Beiträge von Aurora

    Hallo Reiner,

    danke, dass du meine Fragen beantwortet hast!
    Deine Antworten zeigen mir aber auch, wie tief du in diesem Co-Muster verstrickt bist. Denn du übernimmst die Verantwortung über das Leben deiner Frau. Dabei ist sie doch erwachsen und selbst dafür zuständig. Gut, ob sie Auto fahren kann oder nicht, das ist solch Sache. Mein Exmann kann das - seiner Meinung nach - immer. Und ich hatte da mal vor 2 Jahren einen riesigen Konflikt mit mir selbst. Sollte ich jetzt mitkriegen, dass er besoffen fährt, schicke ich ihm die Polizei hinterher! Knallhart? Nee, finde ich nicht, aber gut, ich habe inzwischen den nötigen emotionalen Abstand.

    Ja, und wie du deine Zeit verbringst... das ist echt auch so 'ne Sache. Macht es denn Spaß mit ihr zusammen, wenn sie betrunken ist? Ich meine, ist das so deine Freizeit, deine Unbeschwertheit, wie du sie dir vorstellst? Ich meine das jetzt ganz ernst. Nicht böse oder ironisch. Denn ich habe mir damals auch diese Fragen so ganz im Ernst gestellt und dann auch ganz ehrlich beantwortet. Und da konnte ich Schritte machen, dann.

    Zitat

    Wie kann ein Zusammenleben mit einem schwer alkoholkranken Menschen gelingen, ohne selbst krank zu werden?

    Ich kenne viele Leute, die mit einem schwer abhängigen Menschen zusammen gelebt haben, auch in meinem Familienkreis. Und ich kenne keinen, der nicht selbst dabei krank geworden wäre. Psychisch, körperlich. Auch abhängig vom Alkohol, schlussendlich.

    Es kann ein nebeneinander her Leben vielleicht gehen. Wenn der Partner sich stark abgrenzen kann. Wenn jeder sein eigenes Ding macht. Aber ganz ehrlich, wofür muss ich denn dann zusammen leben? Das ist doch keine Ehe, Liebesbeziehung, oder?

    LG
    Aurora

    Hallo,

    liebe Kummerstier, ich sag einfach "Danke" und freue mich sehr über deine Worte.
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    Unsere kleine Reise zur "Morgenrot" ist leider schon wieder Vergangenheit. Urlaub ist schön, es war eine intensive Zeit. Ab Montag geht es dann wieder mit dem Alltag los. Vorher gibt es aber noch "Die schöne Helena" in der Komischen Oper.

    Aurora

    Hallo Reiner,

    mir fällt was auf...

    Du schreibst

    Zitat

    Es ist so schwierig. Man muss so viele Entscheidungen treffen, wenn man mit einem Alkoholiker zusammenlebt. Jeden Tag. Die meisten davon sind schwer.

    Das "man" in deinen Sätzen kannst du durch "ich" ersetzen. Denn um dich geht es ja hier :wink: . Welche Entscheidungen musst du den Tag für Tag treffen?

    Und ich habe eine weitere Frage. Was sagt denn deine Frau dazu, dass sie unter Betreuung gestellt werden soll?

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Ko und liebe Chrissy,
    wie stellt ihr euch denn einen Alkoholabhängigen vor?
    Das würde mich wirklich interessieren. Das ist jetzt nicht sarkastisch oder so gemeint, sondern ganz ernst.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Freya und herzlich willkommen hier!

    Was ist coabhängig, was ist normale Fürsorge in einer Beziehung...
    Ich glaube, da geht vieles fließend ineinander. Was ist gesund, was ist eher schon krank.

    Meine Meinung ist, dass Menschen eher in die Coabhängigkeit rutschen, die selbst wenig Selbstvertrauen haben. Die die Fürsorge eher für den Partner haben als für sich selbst. Die meinen, nur sie wären in der Lage, den Partner zu retten, ihm helfen zu können. Und dabei sich selbst immer mehr aus den Augen verlieren. Weil sie sich selbst wenig wert sind.

    Eine Beziehung zu retten, zu erhalten, kann ja nur funktionieren, wenn beide das schlussendlich wollen. Wenn beide was dazu tun wollen.

    Du hast schon eine Menge für dich machen können! Das finde ich echt gut. Ich bin gespannt auf einen Austausch hier.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Ko,

    hui, da kommt also Panik auf... nicht schön. Und ein sicheres Zeichen, dass du was machen solltest. Denn wie lange soll das so gehen? Das ist doch kein schönes Leben, oder?

    Zitat

    Sich auf jemanden verlassen können, ist mir eigentlich sehr wichtig. Ein trinkender Partner ist da wohl das genaue Gegenteil..

    So ist es! Das einzige, worauf du dich da verlassen kannst ist, dass er seine Sucht befriedigen muss. Er muss trinken...

    Auch mir war und ist es sehr wichtig, dass ich mich auf meinen Partner verlassen kann. Das ist doch ein Stück der Basis einer gesunden Beziehung. Mit meinem Ex ging das nicht. Ein abhängig Trinkender ist dazu nicht in der Lage. Er verspricht dir das Blaue vom Himmel, 5 Minuten später weiß er nichts mehr davon.

    Was willst du nun machen? Er hat Urlaub, du hast Panik. Abgrenzung in einer Beziehung mit einem Abhängigen auf engem Raum ist sehr, sehr schwierig. Mir ist das leichter und immer leichter gefallen, als ich endlich aus der gemeinsamen Wohnung raus war.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    nun ist er da, der Urlaub...

    Nächste Woche werden wir noch eine liebe Forumsfreundin besuchen :D , da freuen wir uns schon sehr!

    Und sonst? Der Schwiegersohn hatte Geburtstag. Und da war auch der Exmann. Und der war schön angeheitert. Ah, da hatte ich wieder so ein leichtes Gefühl von genervt sein. Wie er da so rumgetänzelt ist. Und seine Fahne, ich ging an ihm vorbei und bekam sie voll ab. Äähhh, gar nicht nett.

    Und doch, abends zuhause war ich irgendwie auch traurig. Erstmal natürlich, weil mir meine Tochter dort so sehr gefehlt hat :( . Ach, sie fehlt mir so. Und dann der Ex. Ich kenne ihn nun seit 33 Jahren. Und er tut mir irgendwie leid. Wie ein Mensch sich so kaputt machen kann durch die Sauferei. Tja, aber was soll's. Es ist seine Entscheidung. Es ist war der Moment, da tat es mir leid.

    Ich bin dann immer heilfroh, nicht mehr mit in diesem Abgrund zu stecken. Sein Rumgetänzel und diese fette Lache, früher waren das Dinge, für die ich mich fremdgeschämt habe. Jetzt sehe ich das und denke, mach mal nur. Und dann sehe ich mir Dante an und denke, welch ein Glück! Ich kann selbst bestimmen, wie ich es haben möchte. Mein Leben. Und ich möchte es so haben wie jetzt. Dass ich Dante habe, das ist ein riesiges Glück. Aber dass ich ein Leben führe ohne diesen Suff, das liegt in mir, an mir. Ich bin da raus. Und das ist gut so.

    Ich habe das schon oft hier geschrieben. Weil es einfach so ist. Es liegt in jedem selbst, das Leben zu haben, was man will. Das macht einem niemand, das mache ich mir selbst!

    Aurora

    Hallo Ko,

    natürlich bist du müde...

    Denn ganz ehrlich, das Ignorieren einer Situation kostet doch unheimlich Kraft. Nicht Hinsehen ist anstrengend. Abgrenzen fordert Energie. Und arbeiten tust du auch noch...

    All diese Energie könntest du besser einsetzen, für dich und deine Kinder. In Leben nämlich, ohne ignorieren Müssen, ohne Dauerabgrenzung, ohne wegsehen Müssen...

    Nasse Alkoholiker sind Energieräuber, egal, wie. Du merkst es ja selbst.

    Ich hoffe, dass du die Energie findest, beim JA anzufragen. Weitere Schritte zu machen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Engel,

    ja, ich habe eine Menge erreicht. Das kannst du auch, jeder kann das. Ich habe nur mein bisschen Mut zusammen genommen und meine Würde zusammen gekratzt. Das bisschen, was ich noch hatte. Und echt, es hat sich gelohnt, es lohnt sich immer!

    Bei dir gibt es im Moment nichts Neues? Ist das nun gut oder schlecht für dich?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Ko,

    du schreibst

    Zitat

    Ich will einfach nur meine Ruhe, hier werde ich die nicht bekommen

    Das sagt doch schon eine Menge...
    Du hast Angst? Das ist doch normal, irgendwo. Jeder Mensch hat Angst vor Veränderungen. Aber lass dich doch nicht lähmen von der Angst! Was kannst du dagegen machen?
    Informationen einholen, zum Beispiel. Dich informieren, was du finanziell zu erwarten hast. Wie hoch Mieten sind. Du kannst dir doch einfach unverbindlich Wohnungsannoncen ansehen. Dir überlegen, wie groß deine Wohnung sein sollte, wie viel du dafür an Miete ausgeben kannst. All so was .


    Zitat

    Es macht mich wütend, dass ich mir so viel gefallen lasse

    Ja! Na klar macht es dich wütend, denn ganz ehrlich, hast du nicht was besseres verdient? Willst du den Rest deines Lebens so rumkruschteln? Sei mal schön wütend auf dich, Wut ist ein guter Motor.

    Das mit dem Konto hat doch gut geklappt. Erinnerst du dich? Das war ein gutes Gefühl und du hast es geschafft. Du kannst nun auch den nächsten Schritt schaffen, das wird sich dann mindestens genau so gut anfühlen...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Ko, ja, der Geburtstag konnte statt finden :D . Und heute Nachmittag kommt die Kleine dann zu uns und wir haben sie über's Wochenende. Das ist immer soooo schön.

    Ich danke dir herzlich für deine Worte! Wenn ich dir Mut machen kann, dann freue ich mich mit dir mit.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    und huhu Matthias, mach ich! Nun hat sie Scharlach, die Erbse... :? Und Montag wird sie doch 6, so ein Pech. Vielleicht kann aber doch eine kleine Geburtstagsfeier statt finden. Schließlich wirken die Medikamente schnell heutzutage.

    Liebe Grüße an dich
    Aurora

    Hallo,

    nun war ich soooo lange nicht mehr in meinem Fädchen...

    Inzwischen ist der Urlaub um und der nächste steht schon fast vor der Tür. Die Enkel-Erbse ist nun ein Schulkind. Meene Jüte. Meine Tochter wäre so stolz auf ihre Tochter, ein tolles Mädchen ist sie! Und so groß geworden. Meine Trauer ist riesig, dass meine Tochter das alles nicht erleben darf...

    An meinen Arbeitszeiten konnte ich erfolgreich was verändern. Und zwar so, dass es sich für mich nun richtig gut anfühlt. Darauf bin ich sehr stolz! Es ist für mich ein großer Erfolg, Dinge, die mir wichtig sind, ansprechen und auch durchsetzen zu können. Nicht mehr zu schlucken und im stillen Kämmerlein zu grummeln, sondern meine Dinge deutlich und klar anzusprechen.

    Das fällt mir um so leichter, desto weiter weg die Person ist, also ich meine jetzt emotional. Bei Menschen, die mir nahe stehen, habe ich schon immer noch meine Schwierigkeiten, meine Grenzen zu setzen. Oder meine Bedürfnisse zu sagen. Aber ich mache das trotzdem. Es nutzt ja nichts, wenn ich denke, mein Gegenüber müsse doch wissen, was ich gerade brauche. Wie kann er das wissen, wenn ich es nicht sage? Genau so wenig, wie ich in andere Köpfe gucken kann, kann mein Gegenüber in meinen Kopf gucken. Na ja, ist doch so.

    Aurora

    Liebe Ko,

    ja, warum fällt das Handeln so schwer jetzt?

    Solche Abhängigkeitsbeziehungen sind sehr kompliziert. Und verstrickt. Da sind Schuldgefühle, Verantwortlichkeiten, Angst, all so was. Da kommt vieles zusammen. Auch die Angst, einen Fehler zu machen, den Partner im Stich zu lassen und so weiter. Es ist nicht einfach, aus solcher Beziehung raus zu gehen. Weil der Alkoholabhängige auch oft so hilflos erscheint. Und irgend welche Gefühle in seinem Partner weckt, da unbedingt helfen und machen zu müssen... Das funktioniert nicht bei allen Menschen so. Aber eben bei denen, die in die Coabhängigkeit gerutscht sind. Da reinzurutschen, reinrutschen zu können, passiert bei vielen Menschen, andere wiederum sind dagegen irgendwie immun und es ist schwer für sie zu verstehen, wie man solch "Tamtam" so lange mitmachen kann, aushalten kann. Sich das antut.

    Das Handeln fällt dir schwer. Das glaube ich dir gerne! Aber lass dich davon nicht abschrecken. Natürlich ist es anstrengend und auch traurig, aus einer Beziehung raus zu gehen. Selbst, wenn diese Beziehung dich mehr kaputt macht, als dass sie dir was gibt.

    Zuerst ist es immer schwierig. Aber wenn du den Stein in's Rollen gebracht hast, dann wird es immer einfacher.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Ko,

    ich kann dich sehr gut verstehen!
    Es ging mir ja auch lange so, dass ich diese Schuldgefühle hatte, die Gefühle, ihn hintergangen oder im Stich gelassen zu haben.

    Das sind, glaube ich, so unsere Prägungen, die wir mitbekommen haben. Das Bild davon, wie wir als Frau zu funktionieren haben. Es ist sehr schwer, gegen diese Prägungen zu handeln, aber unmöglich ist es nicht. Du musst nur Mut haben! Zu diesen Prägungen kommen dann noch die Strukturen dazu, die entstehen, wenn du mit einem abhängigen Menschen zusammen lebst. Da entsteht eine gegenseitige Abhängigkeit, die aneinander kettet, gewissermaßen. Diese Ketten zu lösen ist nicht einfach, aber auch das ist nicht unmöglich!

    Wenn du dir klar machst, dass es dein gutes Recht ist, ein glückliches, zufriedenes Leben zu leben, wenn du dir klar machst, dass es einfach dein Recht ist, auch finanziell für dich Sorge zu tragen, werden diese doofen Gefühle auch weniger.

    Du hast das Recht dazu, gut für dich zu sorgen. Mit deinem Partner geht das nicht mehr, euer Weg geht erst mal auseinander. Weil er zu stark mit seiner Sucht zu tun hat. Du kannst gerade kein gemeinsames zufriedenes Leben mit ihm haben, Abhängige ticken da anders. Ihre Prioritäten, was ein zufriedenes Leben bedeutet, sind anders als die von nicht süchtigen Leuten.

    Darum ist es doch ganz normal, wenn du nun eigene Wege gehst. Du hintergehst ihn nicht, sondern du handelst verantwortungsvoll für dich und deine Kinder. Hast du das schon mal aus dieser Perspektive sehen können?

    Ich wünsche dir viel Kraft für deinen Gang zur Bank und bin gespannt, was du berichten wirst, wie es dir dabei ergangen ist!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Ko,

    dein Beitrag hört sich positiv an, da tut sich was bei dir! Das finde ich gut.

    Nein, um Schuld geht es in Suchtbeziehungen nicht. Obwohl sich die Beteiligten das gegenseitig oft selbst einzureden versuchen.

    Also ich habe schon immer meinem Ex die Schuld daran gegeben, dass es mir so schlecht ging mit seinem Saufen. Er hätte ja nur mal aufzuhören brauchen damit... Und er gab mir die Schuld daran, dass er saufen musste. Das ist häufig so, der Abhängige macht das, um selbst besser da zu stehen, eine Erklärung auch für sich selbst zu haben, einen Freibrief, gewissermaßen.

    Es war eine große Entlastung für mich damals, als das klar wurde, dass ich keine Schuld und keine Verantwortung für ihn hatte.

    Zitat

    Ich muss mein Leben und das meiner Kinder wieder in die Hand nehmen.

    Was hast du denn da für dich schon erreichen können?
    Du schreibst, dass du deine Zeit wieder anders einteilst und Kraft sammelst für dich. Das finde ich gut und das macht Sinn! Hast du denn auch noch weitere Dinge regeln können? Das Finanzielle zum Beispiel?

    Viele Grüße
    Aurora