Hallo Ex
Sorry, wenn ich dir zu nahe getreten bin, aber so ein kleiner Hintergedanke und die Hoffnung doch nicht abhängig zu sein, hat wohl jeder und mir geht es auch nach Jahren noch manchmal so. Es ist vielleicht auch ein Grund dafür, dass du nach Wochen doch wieder zum Glas greifst. Das Gefühl, ich gehöre doch nicht dazu. Es ist mir leicht gefallen nichts zu trinken, also bin ich doch nicht abhängig, diese Gedanken kommen unwillkürlich und dann ist es schwer trocken zu bleiben. Nur wenn du dich damit abfindest abhängig zu sein, kannst du es schaffen, das ist dann das „kapitulieren vor dem Alkohol“, von dem öfter die Rede ist.
Was war denn in den drei Wochen, in den du nichts getrunken hast? Das war doch die gleiche Situation, nur dass du dir damals noch nicht eingestanden hast, abhängig zu sein. Aber wenn du eine Entschuldigung suchst, du fühlst dich einfach besser ohne Alkohol, du willst es einfach mal ohne probieren, immer wenn du nichts trinkst kannst du sportlich mehr leisten, du hast letzte Zeit zuviel und willst jetzt mal Pause machen… Und selbst wenn du dich outest und das ernsthaft rüberbringst, wird niemand lachen, denn derjenige der nicht trinkt, lacht eh nicht und derjenige der mehr trinkt als du, ist ruhig, weil es für ihn peinlich werden könnte.
Aber du wirst sehen, es wird überhaupt nicht so wichtig genommen, wie du dir das jetzt vorstellst. Es wird vielleicht gefragt werden, warum du kein Bier trinkst, aber wenn du selbst keine ausführlichen Erklärungen dazu abgibst und ein abendfüllendes Thema daraus machst, interessiert das die anderen weiter nicht und das Thema ist für den Abend gegessen.
Gruß Henri