Ob Coabhängigkeit eine Sucht ist wie Alkoholismus oder nicht, darüber wird hier schon immer mal wieder diskutiert seit ich im Forum Mitglied bin. Und das bin ich schon inzwischen seit dem 2. Mai 2007... Hab ich gerade festgestellt.
Ich weiß nicht ob das unbedingt wichtig ist zu wissen oder zu vergleichen.
Was ich von mir selbst sagen kann und auch aus meiner langjährigen Erfahrung hier im Co-Bereich sehen kann ist, dass es da auf alle Fälle ganz viele immer wieder ähnliche Abläufe gibt. Und die Gründe warum jemand coabhängig werden kann auch sehr ähnlich, oft gleich, sind.
Was Coabhängigkeit von Alkohol- bzw überhaupt Drogenabhängigkeit unterscheidet ist, dass ich Menschen nicht weglassen kann. So wie ein Alkoholiker den Stoff.
Denn eine Coabhängigkeit muss nicht zwingend mit einem Abhängigen zu tun haben. Ich habe zum Beispiel lange in einer Art Coabhängigkeit zu meinem Exschwiegersohn gehangen. Der kein Alkoholiker ist.
Darum ist es wichtig sich der Mechanismen bewusst zu sein. Die bei mir aus meiner Persönlichkeitsstruktur kommen. Aus meiner Prägung nach dem alten Frauenbild, meinen Vorbildern in meiner Urfamilie. Meiner ängstlichen und zurückhaltenden Art, wenig Selbstbewusstsein, ich bin empathisch und hilfsbereit. So mal mein Kurzprofil.
Ich werde meine Persönlichkeit nicht loswerden, will ich auch garnicht. Vieles daran ist ja gut. Ich muss mir nur immer wieder bewusst sein, dass ich dadurch jederzeit übergleiten kann in ein gewisses Extrem. Dass ich immernoch schnell bereit bin, mich eher nicht so wichtig zu nehmen wie es manchmal nötig wäre.
Ich lerne eine gewisse Balance und das ist schwer. Eine Balance zu haben ein Zipfel Co zu sein, sein zu dürfen. Denn ich liebe es meine Herzensmenschen zu verwöhnen. DAS sehe ich als Teil meines Menschseins an. Denn Menschen kümmern sich um ihre Lieben. Ein Stück weit ist es normal finde ich. Es ist auch überlebenswichtig, für Babys oder hilfebedürftige Menschen. Es gehört zum sozialen Zusammenleben dazu.
Es darf nur nicht extrem werden, so, dass ich mich aufgebe für einen anderen, mich quasi in Luft auflöse und mich dabei kaputt mache.
Ich sehe mich NICHT als " trockene Coabhängige ". Diese Bezeichnung find ich sehr unangebracht. Denn wäre ich das dann wäre meine Gefühlswelt sehr, sehr eingeschränkt. Und ich nicht mehr ich.
Ich bin nicht " trocken", ich bin mir meiner selbst bewusst und lebe in dem Bewusstsein, dass ich auf meine Grenzen achten muss. Abstand halte zu Menschen, die mir Energie absaugen, die meine Co-Persönlichkeit brauchen und die ich anziehe um wieder in alten Mustern zu landen . Also so richtig wie damals.
So, mehr fällt mir nicht ein
Aurora