisieren, wenn ich damit abgeschlossen habe? Wenn ich akzeptiert habe, dass ich mit dem Alkohol nicht mehr umgehen kann? Wenn ich weiß, dass jeder nächste Schluck mich wieder dorthin führt, wo ich nicht mehr hin möchte?

    Das erschließt sich mir nicht. Das Experimentieren und kämpfen habe ich am Stammtisch gelassen.

    Wenn das hier jemand nachmachen will, muss er wissen, dass ich ein ziemlich spezieller Typ bin.

    Du bist genauso suchtkrank wie jeder andere auch, da gibt es nichts Besonderes. ;)

    Wenns den Forenregeln widerspricht, lieber löschen. Damit habe ich kein Problem. Es ist meine Erfahrung, deswegen hab ichs erzählt.

    Erfahrungen kann ich nicht wegdiskutieren, und ich lösche sie auch nicht. Es spricht auch nichts gegen die Regeln, denn es sind deine Erfahrungen.

    Wir sind ein Selbsthilfeforum und spannen keinen Schutzschirm über Alkoholiker, die auf dem schnellsten Weg wieder rückfällig werden wollen, genauso wenig wie über jene, die nach den Grundbausteinen leben.

    ich fand es nahezu unmöglich aus dem, was der User geschrieben hat, irgendetwas Verlässliches rauszuziehen

    Man wird niemals etwas Verlässliches herausziehen können, wenn sich jemand noch im Rückfall befindet. Jedoch sollten wir den Betroffenen nicht mehr zu personalisieren, da er hier nicht mehr aktiv dabei ist.

    Die Abläufe sind jedoch stets ähnlich. Ich sehe es so: Wenn ich rückfällig werde und das Glas wieder wegstelle, befinde ich mich trotz Abstinenz noch Tage oder Wochen im Rückfall, da ich weiterhin denselben nassen Gedanken vertraue.

    Es benötigt Zeit, bis sich das Gehirn wieder auf „Trocken“ umstellt. Dafür ist jedoch die Bereitschaft erforderlich. Passend dazu lautet der Spruch: "Nur nichts trinken reicht nicht."