Hallo,
Hope92 , ich habe am Anfang auch gedacht, hoffentlich falle ich nicht wieder drauf rein.
Ich wollte eigentlich garkeinen neuen Partner... Das mit Dante war ungeplant. Er war auch nicht auf eine Partnerschaft aus. Da wir aus derselben Stadt kommen, hatte er damals mein Fädchen verfolgt. Er hat ab und an mal gefragt ob ich Lust hätte, ihn zu Veranstaltungen zu begleiten, für die er bei "Two Tickets " Karten erhalten hatte. Er wollte nicht alleine da hingehen.
Irgendwann hab ich mich getraut, mal mit ihm und einer weiteren Forumsbekanntschaft eine Oper anzusehen. Das war der Beginn einer schönen Freundschaft. Ende 2007. Wir sind dann öfter mal zusammen zu Veranstaltungen gegangen. Und ich merkte, durch seine Beiträge hier im Forum und in Unterhaltungen, dass er völlig anders unterwegs war wie mein damals Noch-Ehemann, der zu der Zeit auch nicht trank. Und von dem ich ja getrennt lebte.
Das waren 2 verschiedene Welten. Dante, der achtsam mit sich umgeht, seine Alkoholkrankheit ernst nimmt und auf sich achtet, der damals Noch-Mann, der nur nicht trank und ansonsten nichts veränderte.
Im Herbst 2008 hat es zwischen Dante und mir gefunkt. Und ja, ich hatte Angst. Ich merkte, dass er ganz anders ist als die Partner, die ich vorher hatte. Positiv anders. Und ich hatte mich auch verändert. Ich sagte mir zum Anfang oft, dass ich jederzeit Schluss machen könnte, wenn es mir nicht gut tut. Ich wollte eine Partnerschaft auf Augenhöhe, diesmal. Dass er trinken könnte, davon bin ich nie ausgegangen. Irgendwie habe ich seine Ernsthaftigkeit, was das anbelangt, nie bezweifelt.
Anfang 2009 ist er zu mir gezogen. Seine Bedingung: die Wohnung muss alkoholfrei sein. Das ist mir nicht schwergefallen, seit Mitte 2008 hatte ich auch keinen Alkohol mehr zu mir genommen.
2010 habe ich mich scheiden lassen, 2011 haben Dante und ich geheiratet.
Und nach wie vor habe ich keine Angst, dass er rückfällig werden könnte. Ich merke es daran, wie er mit sich umgeht, wie wir leben.
Am Anfang haben wir viel geredet, ich hatte schon immer wieder auch Ängste, manches hat mich an ihm getriggert. Tut es ab und an noch. Wenn er in der Küche mit leeren Flaschen hantiert und klappert, zum Beispiel. Ich weiß, es sind Brauseflaschen aber mein Co-Gehirn hat dann Flashbacks. Es ist, wie gesagt, viel weniger geworden im Laufe der Jahre.
Ich tu was für mich, hatte Therapien, bin immernoch hier im Forum, bin achtsam mit mir selbst. Habe gelernt, mit meiner Persönlichkeitsstruktur umzugehen. Und wenn ich mal Co in Reinkultur bin, stoppt Dante mich. Denn es ist für ihn auch nicht gut.
So gehen wir achtsam mit uns um und achtsam jeder für sich selbst. Inzwischen weiß ich, sollte er jemals einen Rückfall haben, würde er sich Hilfe suchen. Ich wäre am Boden zerstört aber nochmal kann ich ein Leben mit einem nassen Alkoholiker nicht leben. Wir leben allerdings unser Leben ohne diesen Rückfallgedanken. Dass würde uns unsere Unbeschwertheit nehmen.
Und wir reden, über unsere Ängste, Gedanken, Ehrlichkeit, das ist uns wichtig. Dass er mich ernst nimmt und ich ihn. Wir sind beide geschädigt, sag ich mal. Er durch seine Sucht, ich durch meine Coabhängigkeit.
Hier geht jetzt ein Gewitter runter. Wir sind im Urlaub, in den Bergen. Das ist was. Berggewitter...
Aurora