Beiträge von Aurora

    Hallo Kaettl,

    du kontrollierst ihn, seinen Konsum. Aber im Grunde genommen hast du keine Kontrolle. Du kannst ihn ja nicht 7 Tage die Woche rund um die Uhr überwachen.

    Das ganze Kontrollieren macht dich nur fertig, beweisen tut es garnichts. Er trinkt weil er eine Abhängigkeit hat und die Sucht das von ihm einfordert. Du verpasst dabei dein Leben denn du hast nur im Kopf, was, wann, wieviel er wohl schon wieder intus hat. Wie lange willst du das durchziehen? Das ist eine Endlosschleife. Denn er wird solange trinken ( müssen), bis er eventuell mal aus eigenem inneren Bedürfnis damit aufhört.

    Aber wann wird das sein?

    Liebe Grüße Aurora

    Liebe wieweiter,

    Trauer hat ihre ganz persönlichen Muster. Es gibt kein Richtig oder Falsch oder es dauert soundso lange. Es ist individuell.

    Es war ja praktisch erst gestern als er gegangen ist. Und da kommt eben immer wieder eine Welle der Trauer. Vieles wird einem erst nach und nach bewusst, wie sehr der Mensch fehlt, welche Lücke er hinterlassen hat. Gedanken an die schönen Zeiten. Und dann immer wieder das "Warum". Das alles darf sein.

    Du hast ja auch gute Zeiten und das ist wichtig. Denn Trauer ist da und darf das auch. Aber du lebst ja noch und das darfst du auch. Bitte vergiss das nicht.

    Bisher warst du noch mit allem Möglichen beschäftigt. Wohnungauflösung usw. Jetzt kommst du zur Ruhe und das ist die Zeit, in der die Trauer sagt: jetzt komm ich mal, ich bin auch wichtig, damit du das verarbeiten kannst.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Sonnenschein,

    wow, da geht es richtig ab jetzt bei dir. Klasse :thumbup:.

    ich habe heute Hochzeitstag und mein XY fragt mich tatsächlich heute Morgen, ob wir uns denn nicht wenigstens gratulieren können, wenn wir uns schon nichts schenken.

    Solche Sachen hat auch mein Exmann gebracht. Das hat mich immer in den Wahnsinn getrieben. Ich hab dann immer gedacht, nimmt der mich eigentlich überhaupt für voll? Oder hört er mir zu?

    Ignoranz der Dinge so nach dem Motto: ich steck den Kopf in den Sand und schon ist das Problem nicht mehr da.

    Gut, dass du handelst, was anderes macht auch keinen Sinn.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Tiger,

    diese Verwirrungen hatte ich im Laufe meiner Ehe auch ganz oft. Wenn mein erster Mann gemerkt hatte, dass ich es ernst meinte, hat er eine Trinkpause eingelegt. Er war dann verständnisvoll, sah alles ein, versprach mir das Blaue vom Himmel und war wie ausgewechselt. Ich war dann verwirrt, dachte, ich hätte wohl wirklich übertrieben mit meinen Streitereien wegen seines Trinkens und dass er tatsächlich kein Problem hätte.

    Ich wurde ruhiger, schöpft Hoffnung, machte neue Pläne. Und dann, wenn ich sicher war dass alles gut wird, ging es wieder los. Irgendwann war immer der Tag an dem ich nach Hause kam und er besoffen bis oben hin auf dem Sofa hing. Aus der Traum.

    Und so habe ich es hier Jahr für Jahr und noch immer auch in anderen Geschichten gelesen. Es ist ein Muster. Der Abhängige macht eine Trinkpause um den Partner zu beruhigen. Mehr nicht.

    Solange dein Mann nicht tatsächlich aktiv wird, aus tiefstem Herzen trocken werden will, wird das bei euch auch so sein. Wenn er es ernst meint wird er entgiften, vielleicht eine Entzugstherapie machen. Selbsthilfegruppen besuchen. Sein Leben verändern. Ernsthaft und achtsam mit sich sein. Nur dann ist Aussicht auf Erfolg.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Bergdohle,

    das hast du bei livia geschrieben:

    Da habe ich zumindest schon mal erkannt, dass ich lernen muss solche Dinge alleine zu machen. Hat mich viele Tränen der Verzweiflung gekostet als ih über diesen Formularen gebrütet habe. Aber letztendlich habe ich alles auf Reihe bekommen. Und ich versuche vermehrt Dinge, die mich betreffen, auch selbst zu organisieren. Und dennoch kommen immer wieder diese Zweifel: Schaff ich das? Bin ich alleine überlebensfähig?

    Da kannst du wunderbar dran anknüpfen. Letztendlich hast du alles auf die Reihe bekommen. Es steckt alles in dir drin, es war in den Jahren der Ehe nur lahmgelegt. Aber es ist da und du kannst es wieder aktivieren. Hast damit schon angefangen und es gut hingekriegt. 👍

    Klar kommen da auch immer wieder Zweifel. Das ist doch normal, menschlich. Aber glaub mir, du wirst auch alleine überlebensfähig sein.

    Du hast Kinder großgezogen, sie bei Krankheiten gepflegt, du warst Köchin, Raumpflegerin, Wäscherin, vielleicht Schneiderin. Du hast einen Haushalt organisiert, Termine gemacht. Im Prinzip ein ganz kleines Unternehmen geführt.

    Mach dir das mal klar, was alles an deinem Mutter- und Hausfrauenleben drangehangen hat! Und irgendwann kam auch noch deine Berufstätigkeit dazu.

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass ich es selbst, als mir das mal jemand gesagt hat, nachgedacht habe und es mir dann erstmal klar wurde, welche Fähigkeiten in mir stecken. Was ich wie selbstverständlich und ohne groß darüber nachzudenken viele Jahre geleistet hatte.

    Hab Mut, du kannst du kannst das.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo livia,

    als ich die ersten Schritte gemacht hatte, ging es mir auch erstmal so, dass ich mich wie erschöpft und bewegungslos gefühlt habe. Denn es war zuerst mal eine riesengroße Überwindung und Anstrengung gewesen, diese ersten Schritte zu machen.

    Was kann dir jetzt helfen? Erstmal durchatmen, sacken lassen, einfach mal hier in den anderen Threads lesen. Und darüber nachdenken, was dir guttun kann. Erkennen, was DU brauchst.

    Eine Gebrauchsanweisung kann dir leider keiner geben, in deinen Schuhen steckt ja niemand anderer als du selbst. Aber aus den Erfahrungen hier kannst du Ideen bekommen, können dir eigene Lösungen für dich einfallen. Das ist das Gute an Selbsthilfe.

    Ich hoffe, du hast für heute was vor, was dich entspannt und dir Ruhe gibt um deine Gedanken zu sortieren.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo EllaDrei,

    herzlich willkommen in unserer Online-Selbsthilfegruppe.

    Um Gedanken ordnen zu können gibt es nichts besseres als den Austausch mit anderen Mitbetroffenen. Weiß ich aus eigener Erfahrung.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Du kannst dich dafür bewerben indem du den Link anklickst und kurz nochmal was schreibst.

    Dein Thema wird dann von hier in den Bereich für Angehörige und Coabhängige verschoben.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Sam,

    nach meiner Trennung von meinem ersten Mann hörte er auf zu trinken. Und ich war schon hin- und hergerissen. Was mich damals unter anderem abgehalten hat ihm zu vertrauen war, dass er sich nach wie vor so verhalten hat wie in seinem nassen Zustand.

    Er hat nicht wirklich Verantwortung für seine Abstinenz übernommen. Er hat sich absolut nicht so verhalten, wie ich es hier im Forum bei den trockenen Alkoholikern gelesen hatte. Wir sind noch ein knappes Jahr miteinander rumgeeiert. Und zum Beispiel sind wir dann auch zusammen zu Familienfeiern gegangen. Er wollte immer dabei sein obwohl er wusste, da wird mächtig gebechert. Er saß immer zwischen denen, die getrunken haben.

    Er hat sich genau gegenteilig verhalten wie es in den Grundbausteinen hier steht. Nicht für sich gesorgt, ich hatte immer das Gefühl, dass er sich und seine Suchterkrankung nicht ernst nehmen würde. Und das war, unter anderem, der Grund, nicht wieder mit ihm zusammenzukommen. Denn Trinkpausen kannte ich zur Genüge. Und ich konnte nicht erkennen, ob das nicht wieder eine war. Er es nur tat um mich zurückzuholen.

    Unsere Ehe war anders als deine. Da war noch mehr als nur der Suff. Darauf will ich nicht hinaus sondern darauf, dass ich Respekt vor ihm gehabt hätte wenn er endlich Verantwortung für sich und seine Krankheit übernommen hätte. Sich ernst genommen hätte. Sich um sich gekümmert hätte und darum, ein gutes, trockenes Leben zu erreichen.

    Was ich dir sagen möchte ist, mach es für DICH.

    Ich hoffe, du kannst damit was anfangen.

    Lieber Gruß Aurora

    Hallo,

    das hab ich vorhin bei wieweiter geschrieben

    Heute habe ich zum Beispiel so ein " Loch". Ein kleines allerdings. Keine Termine, Enkelin in der Schule und dann unterwegs, Mann auf der Arbeit und dann auch unterwegs. Ich bin am Überlegen, wie ich mir was Gutes tun kann, meine Zeit schön machen und genießen kann. Das ist ein Lernprozess. Ich freu mich über dieses kleine Loch, ich hab genug getan in meinem Leben und noch hänge ich hier ganz in Ruhe einfach ab. Neudeutsch: ich chill noch etwas.

    Ich hab also heute morgen in Ruhe abgehangen, gefrühstückt, bisschen Spiele geknödelt.

    Dann in Ruhe das Bad ein wenig geputzt. Dann bisschen was einkaufen gegangen. Dann hab ich mir was gekocht, womit ich Mann und Enkelkind keine Freude mit gemacht hätte. Da hab ich eben nur mir die Freude gemacht. Leckere cremige Polenta mit geschmortem Paprikagemüse. Leeeecker.

    Dann hab ich mir einen Latte Macchiato gemacht, wir haben uns vor längerer Zeit einen tollen Kaffeeautomaten gegönnt. Ich benutze gute Bohnen, darauf lege ich Wert. Und mein Hafer-Milchschaum war, wie immer, perfekt für einen Latte Macchiato. Das Geheimnis ist nämlich, den Milchschaum zuzubereiten, bevor man den Espresso macht.

    Während nämlich der Kaffee gemahlen wird und durchläuft, setzt sich der untere Teil des Schaumes als warme Milch ab. Und dann gießt man gaaanz genüsslich und langsam den Espresso darauf. Wenn man alles richtig gemacht hat, dann liegt der Espresso auf der Milch und der Milchschaum auf dem Espresso. Und meiner war wieder perfekt.

    Dann hab ich mir mein Buch und ein paar Kekse geschnappt und mich für eineinhalb Stunden auf den Balkon in die Sonne gesetzt. Jetzt bin ich echt tiefenenspannt, seeehr angenehm.

    Dass ich sowas genießen kann ohne Gedanken daran zu haben, was ich für Tätigkeiten im Haushalt und für andere machen müsste, habe ich gelernt. Das war nicht einfach, echt nicht. Als Hausfrau, Mutter musst du IMMER was zu tun haben. Für deine Familie oder so. Nur nicht den Hintern plattsitzen, das geht ja gaaaaanich. So in etwa bin ich groß geworden und hab viele Jahre danach gelebt.

    Die Coabhängigkeit hat es nicht leichter gemacht. Der Stress um den Mann und seine Sucht hat mich rund um die Uhr auf Trab gehalten. Und ich hatte am Ende völlig vergessen, was MIR guttut. Als ich da ausgestiegen bin wusste ich nicht, was ICH eigentlich will. Ich hatte vergessen, was ich gerne gemacht habe mit meiner Zeit, was mich interessiert und soweiter.

    Das kam erst nach und nach wieder zum Vorschein. Und am Anfang hab ich es kaum ausgehalten, ohne schlechtes Gewissen mit meiner Zeit was zu machen, was mir Freude macht. Nur mir. Ich bin echt froh, dass ich das jetzt kann. Und ja, es muss nicht immer spektakulär sein, wie ich meine Zeit verbringe. Es muss einfach so sein, dass ich mich wohlfühle.

    Heute war in meinem "Programm" Badputzen und Einkaufen dabei. Könnte man meinen " aha, doch bisschen Haushalt oder wie?" Ja, ein bisschen Haushalt ist für mich immer dabei. Einfach weil ich eine saubere, ordentliche Wohnung brauche um mich wohlzufühlen. Und einkaufen mach ich einfach gerne.

    Und ja, den Rest des Tages bekomme ich jetzt auch noch hin. Alles paletti im Hause Aurora.

    Aurora

    Hallo wieweiter,

    du warst jetzt sehr lange im Macher-Modus. Da kann es schon beängstigend sein wenn das wegfällt. Es kann dann erstmal wie ein Loch sein was mit Daueraktion gefüllt war und nun ist es leer.

    Ich hab solche Löcher auch gehabt und es ist erstmal unheimlich, das auszuhalten. Aber ich kann mir vorstellen, dass nun Trauer, Schmerz und Erschöpfung endlich Platz haben und herauskommen. Das zuzulassen ist wichtig um alles zu verarbeiten. Und du hast es dir verdient, dich jetzt einfach mal hängen zu lassen.

    Fühlt sich erstmal ganz komisch an. Das ist so meine Erfahrung damit.

    Ich habe in meinem Leben viele schlimme Situationen und anstrengende Zeiten erlebt. Irgendwann scheint die Anspannung normal zu sein, leider. Immer wenn was weggefallen ist, fühlte ich mich irgendwie verloren. Inzwischen kann ich ganz gut damit umgehen.

    Heute habe ich zum Beispiel so ein " Loch". Ein kleines allerdings. Keine Termine, Enkelin in der Schule und dann unterwegs, Mann auf der Arbeit und dann auch unterwegs. Ich bin am Überlegen, wie ich mir was Gutes tun kann, meine Zeit schön machen und genießen kann. Das ist ein Lernprozess. Ich freu mich über dieses kleine Loch, ich hab genug getan in meinem Leben und noch hänge ich hier ganz in Ruhe einfach ab. Neudeutsch: ich chill noch etwas.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Zoe,

    ja, dein Ex hat da wohl eine ganz komische Taktik indem er jeden Tag was anderes sagt. Was er da macht ist gewisserweise ein Machtspielchen. Aber du kannst da gegenwirken. Indem du klar ansagst, was DU willst. Überlege dir, was das sein kann und dann trage die Konsequenzen. Also z. B.wenn du darauf eingehst, dass er dir die Geräte abkauft, dann stimme zu und sag deinen Preis und wohin er das Geld überweisen soll.

    Wenn du denkst, das klappt eh nicht, dann mach einen anderen Vorschlag. Sonst geht das noch unendlich lange weiter. Und das ist nicht gut für dich. Denn irgendwann möchtest du doch mit ihm nichts mehr zu tun haben. Denke ich jedenfalls...

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Lollo,

    herzlich willkommen in unserer Online-Selbsthilfegruppe.

    Dieses Kontrollieren ist typisch für Coabhängige. Ich hab zum Beispiel auch Striche an Schnapsflaschen gemacht. Und Bierflaschen kontrolliert. Irgendwann hab ich festgestellt, dass mein Exmann die Kronkorken so geschickt aufgemacht hatte, dass er die Bierflaschen mit Wasser füllen und wieder verschließen konnte.

    Ja, dein Mann wird tricksen, leugnen, verstecken. Das ist ganz oft so.

    Gut, dass du dir Hilfe für dich suchst. Hier kannst du dich für den Austausch bewerben:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Wenn du auf den Link klickst, öffnet sich ein Fenster. Schreib nochmal kurz, dass du um Freischaltung bittest. Nach der Freischaltung wird dein Thema dann von hier in den Bereich für Angehörige und Coabhängige verschoben.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo DSE,

    ich bin noch immer dabei, mich seelisch und auch sonst von dieser Beziehung zu erholen….

    Damit das auch wirklich funktioniert ist es besser, wenn du nicht immer wieder nachguckst bei ihm. Irgendjemand hat mal geschrieben, sowas ist als wenn du von einer Wunde immer wieder den Schorf abkratzt und es blutet.

    Du hast den Kontakt archiviert. Du kannst ihn aber doch auch blockieren und löschen. Oder?

    Liebe Grüße Aurora