Hallo miteinander,
heute mal ein Beitrag zum Thema: ‚Veranstaltungen, die vordergründig dem Alkoholkonsum dienen’
Am Wochenende war ich zusammen mit meiner Partnerin in Bonn und da wir in der glücklichen Lage sind, die öffentlichen Verkehrsmittel der Region am WoE ‚für umme’ nutzen zu können, haben wir uns angesichts der aktuellen Benzinpreislage entschieden, die Fahrt dorthin mit dem ÖPNV zu bestreiten. Die Anbindung ist auch nicht so verkehrt, also haben wir uns am frühen Nachmittag auf die Reise gemacht.
Zunächst einmal sei kurz erwähnt, dass hier in Köln seit einigen Monaten ein Verzehrverbot in den Bussen und Bahnen der lokalen Verkehrsbetriebe gilt. Dieses zielt z.B. auf die sehr beliebte Unsitte, sich seiner halbentleerten Bierflasche bereits in der Bahn zu entledigen, was insbesondere an Wochenenden immer wieder zu einem ganz besonderen Aroma beim Reisen geführt hat. Und mein persönlicher Eindruck ist auch, dass es sich innerhalb von Köln tatsächlich sehr gebessert hat.
Aber: Das gilt natürlich nicht für den Mehdorn’schen Superkonzern. Hier darf weiter getrunken und gespeist werden und das reisende Volk nahm diese Gelegenheit auch dankend an. In einem gut besuchten Zug (ich erinnere noch einmal: 14:00Uhr, kurz nach Mittag!) saßen wir neben einer Gruppe von Jungjuristen, die sich angeregt über ihre aktuelle Prüfungsphase unterhielten. Die Angeregtheit ihrer Unterhaltung wurde wohl durch den Konsum des einen oder anderen Bieres forciert, da ein deutlich wahrnehmbarer Biergeruch aus ihren Hälsen dampfte. Das kleine Grüppchen hinter uns hatte sich für die 30 Minuten mit einem Six-Pack fruchtiger Biermixgetränke bewaffnet und auch durch die Gänge huschte mal ein ‚Sail away’ oder ‚Ein schöner Tag’. Kurzum: Ich dachte, ich bin in einer Kneipe 
Na ja, jedenfalls sind wir unbeschadet in Bonn angekommen und ich konnte auch dem Drang widerstehen, die Notbremse zu ziehen, um ein wenig frische Luft in die Lungen zu bekommen. Als Nichttrinkender ist dieser Biergeruch doch schon sehr penetrant.
Noch besser wurde es jedoch auf der Rückfahrt: Gegen 23:30 sollte es wieder in Richtung Köln gehen, da wurde mir schon auf dem Bahnsteig bewusst, dass ich offenbar durch eine Raum/Zeit-Spalte gestürzt sein muss: Ich war plötzlich am Ballermann! Kein Scherz, das Volk ergab sich in vollen Zügen (uhhhh, was ein Wortspiel
) seiner Trinkleidenschaft. Das einzige, was fehlte, war tatsächlich der Sangria, der aus Eimern getrunken wurde. Die ‚fruchtige Note’ aber brachte ein Damentrüppchen mit Kirschlikör und Pappbecherchen mit. Alle anderen waren mit Bieren, Biermixgetränken, Vodkamixgetränken oder anderen Alkoholika bewaffnet. Wäre man fremd, dann könnte man glauben, dass ein Bier auf dieser Strecke als Fahrkarte gilt!
Wie auch immer. Ich habe es überstanden und glaube auch, keinen Schaden durch das Erlebte genommen zu haben. Für das nächste Mal werde ich mir aber doch überlegen, ob es nicht sinnvoller ist, mit dem Auto zu fahren … auch wenn das wieder Geld kostet, aber schließlich sollte man Veranstaltungen, die vordergründig dem Alkoholkonsum dienen, besser meiden.
Liebe Grüße
J.