Beiträge von Steffi1301

    Hey Nelly!

    Schade, dass das mit der Psychologin nicht direkt geklappt hat, aber da musst du dich wohl etwas gedulden. Ich glaub, das ist normal. Ich hab auch zig mal meinen Therapeuten angerufen, ihm auf den AB gesprochen, dann hat er zurückgerufen, ich war nicht da, ich ihn also wieder angerufen, auf den AB gesprochen und so weiter und so weiter. Sind halt eben viel gefragte Leute und ich denke, wenn du dann feste Patientin bist, dann wirst du wahrscheinlich froh darüber sein, dass sich deine Psychologin so viel Zeit für dich nimmt und nicht ans Telefon geht. Aber ich kenn das ja auch von mir. Wenn ich mich dann zu etwas entschließe, dann muss es auch sofort sein, ich will jetzt aber! Vor allem, weil ich es sonst viel zu schnell wieder aufgebe. Aber das wirst du ja nicht tun, oder?!

    Was die Angst vor deinem Geburtstag angeht. Kann ich ehrlich gesagt verstehen. Selbst zu feiern ist meist eh mit viel mehr Stress verbunden und nie ganz so unbeschwert, wie auf einen anderen Geburtstag zu gehen. Aber ich will dir ja keine Angst machen. Freu dich doch einfach mal, dass du einen Abend lang die Hauptperson bist. Ist doch auch mal schön. Wenn sich alles mal für ein paar Stunden nur um dich dreht. Sind doch nur ein paar Stunden und die hast du dir verdient! Und ich glaube auch bestimmt, dass viele Leute kommen und es ein ganz schöner Abend wird. Und dein Freund unterstützt dich doch schließlich auch dabei, was kann da schon schief gehen?! Ich mag es allerdings auch nicht, wenn Leute bei mir schlafen wollen. Ach, bei meinem Freund ist das ja schön, aber irgendwie... andere Leute will ich dann auch irgendwann wieder aus dem Haus haben, will meine Ruhe haben, tschüß, Tür zu. Naja, aber ich bin da auch extrem. Angst musst du davor sicherlich nicht haben. Ein bisschen mehr Gelassenheit schadet da auch nicht. Muss ja nicht alles von vorne bis hinten total durchgeplant und perfekt sein. Und ich glaub, dass du das schon ganz toll meisterst! Und wahrscheinlich einen gaaaanz schönen Abend hast!

    So, viel Erfolg noch bei den Vorbereitungen und mach dir nicht so viele Gedanken. Wird schon alles toll werden!

    Steffi

    Ah, Laternen für den Sankt Martins-Zug? Das hab ich früher immer voll gern gemacht. Und danach gab's immer Stutenmänner und heißen Kakao... Lecker!

    Toll, dass du das so gut schaffst gegen deine Depris anzugehen. Ist wahrscheinlich der einzige Weg, daraus zu kommen. Nur ist es manchmal halt sehr schwer, aber da müssen wir dann eben am Ball bleiben. Gerade jetzt bei der Jahreszeit. Hab neulich noch gelesen, dass um diese Zeit total viele Menschen depressiv werden. Ist ja auch klar bei dem Wetter und so. Heute ist es ja mal extra abartig. Orkanartige Böen und so ein Unsinn. Braucht kein Mensch.

    Solang deine Mutter bei ihrem veränderten Verhalten bleibt und wirklich nichts trinkt, spricht doch auch nichts dagegen, sie wieder ein bisschen einzubinden. Nur so viel, wie es ihr auch passt und wie auch gut für euch ist. Aber eigentlich finde ich es eine sehr gute Maßnahme. Ich wünsche dir, dass es auch weiterhin so gut läuft.

    Alles Liebe,

    Steffi

    Hallo wischwachs!

    Das ist wirklich keine schöne Situation. Hm, da ich deinen Vorstellungsthread jetzt nicht gelesen habe, muss ich dir wohl ein paar Fragen stellen.

    Erst mal: Hastu du denn schon mal mit deinen Eltern offen über ihr Problem geredet? Also, es hat den Anschein als wenn ja, aber ich wollt nur sicher gehen. Naja, und du hast keinen Führerschein, das hab ich jetzt schon aus Caros Antwort entnommen.

    Es ist immer schwierig ein Gespräch zu dem Thema anzufangen. Aber es ist auch wichtig, es zu tun! Selbst wenn das vielleicht erst mal dazu führen sollte, dass der Familiensegen schief hängt, ist es wahrscheinlich die beste Möglichkeit. Nein, nicht nur wahrscheinlich, sondern sogar bestimmt. Es hat zwar nicht unbedingt viel Sinn, ständig Vorwürfe zu machen, zu bohren, wissen wollen, ob und wenn ja warum etc. etc. Aber ich denke, ein klärendes Gespräch ist da durchaus nötig. Vor allem, weil es dir ja auch um deine Kinder geht. Ich kann total verstehen, dass du nicht willst, dass deine Kinder mit deinem betrunkenen Vater Auto fahren. Ich kann mich noch an eine Autofahrt mit meinem Vater erinnern, als er richtig betrunken war. Ich hatte zwanzig Minuten lang nur Angst und es gab einige Situationen dabei, wo es kurz davor war, zu krachen. Denn ab einem gewissen Alkoholpegel ist das nun mal gar nicht mehr möglich, vernünftig Auto zu fahren. Und der Gefahr willst du doch deine Kinder nun wirklich nicht aussetzen, oder? Mein Vater war auch immer ein guter Autofahrer, aber eben auch Alkoholiker und denen sollte man dabei auf keinen Fall vertrauen, irgendwann ist es halt eben mal ein Schluck zu viel.

    Schade, dass dir deine Mutter den Wunsch nicht erfüllt hat, aber dann musst du einfach ganz offensiv auf deine Eltern zugehen, dich mit ihnen an einen Tisch setzen und klarstellen, dass du nicht willst, dass deine Kinder weiterhin mit deinem Vater fahren. Er sollte schließlich auch die Konsequenzen seiner Sucht zu spüren bekommen. Ich kann irgendwo verstehen, dass du dich vor der Auseinandersetzung gerne drücken würdest, aber das ist leider nicht der richtige Weg. Ich mach das auch gern viel zu oft, aber ich merke immer mehr, dass es besser ist, Konflikte auch auszutragen.

    Also, ich wünsch dir jedenfalls ganz viel Mut und hoffe, dass dir das Forum hier helfen kann!

    Steffi

    Na, du musst dich ja nicht deshalb schämen. Wahrscheinlich würde es mir auch nicht anders gehen, ich kenn das ja. Wenn irgendetwas meine Pläne durchkreuzt, dann kann ich echt böse werden und unleidlich und weiß gar nicht mehr, wie ich eigentlich weiter machen soll.
    Wenn wenigstens dein Vater den Anstand hat, sich momentan mal zu "benehmen", dann ist das ja immerhin etwas. Dann ist es doch nicht ganz so schlimm, noch ein wenig länger in der Wohnung bei deinen Eltern zu wohnen, oder?!

    So, ich wünsch dir noch einen schönen Abend und alles Gute für die nächste Zeit!

    Steffi

    Hallo ihr!

    Es ist wirklich verdammt gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die einem zuhören, bzw. lesen, und die für einen da sind. Das ist ein schönes Gefühl.

    Meine Mutter und ich haben uns am Abend wieder vertragen. Sie weiß, dass ich Recht hatte. Ja, ich kann verstehen, dass ihr denkt, ich war vielleicht ein bisschen hart. Würd ich auch denken, bei ihrem Verhalten. Aber ich glaube nicht, dass ich besonders hart war. Deshalb schreib ich ja Briefe. Weil ich mich da wenigstens einigermaßen zurückhalten kann, nicht heulen muss, ausreden kann und nicht ausfallend werde. Da kann ich dann einfach mal aufschreiben, was mich bewegt, genau wie hier. Das Problem war glaub ich einfach, dass meine Mutter wusste, dass ich Recht habe. Und ich hab es mal wieder geschafft, sie auf einen anderen Weg zu holen. Fragt sich nur, wie lang diesmal.

    Naja, jedenfalls ist die Donnerstag Abend dann noch zu mir gekommen, hat ihren guten Willen gezeigt, nach mir gefragt, ich war dann auch noch kurz bei ihr im Wohnzimmer, alles in Ordnung. Und sie bemüht sich auch wirklich, sich zu ändern. Das merk ich schon. Naja, demnächst sollt ich wohl einfach direkt sagen, wenn mich was stört. Gibt vielleicht mal einen Tag Stress, aber dann geht es ja auch irgendwann wieder.

    Ja, an solchen Tagen hab ich halt das Gefühl, nie aus der ganzen SCh... hier rauszukommen. Irgendwo bin ich doch immer noch labil, irgendwo macht mich alles noch viel zu fertig. Das hab ich auch am Sonntag wieder gemerkt. Samstag hatt ich noch ein Seminar, ich war kaum zu Hause, da sind wir dann zum Konzert gefahren. Das Konzert war auch ganz gut. Aber dann bin ich Sonntag Morgen aufgestanden, und alles was mir mal wieder durch den Kopf ging, war du MUSST, du MUSST, du MUSST! Und als mich dann noch mein Vater kurz angefahren hat, da war's dann endgültig vorbei. Da hab ich den ganzen Vormittag nur geheult, ich war einfach fertig mit den Nerven, ich konnte nicht mehr. Ich kann nicht immer nur arbeiten. Sieben Tage die Woche. Das geht doch nicht. Ja, ich hab dann auch nichts zu Mittag gegessen, irgendwann kam meine Mutter hoch und hat mich mal in den Arm genommen. Als ich dann noch eine Rauchen war ging's halt wieder besser. Ich hab an das Konzert gedacht und an Konstantin Wecker, wo wir halt waren und dachte, man, das ist ganz schön feige, sich hier zu verkriechen und nicht einfach in die Hände zu spucken und loszulegen. Manchmal lohnt es sich eben zu kämpfen, aber irgendwann hab ich auch keine Kraft mehr dafür.

    Abends musst ich dann zu nem Zeitungstermin. Chorkonzert. Meine Mutter wollte mit. Ich bin mit dem Auto von meinem Vater gefahren und hab's mal wieder klappern hören. Meine Mutter und ich sind getrennt gefahren, weil ich eigentlich früher gehen wollte, aber es gab leider keine Pause *argh*. Naja, jedenfalls hab ich dann gemeinsam mit meiner Mutter das neue Dosenversteck gesucht und gefunden. Weniger, weil ich es wollte. Ich weiß ja, dass er trinkt und ich mach mir da auch keine Illusionen mehr, aber ich wollt meine Mutter wieder auf den Boden der Tatsachen holen. Es macht mir immer weniger aus, dass sie so ist, wie sie eben ist, aber ich werd auch nicht müde, zumindest ab und zu noch was zu versuchen. Und sie meinte, ja, er hätt wohl auch ein neues Weinversteck, wahrscheinlich draußen hinter dem Haus. Und sie hat mir noch erzählt, dass er neulich an einem Tag mal wieder sehr schlecht aussah. Er trinkt halt immer mehr, wird unvorsichtiger, kommt manchmal betrunken nach Hause, so wie früher, vor der Therapie. Ich denk, wenn er so weitermacht, dann hat er bald schon ein Problem. Aber das hat er sich dann ausgesucht. Ich red weiterhin mit ihm und lass ihn machen, aber ich lass ihn nicht mehr wirklich an mich ran. Das ist wohl das Beste, was ich tun kann.

    Gestern Morgen war ich beim Arzt wegen der Ergebnisse vom Blut abnehmen. Ist aber alles in Ordnung, scheinbar bin ich kerngesund, meine Eisenwerte sind sogar sehr gut. Na, toll. Da hab ich dann erst mal begriffen wie sehr uns doch unsere Psyche beeinflussen kann. Das ist wirklich heftig.

    Manchmal glaube ich, dass ich nicht in diese Welt gehöre. Die Welt macht mich fertig. Ich bin zu idealistisch dafür. Ich werde mich wahrscheinlich nie damit abfinden können, dass ich mein ganzes Leben lang - und aller Wahrscheinlichkeit nach hab ich ja nur eins - nur funktionieren soll wie ein Roboter. Immer arbeiten und die Klappe halten. Ich glaube, Deutschland ist komplett depressiv, wenn nicht sogar die halbe Welt. Aber gut, das ist eine andere Baustelle, es macht mich halt nur fertig.

    So, jetzt muss ich mich beeilen, dass ich noch pünktlich zum Bus komme!

    Eine schöne Woche wünsch ich euch!

    Hallo Nelly!

    Hui, da haben ja schon gaaaanz viele Leute was vorweg genommen. Ja, da kann ich mich mal wieder nur anschließen. Ich hab auch schon einige solcher Kommentare losgelassen, aber ich unterscheide da eben auch zwischen Spaß und Realität. Wenn ich Witze mache, dann ist das nicht persönlich... Sollte es zumindest nicht sein. Aber wie gesagt, die Menschen, die sich wirklich Hilfe suchen, sind allemal bewundernswerter und mutiger, als die, die denken, sie könnten das allein schaffen. Denn die werden es vielleicht niemals schaffen und du entscheidest dich doch nur für das, was dir zusteht: Ein selbstbestimmtes und freies Leben. Ein gesundes Leben, vor allen Dingen. Und ich muss ehrlich sagen, ich glaube fast, dass ich so eine Bemerkung direkt zum Anlass genommen hätte, um zurückzuschießen: "ICH geh jetzt auch zu ner Therapeutin!". Angriff ist die beste Verteidigung ;-).

    Naja, aber eins kann ich auch noch dabeisteuern: Mittlerweile ist es doch absoluter Trend geworden, zu einem Therapeuten zu gehen. Wer keinen hat, ist eben langweilig ;-). Ich mein, zur Not kannste dir dann immer noch sagen, du wärst halt trendy :lol: .

    Wie heftig das bei euch allen mit den Terminen ist... Mein Therapeut ist bei uns so ziemlich der gefragteste (weil angeblich der Beste) und hat eine Wartezeit von 4-6 Wochen. Naja gut, ich leb nun mal auch auf dem Land und hier ist Therapie noch nicht ganz so in Mode gekommen wie in den meisten Städten.

    Naja, ich hoffe, Nelly, du findest bald den Mut, deinem Freund von der Therapie zu erzählen. Und vielleicht wirst du überrascht sein wie positiv viele Leute das aufnehmen. Denk immer dran: Mut ist nur die Überwindung von Angst!

    Alles Liebe,

    Steffi

    Hey Anna!

    Na, das hört sich doch nach einem netten Mann an ;-)!!!

    Ich war auch ganz erschrocken. Da schreibst du einfach mal so nebenbei, dass du einen Autounfall hattest.

    Aber wirklich, das Wichtigste ist, dass dir und deinem Kleinen nichts passiert ist!!! Und dann fang nicht an, trotzdem ärgerlich und so weiter, klar ist es ärgerlich, aber hey, es hätte verdammt viel schlimmer ausgehen können! Sch... auf den Rest, aber ihr seid alle unversehrt!!!!

    Ich hoffe, du kannst dich dann jetzt mal ordentlich schonen und einigermaßen erholen. Und wenn erst euer Kleiner da ist und sich das alles mal ein bisschen eingespielt hat, dann könnt ihr ja immer noch nach einer anderen Wohnung schauen. Nehmt euch doch einfach die Zeit, die ihr braucht!

    Liebe Grüße,

    Steffi

    Hallo!

    Ja, da bin ich auch noch mal.

    Und du machst mir nicht gerade Mut, von wegen "das wird Jahre dauern". Viel zu sehr hab ich mich nämlich in den Beiträgen wiedererkannt. Dann ist es wohl "völlig normal" für uns, so zu sein. Mir geht's da immer ähnlich. Ich schaffe immer alles irgendwie, aber dann kommt irgendwann ein Tag, an dem ich einfach nicht mehr kann.

    Aber wir KÖNNEN uns ja schließlich ändern, das ist das Gute daran. Vielleicht dauert es lange, aber wichtig ist ja, dass wir nie aufgeben, dass wir immer weiter versuchen, an uns zu arbeiten. Und ich finde, das machst du sehr gut. Du willst ALLES wissen, was passiert ist, das kann ich verstehen. Aber das ist schon sehr mutig, schließlich könnten - gerade was die Sache mit deinem Vater angeht - auch Sachen dabei rauskommen, die nicht besonders erfreulich sind. Zu dem Beitrag sag ich aber später noch was. Ich find's halt eben spitze, wie du das machst, dass du immer wieder über dich selbst nachdenkst, dein Verhalten in Frage stellst und immer mehr ändern willst und das auch tust. Du bindest deinen Mann mehr mit ein, denkst mehr an dich, anstatt immer nur an andere. Das ist toll. Da kann man dich nur für loben und dich ermuntern, damit weiter zu machen. Und keine Angst: Ich glaube, bis zum Egoismus schaffen wir es nicht... ;)

    Naja, zu deinem Beitrag, was deine Ahnungen zum sexuellen Missbrauch angehen. Ich hab da ja auch drüber nachgedacht, seitdem ich das bei dir gelesen hab. Und ich glaub, da ist es normal, dass man erst mal alles in Frage stellt, jede Handlung, jedes kleine bisschen, das früher für einen "normal" war. Aber ich glaub, das was du schilderst, scheint für mich in erster Linie auch wirklich normal, erst mal nur nach liebevollem Verhalten. Naja gut, die Sache mit dem an den Hintern Fassen ist grenzwertig. Aber ich will mich da auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, sondern dich nur ermutigen, da mit deiner Therapeutin drüber zu sprechen. Die hat da wohl eher die Kompetenzen, die du brauchst.

    Alles Liebe und eine schöne Woche noch. Ich hoffe, du kommst bald wieder auf "die Höhe". Lass dich nicht unterkriegen von dir selbst!

    Steffi

    Hey noch mal!

    Ich weiß, dass das mal gar nichst mit dem Thema zu tun hat, aber ich habe eine Frage, zu der ich keine Antwort finde.

    Wie schreibt man ein mini-essay?
    Ich glaub, ich hab noch nie einen Essay geschrieben und deshalb auch recht wenig Plan, wie das geht. Für Englisch muss ich aber bis nächste Woche einen schreiben.
    Zum Thema "films vs. books". Ich hab Essay jetzt so verstanden, dass ich ne Einleitung schreibe und meine Position klar mache. Sagen wir, ich würd in dem Fall sagen, Bücher sind eh besser. Dann im nächsten Abschnitt geb ich dann Argumente dafür, dass Bücher toll sind. Und im letzten Abschnitt fass ich dann noch mal zusammen und sag: Deshalb sind Bücher besser als Filme!

    So hatte ich es zumindest verstanden. Aber jetzt sagt mir eine, da müsste man die Pros und Cons abwägen. Hä? Das macht man doch in einer Erörterung, oder nicht? Also, irgendwie raff ich jetzt gar nichts mehr. Und nachdem ich jetzt seit dem glorreichen Mittagessen nur an Uni-Kram gesessen hab, raucht mir die Birne und ich geh jetzt lieber mal zu einer Freundin und lass mich da über meine geile Familie aus. Kann mir jemand helfen wegen des Essays?

    Noch mal Danke und ich hoffe, ich hab bald wieder mehr Zeit für mich und dann auch für euch.

    Hey ihr!

    Ist ja nicht schlimm mit euren Beiträgen. Kann ich doch verstehen, da müsst ihr euch nicht entschuldigen. Ich denk, ich hab mich einfach nicht klar genug ausgedrückt. Mein Therapeut meinte jedenfalls auch, dass man mit dem Missbrauchs-Begriff vorsichtig umgehen sollte und wir sind uns da relativ einig, dass mein Vater zwar oftmals distanz- und respektlos handelt, aber mehr eben auch nicht.

    Naja, jetzt kommt das nächste dicke Ende, irgendwie komm ich aus dem Schlamassel net mehr raus. Heut Mittag komm ich von meinem Freund nach Hause, daheim alle gestresst wegen der Renovierung. Meine Mutter fragt gar nicht erst nach mir, fängt direkt wieder an von meiner Schwester und ihren Kopfschmerzen zu erzählen, die heut wohl wieder besonder schlimm sind, und weshalb mal wieder alle rotieren müssen. Dann sollt ich mir das baldigve Esszimmer angucken, hab ich auch gemacht. Saß mein Vater da und meinte lachend "Ha! Dann kannste ja jetzt helfen!". Ich hab ihm schon hundert Mal gesagt, dass ich keine Zeit dazu hab - warum muss der auch ausgerechnet jetzt renovieren, nachdem wir sooo lang frei hatten? Naja, jedenfalls provoziert mich das eben, weil er damit jeden Tag ankommt und ich hab gesagt "Tja, wenn du dann MEINE Aufgaben machst...". Das war ja noch fast lustig. Dann beim Mittagessen, hatt ich mich voll drauf gefreut, es gab Hähnchen. Meine Mutter eh schon gestresst von allem. Ich zu meiner Schwester: "Kannst du mir mal bitte die Majo geben?" Sie verdreht die Augen. Ich: "Ist dir das zu viel oder wie?". Sie: "Nee, hab doch gar nichts gemacht". Kurze Zeit später wollte mein Bruder die Haut vom Hähnchen haben. Ich: "Niemand bekommt nur die Haut!". Er wirft mir den absoluten Todesblick zu. Dann macht sich mein Vater noch n bisschen lustig, dass ich nicht helfe und mir deshalb kalt ist blablablabla. Gut, dann hab ich schnell noch meine Kartoffeln gegessen, mein Besteck abgespült und wollte gehen. Meine Mutter direkt wieder eingeschnappt. Ich will ihr erklären, was los ist, fang natürlich an zu heulen und geh in mein Zimmer. Sie kommt irgendwann, dachte, sie will mit mir reden. "Hier, das lag im Auto" und schmeißt meine Zigarettenschachtel durchs Zimmer.

    Gut, dacht ich, schreib ich ihr nen Brief. Hab ich euch schließlich versprochen und außerdem kann ich nicht immer die Klappe halten. Klasse Idee! Hab ihr halt alles geschrieben, wie ich das Mittagessen gesehen hab, dass mir das mit meiner Schwester auf den Keks geht, vor allem weil mein Bruder dabei total verkommt etc. etc. Außerdem hab ich geschrieben, dass ich 1. nicht helfen kann, weil ich momentan einfach zu viel zu tun hab (ich komm ja nicht mal mehr regelmäßig dazu, hier zu schreiben) und 2. müsst ich mich jawohl nicht in eine Familie einbinden, die nur so tut, als ob sie noch eine wäre. Hab geschrieben, das "neue Esszimmer" wäre in meinen Augen die reinste Blasphemie. Naja, wie erwartet hat meine Mutter gar nichts kapiert. Kommt in mein Zimmer, macht mich voll dumm an: "Klar! Ich hab ja auch nicht die Karten für das Konzert besorgt, damit wir da zusammen hingehen können! Nein, das hab ich ja nur gemacht, weil deine Schwester Kopfschmerzen hat etc. etc. Vorhin solltest du außerdem nur mal 5 Minuten helfen, wir wissen doch, dass du nicht viel Zeit hast" So ging das dann weiter, da hab ich ihr gesagt, sie würd's einfach nicht raffen und sollte gehen, da hat sie mir dann noch meinen - zerrissenen! - Brief um die Ohren gehauen und ist gegangen. Schön, die Konzertkarten. Sorry, aber das ist auch das einzige, was sie in letzter Zeit gemacht hat und außerdem ist das jawohl eher mal wieder materielle Zuwendung und die ersetzt das andere nicht. Dass ich nur mal kurz "anpacken" sollte im "Esszimmer" haben sie mir so auch nicht gesagt. Dann hätt ich das natürlich auch gemacht.

    Tja, jetzt sitz ich hier, muss eigentlich was für die Uni machen, heule aber nur und hab mir mit meinem abgebrochenen Lineal den Unterarm massakriert wie eine Dreizehnjährige. Ich weiß, das ist Schwachsinn, aber ich reagiere scheinbar oft autoaggressiv. Ich hasse es, dass mich so was sooooo runterbringen kann, nachdem es mir heut eigentlich recht gut ging. Oh, wie ich diesen Saftladen hier hasse! War ja klar, dass sie mich nicht versteht. Die Frau hat das Einfühlungsvermögen von einer Zimmerpflanze. Ja, wenn ich nur das Geld und die Mittel hätte... Dann wär ich hier raus aus diesem verlogenen Puff! ARGH! So, das musste ich eben los werden. Ich hoffe, dass ich jetzt weiterarbeiten kann.

    Mein Therapeut hat jetzt übrigens einen regelmäßigen Termin für mich. Erst mal nur 14-tägig, dann auch wöchentlich, das find ich super!

    Ja, wenn Männer krank sind, Dani... Grauenvoll! Einmal war mein Freund krank und hat sich die ganze Zeit beschwert, wie schlecht es ihm geht und so weiter und so fort... Dann am dritten Tag oder so ging es ihm wieder etwas besser, da fing er dann an sich zu beschweren, jetzt hätte er schon Schmerzen vom vielen Liegen! Da musst ich erst mal loslachen...

    Danke, dass es euch gibt!

    Steffi

    Leute, ich hab gerade den mega-ellenlangen Beitrag gelöscht. Ich war fast fertig und auf einmal bin ich auf den falschen Knopf gekommen... ARGH!

    Naja, dann noch mal in Kurzform.

    Also, ich hab das Gefühl, ich hab das was übertrieben und ihr in den falschen Hals bekommen oder so. Soll nicht böse sein, ich war nur vorhin so schockiert, als ich eure Antworten gelesen hab. Also, mein Vater und ich haben uns einfach schon immer gut verstanden. Wir sind uns ähnlich und ich geh in Gesprächen einfach ganz anders vor als meine Mutter, deshalb komm ich auch leichter an ihn ran. Ich kenn ihn einfach irgendwie besser. Die Ehe meiner Eltern ist einfach kaputt und ich weiß auch gar nicht, wie zwei so unterschiedliche Menschen jemals heiraten konnten. Aber naja... Wir hatten halt immer ein gutes Verhältnis, ABER ein Vater-Tochter-Verhältnis. Mag sein, dass er vielleicht manchmal die Grenze überschritten hat, aber höchstens mit einem Fuß und wahrscheinlich nicht absichtlich. So schätz ich ihn einfach nicht ein. Sexuellen Missbrauch im engen Sinne gab es hier wirklich nicht. Das soll kein Verdrängen sein oder so was, das gab's ehrlich nicht. Ich kann mich an Szenen erinnern, wo wir einfach alle zusammen als Kinder bei Mama und Papa im Bett gelegen und gekuschelt haben, aber das war's auch. Herrje, ich kann das nicht erklären. Vielleicht ist er da mal einen Zentimeter zu weit gegangen, aber bestimmt nicht aus böser Absicht. Damit ich das aber ein für alle Mal geklärt habe, gehe ich einen Kompromiss ein: Ich werde versuchen, das morgen in der Therapie anzusprechen. Mein Therapeut lässt nämlich morgen extra einen Teil seines eigentlich freien Nachmittags sausen, damit er mich sehen kann. Also, ich verspreche, ich werde versuchen, es anzusprechen. Es ist mir halt unangenehm und ich seh das jetzt wirklich nicht so ernst wie ihr vielleicht. Ich weiß schon noch genug um das beurteilen zu können. Ach, jetzt rechtfertige ich mich die ganze Zeit, aber eure Antworten haben mich echt schockiert. So war das jetzt nicht gemeint.

    Hm ja, mit meiner Mama läuft eigentlich auch alles bestens. Sie interessiert sich für mich, fragt, wie es in der Uni war etc., am Samstag gehen wir sogar zusammen zu einem Konzert. Aber wenn sie wieder anders wird und ich mich schlecht behandelt fühle, dann sag ich ihr das. Versprochen! Das einzige, was ich ihr wohl vorwerfen kann, ist die Tatsache, dass sie mal wieder so naiv auf meinen Vater reinfällt, aber da kann ich nix machen. Und deshalb ist mir das auch mal egal. Ist ihr Leben. Mein Vater kann auch machen was er will. Caro hat schon Recht, ich hab den Vater in ihm ja immer lieb gehabt und den Alkoholiker regelrecht gehasst. Aber heute kann ich das nicht mehr so pauschal sagen, weil ich nie weiß, welcher von beiden er gerade ist. Da er ja heimlich trinkt und so... Deshalb tret ich ihm halt mit ner gewissen Distanz mittlerweile entgegen und da bin ich auch froh drüber, dass ich das so schaffe. Ich frag mich nicht mehr, ob er was getrunken hat oder nicht, will ich auch garnicht wissen, ich rieche nicht, ob er eine Fahne hat und so weiter. Soll er machen, was er will.

    Letzte Nacht hab ich geträumt, er wäre tot. War ein komischer Traum, ich weiß gar nicht mehr so viel davon, nur dass er auf einmal tot war. Und ein Gefühl der Leere folgte darauf. Ich war auf der einen Seite erleichtert, aber natürlich auch traurig. Wenn man vom Tod träumt, bedeutet das angeblich Veränderung. Ich hab schon mal geträumt, dass mein Vater stirbt, kurze Zeit danach wurde er dann vom Arbeitgeber in die Therapie geschickt. Veränderung eben. Naja, aber ich will ja hier nicht zum Traumdeuter werden, ich finde es nur manchmal interessant, mich mit so was zu beschäftigen.

    So, ihr Lieben. Ach, kann man von Johanniskraut Tabletten abhängig werden? Ich glaub nicht, oder? Ich mein, das ist doch rein pflanzlich. Die Dinger kann ich nämlich nur empfehlen. Ich nehm die heut den dritten Tag und mir geht es viel besser damit. Ich bin nicht immer so schlecht gelaunt, hab eher so ein "ach, das wird schon"-Gefühl. Das ist toll. Gestern Abend saß ich im Bus, es war dunkel, es hat geregnet und ich war einfach mal nur zufrieden. Wahnsinns-Gefühl. So toll, dass ich Tränen in die Augen bekam. Schon komisch, aber schön.

    In diesem Sinne noch eine schöne Woche. Ich werd mich dann jetzt wieder dem Yoga und dem abendlichen Fernsehprogramm widmen ;-).

    Alles Liebe,

    Steffi

    Hallo ihr Lieben!

    Oh je, jetzt war ich schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr hier, meinen Thread hab ich kaum noch gefunden, so was Doofes. Und es sind ja sooo viele neue Leute hier...

    Also...

    Ich werd krank. Aber so wie ich bin bekämpf ich das natürlich, bevor es mich endgültig niederstrecken kann. War gestern bei meiner besten Freundin, die hat gestern krank gefeiert und meinte, sie hätte ein total schlechtes Gewissen deshalb. Tja, so sind wir Alki-Kinder. Glauben, wir dürften nicht mal krank sein. Naja, ich esse Hustinetten-Bären, trinke Tee und hab auch ne Grippetablette genommen, also wird schon helfen. Und der Schal um den Hals ist natürlich auch obligatorisch ;-). Zum Glück ist eine meiner Dienstags-Vorlesungen auf Donnerstag verschoben, das heißt ich muss erst um eins in die Uni fahren. Das ist toll, so konnt ich noch mal richtig schlafen, nen Text bearbeiten UND hatte Zeit für's Forum! Wunderbar. In letzter Zeit ist meine kostbare Freizeit nämlich fast ausschließlich für wissenschaftliche Texte draufgegangen.

    Am WE war mal wieder Spitzenstimmung bei mir. Erst hat mein Chefredakteur alle meine Termine fürs Wochenende an andere vergeben, weil ich mich angeblich zu spät gemeldet hätte. AUFREGER! Normalerweise hab ich immer Donnerstagnachmittag oder Freitagmorgen angerufen. Ja, ruft der Typ mich Donnerstagmorgen in der Vorlesung an, konnt ich natürlich nicht rangehen. Hab ihn Nachmittags zurückgerufen, war er nicht da, hab ich gesagt, er sollt mich zurückrufen. Hat er nicht gemacht. Freitagmorgen hab ich dann noch mal angerufen, da sagt er mir das. Der hat sie doch nicht alle! Ich hab mich so aufgeregt! Aber im ersten Moment war ich natürlich so perplex, dass ich nur gesagt hab "äh.. ja, okay. Dann Tschüß" oder so was. Nächsten Monat sieht es dann geldtechnisch echt übel aus. Naja, dann muss ich halt mal noch ein bisschen sparsamer Leben. Gut, dass ich die meisten Weinachtsgeschenke schon gekauft hab.

    Samstag hatt ich dann wieder so einen sch... Tag. Den ganzen Tag nur für Uni geackert, bin extra voll früh aufgestanden, weil mein Freund kommen wollte und wir abends zusammen weggehen wollten. Kommt ja selten vor, also hab ich mich natürlich voll gefreut und alles dafür getan. Ruft er an, sagt natürlich ab. Wir hatten beide net so viel Lust auf die Feier, also hab ich gesagt, kann er ja so kommen und bei mir schlafen. Wollte er aber nicht, weil er SCHNUPFEN hatte. Super. Ich hab dann natürlich mal wieder völlig überreagiert, ein riesen Drama draus gemacht. Ich weiß es war falsch, aber ich war nach dem Tag echt fertig und das wäre - mal wieder - mein einziger Lichtblick gewesen. Naja, so bin ich dann auf einen anderen Geburtstag gegangen, war auch ganz nett da.

    Ja. Meinen Therapeuten kann ich nicht erreichen, bzw. wir verpassen uns immer. Heute hatte er eigentlich Anrufzeit von 9 bis 11. Um 20 nach 10 ging aber schon der Anrufbeantworter wieder dran. So ein Depp! Wie lang lauf ich dem denn jetzt schon wieder hinterher? Gestern hab ich mir Blut abnhemen lassen für Schilddrüse. Die wollen ein großes Blutbild oder so was machen, hab aber gesagt, sie sollen auch mal noch Eisen testen, wegen der Müdigkeit. Heut Nacht hab ich z.B. 11 Stunden geschlafen und ich könnt mich gerade schon wieder hinlegen. Naja, bin auch krank, aber trotzdem nicht normal.

    Die Umarmungen meines Vaters. Hm... Als ich vorhin in Caros Thread gelesen hab, hab ich beschlossen mal über was nachzudenken und zwar öffentlich nachzudenken, was ich bisher nicht erlaubt hab. Mein Vater hat uns zwar nicht wirklich sexuell missbraucht, zumindest nicht soweit ich das wüsste, aber ich hab das Gefühl, dass manche seiner Berührungen einfach zu weit gingen. Das Bedürfnis mich zu umarmen hat er ja immer noch, egal ob betrunken oder nüchtern, aber wenn er betrunken ist, kann ich das einfach absolut nicht haben. Ich hab dann einfach immer das Gefühl, dass da mehr dahintersteckt und ich ekel mich davor. Ich weiß nicht, warum das so ist, mein Vater war immer nett zu uns und zärtlich, aber vielleicht eben manchmal zu zärtlich, vor allem anders als zu meiner Mutter. Das ist das Abartige daran. Ich kann da überhaupt nicht wirklich drüber sprechen, noch nicht mal wirklich schreiben, wie ich grad merke und ich weiß nicht wirklich warum. Ich hab Angst ihm Unrecht zu tun, aber noch mehr Angst davor ihm eben nicht Unrecht zu tun, sondern Recht zu haben. Hm... wenn ich den nächsten Termin bei meinem Therapeuten hab, sollte ich das vielleicht mal ansprechen. Wenn ich es kann, heißt das. Allein den Abschnitt, den ich gerade geschrieben hab, würd ich am Liebsten wieder löschen, aber ich tue es einfach nicht.

    Kinderchat. Hab ich verpasst, ich Idiot. So ein Mist, warum hab ich das denn verpasst? Hab mich so drauf gefreut! Wie war's denn so?

    Alles Liebe und eine schöne Woche noch,

    Steffi

    Hey Anna!

    Ja, vielleicht kommen wir aus der gleichen Gegend, aber ich denke, es gibt wahrscheinlich überall immer wieder Gegenden, wo viel getrunken wird und ich glaub auch, dass die Tendenz da insgesamt steigt.

    Ich denke auch, dass du deinen Mann ruhig darum bitten darfst, die Bücher zu lesen. Das kann nur von Vorteil sein. Wenn er es will, dann kann er dich wahrscheinlich oftmals besser verstehen, aber wenn er es nicht will, dann musst du das wohl auch akzeptieren. Es würde aber wahrscheinlich vieles erleichtern.

    Und, edge, du hast Recht. Es ist wirklich ein komisches Gefühl, wenn einem ein Buch plötzlich die Antwort auf so viele Fragen gibt. Wenn man nach so vielen Jahren Grübeln und Forschen in einem simplen Buch so viel über sich erfährt. Das ist schon Wahnsinn.

    Ja, Anna, ich glaub, manchmal müssen wir das Leben einfach mal Leben sein lassen, nicht so viel nachdenken und einfach mal etwas auf uns zu kommen lassen. Ich finde jedenfalls, dass sich dein Mann gar nicht nach einem Alkoholiker anhört. Klar macht man sich schon mal seine Gedanken, aber so vernünftig, wie er darüber redet und damit umgeht, muss ich schon sagen, Hut ab, selbst viele andere nicht Gefährdete (ach, wie soll ich mich ausdrücken?) hätten so wahrscheinlich nicht reagiert. Denke ich.

    So, ich wünsch dir noch eine schöne Woche, wenig Grübeleien und gaaaanz viel Entspannung ;-)!

    Steffi

    Hey Caro!

    Da hast du aber eine harte Woche hinter dir. Das muss echt ein blöder Tag gewesen sein, wo du ohnehin schon depri warst und dann kommt auch noch so ein hartes Thema in der SHG. Was deine Schwester angeht... Ich denke, wenn sie bereit ist, sich mit ihrer Vergangenheit zu beschäftigen und mit ihrer Gegenwart, mit dem, was von euren Eltern noch in ihr steckt, was sie fertig macht, dann wird sie sich auch wieder bei dir melden. Da bin ich mir sicher. Aber sie muss es von sich aus wollen, du kannst sie ja nicht dazu zwingen, sich damit zu beschäftigen und daran zu arbeiten. Aber das weißt du ja auch selbst. Und gerade, wenn es um Missbrauch gehen sollte, dann ist es wahrscheinlich sehr schwer, sich damit auseinander zu setzen. Aber da hat summerdream Recht, da solltest du wahrscheinlich besser in der Therapie drüber reden, weil die wahrscheinlich Verfahren haben, wirklich herauszubekommen, was früher gelaufen ist und was nicht.

    Dass du nicht immer fair zu deinem Mann sein kannst, kann ich verstehen. Das heißt aber nicht, dass du nicht jeden Tag etwas dazu lernst. Du kannst ja nicht von heute auf morgen ein anderer Mensch sein. Wir fallen nun mal immer wieder gern zurück in alte Verhaltensmuster, aber die Kunst ist, zu sehen, dass wir es tun und uns entweder früh genug zu bremsen, oder es beim nächsten Mal wieder anders zu machen. Wir können nicht von jetzt auf gleich alles ändern, "perfekt" sein (was wir ja so gern wären...) und alles besser machen. Wir dürfen auch immer noch Fehler machen. Denn daraus lernen wir ja. Und ich denke, du bist da auf jeden Fall auf einem guten Weg.

    Was ist denn nun mit deinem Kleinen? Steckt der immer noch in seiner schwierigen Phase? Hm... aber ich glaub, der Sport tut ihm doch gut, oder? Naja, ich hoffe, ich komm bald wieder dazu, was zu lesen und zu schreiben.

    Steffi

    P.S.: So ein Mist! Ich hab den Kinderchat verpasst! War ja klar...

    Hallo Marina!

    Weiß gar nicht, was ich noch schreiben soll, Nelly hat schon so viel gesagt, was ich auch gedacht habe.

    Naja, versuch ich mal noch ein paar andere Denkansätze ;-). Manchmal ist ehrliches Desinteresse auch besser als geheucheltes Interesse. Wie soll ich das erklären? Naja, dadurch, dass dein Bruder so offensichtlich nur an sich selbst interessiert ist und nicht an der Person, die sich zwei Jahre lang für ihn den A... aufgerissen hat, hat er dich richtig schön vor den Kopf gestoßen. Aber so eine Wand zum dagegenlaufen brauchen wir auch oft. Sonst können wir ja eh nicht aufhören, nur das Gute im anderen zu sehen und uns ständig weiter um Angelegenheiten zu kümmern, die uns quasi gar nichts angehen. Also, von daher hatte das doch auch sein Gutes. Du hättest deinen Bruder allerdings auch drauf ansprechen können, warum er nicht mal danach fragt. Ich mein, das kann auch ganz banale, andere Gründe haben, aber gut, du kennst deinen Bruder natürlich am Besten. Aber dieses hintenrum drauf aufmerksam machen ist irgenwie so ein typisches Kinder-Verhalten, find ich. Wir nehmen uns nie die Aufmerksamkeit die uns zusteht. Die müssen uns immer andere aufdrängen.

    Gefühle verstehen, Probleme bewältigen ist schon ein gutes Buch, aber es liegt leider die meiste Zeit nur am Nachttisch rum, weil ich zu inkonsequent bin, damit wirklich immer zu arbeiten. Das, was sie schreiben ist schon auf jeden Fall logisch und im Prinzip wahrscheinlich das, was einem auch in einer VT vermittelt wird, aber wie gesagt... bei mir scheitert es leider an der Inkonsequenz. Da wär ich doch lieber Phönix aus der Asche, als Aschenputtel, die erst mal alles sortieren muss. Die guten Gedanken ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen... Blöd sowas. Leider scheinen wir Menschen nur so zu funktionieren.

    Tja, manchmal muss unser Körper uns eben völlig lahmlegen, damit wir ihm mal etwas Ruhe gönnen. Da warte ich bei mir auch noch drauf. Sobald - wie momentan - sich eine Erkältung oder Grippe ankündigt, schmeiß ich eine Grippetablette ein, trinke Tee, esse Hustinetten-Bären (die sind gut!) und bekämpfe so schon vorher alles, damit es gar nicht erst dazu kommt, sich auszubreiten. Gut ist das wahrscheinlich nicht. Aber die 3 Millionen Damoklesschwerter über dem Kopf "du musst, du musst, du musst" sind auch blöd. Ich weiß nicht, ob es bei dir ähnlich ist, aber wenn ich krank mache, bekomm ich doch immer gleich ein schlechtes Gewissen.

    Naja, ich hoffe, das ist wenigstens dir eine Lehre ;-). Dann hoffe ich, du genießt deinen unfreiwilligen Urlaub ein wenig und gönnst dir demnächst etwas mehr Ruhe...

    Alles Liebe,

    Steffi

    Hey Nelly!

    Ich melde mich auch mal wieder zurück. Aber dieses Gemurkse mit den Therapeuten ist wirklich schlimm. Nach den beiden "Vorgesprächen" versuch ich jetzt schon seit zwei Wochen einen neuen Termin zu bekommen. Problem ist, wenn ich anrufe, ist entweder die ganze Zeit besetzt oder es geht nur der AB ran. Dann sprech ich drauf, sag, er soll mich zurückrufen, macht er dann auch, dann bin ich aber in der Uni (er ruft aber auch immer zu zeiten an, die ich ihm gar nicht gesagt hab!) etc. etc. Heute hab ich dann noch mal auf den AB gesprochen, mal sehen, ob das was wird. Also, kannst beruhigt sein, ist scheinbar normal. Allerdings ist die Wartezeit bei dir doch um einiges heftiger. Mein Therapeut wollt mich auch erst auf eine Warteliste setzen, aber ich hab es dann eben recht dringend gemacht, weil ich wusste, dass ich es sonst eh wieder unter den Tisch fallen lasse, und dann hatte er auch sofort was frei. Also, das könnt ich dir empfehlen, es einfach mal etwas dringender zu machen. Aber gut, wenn die Kapazitäten bei den Therapeuten ausgereizt sind, dann kann man da ja auch nichts dran ändern.

    Du solltest deinem Freund schon von der Therapie erzählen, egal wie er reagiert. Ich glaub auch, dass die Männer sich da einfach nichts Richtiges darunter vorstellen können, haben oft Angst, dass man etwas über sie erzählt (da haben die ja ständig Angst vor) etc. etc. Und natürlich ist da bestimmt auch die Angst - so wie Caro schon geschrieben hat -, dass wir unser Leben danach von Grund auf ändern und sie verlassen. Aber das ist ja gar nicht wahr. Ich glaub, wenn dein Freund merkt, dass dir die Therapie gut tut und er keine Angst haben muss, dann wird er dich bestimmt auch darin unterstützen. Schließlich wird es auch ihm und eurer gesamten Beziehung besser gehen, wenn es dir besser geht.

    So, ich wünsch dir noch viel Erfolg beim Lernen. Bist wahrscheinlich auch froh, wenn das alles ein Ende hat. Und alles Gute für dein erstes Therapiegespräch, was hoffentlich bald ansteht.

    Steffi

    Hallo ihr zwei!

    Ich denk ja auch, dass es richtig war, meinen Vater zu melden. Trotzdem ist es halt auch blöd, aber ich weiß ja, dass ich das Richtige getan habe.

    Naja, ich glaub, wenn man eine ordentliche Distanz zum abhängigen Elternteil hat, dann ist das Thema Tod auch gar nicht mehr so vorrangig. Aber so weit bin ich eben noch nicht. Erstens weil ich noch daheim wohne und außerdem, weil ich immer so ein gutes Verhältnis zu meinem Vater hatte. Ach, das ist alles so murksig. Auf der einen Seite gibt er mir immer sein Auto, jetzt wieder Geld für ein Buch, das ich im Studium brauche. Und dann distanzier ich mich von ihm und will nix mit ihm zu tun haben. Wenn ich darüber nachdenke, dann krieg ich ein schlechtes Gewissen. Ich MUSS mich distanzieren, aber auf der anderen Seite brauch ich auch noch seine Unterstützung, was eben die materiellen Dinge angeht. Auch emotional bräucht ich ihn, aber da muss ich mich nun mal damit abfinden, dass er in der Hinsicht nicht für mich da ist. Er hätte ein toller Vater sein können, aber ja, ich weiß, er ist es nun mal nicht. Warum kann er nicht einfach rundherum ein Axxxxxxxx sein, dann würd's mir net so schwer fallen.

    Vorhin wäre mal wieder eine Situation gewesen, wo ich mit meiner Mutter hätte reden sollen. Ich steh bei ihr in der Küche, sie schwallt mich mal wieder nur zu von ihrem Tag, von meiner Schwester, den Ärzten blablabla, fragt mich kein einziges Mal, wie mein Tag war, erzählt mir aber die sinnlosesten Dinge. Hab erst gedacht "gut, wart ich halt ab, ich komm schon noch zum Zug". Auf einmal meint mein Vater er müsst mich umarmen und nicht wieder loslassen, als ich gesagt hab, er soll den Scheiß lassen. Dann bin ich ihm halt voll auf den Fuß gestiegen, damit er mich loslässt und bin abgedampft. Tja, dann kam irgendwann meine Mutter zu mir und hat mich gefragt, was los war, aber ich hab nix gesagt. Ich hab einfach gar nichts gesagt, keinen Ton rausbekommen. So ein Mist! Ich kann einfach nicht mit ihr reden. Aber es liegt ja nicht nur an ihr, ich kann einfach nicht sagen, wenn mich was stört und das stört mich tierisch. Argh... Selbst nachher hab ich's nicht geschafft. Bin nur zu ihr gegangen um zu fragen, was jetzt mit dem Konzert ist, wo wir hinwollten (ausverkauft!!! :evil: ). Aber hab kein Wort erwähnt, was mich gestört hat. Ich weiß, dass ich's machen muss, aber ich kann es nicht. Ich denk schon von vornherein, dass sie mich nicht versteht. Außerdem fühl ich mich egoistisch, weil ich denk, wenn sie mir zuhören soll, dann kann ich ihr ja auch mal zuhören. Ich weiß, dass das falsch ist, aber ich krieg's einfach net raus. Warum kann ich net einfach in mein inneres System eindringen und einfach mal ein paar Schalter umlegen? Das wär der Wahnsinn. Und das ist es tatsächlich.

    Naja, komm momentan mal wieder leider nicht viel zum Schreiben bei euch anderen, aber ich bin auch immer erst um 18 Uhr daheim, muss dann noch nachbereiten und will ja auch endlich mal entspannen. Wollt auch eigentlich noch was essen. Obwohl der Tatort schon läuft ;-)...

    So, ich wünsch euch noch ein paar schöne Tage, hoffe, ich komm bald dazu, wieder mehr Zeit hier zu verbringen.

    Steffi

    edit.//speedy53 - siehe PN

    Hallo!

    Stimmt, summerdream, es sollte gar nicht erst so weit kommen, dass was passiert. Da hab ich nicht wirklich dran gedacht.

    Hm... Das ist echt eine schwierige Situation. Finde es aber gut, Caro, dass du mit deinem Schwiegervater reden willst, auch wenn das bei Alkoholikern ja immer eine recht schwierige Angelegenheit ist.

    Oh man, da wüsst ich mir selbst aber auch erst mal gar keinen Rat, was man da am Besten macht. Auf der einen Seite soll der Kleine ja auch was von seinem Opa haben und andersrum, aber vielleicht wäre es auch besser, wenn man deinen Sohn eben net seinem alkoholabhängigen Opa aussetzt. Das ist mal wieder eine sch... Situation, aber im Prinzip können einen wahrscheinlich auch alkoholabhängige Großeltern beeinflussen. Wahrscheinlich net so schlimm, wie die Eltern, aber an den Großeltern hängt man ja eben auch...

    Naja, mehr kann ich momentan nicht dazu sagen. Ich hoffe, das Gespräch mit deinem Schwiegervater verläuft gut...

    Alles Liebe,

    Steffi

    P.S.: Ja, schön, dass es euch gibt ;-).

    Hallo Anna!

    Ich konnt dich schon recht gut verstehen, auf mehreren Ebenen quasi ;-). Das ist echt eine besch****** Gratwanderung. Ich denke, wir werden uns wahrscheinlich unser halbes Leben fragen, was ist noch normal und was nicht? Naja, vielleicht werden wir uns das auch unser GANZES restliches Leben fragen... Eine wirkliches Patentrezept gibt's da leider nicht als Antwort. Und ich hab irgendwann mal gesagt, das nächste Mal such ich mir jemanden, der wenig bis gar keinen Alkohol trinkt. Aber damit hat sich's ja eigentlich auch nicht erledigt... Ich denk, wir werden immer wieder abwägen müssen, uns immer wieder Fragen stellen, grübeln... Aber naja, also für mich hört sich's bei deinem Mann auch noch relativ normal an. Ich mein, es gibt Leute, die trinken regelmäßig zum Essen irgendwas, Wein oder so, und sind im Prinzip auch net abhängig. Das ist dann immer eine sehr individuelle Sache und deshalb so schwierig. Auf der einen Seite müssen wir damit leben, dass andere Menschen Alkohol trinken, aber auf der anderen dürfen wir auch net wegschauen, wenn jemand, der uns so nah steht, wirklich abhängig ist. Da liegt das Problem. Aber ich denk, wenn man mal in sich reinschaut und sich ernsthaft Gedanken darüber macht, dann wird man auch in den meisten Fällen zu einer Antwort kommen. Wir müssen immer schauen, was liegt jetzt wirklich am anderen und was liegt vielleicht an uns? Da haben wir mehr dran zu knabbern, als Menschen aus "normalen" Familien, aber ich denk, auch das kriegen wir hin und das können wir ja auch zu unserem Vorteil nutzen.

    Ich hoffe, dass du das auch für dich hinbekommst, da müssen wir einfach immer wieder dran arbeiten.

    Alles Liebe,

    Steffi