Beiträge von Aurora

    Liebe Osiris,

    mir geht es da so wie dir. Ich brauche Ewigkeiten, ehe ich eine Sache abhaken kann. Es kommt unverhofft immer wieder mal hoch und ich grübel dann darauf rum. Das ist ätzend. Denn ich empfinde dann wieder den alten Schmerz, hänge in warum und wieso und hätte, wenn und aber.

    Aber ich kann es nicht immer gleich abstellen. Als müsste ich den alten Schmerz immer nochmal durchleben. Als müsste ich mir sagen, dass ich richtig bin, dass ich es geschafft habe, dass mein Handeln, was daraus gefolgt ist, richtig war. Dass ich es wert bin. Dass ich ein Opfer war, so empfand ich es damals, dass ich aber durch eigenen Mut, eigener Kraft geschafft habe, das zu ändern. Und warum ich damals so war.

    Ich kann es nicht besser erklären.

    Vor ein paar Tagen hatte ich wieder so Gedanken an etwas von damals. Und da sagte mein Mann:" Warum quältst du dich eigentlich so? Es ist doch jetzt vorbei und es geht dir doch jetzt so viel besser".

    Ich denke nun darüber nach, warum ich von den alten Wunden immer wieder den Schorf abkratze, damit es blutet...

    Ich werde diesen Teil meiner Persönlichkeit nicht ändern können. Nicht ganz. Aber ich versuche immer wieder, im Jetzt und Heute zu leben. Denn das von damals hat mich geprägt aber ich komme trotzdem oder gerade deshalb Heute gut zurecht.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Paul,

    das ist halt der Weg. Zuerst muss das Gift aus deinem Körper raus. Und dann kommt die Hauptsache. Das Nüchternbleiben.

    Mal ein paar Tage ohne Alkohol auszukommen, das kenne ich von vielen Abhängigen. Aber den Gedanken, die Gewissheit zu haben, dass es jetzt für immer so ist, daß ist die Herausforderung. Und dafür braucht es viele Veränderungen.

    Dafür ist der Austausch da, hier kannst du dich bewerben:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Draufklicken, kurz was schreiben und los geht's. Dein Thema findest du nach der Freischaltung im Bereich

    Erste Schritte für Alkoholiker.

    Lieber Gruß Aurora

    Liebe Osiris,

    leider kann es sein, dass Alkoholabhängige von ihren Partnern ausgenutzt werden.

    Im Grunde genommen greifen Alkohol- und Coabhängigkeit ineinander wie ein Puzzleteil. Denn um coabhängig zu werden braucht man auch eine bestimmte Persönlichkeitsstruktur.

    Wenig bis kein Selbstwertgefühl, Coabhängige meinen oft, sie müssen sich Liebe und Anerkennung und Gebrauchtwerden von außen verdienen. Sie geben sich selbst auf und wollen bis zum Umfallen andere retten.

    Das ist mal eine ganz grobe Erklärung, es ist sehr viel vielschichtiger.

    Was deinen Mann angetrieben hat, weiß keiner. Aber er wird einen persönlichen Gewinn daraus gezogen haben. Ein Machtgefühl, er hat dich abgewertet um sich großartig zu fühlen. Also das ist mein persönlicher Eindruck.

    Es kann sogar passieren, dass Coabhängige nach dem Trockenwerden des Partners totunglücklich sind. Sie können ihre Anteile nicht mehr an ihm abarbeiten. Denn trockene Alkoholiker sind nicht mehr willenlose Alkis, denen man die Kotze abwischen muss und denen man helfen muss. Trockene haben wieder Eigenverantwortung übernommen, lassen sich nicht mehr rumkommandieren, sehen klar und reden mit.

    Beziehungen können dadurch tatsächlich kaputt gehen, weil der trockene Alkoholiker dieses Verhalten des Cos nicht mehr mitmacht. Also immer wieder die Versuchte des Cos, den alten, hilfebedürftigen Menschen, wiederzubekommen.

    Und mein Gedanke dabei ist, dass dein Exmann genau DAS wollte. Er wollte das Scheinbild der glücklichen Familie nach außen mit einer willenlosen Säuferin, mit der er machen konnte, was er wollte.

    Sein Verhalten hat im Grunde genommen nichts mit dir als Mensch zu tun sondern mit ihm selbst!

    Dass tut trotzdem sehr weh. Das glaube ich dir. Aber du hast es geschafft, dir dein Leben zurück zu erobern. Und DAS zeigt deine Stärke!

    Vielleicht kannst du dir überlegen, wie du einen Abschluss deiner Gedanken um diesen Exmann bekommen kannst. Er kann dir direkt ja nicht mehr wehtun aber indem immer wieder alte Gedanken hochkommen kann er es auch jetzt noch. Und echt, das ist er nicht wert.

    Aber DU bist es wert, dich davon loszumachen. Wozu ihm noch solche Macht über dich geben, über dich, die du so viel stärker, mutiger und liebenswert bist.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Treibsand,

    sehr vernünftig, dass du nicht in den Biergarten gegangen bist. Nicht wegen einer Erklärung, warum du nichts trinkst sondern wegen der vielen Reize, Trigger. Wenn du trocken werden und bleiben möchtest ist es sinnvoll, dich nicht mitten in ein alkohollastiges Umfeld zu setzen. Auch wenn du sagst: ich trink ja nichts, geht dein Suchtgedächtnis ganz anders damit um.

    Und es ist wahrscheinlich, dass du Verzichtsgedanken oder Suchtdruck kriegst. Wenn auch vielleicht nicht gleich aber sowas kommt oft auch später. Warum also solltest du es dir unnötig schwer machen?

    Wirf doch einen Blick hier rein ( wenn du es noch nicht gemacht hast):

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Du hast heute alles richtig gemacht, das ist klasse.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Wicca,

    Pass auf dich auf und versuche regelmäßig in dich hinein zu spüren. Warte nicht wie ich, bis du selber unter gehst.

    Das finde ich einen wichtigen Punkt.

    Solange du gut mit der Situation klar kommst, dein Leben nicht eingeschränkt ist, musst du nicht zwangsläufig was ändern.

    Ich habe damals was geändert, mich getrennt weil es unerträglich geworden war, mit meinem damaligen Mann zusammen zu leben. Ich war davon kaputt, psychisch und physisch.

    Du hast jederzeit die Möglichkeit was zu ändern, wenn es für dich notwendig wird.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo und willkommen Osiris,

    : Du trinkst nicht mehr, jetzt passt alles wieder.

    Das ist mir gleich in's Auge gesprungen. Ich weiß nicht, wer das zu dir gesagt hat. Aber er könnte von mir sein, damals, als ich noch mit meinem alkoholabhängigen 1. Mann zusammen war.

    Als Coabhängige habe ich viele Jahre versucht, ihn zu retten, wieder auf die Spur zu bringen. Damit alles wieder passte. Und zwar aus MEINER Sicht. Dass es bei ihm anders sin könnte, kam mir nicht in den Sinn. Ich wollte nur, dass es wieder passte, wie es in meiner Vorstellung in einer Ehe zu sein hatte.

    Was ich gelernt habe ist, dass Alkoholiker, die trocken werden, trocken sind, nicht mehr die sind, die sie mal waren. Von bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen mal abgesehen. Ich kann mir gut vorstellen, wie sehr dich da dieser Satz verletzt haben muss.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Paul,

    was ich meine, was du tun solltest, ist auf eine Art nicht wichtig. Denn es geht ja nicht um mich sondern um dich hier. Du entscheidest, es ist DEIN Leben.

    Ich kann dir Anregungen geben Dinge zu tun, die so gut wie alle Alkoholiker, die ich kenne, gemacht haben. Um einen guten Start zu haben. Einiges davon machst du ja schon von selbst und das finde ich gut.

    Zum Beispiel dass du Zeiten, in denen du Suchtdruck hast, mit anderen Aktivitäten füllst. Dass du Unterstützung in der Familie hast. Du gehst nicht mehr mit Kollegen in Kneipen, ganz wichtig!

    Ein Arztbesuch ist immer wichtig, einfach um abzuchecken, wie dein Körper so drauf ist.

    Dann kannst du hier:

    https://alkoholiker-forum.de/article-list/

    mal bisschen was lesen, im Forum bei den Alkoholikern auch.

    Da steht sooo viel, das sind sozusagen die Fachleute auf dem Gebiet der Trockenheit. Sie haben alles selbst erlebt und gefühlt.

    Ich selbst bin Coabhängige meines ersten Mannes, der Alkoholiker war, gewesen, in 2. Ehe mit einem seit 17 Jahren trockenen Alkoholiker verheiratet. Ich bin also "nur" erfahren in der Suchthilfe, betroffen nicht. Ich weiß in der Theorie ganz viel aber weiß nicht, wie es sich anfühlt.

    Daher sind Selbsthilfegruppen so wertvoll. Wenn du es vor Ort in einer realen Gruppe probieren möchtest, hab Mut. Du hast da nichts zu befürchten, dort wissen alle, worum es geht, sie sind selbst betroffen und werden dich nicht verurteilen. Genauso wie hier.

    Hier kannst du dich auch austauschen. Aber eine Freischaltung machen wir erst, wenn die körperliche Entgiftung vorbei ist. Also frühestens 8 Tage nach dem letzten Schluck Alkohol. Solange kannst du hier alles lesen und hier in deinem Thema Fragen stellen. Bitte bleibe aber nur hier bei dir und schreibe in keinem anderen Vorstellungsfädchen.

    Das kommt später.

    Lieber Gruß Aurora

    Hallo und willkommen Paul.

    Hier in unserer Selbsthilfegruppe wird niemand gefressen also brauchst du nicht aufgeregt zu sein.

    Da du gestern mit dem Trinken aufgehört hast, bist du im Kalten Entzug. Du entziehst deinem Körper den Stoff und der reagiert, will Nachschub.

    Das kann sich verschieden äußern, z.B. mit Zittern, Unruhe, Schwitzen, Schlaflosigkeit. Aber auch mit epileptischen Anfällen, Herzproblemen, Blutdruckproblemen.

    Daher rate ich dir, dir ärztliche Hilfe zu suchen und zwar heute noch. Du schreibst, alleine schaffst du es wohl nicht. Das stimmt. Ein wichtiger Schritt ist es, den Hausarzt mit in's Boot zu holen. Und dich deiner Frau anzuvertrauen.

    Nach der körperlichen Entgiftung, die ca 7 bis 10 Tage dauert, fängt die richtige Trockenarbeit an. Nämlich zu erkennen, wo sind meine Trigger, wie gehe ich mit Suchtdruck um, wie lebe ich einen sicheren, lebenswerten Alltag mit meiner chronischen Alkoholkrankheit, usw. Denn Alkoholsucht ist eine chronische Erkrankung, die dich durch dein Leben begleitet und die du nur durch Abstinenz stoppen kannst.

    Und dafür sind wir dann da :) , für den Austausch, für Erfahrungen, für Mutmachen, für Wege.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Dinto,

    wenn ich das lese könnte ich kotzen. Sorry für den Ausdruck aber es ist so.

    Meine Mutter und auch meine Schwiegermutter leben seit kurzem in Pflegeeinrichtungen und wenn ich da betrunkene Mitarbeiter sehen würde, würde ich Rabatz machen, echt. Es geht um desorientierte, demente, stark auf Hilfe angewiesen Menschen.

    Du kannst für dieses kranke Gesundheitssystem nichts.

    Du selbst steckst aber in einem ähnlichen, kranken System mit deiner Partnerin. Wenn du sie beschützen willst, müsstest du sie rund um die Uhr bewachen.

    Mit dem, was du inzwischen aber schon für sie machst, tust du ihr auch keinen Gefallen. Sie benutzt dich um sich soweit wieder aufbauen zu können, bis sie halbwegs arbeitsfähig ist und dann auch weitersaufen kann.

    Und das tun die Kollegen auch, das ganze Umfeld macht das.

    Wie lange hältst du das durch?

    Lieber Gruß Aurora

    Hallo Salamanca Luna,

    ja, mir geht es gut. Meine Trennung war vor 16 Jahren. Ich konnte da endlich loslassen. Das war eine meiner besten Entscheidungen. Mein Exman ist seit fast 5 Jahren tot. Es hat mir leid getan, dass er wieder zu trinken anfing und dann immer mehr verfallen ist. Aber ich hatte gelernt, es zu akzeptieren. Es war seine Entscheidung.

    Ich selbst bin seit 12 Jahren glücklich in 2. Ehe verheiratet.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo und willkommen Luna,

    aus eigener Erfahrung als Coabhängige meines ersten Mannes kann ich dir einiges erzählen.

    Seine Blutwerte und sein körperlicher Zustand waren nach seinen Aussagen immer ausgezeichnet. Beim Arzt war ich ja nie dabei, er hat es mir so erzählt. Und ich hab gesehen, wie er immer schlechter drauf war, körperlich, seine Blutwerte kannte ich natürlich nicht. Ich habe an angefangen, an meinen eigenen Wahrnehmungen zu zweifeln.

    Nach seinen Aussagen hatte er " null problemo", das Problem wäre aber ich mit meinen dauernden Verdächtigungen, Anschuldigungen, Gemecker usw.

    Ich habe mich gesorgt, versucht ihn zu überreden, sich behandeln zu lassen, versucht ihn vom Saufen abzuhalten und ich hatte, so habe ich es empfunden, für alles die alleinige Verantwortung. Ich bin nach 26 gemeinsamen Jahren völlig kaputt aus der Ehe ausgestiegen. Mein Exmann ging dann zur Entgiftung in eine Klinik, sein Gamma GT war im 4stelligen Bereich, das hatte er sich mit Sicherheit nicht erst in 6 Monaten oder so angesoffen. Und er war sogar stolz darauf, wie hoch das war weil die Ärzte sehr erschrocken waren. Aber auch da war ich nie bei einem Gespräch dabei. Ich weiß nicht, was sie wirklich zu ihm gesagt haben.

    Aus meiner Erfahrung kann ich dir heute sagen, du kannst machen und tun, überlegen und für ihn denken und sonstwas, solange er es nicht aus eigener Überzeugung will, wird er nichts ändern. Auch Ärzte werden nichts machen können oder seinen Gesundheitszustand wird er verdrängen, solange er das nicht anders will.

    Du kannst aber für dich Dinge verändern. Zum Beispiel dein eigenes Trinkverhalten angucken und ändern. Dein Leben nach deinen Vorstellungen ausrichten. Überlegen, ob dieser Mann da reinpasst und du dich weiterhin Sorgen möchtest ohne etwas verändern zu können.

    Übrigens, mein erster Mann war dann 4 Jahre abstinent und hat dann wieder angefangen zu saufen. Da hat sein angeblich so gesunder Körper nicht mehr so lange mitgemacht, er ist mit 64 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben, aufgedunsen und ziemlich wirr.

    Liebe Grüße Aurora