Liebe MissPiano,
ich kann dich nur zu gut verstehen, echt. Gute Zeiten und schlechte Zeiten, ich habe ja auch gedacht, ich habe meinen Ex damals geheiratet, weil ich ihn geliebt habe und dachte, er wäre mein Traummann. Und wir haben 2 Kinder bekommen und ich war erstmal glücklich. Nur zwischendurch nicht, da kam immer was zum Vorschein, was mir nicht gefiel. Aber - ich hatte mich ja für ihn entschieden, und dann waren ja da die Kinder, undundund...
Und so ging die Zeit in's Land, als ich mich trennte, waren wir seit 25 1/2 Jahren verheiratet gewesen. Es gab ja durchaus auch gute Zeiten, aber die schlechten wurden dann immer mehr. Als ich ihn heiratete war ich 23, bei der Trennung 49 Jahre alt. Ich trauere den Jahren dazwischen nicht mehr nach, am Anfang tat ich das schon. Ich habe so gelebt, weil ich es nicht anders konnte, da spielte eine Menge mit. Meine Erziehung, Prägung, 1000 Ängste, ich war ja lange Jahre nicht berufstätig wegen der Kinder usw.
Irgendwann ging es nicht mehr weiter, ich war psychisch und physisch ganz schön kaputt. Tinnitus, schmerzhafte Nackenverspannungen, Magenschmerzen, Durchfälle...
. Schlaflose Nächte massenhaft und Angst vor dem Nachhausekommen
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Ja, und ich dachte, wenn ich mich trenne, dann geht er doch völlig unter, denn ich bin ja sein Halt. Die Familie ist sein Halt. Das dachte ich, doch er dachte wohl anders, denn er kümmerte sich nicht um uns, um seine Familie, sondern er hatte zu tun mit sich selbst. Er ist übrigens ohne mich nicht unter gegangen, inzwischen ist er trocken und lebt gut für sich alleine. Ich meine nur, woher willst du wissen, was er mit seinem Leben macht, du hast ja dafür nicht die Verantwortung, er ist ja erwachsen!
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Wie lief denn so eine Trennung ab? Pack ich tagsüber meine Koffer und sag ihm abends ich geh jetzt? Breche ich den Kontakt dann völlig ab? Früher oder später wird ja einiges gemeinsam zu regeln sein.
Ich kann dir sagen, wie es bei mir war, es ist ja immer induviduell. Ich sagte damals meinem Ex, ich gebe dir so und so viele Wochen Zeit, was zu ändern, sonst gehe ich. Denn ich war am Ende. Er trank da noch schlimmer als vorher. Und ich begann, erstmal für ihn eine Wohnung zu suchen, denn zu dem Zeitpunkt wollte ich in der gemeinsamen Eigentumswohnung bleiben. Er stellte sich "tot", lag nur noch im Bett, betrunken... Da suchte ich für mich eine Wohnung und machte den Mietvertrag. Bis dahin lachte er mich noch aus, glaubte nicht, dass ich es durchziehen würde, denn ich hatte ihm schon viele Male gedroht mich zu trennen. Er nahm mich ja nicht mehr für voll...
. Da sah er, jetzt macht sie ernst.
Anfang Juni 2007 unterschrieb ich den Mietvertrag, Mitte Juni hörte er abrupt zu saufen auf, bekam Entzug wie verrückt und ließ sich zur Entgiftung in's KH einweisen. Seither ist er trocken, ich bin aber trotzdem ausgezogen. Noch ca. 1 Jahr eierte ich rum, ob ich wieder zurück gehe oder nicht, denn nun war er ja nüchtern. Es ging nicht mehr, zu viel war kaputt. Ich lebe inzwischen glücklich und zufrieden, erstmal alleine, dann jetzt mit Lebenspartner
. Mein Exmann und ich konnten dann alles in Ruhe regeln, weil er nüchtern ist. Und irgendwann haben wir loslassen können. Und eine gemeinsame Basis ist entstanden, auf der wir kommunizieren können. Das geht aber nur, weil er nicht trinkt!
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Und noch eine andere Frage: ich will die Hoffnung ja nicht aufgeben, aber falls er es dann nach der Trennung doch schaffen sollte trocken zu werden, sollte ich dann auf keinen Fall zurück?
Das ist eine Entscheidung, die musst du für dich selbst dann treffen. Wie gesagt, bei mir war da Ende, es wäre nicht mehr gegangen. Ich wäre wohl in meine alten Muddi-Verhaltensweisen zurückgerutscht. Und die Liebe war eh im Eimer. Aber es ist eben bei jedem anders. Und soweit ist es ja bei dir noch nicht, dass du das überlegen musst. Mach mal schön erst einen Schritt nach dem anderen! Das ist wichtig. Du lebst im Jetzt und Heute. Da musst du sehen, was für dich gut ist. Das Morgen ergibt sich dann schon noch.
Wichtig ist doch, dass du siehst, dass es dir gut gehen muss. Du hast nicht die Verantwortung dafür, es anderen Recht zu machen, auch nicht deinem Mann. Denn er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich. Und du kannst ihm diese Verantwortung nicht abnehmen, denn dann entmündigst du ihn ja...
So, Ende des Romanes. 
. Ich hoffe, ich erschlage dich hier nicht.
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende
liebe Grüße
Aurora