Hallo,
das hab ich vorhin bei wieweiter geschrieben
Heute habe ich zum Beispiel so ein " Loch". Ein kleines allerdings. Keine Termine, Enkelin in der Schule und dann unterwegs, Mann auf der Arbeit und dann auch unterwegs. Ich bin am Überlegen, wie ich mir was Gutes tun kann, meine Zeit schön machen und genießen kann. Das ist ein Lernprozess. Ich freu mich über dieses kleine Loch, ich hab genug getan in meinem Leben und noch hänge ich hier ganz in Ruhe einfach ab. Neudeutsch: ich chill noch etwas.
Ich hab also heute morgen in Ruhe abgehangen, gefrühstückt, bisschen Spiele geknödelt.
Dann in Ruhe das Bad ein wenig geputzt. Dann bisschen was einkaufen gegangen. Dann hab ich mir was gekocht, womit ich Mann und Enkelkind keine Freude mit gemacht hätte. Da hab ich eben nur mir die Freude gemacht. Leckere cremige Polenta mit geschmortem Paprikagemüse. Leeeecker.
Dann hab ich mir einen Latte Macchiato gemacht, wir haben uns vor längerer Zeit einen tollen Kaffeeautomaten gegönnt. Ich benutze gute Bohnen, darauf lege ich Wert. Und mein Hafer-Milchschaum war, wie immer, perfekt für einen Latte Macchiato. Das Geheimnis ist nämlich, den Milchschaum zuzubereiten, bevor man den Espresso macht.
Während nämlich der Kaffee gemahlen wird und durchläuft, setzt sich der untere Teil des Schaumes als warme Milch ab. Und dann gießt man gaaanz genüsslich und langsam den Espresso darauf. Wenn man alles richtig gemacht hat, dann liegt der Espresso auf der Milch und der Milchschaum auf dem Espresso. Und meiner war wieder perfekt.
Dann hab ich mir mein Buch und ein paar Kekse geschnappt und mich für eineinhalb Stunden auf den Balkon in die Sonne gesetzt. Jetzt bin ich echt tiefenenspannt, seeehr angenehm.
Dass ich sowas genießen kann ohne Gedanken daran zu haben, was ich für Tätigkeiten im Haushalt und für andere machen müsste, habe ich gelernt. Das war nicht einfach, echt nicht. Als Hausfrau, Mutter musst du IMMER was zu tun haben. Für deine Familie oder so. Nur nicht den Hintern plattsitzen, das geht ja gaaaaanich. So in etwa bin ich groß geworden und hab viele Jahre danach gelebt.
Die Coabhängigkeit hat es nicht leichter gemacht. Der Stress um den Mann und seine Sucht hat mich rund um die Uhr auf Trab gehalten. Und ich hatte am Ende völlig vergessen, was MIR guttut. Als ich da ausgestiegen bin wusste ich nicht, was ICH eigentlich will. Ich hatte vergessen, was ich gerne gemacht habe mit meiner Zeit, was mich interessiert und soweiter.
Das kam erst nach und nach wieder zum Vorschein. Und am Anfang hab ich es kaum ausgehalten, ohne schlechtes Gewissen mit meiner Zeit was zu machen, was mir Freude macht. Nur mir. Ich bin echt froh, dass ich das jetzt kann. Und ja, es muss nicht immer spektakulär sein, wie ich meine Zeit verbringe. Es muss einfach so sein, dass ich mich wohlfühle.
Heute war in meinem "Programm" Badputzen und Einkaufen dabei. Könnte man meinen " aha, doch bisschen Haushalt oder wie?" Ja, ein bisschen Haushalt ist für mich immer dabei. Einfach weil ich eine saubere, ordentliche Wohnung brauche um mich wohlzufühlen. Und einkaufen mach ich einfach gerne.
Und ja, den Rest des Tages bekomme ich jetzt auch noch hin. Alles paletti im Hause Aurora.
Aurora