Beiträge von Aurora

    Hallo CartierRoyal,

    mir geht es wie Helene . Warum hörst du dir VIER Stunden lang an, was du für ein angeblich schlimmer Mensch du bist und angeblich alles falsch gemacht hast?

    ich dachte komm Mädchen, gib dir einen Ruck und zeig deinen guten Willen bezüglich der Intimität, vlt kannst du es nochmal Retten, er will ja dass du da bleibst.

    Auch das tut mir beim Lesen schon weh... Und dann war es nicht mal schön und er hat dich im Grunde genommen benutzt.

    Meinst du wirklich, dass nochmal reden was bringt, er Einsicht zeigt? Möchtest du das wirklich nach all dem, was da zwischen euch passiert ist? Ich hab da meine Erfahrung mit gemacht, nämlich dass sich da NICHTS geändert hatte. Menschen werden nicht über Nacht das Gegenteil von dem, was sie jahre- oder jahrzehntelang waren.

    ...ich war doch nicht glücklich...seine Worte taten so oft so weh. Es kam so selten etwas von ihm...das will ich doch so gar nicht mehr?

    Diese Gedanken kannst du anstatt mit einem Fragezeichen eher mit einem Ausrufezeichen versehen. Ausdrucken und dir anhängen, wo du es immer wieder sehen kannst. Sowas hab ich auch gemacht und das war gut, es hat mich immer wieder gerade gerückt. Also:

    selbst wenn er es einsieht....ich war doch nicht glücklich...seine Worte taten so oft so weh. Es kam so selten etwas von ihm...das will ich doch so gar nicht mehr!!!!!!!

    Nur mal als Idee...

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Mango,

    Jetzt ist es anders, weil die Grundsituation anders ist. Erstens wegen ihm. Wenn ich gehe, bin ich weg.

    Ja, so ist es. Und was denkst du, was dann ist? Was bedeutet das " wegen ihm" ?

    Wenn ich mich in der Partnerschaft, mit dem Partne nicht wohl fühle, nicht entspanne, ist es ein Zeichen.

    Er meinte darauf sinngemäß, dann müsse ich halt gehen wenn ich mich mit ihm nicht mehr wohl fühle. Einfach so kam Das aus ihm raus

    Wenn ich mich in einer Beziehung nicht mehr aufgehoben fühle ist das wirklich ein Zeichen. Dafür ist dieses Bauchgefühl auch da. Aber warum möchtest du das ignorieren, dich weiterhin unwohl fühlen? Gutes, erfülltes Leben sieht anders aus.

    Und seine Reaktion ist im Grunde genommen doch klipp und klar und eine logische Konsequenz darauf, dass du dich mit ihm nicht mehr wohlfühlst. Was hält dich denn da so fest an einer Lebenssituation, die für dich nicht erfüllen ist?

    In wenigen Monaten habe ich Urlaub und werde mich alleine auf einen Roadtrip in mein Lieblingsland begeben

    Und bis dahin hängst du weiter fest, fühlst dich schlecht. Und was hast du denn nach deinem Urlaub geplant?

    Huch, einige Fragen. Aber darüber nachzudenken kann sich lohnen.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo und herzlich willkommen Fruechtetee,

    ich hab dich freigeschaltet und du kannst dich jetzt hier überall austauschen. Bitte schreibe aber die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Du kannst sie daran erkennen, dass die Nicknamen noch in roter Schrift erscheinen.

    Ich wünsche dir einen guten Austausch.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Tabsi ,

    Hast Du schon mal daran gedacht, in eine reale Gruppe für Angehörige oder gemischte Gruppen zu gehen?
    Dort hast Du einen Org nur für Dich, Dir alles von der Seele zu reden, lernst Menschen kennen, die Deine Sorgen verstehen, weil sie alle die gleichen Erfahrungen gemacht haben…und es wäre ein Ort und Zeit nur für DICH.

    Natürlich kann jeder auch mehrere SHG aufsuchen, ohne Frage. Aber hier ist ja auch eine Selbsthilfegruppe. Elara kann sich hier alles von der Seele reden, wird verstanden, hier sind Menschen, die selbst mit Coabhängigkeit Erfahrungen haben, hier ist ein Ort für sie, ihre Selbsthilfegruppe.

    Der einzige Unterschied ist, dass hier alles virtuell abläuft und nicht face to face. Dafür aber jeden Tag rund um die Uhr. Wir sind eine Online-Selbsthilfegruppe.

    Wollte ich nur mal gesagt haben, ist nicht böse gemeint.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Elara,

    ich hab nicht vor dich zu rasieren. Warum auch? Ganz vielen Cos, auch mir damals, fällt eine Trennung schwer. Aus vielerlei Gründen.

    Aber diese Ansicht hier:

    Und ja, ich weiß, dass ich als sog. Co teilweise mit Schuld an dem Dilemma bin ...

    ... dass ich die Alkoholabhängigkeit unterstütze,

    teile ich nicht. Ob du da bist oder nicht, ob du ihn versorgst oder nicht macht für mich keinen Unterschied. Es ist die Sucht, die Schuld daran ist, dass der Abhängige trinkt.

    Und nichts anderes. Na klar ist es für den Abhängigen toll wenn nach außen eine gewisse Fassade aufrecht erhalten wird. Oder jemand seine Wäsche wäscht. Aber dadurch unterstützt du nicht seine Sucht oder bist schuld. Trinken tut er ganz alleine ob du da bist oder nicht.

    Wenn jemand gehbehindert ist, verlässt man ihn auch nicht einfach, nur weil man sich vielleicht ein einfacheres Leben wünscht?

    Dieser Vergleich hinkt. Alkohol verändert den Menschen, schädigt alle Organe. Alkohol macht wirr im Kopf und der Abhängige wird zu einer Marionette seiner Sucht. Alles richtet sich nur danach aus und der Alltag wird immer mehr vernachlässigt, das soziale Leben schläft ein usw.

    Ein Gehbehinderter kann nur nicht laufen wie ein Wiesel aber er kann klar denken. Verantwortung übernehmen. Im Leben stehen, daran teilnehmen.

    Ich hab ja selbst lange durchgehalten und alles hingenommen, mich selbst verloren. Und hinterher konnte ich mich selbst nicht verstehen. Warum ich das so lange mitgemacht und mein Leben so lange so stark eingeschränkt hatte. Du hast doch schonmal geschafft dich zu trennen. Also kannst du das auch, weißt, wie es gehen kann.

    Dass du hier alles rausgelassen hast ist gut und hoffentlich ein wenig erleichternd. Im ersten Moment. Aber du verzichtest zum ziemlich großen Teil auf dein Glück, Freiheit, Ausgelassenheit und vielleicht auch auf angemessene Trauer um deine kleine Enkelin. Weil du beschäftigt bist mit Gedanken an deinen Partner und doch ihn nicht ändern kannst.

    Für das, was deine Tochter und dein Schwiegersohn, du da gerade erleben haben sie und hast du mein größtes Mitgefühl. Ein Kind, einen Enkel zu verlieren ist das Schlimmste, was einem passieren kann. Niemand weiß das besser als ich.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Schokominzamaus,

    NEIN, du bist keine schlechte Ehefrau, du bist kein schlechter Mensch!

    Du hast im Grunde genommen das Recht, diese Beziehung zu beenden. Weil es dich kaputt macht. Und weil dein Mann nichts ändern will. Du reibst dich auf und bist ein Nervenbündel, machst und tust und er sitzt da und dröhnt sich zu. Da ist die Frage, wer kippt zuerst um?

    Ich will aus diesem Alptraum einfach aufwachen.

    Das kann ich verstehen. Gut, dass du dir psychologische Hilfe gesucht hast. Und dich hier wieder meldest. Das ist ein Anfang. Aber es wird dir nichts weiter übrigbleiben als dir weitere Schritte da raus zu überlegen. Denn nur so kannst du aus diesem Alptraum aufwachen.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo releasme,

    er manipuliert dich nach wie vor.

    Er redet dir Schuldgefühle ein und macht dir Angst. Und Angst und Schuld sind seeehr gute Mittel um dich, um jeden Menschen, weichzuklopfen.

    Was sagen denn die Beratungsstellen dazu? Zu seinen Drohungen, Aussagen.

    Ich hoffe dass du die Kraft aufbringen kannst, dich nicht mehr in Diskussionen mit ihm einzulassen. Denn nur deswegen kann er dich so manipulieren. Du bist nicht verpflichtet, dich in irgendwelche Gespräche reinziehen zu lassen. Du bietest ihm dadurch nur immer wieder eine Angriffsfläche.

    Und das nimmt dir jedes Mal Energie, die du für andere Dinge, für dich und die Kinder brauchst.

    Wenn er anfängt zu reden und es nicht um Terminabsprache geht, wenn er wieder seine Leier anfängt zu erzählen, kannst du die Tür zumachen, dich umdrehen und weggehen, "Stopp" schreien. Wenn er dann anfängt zu randalieren darfst du die Polizei holen. Das sind Grenzen und die darfst du setzen, das ist dein gutes Recht.

    Ich schick dir ganz viel Mut und Kraft dafür dass du das schaffst. Grenzen zu setzen.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Halbmond,

    Meine Situation hat sich nicht großartig verändert, aber ich gehe vorwärts.

    Darauf kommt es an: du gehst vorwärts. Das ist super.

    Leider dauert es oft schon eine Weile, bis ein Ergebnis sichtbar wird. Aber im Grunde genommen merkst du ja jetzt schon was. Du hast deinen Bruder, der dir helfen wird. Du hast einen Fliesenleger bestellt, der dir was am Bad arbeitet. Du hast dein Bad gründlich gereinigt. Das ist doch was. Da ist Bewegung drin.

    Du hast Rückhalt von Menschen. Auch das ist ein unschätzbarer Wert.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo,

    was vielleicht hier in meinem Beitrag nicht deutlich wird ist, dass ich in den Jahren mit meinem Exmann meine Tanten nicht als Coabhängige/ leben mit einem Alkoholiker erkannte. Für mich lebten sie in Ehen und hatten ihren Ärger und ihre Sorgen.

    Was da wirklich hintersteckte wurde mir erst bewusst als ich begann, mich mit dem Thema Alkoholiker/ Coabhängige zu beschäftigen. Als ich erkannte, dass mein erster Mann Alkoholiker war und was das für mich als Partnerin bedeutete. Als ich begann zu verstehen, was da für eine Dynamik in der Beziehung, in solchen Beziehungen dahinter stand.

    Das war ca 2 oder 3 Jahre, bevor ich mich endlich trennen konnte. Und da erst fielen mir meine Tanten wieder ein und ich erkannte, was mit ihnen wirklich losgewesen war. Da konnte ich sehen, wo mich der Weg wohl hinführen würde.

    Hallo vierauge1 , mein erster Mann ist auch inzwischen verstorben. Er hat nach einer lange abstinenten Phase wieder zu trinken angefangen und sich totgesoffen. Das war im November 2018.

    Das hat schon auch was mit mir gemacht, sowas geht wohl an vielen nicht so einfach vorbei. Immerhin hatten wir auch erstmal gute Jahre, haben 2 Kinder in die Welt gesetzt. Und auch wenn er irgendwann nicht mehr mein Traummann war weil ich mit seiner Art nicht konnte und dann auch weil er soff, war er ein Mensch, der mir mal sehr nahe gestanden hatte.

    Mit diesen Gefühlen, die ich bis heute nicht alle benennen kann meine ich die Gründe, warum ich mich nicht eher trennen konnte. Die meisten weiß ich aber manche sind mir noch immer unklar. Aber im Grunde genommen spielen sie jetzt auch keine Rolle mehr.

    Aurora

    Hallo Tabsi,

    Mein Ex verstand es, mich gut zu manipulieren, unter Druck und Angst zu setzen.

    Genau so war das auch bei mir. Er hat mir sehr oft Angst gemacht und sich dann köstlich über mich amüsiert.

    Nach der Trennung hat es einige Jahre gedauert, bis ich zum Beispiel wieder entspannt als Beifahrerin im Auto von jemandem mitfahren konnte. Ich war vor Angst so verkrampft, dass ich schlimme Wadenkrämpfe hatte und mir alles wehgetan hat.

    Ja, es gibt immer einen der macht und einen der es zulässt. Ich hab es viel zu lange zugelassen. Aber ich hab es zum Glück irgendwann da raus geschafft.

    Und bei meinem Exmann lag es nicht nur am Alkohol. Der hat diese gemeinen Seiten in ihm nur noch stärker zum Vorschein gebracht, sie waren Teil seiner Persönlichkeit.

    Aurora

    Hallo Petra,

    es gab viele Gründe, sie ähneln sich zum großen Teil hier mit allen anderen Cos.

    Erstmal war für mich das Trinken in geselliger Runde normal. Weil ich es von klein auf kannte. Daher ist mir das Trinkverhalten meines ersten Mannes lange garnicht aufgefallen. Er trank bei Zusammenkünften genauso wie die anderen.

    Aber er trank auch zuhause, nach Feierabend zum Beispiel war seine erste Amtshandlung sich ein Bier aufzumachen. Und oft trank ich was mit, er hat mich auch oft dazu animiert.

    Im Laufe der Jahre wurde es aber komisch für mich. Und es fing an mich auch zu stören, dass er dauernd eine Fahne hatte. Oder bei Feiern sehr betrunken war. Er saß gerne neben meinen Onkeln...

    Dass er Alkoholiker sein könnte war mir allerdings sehr, sehr lange garnicht bewusst, so blöd es sich auch anhört. Und ob er am Anfang unserer Beziehung schon süchtig gewesen war, weiß ich nicht, denke aber eher nicht. Und von Coabhängigkeit wusste ich schon garnichts.

    Mit der Zeit habe ich immer öfter mit ihm gestritten. Hab abends Tee gekocht und bestimmt, dass wir den trinken und nicht Bier, was er abends immer trank. Dass er wohl heimlich trank habe ich lange, lange nicht gemerkt.

    Mich hat alles immer mehr gestört aber ich habe immer wieder versucht, ihn von Trinken abzuhalten. Zumal er ja auch Ende der 80ger Jahre eine Gehirnblutung gehabt hatte und Medis gegen Epilepsie nehmen musste. Da hab ich vieles, was eigenartig war, darauf geschoben.

    Und meine Schwiegermutter hat auch immer wieder betont, dass ihr Sohn eben auch nicht so belastbar wäre, sensibel wäre, Ruhe bräuchte. Und es meine Aufgabe wäre, gut für ihn zu sorgen. Damals war ich nicht so selbstbewusst wie heute. Ich wollte gut dastehen und hab alles gemacht um eine heile Welt zu haben.

    Um zeigen zu können, dass ich eine gute Ehefrau, Hausfrau und Mutter wäre. Ich wollte den Kindern ihr Zuhause erhalten. Ich dachte, ich könne ihn zum Aufhören bewegen wenn ich mich nur genug anstrengen würde. Und ich dachte eben auch, dass vieles Folgen seiner Gehirnblutung und den Medis wäre. Das hat mir viel Angst gemacht.

    Trennungsgedanken hatte ich ca Anfang der 90ger Jahre immer mal wieder. Aber da gab es immer wieder auch noch gute Zeiten und ich hab dann immer gedacht, es wird alles gut. Ich wollte nicht aufgeben. Ihn nicht, mein Zuhause nicht, die Ehe nicht.

    Es wäre mir wie ein Scheitern vorgekommen. Wie ein Versagen. Und ich hatte auch nicht den Mut, alles aufzugeben. Es ging mir doch gut, wir hatten ein schönes Zuhause, gesunde Kinder, waren finanziell gut aufgestellt. Ich dachte immer, er müsste sich doch bloß zusammenreißen und dann wäre alles gut.

    Im Laufe der Jahre dann wurde es für mich aber immer anstrengender. Er war immer öfter schon tagsüber am Wochenende betrunken, kam sonntags nicht aus dem Bett. Bei Feiern fiel er ab und am vom Stuhl, war mega schnell völlig betrunken usw. Ich hatte immer mehr Stress alles am Laufen zu halten.

    Vor Feiern usw war ich bemüht ihn zu kontrollieren damit er nicht schon sofort betrunken war. Von der Familie bekam ich oft zu hören, ich solle auf meinen Mann aufpassen, er würde wieder so viel trinken. Und dann auch wurde mir gesagt, wenn du ihn verlässt, wird er völlig untergehen.

    Ich fühlte mich verantwortlich für ihn, für alles. War immer erschöpfter. Und hing fest. Er gab ja immer wieder mir die Schuld an seinem Konsum. Und ich fühlte mich schuldig. Und Schwiegermutter machte mich auch verantwortlich für seine Sauferei. Und dass er hilflos und so sensibel und empfindlich wäre.

    Und Trennungen, Scheidungen, das war ein No Go. Ich hatte auch kein Vorbild dafür, meine Tantchens zum Beispiel. Die hatten durchgehalten.

    Aber irgendwann dachte ich an sie und wie sie gelebt hatten. Einige waren schon längst verstorben. Und dann die Schwiegerfamilie meines Bruders, da war mir alles nochmal ganz präsent. Und irgendwann, als es bei meinem Exmann eskalierte, er immer übergriffiger wurde, konnte ich handeln. In meinem Kopf war, " willst du so enden wie die Tanten, wie die Bruder Schwiegermutter" und " hör auf zu heulen, dich holt hier kein Ritter raus".

    Und dann konnte ich handeln.

    Das ist ein grober Überblick. Es steht ja auch viel hier in meinem Fädchen und in meinem Tagebuch geschrieben, im Laufe der Jahre habe ich viel darüber nachgedacht und aufgeschrieben, was mich festgehalten hat.

    Und es gibt noch immer Gefühle, die ich bis heute nicht benennen kann oder verstehe.

    Aurora

    Hallo,

    ich lese hier oft von Menschen, die schon sehr lange in ihrer Beziehung mit einem Alkoholiker leben. Und wie anstrengend das ist, wie es zermürbt, unglücklich macht usw.

    Da ist mir wieder in den Kopf gekommen was bei mir mit einer der Hauptgründe war, dass ich mich trennen konnte. Ja auch erst nach 26 Jahren.

    Ich bin in einer Familie groß geworden, in der Alkohol eine große Rolle gespielt hat. Also weniger in meinem Elternhaus aber in der Familie drumherum.

    Meine Mutter hatte 7 noch lebende Geschwister. Ihre Brüder hatten, bis auf einen, alle eine Alkoholsucht. Und ihre Schwestern waren mit Alkoholikern verheiratet.

    Warum meine Eltern da nicht betroffen waren weiß ich bis heute nicht. Vielleicht lag es an meinem Vater, meine Eltern waren ganz anders drauf als meine Onkel und Tanten. Und der eine Onkel ( mütterlicherseits) war auch nicht so drauf, auch da war es so dass sie gerne was mittranken aber mehr auch nicht.

    Bei allen Familienfeiern war Alkohol das Bindeglied zwischen allen.

    Eine Tante ( Mutters Schwester) ist mir speziell im Gedächtnis geblieben. Den Onkel kenne ich nur besoffen und die Tante im Laufe der Jahre immer verhärmter. Der Onkel war irgendwann schon nach 1 Schnaps hinüber, dann verabreicht meine Tante ihm eine Schlaftablette und hatte ihre Ruhe.

    Einmal wollte sie ihn aber aus dem Fenster werfen... Also was ich mitbekommen habe war es einmal.

    Aus dem lustigen Säufer war ein Wrack geworden. Irgendwann hatte er Korsakow und meine Tante hätschelte ihn wie ein Baby. Und sah aus wie ein Gespenst, völlig kaputt.

    Meine Lieblingstante ( mütterlicherseits) trank irgendwann mit ihrem Mann mit. Meine Cousine erzählt heute noch davon welche Angst sie jedes Mal hatte, wie sie nach Feiern ihre Eltern nach Hause bekommen sollte. Da war sie im Teenager Alter.

    Meine Tante I ( mütterlicherseits) habe ich nicht oft gesehen, sie lebte nicht in West Berlin. Aber bei wenigen Besuchen erinnere ich mich noch an Onkel B, der kurz nach unserer Ankunft schon unter dem Tisch lag. Tante I war recht gebrechlich und krank, irgendwann.

    Und die Onkel ( mütterlicherseits)? Hatten brave Cos. Bei einer erinnere ich mich noch gut, wie wütend sie war. Der Onkel hatte einen Herzinfarkt. Im Krankenhaus hatte er plötzlich epileptischen Anfälle. Die Tante wurde angesprochen, dass er Alkoholiker wäre und warum sie das nicht gesagt hatte.

    Da war sie fuchsteufelswild, wie die Ärzte sowas behaupten könnten. Ihr Mann wäre doch wohl kein Alkoholiker, niemals. Die Tante war immer die Macherin und hat meinen Onkel gut verhätschelt. Sich geärgert wenn in Schnapsflaschen Wasser anstatt Schnaps war. Wie erschöpft und oft wütend sie war ist klar.

    Diese Frauen hatte ich irgendwann vor Augen. Und dachte, wenn ich jetzt nicht was mache ende ich wie meine Tanten.

    Es gab auch noch die Schwiegermutter von einem meiner Brüder. Und den dazugehörigen Schwiegervater. Und da war ich schon selbst verheiratet und begann selbst zu zweifeln was mit meinem ersten Mann nicht stimmte. Und da hab ich das Leid nochmal aus einer anderen Perspektive gesehen. Sie hat ihn nicht verhätchelt aber loslassen konnte sie auch nicht.

    Sie war voller Wut und Verachtung. Oft gab es lautstark Streit und die Nachbarn schimpften über die böse Frau, die so mit ihrem armen Mann umging...

    Auch diese Frau sah ich vor meinen Augen.

    Und ich dachte, boah, ich bin schon so wie sie. Und wenn ich nichts mache ende ich auch so. Innerlich leer, freudlos, erschöpft. Das ist leider oft der Weg. Alkohol zerstört eben nicht nur den Säufer sondern auch alles drum herum.

    Aurora

    Hallo Sweppes,

    ich hab dich freigeschaltet und du kannst dich jetzt hier überall austauschen. Bitte schreibe aber die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den Usern, die noch nicht freigeschaltet sind. Du erkennst sie daran, dass ihre Nicknamen noch in roter Schrift erscheinen.

    Ich wünsche dir einen guten Austausch.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Sweppes,

    herzlich willkommen in unserer Online-Selbsthilfegruppe.

    Das, was du beschreibst über deine Ehe mit deinem alkoholabhängigen Mann, ist der übliche Weg, so oder so ähnlich, wenn jemand seine Sucht nicht stoppen kann oder will. Und die Angehörigen immer wieder versuchen etwas zu ändern und zu verbessern. Und im Suchtstrudel mit hängenbleiben.

    Ich hab auch lange in diesem System gelebt, konnte mich aber irgendwann trennen.

    Für den Austausch kannst du dich hier bewerben: https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Klick auf den Link, bitte einfach um Freischaltung, du wirst dann freigeschaltet und kannst dich austauschen. Dein Thema befindet sich dann im Bereich für Angehörige und Coabhängige.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo varulv,

    deine Rettungskette finde ich garnicht schlecht. Ich hab damals sowas in der Art auch gehabt. Das hat mich immer wieder beruhigt und mir Dinge vor Augen geführt.

    Ich diskutiere nicht betrunken mit ihr
    Bei Handgreiflichkeit verlasse ich sofort den Raum
    Ich bin nicht schuld an dem Konsum
    Ich entschuldige mich nicht für meine Bedürfnisse

    Diese Dinge sind sehr nützlich und hilfreich. Diskussionen mit einem betrunkenen Menschen sind sinnlos, genau. Und den Raum zu verlassen wenn es zu Grenzüberschreitungen kommt, egal ob verbal oder durch körperliche Angriffe, ist das Beste.

    Und mich hat zu allererst damals entlastet zu wissen, dass ich nicht schuld bin und nie war. Das war wie eine Befreiung. Und das mit den Bedürfnissen, genau, dafür brauchst du dich echt nicht zu entschuldigen.

    Diese Dinge waren also gewissermaßen meine " Rettungskette", nur dass ich das nicht so ausgedrückt habe. Aber zu allerallererst stand bei mir, dass ich das Recht habe, glücklich zu sein. Und das war ich mit meinem ersten Mann nicht ( mehr).

    Du machst das gut, dir diese Dinge aufzuschreiben um sie dadurch besser verinnerlichen zu können.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo varulv,

    ich habe deinen Beitrag in dein erstes Thema verschoben.

    Bitte eröffne keine neuen Themen, das wird sonst schnell unübersichtlich. So ist jetzt alles beisammen, das ist besser. So ist unsere Erfahrung hier.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo releaseme,

    also dieses Bonbon, was er dir da hinhält, sieht nur von außen gut aus. Innen ist es voll Sche..e. Mal drastisch gesagt.

    Du bist so weit gekommen inzwischen, lass dir das nicht mehr nehmen. Ich hab mir immer in solchen Momenten vor Augen geführt, dass die Trennung gute Gründe hatte. Und hab mir die schlimmen Szenen in's Gedächtnis gerufen. Das hat mir geholfen. Vielleicht kann das auch was für dich sein.

    Hab Mut, weiterhin, irgendwann ist alles gut. Leider dauert sowas oft länger aber es wird ein Ende haben. Wenn du zurück gehst aber würde es endlos sein, das Leid... und du hast es verdient glücklich zu sein.

    Liebe Grüße Aurora