Hallo zusammen,
hab ewig nix von mir hören lassen da ich alles irgendwie verdrängen wollte.
Vater trinkt weiter, ist zwar nicht mehr ausfällig geworden, ich habe mich jedoch etwas distanziert.
Soweit sogut...
Vor ca. 3 Wochen musste er in Krankenhaus zur Abklärung seiner Luftnot. Es wurde nix gefunden, jedoch hat er sich dort etwas auffällig verhalten.
Er hat alles zig Mal gefragt, war total unsicher und unruhig...
Ich hatte dann ein Gespräch mit der Ärztin die eine beginnende Demenz vermutete.
Ich habe dann erwähnt, das er Alkoholiker ist.
Er hat dann was zur Beruhigung bekommen und war dann ne Woche später in der Geriatrie um ein paar Tests zu machen wegen der Demenz.
Ausser einer Fettleber keine auffälligen Befunde.
Der Arzt dort meinte auch er solle mal das trinken lassen.
So, nun ist er wieder zu Hause und trinkt laut Mutters Angaben nur noch alkoholfreies Bier. Mal sehen wie lange.
Irgendwie scheint sie sich mit der ganzen Lage so abgefunden zu haben.
Ich aber nicht!
Durch den Krankenhausaufenthalt und dadurch das ich auch wieder mehr gefordert war, kommt die ganze Sache bei mir auch wieder hoch.
Ich habe ihm nun einen Brief geschrieben und einige Dinge aus meiner Kindheit berichtet, wie ich mich damals gefühlt hab usw.
Darauf hin ist er nur laut geworden und hat rumgebrüllt.
Ich fange dann richtig an zu zittern, hab keine Lust mir son Gebrülle anzuhören.
Ich war jetzt 3x in einer SHG von Angehörigen von Alkoholikern.
Das tut mir auch ganz gut mal andere Leute zu hören, denen es auch so geht.
Nur ich weiß nicht mhr wie ich mich zu Hause verhalten soll.
Wir wohnen nur ein paar Km auseinander. Am liebsten hätte ich gar keinen Kontakt mehr, zumindest ne Zeitlang.
Irgendwie fühl ich mich dann aber wie ein kleines Kind und weiß nicht ob ich das durchziehen kann.
Am letzten Freitag war ich kurz bei meinen Eltern, die ganze Zeit haben wir nur aneinander vorbei geredet bis es zum Schluß dann doch wieder zum Streit kam. Ich habe dann gesagt, das ich zunächst keinen Kontakt mehr möchte.
Jetzt komt bald wieder Weihnachten.
Da graut es mir jedes Jahr vor.
Ich mache natürlich das, was total verkehrt ist.
Anstatt den Abend zu geniessen wenn die ganze Familie zusammen ist (so ca. 20 Leute), beobachte ich die ganze Zeit meinen Vater, was er trinkt, wie viel, ob einer was sagt was ihm vllt missfallen könnte...
Ich weiß, dasss das genau verkehrt ist!
Ich bin nicht für ihn verantwortlich, er ist erwachsen und muss wissen was er tut!
Nur das umzusetzen ist so schwer.
Am liebsten würd ich Weihnachten ganz für mich alleine sein.
Am Heiligabend hab ich wie immer Nachtdienst und am 1. Feiertag ist besagtes Familienfest.
Meine Tochter freut sich da wohl drauf, ich jedoch hab jetzt schon Bauchschmerzen wenn ich da dran denke.
Ach, irgendwie hab ich ziemlich durcheinander geschrieben, aber so siehts halt zur Zeit in mir aus.
Manchmal denke ich in seinem Alter (76 Jahre) wird das eh nix mehr das er nix mehr trinkt.
Aber sein ständiges brummiges Verhalten, die schlechte Laune die er immer hat, ich hab da echt keinen Bock mehr drauf.
Er wollte beim Neurologen einen Termin haben, weiß nicht vllt bringt was Stimmungsaufhellendes was, aber das sind lange Wartezeiten.
Der Hausarzt hatte nun auch Urlaub diese Woche, mal sehen was der nun sagt wenn der wieder da ist.
puh, nun hab ich mir erstmal so einiges von der Seele geschrieben.
Lese gerade auch viel, verstehe nun immer mehr warum ich so bin, wie ich bin.
Kaum Selbstwertgefühl, mit meinen Beziehungen klappt es nicht...gesundheitlich hab ich auch grad Probleme
Denke es wäre eine Therapie vllt richtig, nur wo finde ich einen geeigneten Therapeuten?
Vllt weiß einer von euch Rat.
LG funny