Beiträge von Aurora

    Hallo,

    liebe Renate, ja, meine neue Liebe klingt schön und ist schön. Aber dafür tu ich auch was. Ich beobachte mich. Ich merke, ich rutsche schon auch in alte Muster. Grenzen meinem Mann gegenüber zu ziehen fällt mir schwer. Ich muss aufpassen, mich nicht zu verlieren. Denn das will ich nie mehr! Am Anfang unserer Beziehung, viele Monate lang, fiel mir das viel leichter als jetzt. Wo wir sehr vertraut sind, sehr innig. Je näher ein Mensch mir ist, desto schwieriger fällt es mir, Grenzen zu setzen.

    Das Gute aber ist ja, dass ich das weiß. Inzwischen. Ich bin dann in der Lage, mich wieder gerade zu rücken. Oder es auszusprechen. Wie schwer mir auch mal was fällt, also ein "nein" zum Beispiel. Ehrlichkeit und Klarheit sind da sehr wichtig. Und Dante ist auch einer, der mich "fordert", "ich" zu sein. Ein Weibchen, was ihm mit Kulleraugen überall hin bedingungslos folgt, will er gar nicht. Das gibt wichtige Reibungspunkte dadurch!

    Letztens war z.B. eine Situation, wo ich wie in alten Zeiten unklar war und rumgeeiert habe. Um ihn nicht zu verletzen, um es ihm Recht zu machen. Wo ich mich zurück gestellt habe und mich nicht getraut habe, meine eigene Meinung klar zu formulieren, ihm gegenüber und auch jemand anderem. Und er dadurch auch keine klaren Entscheidungen für sich treffen konnte.

    Da gab es schon auch dann eine Diskussion. In der ich gewissermaßen dazu "gezwungen" wurde, endlich klare Stellung zu beziehen. Zu mir zu kommen. Und das konnte ich dann endlich. Es war wie eine Erlösung... Und ich bin nun wieder bei mir, sozusagen.

    Warum schreibe ich das jetzt alles hier? Weil ich denke, eine Beziehung zu haben, die auf gegenseitiger Liebe und Wertschätzung liegt, fällt mir nicht in den Schoß. Es ist federleicht und beschwingt, aber auch voller Achtsamkeit mir selbst gegenüber. Ich habe das Glück, einen Mann zu haben, der ideal für mich ist. Mit dem das geht, weil er mich eben auch achtet in meiner Persönlichkeit.

    Ist das Glück? Ja und nein. Wäre er nicht so, wäre er nicht mein Mann, das weiß ich inzwischen ganz genau! Diese Typen, die ich früher hatte, inklusive meinem Exmann, so was kann ich nicht mehr gebrauchen. Dann lieber gar nichts.

    Es ist toll, dass du ein gutes Nachbarschaftsverhältnis hast! Egal, was da mal daraus wird. Oder nicht :wink: . Du fühlst dich wohl auf deiner grünen Oase. Und kannst dich dort im wahrsten Sinne des Wortes erden. Alles andere kommt dann von ganz alleine...

    Zitat

    Allerdings wissen ja alle das mein ex Alkoholiker ist und manchmal denke ich das wäre ein Makel für mich (als mögliche Partnerin?)


    Wieso meinst du das? Was hat dein Ex damit zu tun, was andere über dich denken könnten? Wobei du das ja eh nicht beeinflussen kannst, was andere für ein Bild über dich haben oder denken.

    Ich hoffe, die Hochzeit ist wunderschön! Oder war sie schon? Egal, Hochzeiten sind schön! Und dass deine Kleine aufgeregt ist, kann ich mir vorstellen. Vor allem wegen des Kleidchens :lol: . Meine Süße ist ja auch so eine, die gerne Kleidchen trägt. Und trotzdem klettert sie auf Bäumen rum wie ein Lausbube :lol: , auch mit Kleidchen... :shock: . Am Sonnabend waren wir "Klackerschuhe" kaufen. Da hättest du sie mal sehen sollen und vor allem hören, wie sie die Straße entlang geklackert ist.

    Lieber Matthias, danke für die Glückwünsche! Und eine schöne Zeit haben wir, auf alle Fälle.

    So, und nun habe ich hier einen Roman verfasst. Auch gut.

    Aurora

    Huhu,

    heute Nachmittag fliegt die Enkelin mal wieder über's Wochenende bei uns ein, das ist immer soooo schön :D . Obwohl ich morgen früh arbeiten muss... Egal, wir werden ein gutes Wochenende haben.

    Aurora

    Hallo,

    liebe Renate, ich gebe dir Recht, wenn du sagst, das Alleinesein hat sich ganz anders angefühlt, als du getrennt warst. Das ging mir auch so. Eine meiner Ängste vor der Trennung war ja, dass ich dann eben "eine Getrennte" wäre, ohne Mann, jeder mein Scheitern sehen könnte oder denken könnte, ich hätte keinen abgekriegt :shock: . Ich habe für meinen Selbstwert meinen Exmann gebraucht, lange Jahre, und dafür in Kauf genommen, was eben ich in Kauf nehmen musste als Preis dafür, dass ich eben eine Ehefrau sein konnte. Seine Sucht.

    Als ich alleine lebte, fühlte sich das plötzlich gar nicht mehr so schlimm an. Ich war nur froh, endlich meine Ruhe finden zu können. Und eine neue Beziehung wollte ich schon noch mal, irgendwann, aber zuerst hatte ich genug mit mir selbst zu tun.

    Ich war noch nicht mal 1/2 Jahr getrennt, als mich der Dante hier aus dem Forum fragte, ob ich Lust hätte, mit ihm ab und an zu Veranstaltungen zu gehen. Das stürzte mich erst mal in Ängste. Was wollte der von mir? Und vor allem, wollte ich das? Ich interpretierte da gleich sonst was rein, dabei wollte er nur mit mir ab und an zu Veranstaltungen gehen.

    Ich überwand meine Vorbehalte, irgendwann fragte er, ob ich mit in die Oper käme. Das reizte mich doch zu sehr. Und ich traf mich mit ihm. Und ab da gingen wir ab und an zu Veranstaltungen und wurden gute Freunde. Ich, die Co, er der Alki...

    Hui, wie geht das? Habe ich mir gleich ein neues "Opfer" zugelegt? Ich dachte schon drüber nach. Aber wir waren gute Freunde, mehr nicht. Wir respektierten uns mit unseren "Macken", er mich mit meiner Coabhängigkeit, die ich aber schon erkannt hatte und dabei war (und bin), diese Muster eben still zu legen. Ich ihn auf seinem Weg in eine zufriedene Trockenheit.

    Oh ja, ich hätte dann schon gerne einen neuen Partner gehabt, hatte aber auch Angst, mich zu früh wieder zu binden. Und der Dante als Partner kam nicht in Frage. Weil wir auch gute Freunde waren (und sind, er ist mein bester Freund). Und er sah mich auch nicht als Objekt seiner Begierde.

    Bis - ja bis es bei mir zumm gemacht hat. Und ich Dante mit ganz anderen Augen gesehen habe. Und dann habe ich es ihm einfach gesagt. Und er war plötzlich gar nicht abgeneigt... :wink:

    Am Sonntag haben wir 3. Hochzeitstag... :D

    Ich habe es nicht bereut, mein Glück mit den Händen gegriffen zu haben. Ich hatte schon am Anfang Angst, dass ich einen Fehler mache. Dass mir wieder das Gleiche passieren würde wie mit dem Ex. Vor dem Saufen hatte ich komischerweise nie Angst, ich kenne Dante nur nüchtern, er ist ja nicht "mein Alki". Ich hatte eher Angst vor Verletzungen, dass mir wieder Dinge passieren, die mich zerstören könnten. Und ich hatte Angst, wieder meine altvertrauten Muster zu leben.

    Aber ich merkte dann, dass ich doch auch sehr viel achtsamer geworden war. Dass ich aus meiner ersten Ehe und dem ganzen Desaster doch auch meine Erfahrungen mitgenommen hatte. Und nun ganz anders mit der Partnerschaft umgehen kann. Und auch Dante ist ja ein anderer Mensch als mein Exmann (was sehr gut ist :wink: ). Selbst äußerlich gesehen, ein völlig anderer Typ.

    Ganz ehrlich, ich habe nichts bereut. Ich weiß, was ich niemals mehr haben will! Einen Partner, der mich mit Füßen tritt. Der säuft. Ich weiß, dass ich meine Grenzen ziehen kann, inzwischen. Ich weiß, dass ich mir vertrauen kann.

    Lieber Kaleu, ich freue mich sehr, dich hier anzutreffen in meinem Fädchen :D . Mit deinem Beitrag kann ich sehr viel anfangen!

    Ich habe mich getraut, damals, vor gut 5 1/2 Jahren (dazu kommt noch das Jahr, in dem wir ab und an und immer öfter zu Veranstaltungen gegangen sind). Bereut habe ich es nicht. Meine alten Muster und Ängste kommen aber immer auch wieder mal hoch. Dante und ich reden. Wir reden darüber. Ich über meins, er über seins, wir über uns. Das ist wichtig, denke ich. Es kann also klappen, warum nicht?

    Aurora

    Hallo,

    liebe Renate, liebe Speranza, vielen Dank dafür, dass ihr eure Gedanken hier gelassen habt!

    Nein Renate, du hast Recht, das alte Leben kann ich nicht ausziehen. Obwohl ich manchmal das Gefühl habe, manche können das, das ist dann aber Verdrängung. Mein Exmann ist Meister darin... Nur mal am Rande. Das konnt ich mir jetzt nicht verkneifen :wink: . Ich bin da sehr bewusst und schaue, warum ich so oder so eben handel. Das hat mir schon auch viel gebracht. Zu erkennen, warum ich so ticke, wie ich eben ticke.

    Auf alle Fälle ist es gut, merkst und sagst du ja auch, dass es vorbei ist. Dieses Leben mit einem Abhängigen. Es kann einfach kein zufriedenes selbstbestimmtes Leben sein mit einem Menschen, der abhängig ist. Abstand ist da echt das Beste! Ja, du bist alleine... aber das warst du ja im Prinzip während der Beziehung ja auch, oder? Also bei mir war das so.

    Ja, Speranza, das sind so die alten Muster, die da im Gehirn so tiefe und schön gerade Bahnen haben, dass sie bei einem bestimmten Reiz sofort wieder losrasen und funktionieren. Das ist nicht steuerbar, das passiert einfach. Was ich aber steuern kann ist, dass ich es bemerke und dann mein neues Muster dagegen halte. Meine neuen Gedanken. In der Hoffnung, dass über die alten und gut ausgefahrenen Gehirnbahnen mal Gras wächst. Und sie nicht mehr ganz so gut funktionieren.

    Jo, da bin ich ganz voller Hoffnung, das klappt, ich merke es ja schon.
    Es tut gut zu wissen, dass ich mit diesen ollen Dingern nicht alleine bin, sondern es anderen Menschen ähnlich geht.

    Einen schönen Tag allen
    Aurora

    Hallo hurts,

    da bist du ja :) .

    Zitat

    Sie hat nur noch mich, u auch nur ich komme an sie ran

    Hui, ja, so ähnlich habe ich auch mal gedacht, von meinem Exmann. Und später ist mir klar geworden, welche Machtphantasie das ist. "Es liegt doch nur an mir, nur ich kann helfen!"

    Das ist in vielen Köpfen von coabhängigen Menschen eines der obersten Gebote.

    Nein, so ist es aber nicht! Deine Lebensgefährtin ist ein eigener Mensch. Sie kann selbst entscheiden, wen sie an sich heran lässt. Und ob sie Hilfe haben möchte, ob sie das annehmen will. Nasse Alkoholiker machen sich aber gerne zum Opfer, zum armseligen Menschen, der ja trinken muss, weil alle so schlecht sind... Das ist eine gute Entschuldigung für die Sucht, für den Drang zum Trinken. Und das sichert dem Abhängigen, in dem Falle deiner Freundin, dass du dich weiter kümmerst. Denn das sichert einen sorglosen Alltag mit der Sucht.

    Du möchtest einen konstruktiven Vorschlag, was du nun machen kannst?
    Es ist wichtig, dass du zusiehst, dass es dir selbst gut geht. Du hast nicht die Macht, ihr zu helfen. Diese Einsicht tut weh, aber sie ist sehr wichtig! Es hängt nicht von dir ab, sondern einzig von ihr, ob sie trocken werden will.

    Was tust du heute für dich?

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Renate, danke :D . Ja, wir hatten schöne Tage.
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    Am Sonntag waren wir beim Schwiegersohn eingeladen. Seine Mutter mit Lebenspartner, sein Vater und sein Bruder. Mein Mann und ich, mein Sohn, meine Eltern. Und mein Exmann mit Partnerin und meine Exschwiegermutter.

    Kleiner Kreis.

    Als mein Exmann das erste Bier anbrachte, dachte ich, du Idiot. ('tschuldigung... :oops:)

    Bei irgendwann einem der nachfolgenden Biere kam auf einmal eine alte, innere Aggression in mir hoch. :shock: . Genau wie damals. Am liebsten hätte ich ihm das Bier weg genommen und mit ihm rumgezickt, wie früher.

    Der Gedanke war kurz, aber heftig. Meene Jüte, dachte ich... Ich bin doch aus der Nummer nun schon lange genug raus. Trotzdem kam da das alte Gefühl. Ich habe mich aber schnell eingekriegt. Mich abgewandt und gedacht, nöööö, ich nicht mehr. Ich bin hier und jetzt. Und mein Mann, der riecht gut, genau so, wie ich ihn liebe. Und nicht nach Suff.

    Vor jetzt 7 Jahren habe ich meinem Ex das Ultimatum gestellt. Entweder der Alkohol oder ich. Gut, dass ich da endlich, endlich mal durchgezogen habe, was ich angedroht hatte! Sonst würde ich da vielleicht jetzt noch drin hängen. Bloß nicht :shock: . Mir geht es ja so um Meilen besser.

    Aurora

    Liebe Julchen,

    schön, dass du's immer noch bist!

    Ich freu mich riesig, mal wieder was von dir zu hören. Und dann noch so tolle Neuigkeiten! Du kannst echt sehr stolz sein auf dich. Es ist schon enorm, was einem so passiert, wenn man sich traut. Diese Erfahrung mache ich auch immer wieder.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    sunshine, du schreibst

    Zitat

    Und dann gibt das auch von mir klare Worte und das bleibt auch so.
    Ich bin eben so, und zwar hier wie auch im realen Leben.

    Ja, das ist gut so! Und stimmt, ich hatte ja das Vergnügen, dich auch schon persönlich zu treffen. Du bist in "echt" genau so, wie du hier auch rüberkommst. Wird Zeit, dass wir mal wieder ein "date" haben...

    Zitat


    Ich denke, klare Worte sind ebenso hilfreich wie verständnisvolle.
    Und hier gibt es die verschiedensten Worte und ich traue einfach erwachsenen Menschen zu, sich das zu nehmen, was ihnen persönlich momentan am besten weiter hilft.

    Genau so denke ich das auch.

    Aurora

    Hallo Sunshine,

    Zitat

    Hier soll nun sogar geklärt werden, wie man zu schreiben hat, wie wäre es noch mit nen offiziellen Wortbaukasten ?

    Woraus schließt du das? Ich selbst habe dieses Thema jedenfalls nicht so gemeint. Und so wie ich die Beiträge hier verstehe, meinen das die Mitglieder, die sich bisher beteiligt haben, auch nicht.

    Es wird mir nur klar (oder es war mir ja schon klar), dass es eben immer diejenigen gibt, die eher deftig zur Sache kommen, und eben die, die erst mal behutsamer sind. Ich finde beide Seiten berechtigt. Nur kommt es auf noch andere Faktoren an. So verstehe ich das. Nämlich, ob jemand gerade erst hier gelandet ist und noch völlig rumeiert. Oder ob erkennbar (soweit das möglich ist) ist, dass da schon einiges passiert ist und nur noch die letzten Schubse fehlen.

    Da du es erwähnst, ich habe solche Suchthelfer-Fortbildung ja gemacht. Und dabei auch so was gelernt. Also Kommunikation und Umgang mit Neulingen. Bestimmte Muster, wie es gut ist, jemanden zu empfangen und zu motivieren. Und dazu kommt noch meine eigene Persönlichkeit, ganz klar. Ich habe dabei auch gelernt, wo es für mich sinnvoll ist, mich raus zu ziehen, wenn es mich zu sehr triggert. Oder belastet. Ich finde es auch berechtigt, diese Erfahrungen auf meine Art hier anzuwenden, denn das hier ist meine SHG.

    Ich finde es gut, dass hier ein reger Austausch ist.

    Aurora

    Hallo Engel,

    du hast wahrlich jetzt mehr als genug für ihn getan! Bleib mal schön im Büro. Und danach bei deiner Tochter, wenn das möglich ist.

    Wenn er solche SMS schreibt, schicke ihm die Polizei. Das kannst du, wenn er Selbstmord androht.

    Viel Mut und Kraft
    Aurora

    Hallo Neuweg,

    das war bei mir damals ganz ähnlich! Mein Exmann hat ja nichts mehr getrunken und war zuckersüß... Aber es konnte plötzlich passieren, dass er wieder den alten Macho, mal salopp gesagt, raushängen ließ.

    Da war ich dann Schuld an allem. Da verdächtigte er mich, mich mit anderen Männern zu treffen. Da verlangte er, dass ich über das A-Thema nicht mehr reden sollte. Da forderte er, dass ich meine "ehelichen Pflichten" zu erfüllen hätte. Damit es ihm gut ginge... :shock::twisted:

    Einen Neuanfang, das stellte er sich vor, mit mir, so wie gehabt. Also als sprachloses Püppchen... funktionsfähig, wie gehabt.

    Das konnte ich nicht mehr sein! Aber es ist mir doch äußerst schwer gefallen, mich da zu lösen. Die Schuldgefühle waren riesig. Und ich habe mir manches Mal auch gewünscht, wenn er wieder saufen würde, hätte ich es einfacher zu gehen. Ich habe ihm damals einfach noch zu viel Einfluss auf mein Leben zugestanden, so wie Girasole das beschreibt. Ich habe es ihm zugestanden.

    Es war einfach zu schwer für mich, erst mal, diese Schuldgefühle auszuhalten. Und Grenzen zu setzen. Das tat regelrecht körperlich weh. Aber die psychischen Dinge, die er mit mir machte, taten noch viel mehr weh. Also nahm ich dann endlich mal die Schmerzen des Grenzen Setzens in Kauf und hielt sie aus. Und siehe da, ich merkte einen Erfolg. Nämlich, dass es mir besser ging. Dass es ein gutes Gefühl war, für meine Bedürfnisse und Gefühle einzustehen.

    Du bist da gut unterwegs! Ich habe da länger zu gebraucht. Egal, wichtig ist der Erfolg daraus.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Speranza,

    nein, hier muss niemand Therapeut sein, um schreiben zu können. So habe ich das auch nicht gemeint. Sondern eben genau so, dass wir eben hier alles keine Therapeuten sind. Sondern Menschen, die Erfahrungen mit einer bestimmten Thematik gemacht haben.

    Ja, ich gebe hier auch meine Erfahrungen weiter. Deshalb finde ich Selbsthilfe so wichtig, als wichtigen Stützpfeiler. Weil dort jeder weiß, wovon du redest. Ich hoffe auch, dass ich hier verstanden werde, bisher habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt.

    Und mir hat eben gut geholfen, dass ich auch meine Streicheleinheiten bekommen habe. Harte Worte gab es nie, aber klare Worte. Ich habe mich nie klein gemacht gefühlt. Oder sagen wir mal so, es gab schon mal ab und an Situationen, da war und bin ich aber jetzt schon in der Lage, mich zu wehren oder zu erklären. Am Anfang hätte ich das nicht gekonnt.

    Da hat mir, ca 2 Jahre vor meiner Trennung, meine Lieblingsfreundin mal knallhart was an den Kopf geworfen. Ich kenne die Frau schon seit fast 30 Jahren. Die durfte das, aber ich war auch stinkesauer auf sie. Von jemand Fremden hätte ich das nicht annehmen können.

    Aber so ticke ich eben. Andere ticken eben anders. Aber bin ich deswegen schlechter, weil ich es lieber sachlich klar mag? Weil ich versuche, mein Gegenüber nicht zu verletzen, sondern aufmerksam zu machen? Denn genau so habe ich es letztendlich erfahren in der Selbsthilfe hier.

    Ich glaube aber, es wird immer ein Für und Wider sein. Und vielleicht werden beide Seiten auch gebraucht, die Co-Kuschler genau so wie die Harten?

    Aurora

    Hallo,

    Bruce, genau, das wollte ich auch gerade schreiben!

    Mariechen ist nun weg, was ich schade finde. Wird sie den Mut haben, sich anderswo hinzuwenden? Was wird nun aus dem Kleinen? Geholfen haben ihr die harten Worte erst mal nicht.

    Hier kommen jetzt sehr viele Dinge zusammen in den einzelnen Beiträgen. Ich denke, das Thema wird immer wieder das Thema sein. Einfach, weil Menschen unterschiedlich sind und ja ihre eigenen Päckchen auch mitbringen.

    Fakt ist, so wie Girasole das beschreibt, sind wir hier keine ausgebildeten Therapeuten. Ich persönlich habe zwar eine Fortbildung zur Suchtkrankenhelferin bei meiner ehemaligen realen SHG gemacht, aber damit bin ich noch lange keine "Gelernte".

    Nach wie vor bin ich der Meinung, dass klare Worte hilfreich sind. Aber dass der Ton, auch geschrieben, die Musik macht. Ja, der Beitrag von Girasole trifft es meiner Meinung nach für mich auf den Punkt.

    Aurora

    Hallo,

    ich ziehe mir auch mal einen Schuh an. Co-Kuscheln. Ich fühle mich dabei auch immer mit angesprochen. Und es ärgert mich doch, gebe ich zu. Dass ich mich angesprochen fühle. So selbstbewusst, dass ich über den Dingen stehe, bin ich eben nicht. Und meine Art des Austausches ist eben eher sanft. Mal so gesagt.

    Ich habe mich lange genug falsch gefühlt mit meiner Persönlichkeit. Vielleicht piekt es mich deshalb? Auf alle Fälle habe ich mir Gedanken gemacht.

    Co-Kuscheln. Was bedeutet das? Wenn ich respektvoll und auf Augenhöhe kommuniziere? Wenn ich mich auf Augenhöhe begebe, obwohl ich schon ein Stück weiter bin? Wenn ich Mut mache, einen Weg zu beginnen und hinzusehen? Ist das kuscheln?

    Kann ich nur jemanden zum Nachdenken bringen, wenn ich mit harschen Worten klar mache, wie dumm er/sie doch ist, sich in solcher Lebenssituation zu befinden und nicht abzuhauen, auf den Tisch zu hauen?

    Ich habe selbst viele Jahre in einer Ehe verharrt, die mich fast kaputt gemacht hat. Ich habe heute, 7 Jahren nach der Trennung, noch immer mit bestimmten Problemen zu tun. Die ich in meine neue Beziehung mitgenommen habe. Die in meinem neuen Leben noch immer auch Einfluss auf mich haben.

    Damals habe ich mehrere Anläufe gebraucht, bis ich meinen Weg machen konnte. Dabei hat mir geholfen, dass ich mit meinen Dingen respektvoll behandelt wurde. Ich wurde nicht ausgelacht oder hart angemacht, wie dumm ich doch wäre. Das hätte mir echt auch nicht geholfen. Ich habe mich ja sowieso schon wertlos gefühlt, so was hätte mich noch wertloser fühlen lassen. Und meinen Weg gehemmt, mich gelähmt. Weil es mir deutlich gemacht hätte, dass es doch stimmt, was mein Ex mir sagte und was ich mir inzwischen selbst schon eingeredet hatte. Dass ich eben zu blöd wäre, dass eben sowieso immer die anderen alle Recht hätten, dass ich kein Recht hätte, meine Meinung zu sagen und ernst genommen zu werden.

    Hätte ich das erfahren, ich glaube, ich wäre heute nicht da, wo ich bin. Ist das Co-Kuscheln, diese Erfahrung so weiter zu geben? Die Erfahrung, ernst genommen zu werden, auch wenn sich vielleicht meinem Gegenüber manches Mal die Nackenhaare gesträubt haben? Auch wenn meinem Gegenüber manches Mal vielleicht der Gedanke kam, selbst schon viel eher die Kurve gekratzt zu haben?

    Ich konnte das eben nicht eher, das ist einfach so. Ist das Co-Kuscheln, wenn ich das anderen Menschen auch zugestehe? Wenn ich Mut mache, mit meinen eigenen Erfahrungen? Wenn ich das in ruhigen, klaren Worten mache, ohne den Anderen klein zu machen?

    Ich weiß nicht, was denkt die Eine oder der Andere darüber?

    Aurora

    Hallo,

    liebe Renate, ich hoffe, du hast gerade viel Spaß bei der Geburtstagsfeier! Wir hatten letzte Woche hier bei uns Gäste, denn es war Dante-Geburtstag. Eine schöne runde Sache war das. Es hat Spaß gemacht, mal wieder Gäste zu haben. Den Alkohol hat übrigens niemand vermisst. Wir hatte auch ohne eine gute Laune.

    Zu dem anderen Thema, also erst mal habe ich dich ja nicht persönlich gemeint! Ich habe meine Meinung dazu geäußert, warum ich denke, dass Marie sich nicht mehr gemeldet hat. Warum ziehst du dir den Schuh an? Schau da einfach mal bei dir genau hin, warum das so ist. Ich kenne das von mir, wenn mich so Sachen anspringen, hat das oft was mit mir selbst zu tun. Warum denkst du, dass du was falsch gemacht hast?

    Es war doch die Masse der Beiträge. Marie selbst hat nur ihre Vorstellung geschrieben und noch 2 mal was geantwortet. Und es folgte eine Flut von Beiträgen. Ganz ehrlich, natürlich haben die Schreiber irgendwo ja Recht mit dem, was sie schrieben. Das streite ich nicht ab. Die Art macht es doch aber.

    Da kommt eine Frau an, die völlig unsicher ist. So empfand ich das zumindest. Und in jedem Beitrag wird ihr mit harten Worten erklärt, wie "bekloppt" sie ist. Und wo sonst kaum Beiträge kommen, echauffieren sich plötzlich viele Mitglieder. Es ist wie ein Gruppenzwang auf einmal.

    Was denkst du, kann das einer unsicheren Person helfen, mal klar nachzudenken? Mal zu beginnen, was zu begreifen? Da denke ich, ich würde von meinen eigenen Erfahrungen erzählen. Dinge ruhig hinterfragen. Dass die Situation, in der z.B. Marie sich befindet, haarsträubend ist, ist ihr doch gar nicht bewusst (meine Interpretation). Und es ist nichts dagegen einzuwenden, da klare Worte zu sagen. Aber diese Worte sollen doch sie nicht erschlagen, erschlagen wird sie von den Worten ihres Mannes eh schon.

    Lass dich mal nicht entmutigen. Für den offenen Bereich bei den Cos hast du schon eine wichtige Funktion, finde ich. Was ich da gerade geschrieben habe, ist meine Sicht der Dinge. So, wie ich das versuche zu machen. Das ist meine Art. Ich denke, du bist einfach anders als ich, zum Beispiel. Du gehst anders auf die Menschen zu, bringst ja auch deine eigenen Päckchen mit. Wie ich eben auch. Wie jeder hier. Wär ja auch schlimm, wenn alle gleich wären :wink: .

    Aurora