Wie seid ihr aus dem Kreislauf heraus gekommen

  • Ich war 14 Jahre mit einem Mann zusammen gewesen und 10 Jahre verheiratet. davon war mein ex-mann die letzten 5 Jahre Alkoholiker. Er war im "rausch" sehr gewaltig. Ich habe dann irgendwann, als ich auf der its aufgewacht bin, trennen können. Dies ist jetz 5 Jahre her. Er selbst lässt mich erst seit wenigen Wochen in ruhe. Er hat mich gestorkt, das Kind weg genommen und immer wieder Kontakt gesucht. Ich bin heimlich umgezogen aber er fand mich trotzdem (da mein Sohn bei ihm lebt)
    Seit einem Jahr habe ich nun einen neuen freund und es fängt genauso wieder an. Seit Wochen trinkt er regelmäßig, was aber alles im Rahmen verlief. Seit 3 Tagen ist es aber so, dass er Nacht total bes.... heim kommt, und nur auf aggro ist. Er macht mir Vorwürfe, dass ich an seiner Trennung schuld wäre, er seine Kinder nicht sehen darf und und und.....
    Eigentlich weiss ich, dass ich mich trennen sollte, kann es aber nicht. Ich liebe ihn und das weiss er. Er scheint mich aber nicht mehr zu lieben. Es kommt kein liebes wort oder kuss mehr. Nichts mehr. Seine freunde, mit denen er tgl. Trinkt, sind ihm grad wichtiger als ich oder unsere Beziehung.
    Ich war froh, dass ich nach meinem exMann überhaupt jemanden an mich ran lassen konnte. Könnt ihr mir aus eurer Erfahrung heraus sagen, was ich tun könnte, ausser ne

  • Hallo Rommyundpaula,

    erstmal herzlich willkommen.

    Ich kann dir aus Erfahrung sagen, was du tun kannst.
    Oder nicht tun kannst.

    Zuerst einmal kannst du deinen Freund nicht dazu bringen, nicht mehr zu trinken. Es ist seine Angelegenheit. Du hast keine Schuld daran, dass er trinkt, auch wenn er das behauptet. Nasse Alkoholiker schieben sehr oft die Schuld an ihrer Trinkerei auf andere Leute oder auch auf Situationen oder sonst was. Das ist einfach so.

    Du hast also zwei Möglichkeiten.

    Nummer eins: Du kannst bei deinem Freund bleiben. Du kannst dich von ihm manipulieren lassen, beschuldigen lassen, fertig machen lassen. Du kannst ihm beim Saufen zusehen und seinen Dreck wegräumen. Vielleicht wird er mal handgreiflich, auch das kannst du hinnehmen. Und irgendwann bist du kaputt und dein Leben ist an dir vorbei gegangen und du hattest nichts davon.

    Nummer zwei: raff allen deinen Mut zusammen und gehe weg, trenne dich. Um zu leben.

    Jetzt ist die Frage, was du dir wert bist. Bist du dir wert zu leben und was vom Leben zu haben? Willst du glücklich sein und in Ruhe leben? Bist du dir wert, dass es dir gut geht, dich niemand körperlich angreift oder seelisch zerstört?

    Oder magst du dich lieber quälen lassen? Ist es schön, körperlich und seelisch misshandelt zu werden? Ist es toll das Gefühl zu haben, mein Freund liebt mich nicht, darum liebe ich ihn für zwei? Macht es Spaß mit Betrunkenen rum zu hängen? Alleine alle Verantwortung zu tragen, alleine im Leben zu stehen obwohl da ein Partner ist?

    Du hast die Wahl und nur du! Es geht um dich, um dein Leben, um deine Gesundheit, um dein Wohlbefinden, um deinen Spaß. Um deine Lebensfreude.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo aurohaus,

    Vielen Dank für deine Antwort.

    Im Grunde genommen hast du recht. Ich habe lange Nächte zum nachdenken gehabt. Ich weiss, dass er es nicht wert ist. Ich hab das nicht nötig, schon garnicht, weil ich ihn von der Strasse geholt habe u er nichts hatte.
    Ich kenne ihn aber auch ohne Alkohol und da ist er ein toller Mensch. Der liebenswerte Mensch, der mich auf Händen tragen kann. Der, den ich mir so sehr gewünscht habe. Aus diesem Grund fällt es mir so unheimlich schwer, einen Schlussstrich zu ziehen
    Ich hangel mich von Tag zu tag, weil ich Hoffnung habe, dass er die wieder findet und einfach so wird wie vorher.

    Vllt. Kann ja auch mal jemand schreiben, der diesen Schritt mit seinem Partner geschafft hat.

    Ich habe mir dennoch ein Ziel gesetzt, wenn sich in den nächsten Tagen der Zustand nicht ändert, werde ich wohl ein Ultimatum stellen

  • Hallo Rommyundpaula!

    Zitat

    Ich kenne ihn aber auch ohne Alkohol und da ist er ein toller Mensch. Der liebenswerte Mensch, der mich auf Händen tragen kann. Der, den ich mir so sehr gewünscht habe. Aus diesem Grund fällt es mir so unheimlich schwer, einen Schlussstrich zu ziehen
    Ich hangel mich von Tag zu tag, weil ich Hoffnung habe, dass er die wieder findet und einfach so wird wie vorher.

    Alle Alkoholiker die ich kenne sind ganz anders wenn sie nicht getrunken haben. Alle sind ganz liebe und tolle Menschen.
    Aber das macht ja ihr Verhalten wenn sie trinken nicht ungeschehen und gleicht es auch nicht aus. Und gerade in einer Paarbeziehung sollte man meiner Meinung und Erfahrung nach einen Schlussstrich ziehen, wenn man unglücklich ist, sich aber von der anderen Seite nichts ändert.
    Es hat keinen Zweck in einer Beziehung zu bleiben, die einen nur auslaugt. So weh es auch tut, der Schmerz den man hat wenn man bleibt ist oft viel schlimmer und vor allem längerfristig. Jedenfalls hab ich das so erlebt (auch wenn mein Ex nicht getrunken hat; da gab es aber andere Probleme die einen sehr ähnlichen Effekt hatten).

    LG,
    Cookie

  • Hallo Rommyundpaula,

    ich kenne Paare, die es geschafft haben und zusammen geblieben sind. Das ging aber nur, weil der / die Abhängige ernsthaft und aus vollem Herzen aufgehört hat zu trinken. (das gilt sicher auch für andere Drogen).

    Das heißt, der Abhängige hatte einen Tiefpunkt und konnte beschließen, mit allen Mitteln trocken zu werden und sein Leben ziemlich umzustellen. Der Partner hat da nicht wirklich Einfluss drauf, der Wunsch und die Taten müssen vom Abhängigen ausgehen. Und dann kann gemeinsam ein neuer Weg gefunden werden.

    Wie siehst du deinen Partner? Meinst du, er mag sein Leben so, wie er es gerade lebt? Meinst du, er will da grundsätzlich was dran ändern?

    Guck da mal genau hin. Und dann überlege dir, was du willst.

    Was ist inzwischen passiert? Wie geht es dir?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Rommyundpaula,

    mein Partner und ich haben es geschafft, jeder für sich und zusammen. Ich bin damals ausgezogen, weil ich mir nicht anders zu helfen wusste. Ich hab mir keine Gedanken darum gemacht, was langfristig wird, ich wollte und konnte nicht mehr so zusammen leben. Dieser Schritt war für mich enorm wichtig, damit ich wieder zu mir zurück finden konnte, mich wahr und wichtig nehmen. Mein Mann hat beschlossen, nicht mehr zu trinken und so hatten wir auch wieder gemeinsam eine Chance.

    Wichtig ist, das jeder für sich über sein Leben entscheidet und für sich schauen muss, was er möchte und was nicht.

    Sonnige Grüße
    Lütte

    "In dem Moment, wo Du eine Entscheidung triffst, formt sich dein Schicksal"

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