Hallo Matthias,
ich wünsche dir ein frohes Fest im Kreis deiner Lieblingsfamilienmitglieder
Liebe Grüße
Aurora
Hallo Matthias,
ich wünsche dir ein frohes Fest im Kreis deiner Lieblingsfamilienmitglieder
Liebe Grüße
Aurora
Lieber Pancho,
vielen Dank, dass du die Zeit am 1. Feiertag übernimmst.
Mal sehen, ob sich noch jemand findet, der dir diese Zeit abnehmen kann.
Ich hab dich mal eingetragen.
Liebe Grüße
Aurora
Hallo,
liebe Linde, liebe Thalia, liebe Freya, ja, es ist gut, dass es uns nicht getroffen hat.
Für mich ist es aber trotzdem so unendlich traurig. Wie viel Leid über die Familien gekommen ist, von einer Sekunde zur anderen. Ich habe das selbst erlebt durch den Tod meiner Tochter und meines Enkels, ich spüre regelrecht den tiefen Schmerz der Menschen, die da jemanden verloren haben. Obwohl meine beiden nicht durch solch irres Attentat gestorben sind. Der Schmerz ist der Schmerz...
Die letzten Vorbereitungen für Weihnachten laufen, es ist eher ruhig bei uns. Wohltuend, die Zeiten von Stress und Suff sind schon lange vorbei. Ich vermisse sie nicht...
Aurora
Hallo,
welch schrecklicher Anschlag gestern am Breitscheidplatz
.
Es ist unheimlich, die ganze Zeit war es immer weit weg, woanders, jetzt ist es ganz nahe, plötzlich.
Uns und unserer Familie geht es gut, welch ein Glück.
Aurora
Liebe Motzpuppe,
wie gut, dass es mit dem Heulen geklappt hat! Es ist so hilfreich, den Druck dadurch auch mal los zu werden.
ZitatIch habe mehrere Versuche gestartet in darauf anzusprechen. Für mich ist ein großes Problem das ich nicht gerade streitsüchtig bin und mein Mann sich sehr gut und vor allem überlegt artikulieren kann. Ich quatsch eher wie mir der Schnabel gewachsen ist und denke nicht groß vorher nach was ich sage. Jede Diskussion endet also damit das er mich völlig verunsichert und ich nicht mehr weiß was ich noch antworten soll, also gebe ich auf.
Meene Jüte, wie gut ich das verstehe. Ich habe mich bei solchen Gesprächen dann regelrecht an die Wand gedrückt gefühlt, völlig im Kopf blockiert, unfähig, mich zu wehren oder Gegenargumente anzubringen. Ich verstehe dich sehr gut!
Ich habe gelernt mich aus solchen Situationen dann zu entfernen, ein Stopp-Schild zu setzen. Es gibt verschiedene Arten das zu tun. Aus dem Zimmer rausgehen, laut "Stopp mal" zu sagen oder so was in der Art.
ZitatIch fühle mich ein bißchen wie "alleinerziehend mit Mann"
Ja, auch das kenne ich leider zu gut... Und im Grunde genommen ist es ja auch so. Dadurch dass dein Mann sich betrinkt ist er im Grunde geistig nicht mehr anwesend, Hans hat es ja schon beschrieben. Der Körper ist noch da, die Seele ist im Nebel verschwunden. Und du übernimmst so immer mehr Verantwortung für alles. Überforderst dich damit, fühlst dich im Stich gelassen. Das kostet alles Unmengen Energie, denn irgendwann kommt dazu noch Wut. Also die äußeren Dinge, die du alleine erledigst und deine Gefühle dazu, das ist einfach kräftezehrend.
Anfänglich fühlen sich coabhängige Partner stark und wichtig, wenn sie alles alleine managen. Und dann auch noch Anerkennung dafür von Außen bekommen. Aber das ist trügerisch und zerstörend. Es macht Cos kaputt!
ZitatBin einfach nur verzweifelt und fühl mich ganz fürchterlich einsam und allein gelassen.
Alleine und einsam musst du dich nicht mehr fühlen. Du hast unsere Gruppe gefunden und hier bist du nicht alleine! Du kannst rund um die Uhr herkommen und dein Herz ausschütten! Dadurch kann deine Verzweiflung langsam weniger werden damit du den Kopf frei hast zum Überlegen. Denn überlegen wirst du müssen.
Aber jetzt hol erst mal tief Luft. Du hast die ersten wichtigen Schritte gemacht um aus deiner Lebenslage was zu machen. Um Veränderungen herbeiführen zu können, egal erst mal, wie die aussehen. Du bist am Zug, du bist aktiv geworden. Und das ist das wichtigste überhaupt.
Einen schönen 4. Advent
Aurora
Hallo Motzpuppe,
erstmal herzlich willkommen !
Mir ist was aufgefallen in deinem Beitrag...
ZitatWas den Alkoholkonsum angeht sind wir inzwischen bei 4-8 Bier (0,5 l) am Abend oder knapp 2 Flaschen Wein angekommen.
Seid ihr beide angekommen bei der Menge oder er?
Ich glaube ich weiß, wie du das meinst, (er ist da angekommen), und deine Ausdrucksweise deutet für mich darauf hin, dass du schon ganz schön in der Coabhängigkeit mit drinnen hängst...
Deine Gedanken gegen eine Trennung kann ich gut verstehen, ich hatte ähnliche. Mein Exmann war anfänglich auch der ruhige Säufer der eingeschlafen ist, wenn er bis oben hin abgefüllt war. Aber irgendwann hat sich das mehr und mehr geändert und er wurde immer aggressiver. Und ich auch...
Ich könnte jetzt hier schreiben, das, was du schreibst sind alles Ausreden weil du Angst hast zu gehen, weil du deine Komfortzone nicht verlassen willst, weil du coabhängig bist. Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass es sehr schwer ist, seinen Weg zu finden.
Was immer ein wichtiger Faktor ist sind Kinder! Kinder nehmen Dinge der Erwachsenen, der Eltern, viel mehr und auch anders wahr, als wir denken. Abhängige Eltern bzw. Elternteile sind für Kinder Gift, gewissermaßen. Sie können sich nicht wehren und sind auf den Schutz der Erwachsenen angewiesen.
Darum ist es wichtig, dass du dir Gedanken machst. Du machst sie dir ja auch schon, sonst wärst du nicht hier, ganz klar.
Zitatwobei mein Mann recht gut verdient, ich möchte ihn aber nicht ausnehmen.
Das ist auch so ein "Killergedanke". Was bedeutet "ausnehmen"? Im Falle einer Trennung würdest du Unterhalt für die Kinder bekommen. Und der steht dir per Gesetz zu! Das ist kein "Ausnehmen" sondern das ist dein gutes Recht!
Vielleicht gibt es eine nüchterne, ruhige Minute zwischen dir und deinem Mann, Dann kannst du ihm von deinen Sorgen und Gedanken erzählen, was auch sein Trinken mit dir macht. An seiner Reaktion wirst du schon was erkennen können. Vielleicht dann auch mehr für dich erkennen, wie dein Weg gehen sollte bzw. wie du dir dein zukünftiges Leben vorstellst. Und auch ein Austausch hier kann dich weiter bringen, dir Denkanstöße geben.
Viele Grüße
Aurora
Hallo Natascha,
herzlich willkommen!
In meinen Augen ist dein Mann leider nicht mehr trocken, denn er konsumiert wissentlich Dinge, in denen Alkohol enthalten ist. Und es ist dann leider so, so ist eben Sucht, es wird dann immer ein wenig mehr und irgendwann ist es wieder volle Pulle. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Wie du dich richtig verhalten kannst ist echt schwer zu sagen. Anscheinend kannst du mit deinem Mann ja nicht vernünftig und ernsthaft über deine Gedanken hinsichtlich des Alkohols reden. Oder ihm anbieten, dass du ihn zum Beispiel zu einer Beratung begleitest oder so. Es ist die Frage, möchte er deine Unterstützung annehmen oder nicht.
Wenn er es nicht möchte gibt es nur einen Weg für dich. Du musst versuchen, dich abzugrenzen, dir keine Sorgen zu machen, dich nicht zu ärgern über seinen Alkoholumgang und alles das. Im Endeffekt ist es ja so, dass er entscheiden darf, was er möchte. Möchte er wieder trinken oder möchte er wieder in ein trockenes Leben zurück? Zwingen kannst du ihn nicht, das kann niemand. Er wird seinen Weg wählen.
Also heißt das, reden, wenn er mit sich reden lässt, deine Ängste und Sorgen klar machen. Anbieten, ihn zu unterstützen, wenn er wieder ein trockenes Leben anstrebt. Wege für dich finden, wenn er das alles nicht möchte.
Was du nicht brauchst ist, dich schuldig zu fühlen, auch wenn er es so hinstellen mag, dass er nur wegen dir Sauflust hat. Das ist eine willkommene Ausrede! Es gibt immer einen Grund! Du hast keine Verantwortung dafür. Und du brauchst sie auch gar nicht erst zu übernehmen.
Ihn zu kontrollieren oder auszuspionieren ist auch oft ein Ding von Angehörigen, vor allem, wenn sie schon mächtig in der Coabhängigkeit stecken. Ich habe das gemacht und darum weiß ich, wie sinnlos, wie erniedrigend, wie energieraubend das ist.
Also sieh auf dich. Nimm deine Gefühle und Gedanken ernst. Lass dich nicht durch ihn verunsichern, so weit es geht. Wenn er stänkert, darfst du ein Stoppschild setzen, zum Beispiel den Raum verlassen oder so. Zeig offen deine Grenzen, das ist nicht immer leicht, aber das ist wichtig, damit er dich ernst nimmt.
Puh, jetzt komm ich mir vor wie eine Oberlehrerin ![]()
. Das ist nicht so gemeint, ich hab nur mal aufgeschrieben, was mir so durch den Kopf geflogen ist...
Liebe Grüße
Aurora
Liebe Tina,
jetzt komm ich dich auch mal hier besuchen
.
Ich bin ja nun Rentnerin seit einiger Zeit. Und es gibt nicht das klassische Wochenende mehr, da ja Dante auch im Schichtdienst arbeitet bei der Bahn. Wochenende kann also auch mal Dienstag und Mittwoch sein bei uns.
Im besten Fall unternehmen wir dann was zusammen. Oder erledigen Dinge, die erledigt werden müssen. Und wenn ich alleine Wochenende habe dann erledige ich auch erst mal Dinge, die ich alleine erledigen kann. Kloputzen zum Beispiel
, Staubwischen... Und dann nehme ich mir aber auch immer etwas vor, was mich entspannt und was ich gerne mache. Zur Zeit ist das immer noch stricken. Und dann möchte ich noch ein paar Plätzchen backen. "Meine" Musik hören. Telefonieren. Und all solch "unnützes " Zeugs...
To-Do-Liste ... ist da auch was dabei für dich, bei dem du entspannst? Entspannen kannst?
Liebe Grüße und ein hoffentlich noch entschleunigtes Wochenende
Aurora
Guten Morgen,
Weihnachten rückt immer näher
, wie jedes Jahr so plötzlich...
Wie schaut's aus? Wer möchte denn an Heiligabend, Silvester, Neujahr ein Stück Zeit hier verbringen und den Chat übernehmen?
Das können nicht nur die Mitglieder aus dem geschlossenen Bereich... auch Ihr alle aus den offenen Foren könnt euch sehr gerne in die Liste eintragen lassen! Und chatten sowieso, das kann jeder der mag.
Ich wünsche allen einen schönen 3. Advent... ist schon 3. Advent
?...und wir haben noch keinen Baum... ![]()
![]()
Aurora
Hallo,
heute waren wir mit unserer Enkelin in einer Ballett-Vorstellung. "Dornröschen". Dante und ich sind ja Opern- und Ballettfans und somit dachten wir, die Erbse ist jetzt alt genug, um das auch mal kennen zu lernen.
Es war einfach herrlich. Wir hatten sehr gute Plätze und konnten alles genau sehen. Unsere Enkelin war ganz dabei und hat genau beobachtet, wie die Tänzer getanzt haben, es fasziniert sie, dass sie auf den Zehenspitzen stehen
. Ja, es war einfach gelungen.
Ich freue mich, dass ich so schöne Zeiten haben kann. Auch das gehört für mich zu einem lebenswerten Leben dazu.
Aurora
Hallo Sandra,
du hast inzwischen mehrere Fädchen hier eröffnet. Das ist nicht notwendig, du kannst hier immer weiter schreiben und musst nicht jedes Mal ein neues Thema eröffnen. Das ist sehr praktisch! Für dich und auch für die Menschen, die dir was schreiben. Wenn alles zusammen da steht, was du denkst, fühlst und machst ist das einfacher, dir auch hilfreiche Dinge zu schreiben.
Ansonsten schließe ich mich meinen Vorschreiberinnen an. Das Kontrollieren kostet dich unnötig Kraft, ich kann auch aus eigener Erfahrung sagen, ich fand das irgendwie auch für mich immer erniedrigend, wenn ich in seinen Sachen rum gewühlt habe. Es hat sich nicht gut angefühlt. Und wenn ich fündig geworden bin, war das natürlich noch schlimmer.
Es hatte auch nie Sinn, ihn zu konfrontieren, denn er hatte immer ein Argument dagegen und immer war ich am Ende die Böse und Schuldige. Nee danke, so was braucht kein Mensch...
Du kannst, wenn er dir nüchtern erscheint, ja mit ihm reden, ihm deine Ängste und Sorgen in Ruhe schildern. Und du wirst eine Reaktion von ihm sehen. Und danach kannst du für dich handeln. Dir überlegen, wie du dir deine Zukunft vorstellst und wie deine weiteren Wege aussehen können.
Liebe Grüße
Aurora
Danke Hans ![]()
Hallo,
Ayki, danke
..
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Inzwischen ist eine Menge auch passiert, wie im richtigen Leben eben...
. Mein Vater hatte einen kleinen Schlaganfall, zum Glück geht es ihm gut und er hat keine Beeinträchtigungen. Meine Mutter hat das aber ziemlich zurück geworfen, sie ist an sich schon sehr vergesslich geworden, nun ist das noch eine Stufe schlimmer. Meine Geschwister und ich, Kinder, Nichten und Neffen machen da viel.
Ich übe mich nun im Abgeben und Loslassen. Die Familie sieht mich noch immer als Macherin. Die bin ich aber nicht mehr. Ich bin nicht mehr die stumme Coabhängige, die überall die Verantwortung selbstlos übernimmt. Die bis zum Umfallen macht um alle zu entlasten (weil, die gehen doch schließlich arbeiten, haben kleine Kinder undundund...), die alle Lasten gerne auf sich nimmt.
Ich muss klare Ansagen machen und auch mal schlechte Gefühle aushalten, anders geht es nicht. Aushalten heißt, die alten Muster der Verantwortlichkeit und Macherin abzugeben. Das gute Gefühl, dass das ja auch gibt, gebraucht zu werden, gegen das Gefühl auszutauschen anzuecken durch das "Nein, ich mache das nicht!". Lasten abzugeben und auch der Mutter ihre Gefühle zu überlassen, wenn niemand Zeit hat, mit ihr in die Klinik zu fahren. Was selten genug passiert, meistens ist jemand da. Ich kann das nicht leisten alles und muss es auch nicht.
Ich habe ja auch ein Leben. Ich brauche Freiräume und Zeit, mich auszuruhen. Denn meine Energien sind knapp bemessen.
Und ja, es klappt. Ich schaff das, Gefühle mal auszuhalten, abzugeben, für mich selbst zu sorgen.
Ich wünsche allen einen schönen, besinnlichen 1. Advent
Aurora
Hallo Chuck,
ja, du bist ratlos...und ich würde sagen, du steckst gerade fest in einer Opfer-Rolle, in einer Phase, wo das Selbstmitleid dich auch lähmt. Wo du dich selbst schuldig und klein fühlst.
ZitatJeder normale Mensch würde sagen: "Okay, das war es, er will einfach nicht aufhören..." Conclusio= ich bin nicht normal... Bin mal wieder zu feige zu gehen.
Doch, du bist normal. Ok, feige momentan vielleicht, denn du weißt ja prinzipiell schon, dass du es kannst, gehen... Es nutzt dir nichts, dass du dich in Selbstmitleid und Eigenbeschuldigungen verlierst. Das ist ok, dass du diese Gefühle hast, ich kenne sie auch nur zu gut. Und deshalb weiß ich, dass mich persönlich diese Gefühle handlungsunfähig gemacht haben. Irgend wann muss man einfach diese Gefühle los lassen und machen... nutzt alles nix...
ZitatManchmal denk ich, dass ich Angst habe mir eingestehen zu müssen, dass ich einfach 9 Jahre meines Lebens weggeschmissen habe.(Vielleicht auch meine "besten Jahre") Ich werde älter habe ein Kind und habe das Gefühl, alles falsch gemacht zu haben.
Du hast keine Jahre weg geschmissen! Du hast diese Jahre gelebt, wie es für dich machbar war. Und du wirst diese Zeit nicht wieder bekommen, aber du kannst daraus Erfahrungen mit nehmen um es in Zukunft anders zu machen! 9 Jahre sind schon auch viel, aber überlege doch, wie viele Jahre du noch haben kannst! 50 oder so? Das ist eine Menge, daraus kannst du echt ein schönes Leben machen, es ist nie zu spät und schon gar nicht mit 35. Deine besten Jahre, die liegen doch noch vor dir auch!
Du möchtest weg, also los dann. Heb deinen Popo und mache die nächsten Schritte. Kläre Finanzen, kläre das mit einer Wohnung, zum Beispiel. Und schau in den Spiegel und sag dir, dass die Frau, die du da siehst, nämlich du, dass du was besseres verdient hast als das, was du jetzt lebst. Und dass die Frau, die du da siehst, nämlich du, es in der Hand hast. Und niemand sonst!
Ich wünsche dir einen gemütlichen ersten Advent
Aurora
Hallo und willkommen Eva,
ich bin mit einem trockenen Alkoholiker verheiratet. Vorher war ich mit einem nassen Alkoholiker verheiratet und lebte in Coabhängigkeit.
Ich kenne meinen Mann nicht nass, er ist seit 10 Jahren trocken und wir kennen uns seit 9 Jahren.
Für mich war von Anfang an klar, dass ich es mit einem Mann mit einer Krankheit zu tun habe, die er stoppen konnte. Ich respektiere ihn mit dieser Krankheit und toleriere, dass er für sich bestimmte Dinge haben muss, um zufrieden trocken mit mir leben zu können.
Ich habe von Anfang an in seiner Gegenwart keinen Alkohol getrunken, seit wir ein "richtiges" Paar sind lebe ich genau so abstinent wie er. Es gibt keinen Alkohol in unserem Haushalt. Da ich selbst keine Abhängigkeit in dieser Richtung habe, fällt mir das nicht schwer und ich lebe gewissermaßen auch trocken, so wie er.
Er ist aber dennoch für seine Trockenheit selbst verantwortlich. Ich meine, ich backe keinen Eierlikör-Kuchen oder ähnliches, klar. Aber wenn wir zum Beispiel unterwegs in ein Café gehen oder Eis essen, muss er selbst darauf achten, ob da Alkohol bei ist oder nicht. Wir reden sehr viel, er über seine Sucht, ich über meine Coabhängigkeit. Am Anfang unserer Beziehung war das sehr wichtig, denn ich kam ja aus einer Beziehung mit einem Nassen. Und hatte da meine Ängste. Und ja auch meine Verhaltensweisen als Co waren noch nicht weg.
Ich musste mich auch ändern und meine Verhaltensweisen überdenken und umschreiben. Genau wie das einer macht, wenn er trocken wird vom Stoff. Wir haben also zusammen gemacht aber auch jeder für sich. Und so haben wir uns entwickeln können. So habe ich Vertrauen fassen können auch zu ihm. Durch reden! Durch Offenheit, Toleranz und Achtung voreinander. Und auch durch Wissen was es bedeutet, suchtkrank zu sein, coabhängig zu sein.
Vielleicht kannst du mit meinen Erfahrungen ein wenig was anfangen.
Viele Grüße
Aurora
Hallo Sagara,
Zitatkennt das hier jemand?
Ja ich zum Beispiel!
Es ging mir mit meinem Exmann genau so. Erst mal dieses Übernehmen seiner Verantwortung. Ich wollte nicht, dass er Ärger kriegt. Dabei wär das ja nicht mein Ärger gewesen. Aber ich dachte immer, als seine Frau ist es meine Pflicht, ihm seine Dinge abzunehmen. Und so wurde es mir auch hintenrum ja von seiner Mutter und seinem Bruder gesagt...
Ich bekam dann auch Vorwürfe, nicht direkt sondern durch die Blume. Auch von meinem Exmann, denn immer war ich schuld, wenn was war. Er war immer der Goldjunge. Voll perfekt. Nur ich eben nicht...
.
Das hat mich über die vielen Ehejahre kaputt gemacht, es waren alles auch Teilchen des Mosaikes dieser Beziehung, die nicht von Augenhöhe geprägt war. Sondern von Macht und Druck. Und Suff. Es kam immer eins zum anderen.
Und seine Familie... Die wollten nicht sehen, dass er abhängig ist. Das konnten diese Leute einfach nicht. Denn einer aus ihren Reihen, der ist nicht so! Der ist kein Säufer! Nicht dieser Goldjunge. Hätten sie das zugegeben hätten sie zugeben müssen, dass eben doch nicht alles so perfekt bei ihnen ist, wie sie es gerne nach außen hin zeigten.
Und somit waren alle Schuld, außer sie! Das Saufen hätte er in meiner Familie gelernt, sagte meine Ex-SchwieMu. Ja, meine Leute haben gerne und viel gesoffen. Aber das hat er nicht bei denen gelernt, der Ex, sondern er passte so gut da rein, weil er selbst so war. Und ich war ja auch immer sooooo böse mit dem aaaarmen Ex, dem Goldjungen. Wollte immer was unternehmen, Spaziergänge oder so, aber "hach, das strengt ihn doch so an". Und dann habe ich doch tatsächlich auch verlangt, dass er im Haushalt mal Hand anlegt (was er aber so gut wie nie gemacht hat), also wirklich, der Goldjunge geht doch arbeiten und dann verlange ich so was
.
Meine Ex-SchwieMu hat immer geleugnet, selbst wenn er besoffen vor ihr lag. Immer waren andere daran schuld dann, meistens ich und mein Verhalten. Toll, oder...?
Als ich mich trennte damals, da machte ja mein Ex erst mal einen kalten Entzug, ging aber einen Tag später in die Klinik. Ich informierte dann meine Ex-SchwieMu und bekam nur Vorwürfe zu hören
.
Er wäre ja soooo fertig, weil ich ihm seine (damit meinte sie unsere gemeinsame Eigentumswohnung) wegnehmen wollte.
. Und so ging das, bis ich in den Telefonhörer brüllte, sie solle sich doch mal klar machen, wie dreckig mir und unseren (erwachsenen) Kindern ginge, wie sehr er mich terrorisierte. Sie hat dann sofort das Thema gewechselt und ich habe aufgelegt. Und erst Jahre später wieder mit ihr geredet. Auf einem Geburtstag meiner Enkelin oder so. Und nur belangloses Zeug.
Noch heute, wo mein Exmann ziemlich herunter gekommen ist und die Sucht deutlich zu sehen ist, wird da noch geleugnet. Und ich weiß, dass ich noch immer verantwortlich dafür gemacht werde. Inzwischen kann ich gut damit leben, denn ich weiß, ich bin es nicht! Aber das hat schon auch gedauert, diese Verantwortung und Schuld los zu werden.
Du kannst nichts bei seiner Familie bewirken. Sie werden denken, was sie denken wollen, da hast du keinen Einfluss darauf. Du hast Einfluss auf dein eigenes Denken und deine Gefühle. Du musst dir einfach immer und immer wieder sagen, dass es nicht deine Sache ist! Dass du okay bist, so wie du bist. Dass du ihm nicht die Pulle an den Hals gehalten hast.
Du musst dir klar werden, dass er alleine für sein Leben verantwortlich ist. Schreib es dir auf und häng es an, wo du es immer sehen kannst. Wie ein Mantra. So lange, bis du es selbst glaubst und weißt, dass es so ist.
Liebe Grüße
Aurora
Liebe Ayki,
ich freu mich, wieder was von dir zu hören
.
Und vielleicht hast du ja nicht "nur mal so" hier vorbei geschaut sondern magst dich ein wenig weiter austauschen. Denn wäre alles für dich tutti, hättest du dich hier nicht wieder gemeldet!
Liebe Grüße
Aurora
Liebe Nonens,
als ich meinen Exmann kennen lernte, war ich sehr verliebt! Es sah alles so perfekt aus mit ihm. Und wir haben schon sehr schnell, nach ca. 6 Monaten geheiratet und im Sommer darauf war auch schon meine Tochter geboren.
Ich habe sehr viel Liebe und Zuversicht in diese Beziehung gelegt. Ich denke mal, mein Exmann hat schon auch was für mich empfunden, aber so ganz klar war mir das nie. Ich habe es reininterpretiert, weil ich es mir so gewünscht habe. Wenn ich heute zurück blicke kann ich sagen, wir hatten keine liebevolle Beziehung!
Die Beziehung war geprägt von seiner Mutter und vor allem von seinem Bruder. Und mein Exmann war schwach und nicht wirklich abgenabelt. Heftig getrunken hat er von Anfang an, aber da war es nicht solche tägliche Regelmäßigkeit. Erste Trennungsgedanken hatte ich aber schon nach ca. 4 oder 5 Jahren... Da wurde mir sein Alkoholkonsum zu viel und zu komisch. Und seine Sippe war zu aufdringlich und ich einfach wehrlos. Ich habe mich schon immer gewehrt, aber das wurde ignoriert. Auch von meinem Exmann, der seine Dinge immer mehr im Bier ertränkte.
Meine Kinder hatten einen Vater, wie er vor 100 Jahren war. Er der Pascha und Geldverdiener, Kinder sind Sache der Frau, die hat ja eh nix weiter zu tun... Und sie erlebten immer mehr, wie er im Suff verschwand. Und ich zuerst in Traurigkeit, dann in Wut, in Geschreie, Geheule und Gebettele.
Die ersten Jahre trank er abends, wenn die Kinder im Bett waren. In der Woche wenig aber regelmäßig, an den Wochenenden aber schon heftig. So richtig offensichtlich wurde es ab ca. Mitte der 90ger Jahre, da waren meine Kinder über 10 Jahre alt. Und ganz extrem ging es zur Jahrtausendwende weiter, da waren sie schon fast erwachsen.
Eine liebevolle Beziehung, die habe ich jetzt, mit meinem zweiten Mann. Und ich stehe oft noch heute mit offenem Mund und staunenden Augen da, wie eine Beziehung auch sein kann. Wunderschön nämlich. Unbegreiflich, auf was ich 26 Jahre lang verzichtet habe...
Es ist doch okay, wenn eure Beziehung gut läuft. Solange er nicht trinkt. Das macht es aber ja auch so schwer, Dinge zu erkennen oder zu verändern.
ZitatDie Distanz ist da von mir zu meiner Mutter, meine Liebe kann ich aber nicht leugnen, will ich auch gar nicht.
Deine Mutter ist deine Mutter. Und du hast eine spezielle Bindung mit ihr, egal, wie sie als Mensch ist. Das ist so zwischen Kindern und Eltern. Ich finde das normal.
ZitatAber das nimmt er mir übel und deshalb trinkt in diesen Zeiträumen noch mehr als sonst und ist ein Monster für mich.
Das ist ein "normales" Verhalten in Co-Beziehungen. Der Alkoholiker nimmt eine Sache, die dem Co wichtig ist und ihm nicht, wirft dem Co dann alles vor und gibt ihm die Schuld, deswegen trinken zu müssen. Damit macht er der Co Schuldgefühle und hat für sich die Erlaubnis, besonders exzessiv zu saufen. Das kenne ich auch!
Liebe Nonens, niemand kann oder will dich zur Trennung zwingen. Du bist die Bestimmerin über dein Leben, keiner sonst. Ich finde es gut, dass du hier bist und dich mit deiner Situation auseinander setzt, denn so 100%tig wohl scheinst du dich nicht mit allem zu fühlen. Wann oder ob du welchen Schritt machst wird aus dir selbst kommen. Hier kannst du deine Gedanken ordnen und Antworten bekommen. Und die Antworten, die am meisten pieken, ärgern, weh tun, das sind die wichtigen! Auch das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und liebe Grüße
Aurora
Hallo,
bin wieder da... Wir waren ja im Urlaub. Erst mit dem Schwiegersohn und der Enkelin in der Lüneburger Heide, dann bei unserer lieben Freundin Morgenrot
.
Das war eine schöne Zeit und wir haben das alles genossen.
Jetzt kehrt langsam der Alltag wieder ein, zwei Maschinen mit Wäsche sind schon durchgelaufen, die Post sortiert, alles wieder an seinem Platz.
Nun geht es also weiter. Demnächst, also am 14., gehe ich von Montag bis Freitag in eine Klinik. Ich habe ja Lymphödeme und rangel mich schon seit 20 Jahren wegen der Verordnungen für Lymphdrainage rum. Die Ärzte wissen zu wenig Bescheid und es belastet ihr Budget.
Ich habe nie viel Wert auf meinen Körper gelegt, dazu hatte ich ja keine Zeit. Ich habe das dann auch jahrelang schleifen lassen, hatte zwischendurch immer wieder längere Zeiten keine Lymphdrainagen, all so was. Das ist nicht gerade förderlich
.
Und jetzt hab ich ja Zeit für all solche Dinge, die mich betreffen. Und meine Hausärztin hat mir den letzten Anstoß gegeben und mich in ein Gefäßzentrum geschickt. Und da geht es nun mal richtig ran! Ich werde fünf Tage lang Lymphdrainagen bekommen und so. Neue Strümpfe werden mir angemessen. Und dann, wenn die Ärzte da meinen, dass es sich bei mir wirklich um ein Lymphödem handelt, das das tut es, werde ich auch eine Dauerverordnung bekommen.
Fühlt sich gerade sehr gut an, dass ich endlich, endlich all diese Dinge für mich tu. Seit einem halben Jahr gehe ich ja auch zum QiGong und das ist super. Und nun noch das... Es fühlt sich luxuriös an für mich. Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten. Selbstfürsorge...
Ich hatte nie Zeit dazu. Erst war diese Ehe mit dem Alkoholiker und seiner Sippe, dann dieses Berufliche, die Schichtdienste, ich hatte keine rechte Regelmäßigkeit. Und nun, endlich, kann ich das
.
Mir geht's echt ganz gut.
Aurora
Hallo Nonens und herzlich willkommen,
Tipps und Tricks... ich glaube, die gibt es nicht in dem Sinne.
Ich bin inzwischen seit mehr als 9 Jahren von meinem Exmann getrennt, aber wenn ich ihm begegne, auf Geburtstagen oder so, dann ist da noch immer mein "Kontrolle-Blick". Das gebe ich ehrlich zu. Mein Exmann trinkt und ich gucke dann, ist er nüchtern am Anfang, wenn wir bei der Familie eintreffen, wie ist sein Pegel usw. Ich kann das nicht abstellen, es geht einfach nicht. Denn obwohl ich nichts Liebevolles mehr für ihn empfinde ist er mir nicht egal. Er ist der Vater meiner Kinder und wir kennen uns seit mehr als 35 Jahren.
Darum konnte und kann ich nur mein neues Leben in Ruhe und Glück leben, wenn ich nichts von ihm mitkriege. Also wirklich nichts.
Es ist sehr schwer Abstand zu haben, wenn du unter einem Dach mit ihm lebst. Das ist meine Meinung. Also zumindest für mich war das nicht machbar. Ich weiß nicht, wie ich das nenne soll, warum ich so war, aber selbst, als kein Futzelchen Liebe sondern nur noch Hass da war, habe ich noch kontrolliert. Selbst im ersten Jahr nach der Trennung, als wir aber noch immer viel zusammen unternommen haben (mein Ex war nach der Trennung 4 Jahre ohne Alk), hatte ich den Drang nach Kontrolle, nach Übersicht über sein Leben. Und das hat mir gar nicht gut getan, denn dadurch habe ich eine richtige Loslösung nur verzögert und mein Leiden verlängert. Leiden hört sich dramatisch an, ich sag mal lieber, ich war wahnsinnig unfrei und gebunden dadurch.
ZitatDas wirft mich wieder zurück und ich denke: durchhalten, bis die Kinder größer sind.
Meinst du, du tust deinen Kindern einen Gefallen damit, eine kaputte Struktur zu behalten? Meinst du es tut ihnen gut, wenn ihre Mutter unglücklich ist? Wenn sie sehen, was mit ihrem Vater so passiert?
Ich habe auch durchgehalten, wegen der Kinder. Sie waren, als es so richtig los ging, schon etwas größer. Ich habe noch heute zwischendurch viele Schuldgefühle deswegen, eine liebevolle Partnerschaft zwischen ihren Eltern haben sie nicht erlebt... Aber einen Vater, der besoffen rum torkelte, hinfiel, lallte, sabbernd auf dem Sofa saß... Und eine heulende, unglückliche, klagende Mutter, die irgendwann mit soff. Vor lauter Verzweiflung. Ich bin froh, nicht selbst abhängig geworden zu sein.
Liebe Grüße
Aurora