Beiträge von Aurora

    Hallo Sonne,

    du kannst diese Zerit überwinden, indem du die Löcher einfach mit guten Dingen füllst. Dinge, die dir gut tun. Das kann ganz individuell sein.

    Shoppen gehen oder einfach nur gucken, sich mit Freunden treffen, ein Buch lesen, ein schönes Bad nehmen, sich eine Massage bei einem guten Physiotherapeuten gönnen...

    Um das noch zu unterstützen, kannst dir auch ein Feindbild machen, daran denken, was alle war, denn die Trennung hast du ja aus gutem Grund gemacht.

    Ich lass mal einen Drücker hier und liebe Grüße
    Aurora

    Hallo MissPiano,

    das ist doch toll, wie du die Verantwortung für deinen Mann übernimmst, sie dir geben lässt. Von ihm - er liebt dich, geht ohne dich kaputt...
    Ja klar, denn du hälst doch für ihn aufrecht, dass sein Bild nach außen gut aussieht. Und dass er zuhause in Ruhe saufen kann, wenn ihm danach ist. Dass du dich gebraucht und wichtig fühlst. Ich war für meinen Ex auch immer die Beste, Liebste. Teilweise, wenn er es gebraucht hat, mich zu besänftigen. Sonst war ich die Geistlose, Sinnlose, Böse, die ihm das Trinken missgönnt.

    Und seine Eltern, seine Familie, für die ist es doch auch gut. Sie haben ihn quasi in deine Hände übergeben. Ihren kleinen Jungen. Nun bist du verantwortlich, dass es ihm gut geht.

    Und du nimmst das ja auch gerne an, denn es lässt dich gut fühlen, geachtet, anerkannt, stark. Oder? Es fühlt sich ja gut an, wenn Menschen von außen sagen, du hast das aus ihm gemacht, wie gut er jetzt ist.

    Aber wie geht es denn dir sonst dabei? Du hattest einen Grund, dich hier anzumelden, in einem Forum für Alkoholiker und Angehörige/Coabhängige.

    Weißt du, du schreibst, kein Mensch hat es verdient, an dieser Krankheit zugrunde zu gehen. Das ist wahr, da stimme ich dir zu. Mein Exmann hat mir deshalb so lange sehr leid getan. Weil, er war doch so schwach, um aufzuhören, die böse Sucht... und er braucht mich doch, er ist doch so bedauernswert und ich habe doch die Verantwortung, ohne mich geht's doch nicht...

    Es gibt immer Ausreden und Wege des Schönredens. Du sagst, deine Augen sind geöffnet. Gut, wenn es so ist. Dann sieh aber auch hin!

    Ich will dir nichts einreden oder dir raten, nur die Trennung zählt. Das kann ich nicht, das steht mir nicht zu. Denn es ist dein Leben. Aber ich kann dir berichten, welche Erfahrungen ich selbst gemacht habe. Und da sehe ich mich in deinem Bericht sehr wieder, wie ich damals war. Und ich weiß, all solche Sachen haben mich gefesselt, bewegungsunfähig gemacht, verharren lassen. Und zum Schluss gab es für mich nur den Ausweg, entweder ich gehe oder ich bringe mich um...

    Aurora

    Hallo,

    liebe Sonne :D , schön, dass du in meinem Fädchen vorbei geschaut hast! Na ja, Vorbild sein, hm. Will ich das? Ich will hier Menschen zeigen, dass es einen Ausweg gibt. Dazu müssen sie aber alleine aktiv werden.

    Ich meine damit, es lohnt sich nicht, auf den Prinzen zu warten, der auf dem Schimmel angeritten kommt und dich befreit :wink: . Ich habe viele Jahre auf den gewartet, bis mir klar wurde, da warte ich wohl bis zum Sanktnimmerleinstag oder so. :? .

    Als mir das klar wurde, wurde mir auch noch mehr klar. Ich sah, ich konnte nichts an Exmänne verändern, denn der ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich. Ich sah, ich kann was für mich ändern. Denn auch ich bin erwachsen und für meine Befindlichkeiten selbst zuständig. Was mir nicht (mehr) passt, kann ich ändern. Ich darf das! Es ist mein Recht, glücklich zu leben, ein gutes Leben zu haben. Aber dafür muss ich was tun, ein anderer ist nicht dafür zuständig. Nur ich.

    Und das habe ich dann gemacht. Gemacht eben. Es für mich passend gemacht. Und das möchte ich zeigen. Es geht. Niemand ist verdammt, im Unglück hängen zu bleiben.

    Aurora

    Hallo,

    liebe Regenbogenblume :D , liebe Monty :D , danke für eure Worte.

    Ja, liebe Regenbogenblume, es ist wohl wirklich so, dass ich spiegel, wie es mir geht. Man kann Menschen schon ansehen, wie es ihnen geht, an der ganzen Körperhaltung, am Gesicht... Und wenn ich alte Fotos von mir ansehe und neue, dann kann sogar ich was erkennen. :wink: . Ich wirke jetzt wesentlich entspannter, offener, lebensfroher, unverkniffener...

    Die Woche ist auch schon wieder fast rum, weia, die Zeit rast. Gestern war ich Fäden ziehen an meinem Finger, na ja, der ist noch geschwollen und sieht ein wenig ramponiert aus, aber trotzdem ist es gut verheilt. Und der Zyste habe ich ja Lebewohl gesagt, die kommt jetzt nicht wieder, wehe :twisted: .

    Wochenend-Aktivitäten habe ich nicht geplant. Ich weiß nur, es wird entspannend sein. Das ist es immer, seit ich mein neues Leben lebe.

    Aurora

    Hallo sonne,

    es ist ja auch normal, erstmal, dass du ihn auch vermisst. Und das dein Kopf dir die guten Dinge vorgaukelt. Eine Trennung ist immer Loslassen von alten Dingen, von Menschen und Situationen. Und Loslassen und Veränderung mögen Menschen erstmal garnicht gerne. Denn das andere ist so vertraut.

    Klar tut es weh, ausgetauscht, abgegeben zu werden. Das ist ein großer Schmerz und fühlt sich nicht gut an, das Selbstwertgefühl ist da ganz schön angeschlagen. Aber du siehst und weißt ja selbst, dass es am Besten so ist für dich. Das kannst du dir immer wieder vorsagen, denn es ist ja auch einfach wahr.

    Gut ist für dich, dass der Kontakt fast null ist, ganz null wäre bestimmt noch besser :roll: .

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Rosita,

    das ist gut, dass du da therapeutischen Beistand hast!

    Angst, das war es auch, was mich so lange festgehalten hat. 1000 Ängste! Nach und nach konnte ich sie mir eingestehen und ansehen. Dadurch verloren sie nach und nach ihren Schrecken für mich.

    Es ist doch gut, dass du auf dem Weg bist. Dann bist du ja also doch nicht starr und bewegungsunfähig. Du bist nur langsam auf deinem Weg, machst zwischendurch ab und an eine Verschnaufpause. Das ist wichtig und gut.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe MissPiano,

    ich kann dich nur zu gut verstehen, echt. Gute Zeiten und schlechte Zeiten, ich habe ja auch gedacht, ich habe meinen Ex damals geheiratet, weil ich ihn geliebt habe und dachte, er wäre mein Traummann. Und wir haben 2 Kinder bekommen und ich war erstmal glücklich. Nur zwischendurch nicht, da kam immer was zum Vorschein, was mir nicht gefiel. Aber - ich hatte mich ja für ihn entschieden, und dann waren ja da die Kinder, undundund...

    Und so ging die Zeit in's Land, als ich mich trennte, waren wir seit 25 1/2 Jahren verheiratet gewesen. Es gab ja durchaus auch gute Zeiten, aber die schlechten wurden dann immer mehr. Als ich ihn heiratete war ich 23, bei der Trennung 49 Jahre alt. Ich trauere den Jahren dazwischen nicht mehr nach, am Anfang tat ich das schon. Ich habe so gelebt, weil ich es nicht anders konnte, da spielte eine Menge mit. Meine Erziehung, Prägung, 1000 Ängste, ich war ja lange Jahre nicht berufstätig wegen der Kinder usw.

    Irgendwann ging es nicht mehr weiter, ich war psychisch und physisch ganz schön kaputt. Tinnitus, schmerzhafte Nackenverspannungen, Magenschmerzen, Durchfälle... :roll: . Schlaflose Nächte massenhaft und Angst vor dem Nachhausekommen :roll: .

    Ja, und ich dachte, wenn ich mich trenne, dann geht er doch völlig unter, denn ich bin ja sein Halt. Die Familie ist sein Halt. Das dachte ich, doch er dachte wohl anders, denn er kümmerte sich nicht um uns, um seine Familie, sondern er hatte zu tun mit sich selbst. Er ist übrigens ohne mich nicht unter gegangen, inzwischen ist er trocken und lebt gut für sich alleine. Ich meine nur, woher willst du wissen, was er mit seinem Leben macht, du hast ja dafür nicht die Verantwortung, er ist ja erwachsen!

    Zitat


    Wie lief denn so eine Trennung ab? Pack ich tagsüber meine Koffer und sag ihm abends ich geh jetzt? Breche ich den Kontakt dann völlig ab? Früher oder später wird ja einiges gemeinsam zu regeln sein.

    Ich kann dir sagen, wie es bei mir war, es ist ja immer induviduell. Ich sagte damals meinem Ex, ich gebe dir so und so viele Wochen Zeit, was zu ändern, sonst gehe ich. Denn ich war am Ende. Er trank da noch schlimmer als vorher. Und ich begann, erstmal für ihn eine Wohnung zu suchen, denn zu dem Zeitpunkt wollte ich in der gemeinsamen Eigentumswohnung bleiben. Er stellte sich "tot", lag nur noch im Bett, betrunken... Da suchte ich für mich eine Wohnung und machte den Mietvertrag. Bis dahin lachte er mich noch aus, glaubte nicht, dass ich es durchziehen würde, denn ich hatte ihm schon viele Male gedroht mich zu trennen. Er nahm mich ja nicht mehr für voll... :roll: . Da sah er, jetzt macht sie ernst.

    Anfang Juni 2007 unterschrieb ich den Mietvertrag, Mitte Juni hörte er abrupt zu saufen auf, bekam Entzug wie verrückt und ließ sich zur Entgiftung in's KH einweisen. Seither ist er trocken, ich bin aber trotzdem ausgezogen. Noch ca. 1 Jahr eierte ich rum, ob ich wieder zurück gehe oder nicht, denn nun war er ja nüchtern. Es ging nicht mehr, zu viel war kaputt. Ich lebe inzwischen glücklich und zufrieden, erstmal alleine, dann jetzt mit Lebenspartner :D . Mein Exmann und ich konnten dann alles in Ruhe regeln, weil er nüchtern ist. Und irgendwann haben wir loslassen können. Und eine gemeinsame Basis ist entstanden, auf der wir kommunizieren können. Das geht aber nur, weil er nicht trinkt!

    Zitat

    Und noch eine andere Frage: ich will die Hoffnung ja nicht aufgeben, aber falls er es dann nach der Trennung doch schaffen sollte trocken zu werden, sollte ich dann auf keinen Fall zurück?


    Das ist eine Entscheidung, die musst du für dich selbst dann treffen. Wie gesagt, bei mir war da Ende, es wäre nicht mehr gegangen. Ich wäre wohl in meine alten Muddi-Verhaltensweisen zurückgerutscht. Und die Liebe war eh im Eimer. Aber es ist eben bei jedem anders. Und soweit ist es ja bei dir noch nicht, dass du das überlegen musst. Mach mal schön erst einen Schritt nach dem anderen! Das ist wichtig. Du lebst im Jetzt und Heute. Da musst du sehen, was für dich gut ist. Das Morgen ergibt sich dann schon noch.

    Wichtig ist doch, dass du siehst, dass es dir gut gehen muss. Du hast nicht die Verantwortung dafür, es anderen Recht zu machen, auch nicht deinem Mann. Denn er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich. Und du kannst ihm diese Verantwortung nicht abnehmen, denn dann entmündigst du ihn ja...

    So, Ende des Romanes. :roll::wink: . Ich hoffe, ich erschlage dich hier nicht.

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende
    liebe Grüße
    Aurora

    Hallo MissPiano,

    mich haben auch Dinge von außen lange festgehalten in der Ehe. Ich lebe nun in der Großstadt, da war es nicht Getuschel von Nachbarn (obwohl - das war nachher auch so) sondern auch der Druck der Sippe.

    Reden werden die Leute wohl immer, damit können sie ja prima von ihren eigenen Baustellen ablenken :wink: . Und was wird, wenn es bei ihm offensichtlich wird, und das ist ja nicht ausgeschlossen, dann reden die Leute auch...

    Ich habe auf meinem Weg gelernt, dass ich mich vor nichts und niemandem rechtfertigen muss für meine Entscheidungen! Es ist mein Leben, wer will da was sagen? Und ich muss nicht mehr als starke, allseits beliebte Person dastehen, die alles macht, nur um ein gutes Bild abzugeben. Das alles hat mich so sehr beeinflusst früher und mich festgehalten! Ich war zu feige, zu mir und meinen Bedürfnissen zu stehen und sie durchzusetzen. Ich hatte Angst anzuecken, nicht gemocht, geliebt zu werden. Das Urteil anderer Menschen war mir wichtiger als mein Gefühl! Damit habe ich mir viel weggenommen, an guter Lebenszeit, war starr...

    Du kannst natürlich nur für dich entscheiden, wie es nun weitergehen soll in deinem Leben. Es muss ja nichts von heute auf morgen über's Knie gebrochen werden. Aber Stillstand und die Hoffnung, er wird schon sich ändern, wird nichts bringen.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Rosita,

    ich hab mal eine Frage an dich, du schreibst

    Zitat

    halte mich für unfähig selbst was zu bewegen.

    Wieso meinst du, dass du unfähig bist? Was hält dich fest und macht dich so starr?

    Ich kenne deinen Thread jetzt leider nicht mehr :oops: , deine Geschichte. Vielleicht steht es ja da schon. Aber vielleicht machst du dir mal Gedanken darüber, warum du so bewegungsunfähig scheinst. Mir hat das damals sehr geholfen, zu erkennen. Und als ich es sehen konnte, konnte ich dagegen auch was tun und wurde so immer beweglicher.

    Grüße von
    Aurora

    Hallo Regenbogenblume,

    nun sei mal nicht so hart zu dir.

    Ich finde es nicht unnormal, sich Gedanken um einen Menschen zu machen, den du gerne hast. Du bist ja kein Stein, sondern ein soziales Wesen! Schlecht wird es ja nur, wenn du an nichts anderes mehr denken kannst, das ganze Leben von diesen Dingen bestimmen zu lässt, dich selbst vergisst dabei.

    Und das machst du ja nicht. Du hast dich von ihm distanziert, weil du gemerkt hast, es tut dir nicht gut. Und du hast dein Leben wieder in deine Bahnen gelenkt, Shopping mit der Freundin, toll, oder?

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo MissPiano,

    damals hat mein Ex auch mal längere, mal kürzere Trinkpausen eingelegt. Um mir zu beweisen, dass er ja garkein Problem hat, wenn ich zu viel Druck gemacht hatte. Ich fühlte mich dann immer unsicher, war hin- und hergerissen, dachte dann, vielleicht sehe ich es ja doch falsch und er ist wirklich kein Alkoholiker. Und dann kam immer irgendwann ganz wenig mein Vertrauen wieder . Bis, ja bis dann mein Ex immer wieder anfing...

    Seine Familie wollte nichts wissen von Sucht, denn "sowas" oder "so einen" konnte es doch bei ihnen nicht geben :roll: . Da wurde viel verleugnet und verdeckt, ich glaube, das ist sehr häufig der Fall.

    Du möchtest nun gerne, dass er mit dir zur Suchtberatung geht, aber er hat 1000 Einwände und Ausreden. Das heißt doch, er will ja garnichts ändern, er will weiter trinken. Das ist seine Entscheidung und die musst du akzeptieren, auch wenn es dir noch so schwer fällt und du es nicht verstehen kannst. Er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich.

    Aktiv werden kannst du nur für dich selbst.
    Und da musst du nun überlegen, wie du dir ein Leben vorstellst. Mit jemandem, der durch seine Alkoholsucht immer unzuverlässiger werden wird? Der immer mehr Geld ausgeben wird für seinen Stoff. Der sich verändern wird, vielleicht aggressiv wird. Der kotzt und in's Bett macht...

    Das hört sich hart an, aber so wird es kommen und noch viel mehr. Und es ist einfach so, dass niemand daran was ändern kann, außer er selbst. Das ist einfach eine Tatsache.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo MissPiano,

    hallo hier im Forum!

    Du schreibst, dass das Trinken deines Mannes dich schon belastet, er ja aber auch noch keine weiteren "Ausfälle" hat.

    Na ja, das wird aber noch kommen. Denn wenn er nicht aufhört zu trinken, wird die Sucht ihn immer tiefer ziehen! Er wird immer mehr trinken müssen, um funktionieren zu können. Sich psychisch verändern.

    Du schreibst, du weißt nicht, ob ihr um eine Trennung herum kommt, und dass du ihn ja liebst.

    Na ja, es ist deine Entscheidung, was du nun machen möchtest. Fakt ist, er wird halt immer tiefer in die Sucht rutschen, und du wirst im Strudel da mitgezogen. Es beginnt dann der Eiertanz - Alkoholabhängiger / Co-Abhängige.

    Das wird so sein, das ist die Strukur der Sucht. Es läuft immer gleich ab, auch wenn die jeweiligen Lebenssituationen anders aussehen. Aber grundsätzlich ist es gleich.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Christine,

    willkommen hier bei uns im Forum! Ich bin Aurora, und ich bin seit fast 4 Jahren auf meinem Weg. Im Juli 2007 habe ich mich von meinem Mann, inzwischen Exmann, endlich trennen können.

    Zitat

    Es ist ein ständiger Balanceakt zwischen Liebe und Hass

    Liebe und Hass, so heißt mein Thread hier im offenen Bereich, so habe ich mich nämlich gefühlt, als ich hier ankam, anfang Mai 2007. Da in etwa begann mein Weg. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie du dich fühlst!

    Auch ich konnte mich lange Zeit nicht trennen, weil ich dachte, ich kann ihn doch nicht im Stich lassen, dann geht er ja ganz unter. Und es waren noch viele andere Dinge, Ängste, die mich festhielten.

    Irgendwann kam ich mal an genau diesen Punkt:

    Zitat

    Ich weiß aber auch , daß es für mich so nicht weitergehen kann, da ich am Ende auf der Strecke bleibe und mir wie bisher auch keiner hilft

    Da sah ich in den Spiegel und sagte mir, wie lange willst du denn noch leiden. Leiden und jammern und nichts passiert. Er macht weiter wie bisher, warum sollte er was ändern. Drohungen hast du doch genug ausgesprochen und nichts davon wahr gemacht... So sagte ich mir. Und dann dachte ich, nur ich selbst kann da was ändern! Und so ist es ja auch.

    Ich weiß nicht, wie oft ich gedroht hatte, mich zu trennen. Diesmal setzte ich ein Ultimatum und machte es wirklich. Und ab da ging es für mich aufwärts.

    Du hast ihm auch schon Ultimaten gestellt, sicher auch gedroht. Und nichts davon wahr gemacht. Das führt dazu, dass er dich nicht mehr ernst nimmt, denn er weiß, du machst ja nichts davon. Und er kann sich weiter seiner Sucht hingeben, warum denn nicht? Was passiert ihm schon, außer dass du meckerst...

    Das geht ihm erstmal auf den Geist, aber dann sieht er, das ist ja ein prima Druckmittel, dann kann er wieder sagen, "siehste, ich muss ja saufen, wenn du so bist..."
    Und schon fühlst du dich wieder schuldig. Oder?

    Wichtig ist nun erstmal, dass du ganz in Ruhe überlegst, was du möchtest. Für dich! Nicht für ihn. Und dann kannst du überlegen, wie es Schritt für Schritt möglich ist, da was zu ändern, für dich zu machen.

    Denn das ist Fakt: Du bist zuständig für dich, nicht für ihn. Er ist erwachsen und hat seine eigene Verantwortung für sich zu tragen. Und wenn die unangenehm für ihn ist, ist das auch seine Sache. Er kann ja für sich was machen. Wenn er will. Und du kannst was für dich machen, wenn du willst.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Sonnenschein,

    erstmal hat es bei mir viele Jahre gedauert, bis ich mich überhaupt trennen konnte. Da war ich dann so sehr am Boden, und mein Ex so sehr in seiner Sucht verstrickt, dass alles eskalierte. Ich wusste, wenn ich nicht gehe, passiert was... Ich stellte ihm ein Ultimatum, ich glaube es waren 6 Wochen, in denen er überdenken sollte, der Alk oder ich.

    Er soff dann noch exzessiver und ich suchte mir meine Wohnung. Ein paar Tage, nachdem ich den Mietvertrag unterschrieben hatte und er sah, diesmal mache ich ernst, ein paar Tage vor Ablauf des Ultimatums, hörte er zu trinken auf, bekam furchtbaren Entzug und war bereit, zur Entgiftung in's Krankenhaus zu gehen. Seitdem ist er trocken...

    Und das war dann für mich eine sehr schwere Sache, ich war ausgezogen, getrennt, er war auf einmal nüchtern, so, wie ich es mir all die Jahre gewünscht hatte. Dadurch fiel mir alles noch schwerer, zumal wir nur "um die Ecke" wohnen. Dadurch waren wir ständig zusammen, haben Dinge zusammen unternommen. Er tat so, als wäre es eine Kapriole, dass ich mich getrennt hatte. Ich war nicht in der Lage, Grenzen zu ziehen und "nein" zu sagen. Und ich hatte Angst, er würde dann wieder anfangen zu trinken. Ich hatte Schuldgefühle, fühlte mich verantwortlich, all sowas. Das ging noch so ca. 1 Jahr, nachdem ich ausgezogen war. In diesem Jahr wurde mir immer mehr klar, was ich wollte, nämlich alleine bleiben, ohne ihn sein. Zu viel war kaputt gegangen, ich hatte keine Liebe mehr. Das konnte ich in dem Jahr immer besser sehen und dann nach und nach Grenzen setzen und schlussendlich den Schlussstrich ziehen. Kontakt nur auf ein Minimum, wir haben ja 2 erwachsene Kinder und inzwischen eine Enkelin :D .

    Ich habe kurz vor der Trennung das Forum hier gefunden und bin dann schnell in den geschlossenen Bereich gewechselt. Dort hatte und habe ich meinen Austausch, es ist meine SHG, und es hat mir enorm viel gebracht! Und ein halbes Jahr nach der Trennung habe ich mir eine Therapeutin gesucht und dann auch eine Therapie gemacht. Das hat mir auch sehr geholfen, denn meine Schritte hatte ich gemacht, im Kopf war es mir klar, aber ich hatte noch immer Schuldgefühle, musste das alte Leben langsam loslassen. Das hat gedauert, manchmal überkommt mich noch solch Anflug, obwohl wir inzwischen seit Mai 2010 geschieden sind, im Juli werden es 4 Jahre sein, dass ich ausgezogen bin.

    Es dauert eben alles seine Zeit, so viele gemeinsame Jahre sind nicht von einem auf den anderen Tag gelöscht. Und es gab ja durchaus auch schöne Zeiten, oder? Und du hast geheiratet aus Liebe, wie ich, nehme ich mal an. Das alles muss nun erstmal langsam losgelassen und aufgearbeitet werden. Auch die bösen Dinge.

    Aber deinen "alten" Mann wirst du nicht mehr wiederfinden. Die Sucht hat ihn verändert und das Leben. Und du bist ja auch nicht mehr die "alte". Deine Therapeutin hat Recht mit dem, was sie sagt! Immer schööööön langsam, dann wird das was. Es ist doch auch gut, dass du Unterstützung durch Familie und Freunde hast. Da hast du was sehr Wertvolles.

    Ich hoffe, meine "Roman" erschlägt dich nicht :roll: . Ich bin gespannt, wie es bei dir weiter geht, wie du deinen Weg einschlägst, den du ja jetzt begonnen hast.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe nici :D , vielen Dank für deine lieben Worte! Die Schönste, kicher, oooohhhh ja.

    Anscheinend habe ich da wirklich eine Art Ausstrahlung, meine Zufriedenheit und mein Glück sieht man mir wohl an. Am Sonnabend auf der Arbeit habe ich ein schönes Kompliment bekommen von einer Kundin. Sie wollte Olivenöl kaufen.
    Ich sagte:" Ich kann ihnen dieses Olivenöl empfehlen, es ist ein sehr gutes Öl, nicht unser billigstes, aber auch wirklich sehr gut! Ich nehme es auch..."
    Die Kundin überlegt kurz, guckt sich die Olivenöle an und sagt dann:" Wissen sie, ich nehme das. Wenn ich dann auch so gut aussehe wie sie!"

    Hey, das Kompliment hat mich riesig gefreut. Und ich habe mich dafür bedankt und es auch annehmen können. Komplimente konnte ich nicht immer annehmen, früher habe ich dann abgewiegelt, mich selbst schlecht gemacht und so.

    Seit ich mein Leben selbst in die Hand genommen habe, seit der Trennung, habe ich sehr viele Komplimente bekommen. Das hat mich schon am Anfang gefreut, aber auch gewundert. Meine Erleichterung über mein neues Leben, über all meine Schritte, das muss man mir wohl angesehen haben. Ich war viel ruhiger und ausgeglichener, bin ich noch. Ich bewege mich auch ganz anders. Freier.

    Das sind alles so "Abfallprodukte" eines Lebens, was mir gehört und mir Spaß macht!

    Aurora

    Hallo sonne,

    guten Tag im Forum!

    Da hast du ja schon einen großen Schritt gemacht für dich, du hast dich getrennt. Und du hast den Kontakt eingestellt. Auch das ist gut für dich.

    Aber woher weißt du das:

    Zitat

    er trinkt anscheinend mehr als zuvor, mit deftigen Ausfällen und dann wieder versuchte Abstinentphasen.

    ...

    Hast du "Spione" oder sowas :roll: ? Es kann dir doch egal sein, was er macht, ihr seid getrennt.

    Dass du noch auf eine Art an ihm oder an dem gemeinsamen Leben hängst ist ja auch nachzuvollziehen. Ich weiß jetzt nicht, wie lange ihr zusammen ward, aber es dauert ja doch immer eine Weile, alles zu verarbeiten. Ich war 26 Jahre lang mit meinem Exmann zusammen, gut 25 davon verheiratet. Das hat lange gedauert, das alte Leben loszulassen. Ihn loszulassen. Ich hatte auch ziemliche Schuldgefühle, es hat schon gedauert, das alles zu verarbeiten.

    Es ist wichtig, dass du erkennst, dass du für dich zuständig bist, für dein Wohlbefinden. Es gibt so viele schöne Dinge zu erleben, zu sehen, zu machen. Einfach dir gut tun. Die Gedanken auf dich lenken, weg von ihm. Jeden Tag ein wenig mehr. Indem du Dinge machst nur für dich.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Abend und bin gespannt auf einen weiteren Austausch
    Aurora

    Hallo Schmetterlingsfee,

    du fragst,

    Zitat

    Wie soll es nur weitergehen.

    Diese Frage kannst nur du selbst für dich beantworten. Was hast du denn so geplant für dich die nächste Zeit?

    Ja, es wird bei ihm wieder jeden Tag mehr Alkohol, den er trinken muss. Das ist leider so, der Verlauf der Sucht, wenn sie nicht gestoppt wird. Das ist dir ja auch klar, denke ich. Nun musst du dir überlegen, wie lange du es so noch mitmachen willst. Denn es ist ja offensichtlich, dass er nichts ändern will zur Zeit. Er will saufen.

    Was willst du?

    Liebe Grüße
    Aurora