Hallo Auszeit,
ich hab eine ähnliche Geschichte. Ich war 26 Jahre mit meinem ersten Mann zusammen. Wir haben die ersten Jahre viel zusammen getrunken, es gab auch, da meine Urfamilie sehr groß war, immer was zu feiern. Mir ist sehr lange garnicht aufgefallen, wie sich bei ihm was verändert hat, nach und nach. Irgendwann wurde es mir zuviel weil er auch unter der Woche trank, immer eine Fahne hatte.
Ich Kämpfe seit dieser Zeit mit meinem Mann dass er den Alkoholkonsum minimiert.
Das fing bei mir dann auch so an. Ich begann ihn zu kontrollieren und zu konfrontieren. Zu Schimpfen, streiten, drohen.
Er belügt mich wenn ich ihn darauf anspreche. Ich
Er hat das immer abgestritten, irgendwelche merkwürdigen Argumente gehabt. Zum Beispiel, er hätte keine Alkoholfahne, das wären Enzyme im Magen, er hätte nur Apfelsaft getrunken. Oder, er wäre nicht betrunken sondern erschöpft gewesen. Ich wäre wohl blöd, hätte Unrecht usw. Und ich war dann verwirrt, was ich nun glauben sollte. Meinen Wahrnehmungen hab ich irgendwann nicht mehr getraut.
Und heute weiß ich, ich wollte es auf eine Art auch glauben, was er sagte. Ich wollte, dass alles gut wird und ich mich nur mehr anstrengen müsste.
Ich wollte ihn immer helfen, trocke zu werden. Aber ich kann und will nicht mehr.
Ich dachte auch, ich müsste einfach mehr tun, ihn durch Reden überzeugen oder durch Druck, oft hab ich mit Trennung gedroht. Oder dann wieder ihm das Leben angenehm gemacht. Es hat nix gebracht.
Er wollte nichts ändern. Und irgendwann hab ich aufgegeben und bin gegangen. Weil ich nicht mehr wollte und konnte.
Es ähnelt sich immer wieder, wie Beziehungen zwischen Alkoholikern und Coabhängigen ablaufen.
Die Erkenntnis, dass ich nur mir selbst helfen kann und nichts für ihn tun kann hat mich sehr entlastet. Vor allem auch die Erkenntnis, dass ich keine Schuld daran hatte, dass er trank. Er war süchtig und die Sucht hat ihn dazu gezwungen. Da kann keiner was ändern außer der Abhängige selbst.
Liebe Grüße Aurora