Beiträge von Brigitte

    Grüße dich Bernd.

    Schön mal wieder von dir zu hören. Ich kann mir vorstellen, was das alles für Brassel war. Aber jetzt hast du es endlich hinter dir, zumindest den äußeren Teil.

    Jetzt heißt es für dich, alleine klar zu kommen. Ich denke, auch das wird sich richten.

    LG Brigitte

    Zitat von kommal


    In diesem Bereich gibt es glaube ich keinen Königsweg- jeder entscheidet für sich, wo die persönliche Grenze ist. Das höre ich oft auch von "alten Hasen". Ich habe mich entschlossen, die Grenzen recht eng zu setzen und einzuhalten, weil ich mich wohl dabei fühle und es meine Wachsamkeit stärkt.

    Genau so sehe ich das auch. Jeder muss seine eigenen Grenzen finden, bei denen er sich wohlfühlt.

    Ich sehe das auch so wie Hergon.

    ich trinke auch meine Apfelschorle. Pures Wasser mag ich nunmal nicht. Und ich lebe auch gut mit meiner Apfelschorle.

    Was ich zu mir nehme, esse oder trinke ich ja nicht, um Alkohol zu konsumieren. Und ich esse Sauerkraut, wo durch den Gährungsprozess Alkohol sich bildet (wie ja auch bei etlichen anderen Lebensmittel). Da hört die Kontrolle bei mir auf. Aber ich esse keine Cremespeise wo Alkohol drin ist. Ich weiß für mich, was o.k. ist und wovon ich die Finger lasse.

    Aber jeder muss seinen Maßstab finden.

    Ich habe gehört, dass beim kochen 95 % des Alkohols sich verflüchtigen. Was ist mit den restlichen 5 %?

    Außerdem eine Soße mit Alkohol, auch wenn er verkocht ist, schmeckt immer noch nach Alkohol.

    Hi Wanderer,

    glaub mir eines, keiner will dir hier mit Kritik was böses. Es ist nur das, was auffällt. Es kann o.k. sein, es kann verqueres Denken sein. Das zu beurteilen bin ich zumindest nicht in der Lage.

    Ich habe das Gefühl, dass man in einem Forum schneller auf - ich sage jetzt mal - Unstimmigkeiten hingewiesen wird, als im realen Leben. So Gesicht zu Gesicht ist man schon wesentlich rücksichtsvoller.

    Aber ist es nicht auch eine Chance für einen auf etwas hingewiesen zu werden, da kann man doch mal anfangen bei sich zu gucken. Wobei, das muss ich schon einräumen, es auch schwierig ist Kritik anzubringen, ohne jemanden persönlich zu kennen.

    ich weiß sowas ist nie angenehm.

    Hi Liv,

    mir geht es gut nur sehr warm, dabei fängt der Sommer erst nächste Woche an.

    Mit dem Trinken hatte ich das nicht. Es ist bei mir normal.

    Mein Ersatz sind Weingummibonbons in allen Variationen, da bin ich Experte und mein Bauch wird dick und dicker, ärgert mich schon ein bisschen. Aber lieber dicken Bauch als alkoholisiert.

    LG Brigitte

    Hi Liv,

    ob ich Nerven dazu habe (Mutter + Demenz) ist eigentlich nicht relevant. Die Situation ist nun mal so. Eigentlich ist es in der Vorstellung sowieso schlimmer als wenn man da drinsteckt. Man wird ja nicht so einfach ins kalte Wasser geworfen, sondern es ist ein Prozess, der sich langsam und schleichend vollzieht. Außerdem ist es meine Mutter, die ich sehr gerne habe und ich finde es einfach auch schön, dass sie da ist. Trotzdem, manchmal halt schon nervenaufreibend.

    Wahrscheinlich zeigt sich ja sowieso der Saufdruck bei jedem anders. Vll. ist es bei dir besonders schwierig bedingt durch die Drogen. Da sind ja mehrere Punkte auf denen man ausweichenkann. Habe ich bei mir auch festgestellt. Beispielsweise wenn ich sehr nervös und unruhig war, kam mir der Gedanke nach Tabletten hoch, um es abzudämpfen. Dann, nein, du willst nicht. Also verschob sich die Gier dann rüber zu Alkohol. Ich könnte mir schon vorstellen, dass man dann von einem Suchtmittel zum anderen eiert. Aber ich bin davon überzeugt, dass das auch vorbeigeht. Ist beides sehr verblasst bei mir.

    Das mit deinem Wasserkonsum finde ich enorm. Ich muss mich immer bemühen zu trinken. Kann mir auch vorstellen, dass soviel Flüssigkeit für die Nieren nicht gut ist, die müssen ja unentwegt und viel arbeiten.

    LG Brigitte

    Du eierst noch immer an dem gleichen Punkt rum. Du hattest ja schonmal in einem Thread dieses Problem beschrieben.

    Wie schon von anderen erwähnt, du kannst nie einen anderen Menschen ändern. Vll. schaffst du, dass er aus Angst dich zu verlieren, mal eine zeitlang das tut, was du möchtest, aber es kommt nicht aus ihm heraus.

    Die ganzen Diskussionen und Streitereien sollen doch nur eins bezwecken, dass dein Freund sich ändert, dass er so ist, wie es dir guttut. Geht nicht.

    Nochmal meine Frage, willst du das weiter mitmachen oder willst du das es dir gut geht, auch wenn der Schritt schmerzhaft ist. Doch manchmal stellt man im nachhinein fest, wenn man für sich eine gute Entscheidung getroffen hat, das es doch unendlich erleichternd ist, wenn die Probleme nicht mehr da sind.

    Du hast 2 x Pech gehabt, deshalb würde ich jetzt nicht verallgemeinern, so nach dem Motto, das Vertrauen zu Männern ist hin. Ich bin ja schon einiges älter und habe auch in meinem Leben einige Freunde gehabt. Ich hatte nie einen Freund, der in diese Richtung ging. Glück gehabt? Oder stimmt das doch nicht mit den 99 %.

    Für mich ist diese Art Umgang mit Sex noch sehr starkes Unentwickelt sein in bestimmten Bereichen. Ein psychisch gesunder Mann hat auch gesunden Sex und muss sich nicht irgendwelche oskuren Seiten reinziehen. Ist für mich einfach unreif. Aber an irgendwelchen Punkten sind wir das ja alle. Wichtig finde ich es, dass zu erkennen und daran zu arbeiten.

    Ich verdamme mit Sicherheit nicht diese Handlungsweise sich mit Sexseiten etc. zu beschäftigen. Ich finde nicht gut, wenn man nicht erkennt, da liegt was bei mir im Argen, da muss ich mal schauen und evtl. an mir arbeiten, der Sache auf den Grund gehen.

    Aber so wie du geschrieben hast, ist deinem Freund das absolut nicht bewusst und er will auch nichts dran ändern und findet das o.k.

    Also, ändere du was. Tu das, was dir gut tut.

    Sehr schön, Chelsea, bei dir habe ich wirklich das Gefühl, dass du einen guten Weg gehst in Bezug auf Leben und Entwicklung und das tut ja dem Nichttrinken auch sehr gut.

    Du hast mich genau richtig verstanden, so wie du es ausdrückst, war es auch von mir gemeint. Die Vergangenheit ist immer da und beeinflusst immer unsere Gefühle, vor allem die unerledigten Sachen. Das was für dich wichtig ist, wird sich auch in dein Bewusstsein drängen und da kannst du was tun über drüber nachdenken. Ich kann dich gut verstehen, dass du keine Lust zu graben hast. Habe ich nämlich auch nicht und bringt mir auch nichts. Es ist nämlich genug in der Gegenwart da, womit ich mich auseinandersetzen muss.

    Ich freue mich, dass du weiterhin am Ball bist. Nur weiter so, es fühlt sich gut bei dir an.

    Mach dir da mal nicht so viele Gedanken drum. Anfangs, denke ich, spielen die Gefühle sowieso Berg- und Talfahrt. Sie bzw. du müssen sich auch erst dran gewöhnen, keinen Alk mehr zu bekommen. Mit Alkohol hat man ja sowas nicht mitgekriegt.

    Auch haben sehr viele am Anfang High-Gefühle, rosa Wolke schweben, was aber auch nach ein paar Wochen vorbei geht. Aber auch zwischendurch fällt man auf den Boden der Realität und wenn diese Gefühle weg sind, meint man, es geht einem nicht gut.

    Mit der Zeit wird sich alles einpendeln und bekommt sein Maß. Allerdings kann ich natürlich auch nicht sagen, ob da krankhaft bedingte Depressionen hinter stehen, das musst du selber beobachten und in dem Fall einen Spezial-Arzt aufsuchen.

    Aber ich denke, es ist jetzt nur das Wechselbad der Gefühle.

    Wanderer, ein sinniger Nick. Man könnte auch sagen, der, der in die Alkoholhölle wandert oder will er ans Licht.

    Du hast die Wahl.

    Ich habe deinen Post auch als sehr "poetisch" empfunden und es hat mich irritiert. Wo versteckst du dich dahinter. Ist es nicht etwas wie glorifizieren deiner Gefühle, so nach dem Motto, ich armes Schwein.

    Wir alle waren arme Schweine und haben uns bedauert, aber wir wollten da raus. Das geht aber nur, wenn man die Realität anpackt. Also konkret was tut. Das Kokettieren mit den Gefühlen bringt gar nichts, bringt einen nicht weiter.

    Willst du aufhören? Gehe zum Arzt! Packe es an.

    Hi Liv,

    ja, das mit meiner Mutter ist nicht immer so einfach. Wobei wir schon direkt beim Thema sind. Bedürfnis nach Alkohol. Manchmal ist es mit meiner Mutter schon sehr stressig. Was diesen Stress ausmacht ist ihre Demenz. Das belastet mich am meisten und macht mich auch öfter wütend, weil ich es innerlich einfach nicht nachvollziehen kann. Wenn ich dann so im Brast bin, kommt schon der Wunsch auf, mir die Birne zuzukippen, mich einfach so weg zu machen. Nichts mehr sehen, nichts mehr fühlen. Aber ich tue es nicht und es fällt mir auch nicht schwer es sein zu lassen.

    Ich denke, dass es auch so eine Art angelerntes Verhalten ist, nicht mehr in hässlichen Situationen zu trinken.
    Allerdings ist dieser Wunsch nach Alk nicht oft. Es schwächt tatsächlich ab, ist nicht mehr so zwingend, geht schnell vorbei.

    Das was deine Mutter mit dir gemacht hat, war vll. in der Situation sehr hart für dich, aber wahrscheinlich das einzige richtige. Wer weiß, aus Weisheit, Instink oder Verzweiflung. Vll. alles zusammen.

    Auch dir noch einen schönen Sonntag.

    LG Brigitte

    Der Anfangssaufdruck ist wirklich das stärkste, da mussten wir alle durch. Ich hatte schon so nach einigen Wochen gespürt, dass er schwächer wurde und kürzer. Das ist glaube ich erstmal das unangenehmste, was nach dem Absetzen kommt, wie bei jeder Sucht. Wenn du da mal durch bist und das schlimmste hinter dir hast, wirst du dich riesig freuen.

    Ich würde auch nicht sagen, dass der Rückfall dadurch vorprogrammiert ist, sondern dass das Bedürfnis noch eben sehr stark ist, aber man kann es schaffen. Es ist nunmal anfangs ein Kampf gegen den Suchtdruck. Vor allem, wenn diese turbulente Zeit vorbei ist, wirst du auch freier im Kopf und in der Psyche, und da kann dann die eigentliche Arbeit an dir selber erst so richtig anfangen. War bei mir so.

    Ich würde bei einer Suchtberatungsstelle anrufen. Kirche wäre - wie schon erwähnt - auch eine Möglichkeit oder einfach mal

    Die einzige SHG für Angehörige, die ich kenne, ist von AA die Gruppe Alanon. Aber es gibt ja noch andere SHG's, die auch vll. Gruppen für Angehörige haben. Das kannst du bestimmt über eine Suchtberatungsstelle rauskriegen.

    Und, was hat dein HA denn am Telefon gesagt?

    Das mit dem Einkaufen erledigt sich auch mit der Zeit. Anfangs kostet es immer Kraft, zu wissen, da stehen die besagten Pullen. Mit der Zeit verliert sich das. Ging uns allen so.

    Tipps kann man da keine geben. Den einzigen, Zähne zusammenbeißen und durch und uns glauben, dass es besser wird.

    So, jetzt weiter.

    Zum Theme Ergründung. Warum trinke ich Alkohol? Ursachenforschung und Vergangenheitsbewältigung.

    Ich forsche nicht nach den Gründen, warum ich Alkohol getrunken habe. Ich weiß zwar, dass es mit Gefühlen zu tun hat, wie innerer Druck, Langeweile und sonstiges Unwohlgefühle, aber auch Genuss und Belohnung. Die ganze Palette halt, die auch hier schon viele andere angegeben haben.

    Ich forsche nicht in meiner Vergangenheit rum. Ich achte auf den Augenblick im Alltag, da sind viele Gefühle, die ich nicht erklären kann. Beispielsweise Reaktionen auf Leute, irgendwelche Gefühle, die eigentlich der äußeren Situation gar nicht angemessen sind, wo ich zu stark gefühlsmäßig halt reagiere. Das ist meine Vergangenheit, die mich immer wieder in der Gegenwart einholt. Das muss ich beachten und mir bewusst machen. Ich glaube das ist jetzt, was ich da versucht habe zu erklären, sehr kompliziert. Fällt mir selber schwer es in Worten auszudrücken. Ruhig fragen, wenn was nicht klar ist.

    Diese Gefühle, die mich Begleiten, lösen ja wiederum Unwohlgefühle, wie Stress, Druck und Langeweile aus. Das ist dann der Gipfel vom Eisberg.

    So, Chelsea, ich hoffe, dass du noch am Ball bist. Wäre schön.

    So wie ich dein Posting verstanden habe, hast du Schwierigkeiten mit deinem Freund, weil er auf der Schiene Pornografie und Hardcoresachen abfährt.
    Richtig so?

    Nur du allein kannst für dich dein Leben in Ordnung bringen. Es gibt immer drei Möglichkeiten.

    Die eine, dein Freund ändert sich. Was aber fast immer nicht der Fall ist. Die Umstände oder Menschen richten sie fast nie nach unseren wünschen.

    Die zweite, du änderst was und sorgst dafür, dass Elemente, die für dich schlecht sind, aus deinem Leben entfernt werden. Das ist deine Chance.

    Und drittens, du lässt alles so wie es ist. Es wird dir immer schlechter gehen und du wirst weiter trinken müssen.

    Wenn ich etwas machen muss, vor dem ich Angst habe, setze ich mein Gehirn ein.
    Also wenn ich Angst habe zum Arzt zu gehen, analysiere ich in etwa so: was kann mir passieren? Der Arzt tut mir nicht weh. Er haut mich nicht, er verurteilt mich nicht. Im schlimmsten Fall kann er die Nase rümpfen, aber was bedeutet das für mich, aha, er ist nicht der richtige für mich. Was also kann mir Schlimmes passieren. Im Prinzip doch nichts, allerdings bin ich dann einen Schritt weiter und er kann das tun, was ich will, mir helfen.

    Das du Angst hast, dein Kind zu verlieren, kann ich gut verstehen. Ich denke, da ist schon eine Gefahr und dass du für dein Kind und deinen Mann trocken werden willst, ist schon zu verstehen. Aber vor allem ist es wichtig, für dich trocken zu werden. Du musst es für dich wollen, für dein Leben, für deine Familie, für dein Glücklichsein. Dann wird alles gut.

    An deinen Ängsten kannst du nur nüchtern arbeiten und diese dann verarbeiten. Im Suff stagnierst du und nichts bewegt sich. Außerdem, habe ich bei mir festgestellt, löst die Sucht auch Ängste aus. Viele Ängste sind, seit ich trocken bin verschwunden, verschwunden. Manche tiefsitzendere sind geblieben, aber ich kann trocken was daran tun. Ich glaube es gibt keine Menschen, die keine Ängste haben. Gehört wahrscheinlich zum Leben.

    Trocken hast du viele Chancen.

    Nein, nein - ich will keinen Hund. Ich will nicht 3 mal am Tag Gassi gehen. Meine Katzen gehen alleine Gassi auf dem Balkon. Also die Idee schlag dir mal gründlich aus dem Kopf *g*

    Meine Mutter ist schon relativ pflegebedürftig. Sie ist 87 und hat Parkinson. Mit dem Laufen ist es ganz schlecht, dafür hat sie ja meine Beine. Aber sie ist eine ganz Liebe und ich bin froh, dass ich sie bei mir habe. Doch manchmal ist es mir schon zuviel.

    Was du hast, ist schlichtweg Saufdruck. Wie gesagt, wenn er kommt, Zähne zusammen beißen und durch. Deine Gedanken, es vorher zu erkennen und dem entgegenzuwirken, sind auf jedenfall gut, vor allem im Hinblick auf die Zukunft. Aber am Anfang ist einfach zur Saufdruck da. Geht weg mit der Zeit und dann wird es leichter und befreiender. Also Zähne zusammen beißen. Du wirst dich riesig freuen, wenn es schwächer wird. Ist dann auch sehr viel Druck weg. Außerdem ist es einfach menschlich, dass du ungeduldig bist. Man möchte ja immer gerne, wenn man etwas angeht, dass dann alles auch so aussieht, wie das Ziel, wo man hinkommen will. Auch das ist ein Weg und ich denke, auch auf diesem Weg lernt man. Die Steine auf diesem Weg machen einen auch stärker.

    Das Gespräch mit deiner Mutter hat dir ja richtig gut getan. Es liest sich auch gut, wie es war. Du machst ja wieder etwas gut bei deiner Mutter und das nicht nur aus einem Pflichtbewusstsein heraus, sonder aus deinem Bedürfnis und das wird auch richtig und stimmig sein. Ihr habt es ja beide gut erkannt, dass das Wort Schuld nicht mehr zwischen euch sein soll. Denn wo soll das mit der Schuldsuche enden. Vll. macht sich deine Mutter ja auch Gedanken so in dem Sinne, was habe ich falsch gemacht, dass mein Kind süchtig ist etc. Einfach von jetzt weiter machen und das Jetzt ist doch o.k. Du willst nicht trinken, du bist froh, deine Mutter ist froh und ihr könnt liebevoll miteinander umgehen. Was gestern war, kannst du nicht ändern, nur das Jetzt kann zählt und kann gelenkt werden.

    Hoffentlich hast du dreifarbige Blumen gefunden.

    LG Brigitte