ich und viele fragen

  • Servus Lori!

    Du schreibst, deine Tochter ist dir das Wichtigste auf der Welt.
    Das soll auch so sein aber in deiner jetzigen Situation solltest Du Dir selbst das Wichtigste sein um eine stabile Trockenheit zu erlangen.
    Kein Alkoholiker wird umhin kommen sich einen gesunden Egoismus in Sachen Nüchternheit aufzubauen, wenn er auf Dauer trocken bleiben will.

    Vielleicht kannst du auch abklären ob in deinem Fall eine ambulante Therapie möglich wäre.

    Wünsche dir die Weisheit den richtigen Weg zu gehen!

    Lg
    Andreas

    carpe diem

  • Servus Lori,

    Zitat

    Nur weil ich manche Dinge anders sehe muss ich nicht derselben Meinung sein wie andere.

    Richtig! Niemand hier muss sich der Meinung eines Anderen anschließen. Jede(r) kann die Dinge so sehen, wie er/sie möchte.

    Ich frage mich dann nur, wenn diese Menschen ihre Sichtweise der Dinge als "richtig" betrachten und nicht über Alternative nachdenken wollen,

      warum sind sie dann hier?
      und
      warum trinken sie dann?


    Mit ihrer ach so "richtigen" Einstellung sind sie doch genau da angekommen, wo sie sich jetzt befinden: im Suff.

    Und jede(r), der sich hier als Betroffener anmeldet, weiss insgeheim, dass sein/ihr Alkoholkonsum nicht mehr "normal" ist und er/sie schon genug (erfolglos) "probiert" hat, um "alleine" davon weg zu kommen.

    Also melden sie sich hier an, in der Hoffnung, etwas lernen zu können, um vom Alkohol los zu kommen. Hören Sie aber, dass sie dazu sich selbst verändern müssen, dass das unbequem ist, vielleicht sogar "peinlich" oder "uncool", machen sie Rückzieher, einen nach dem anderen. Und alles ist bei ihnen plötzlich "ganz anders, eben individuell".

    Lori, das mit der Individualität und dem anders sein, das hatten wir hier im Forum schon geschätzte paar hundert mal. Und das "bei mir geht das aber nicht" ungefähr genau so oft. Alles ein alter Hut, ob Dir das nun gefällt oder nicht.

    Du kannst Dich gerne weiter selbst belügen, Dir was vormachen, die Dinge schön reden. Davon ändert sich nichts. Davon wirst du nicht trocken. Damit bleibst Du nicht dauerhaft zufrieden trocken.

    Ich stelle mir diesen täglichen Kampf mit untauglichen Mitteln als sehr zermürbend vor, und ich frage mich ernsthaft, warum dann diese Menschen nicht einfach (weiter-)trinken, wenn sie für Änderungen an ihrem Leben (noch) nicht bereit sind? Es kann doch nicht erstrebenswert sein, krampfhaft an einer Abstinenz festzuhalten, die einen nicht befriedigt.

    Beim Schreiben dieser Zeilen fällt mir wieder mal auf, dass ich einfach nur dankbar bin, genau das nicht erleben zu müssen und zufrieden trocken leben zu dürfen. Wer will, findet Wege...

    LG
    Spedi

  • Hallo Spedi,

    Ich belüge mich nicht und bin auch bereit zu Veränderungen.Ich will auch n i c h t wieder trinken.
    Ich glaube Du verstehst mich nicht,vielleicht konnte ich mich auch nicht klar genug ausdrücken.
    Für mich ist alles neu und noch unklar,weil ich 15 Jahre getrunken habe und seit 8 Wochen trocken bin.Diese Jahre kann man nicht schnell wegwischen und hoplahop zufrieden trocken sein.Ich bin jetzte seit 4 Wochen wieder zu Hause,trocken,das ist ein neues Leben das ich anfangen werde,sowie neugeboren.Und auch Babys müssen erst langsam alles lernen.
    Ich fühle mich sehr gut ohne Alkohol,auch wenn es immer wieder mal Tiefpunkte gibt,ich möchte ohne Alkohol mein Leben neu starten.
    Wenn ich mich dabei belüge wie Du schreibst,wäre ich nicht hier im Forum oder gestern beim Therapeuten.
    Ich sehe die Welt seit 8 Wochen mit einem klaren Kopf,natürlich weiß ich noch nicht was ich wirklich alles tun will,wie Hobbys und so.Es ist noch viel durcheinaner in meinem Kopf und ich setze jeden Tag ein neues Stück von diesem Puzzle zusammen,eben langsam.
    Es ging alles um meine Tochter gestern,möchte damit auch nicht wieder anfangen.Denn auch wenn es keiner versteht oder nachvollziehen kann,das ist und war m e i n e Meinung.

  • Hallo Lori,

    Zitat

    Es ging alles um meine Tochter gestern,möchte damit auch nicht wieder anfangen.Denn auch wenn es keiner versteht oder nachvollziehen kann,das ist und war m e i n e Meinung.

    Jene möchte Dir hier ja auch niemand absprechen,denn jeder Mensch hat ein Recht darauf diese auch zu vertreten,vielmehr sind es Empfindungen und Sichtweisen vieler anderer Menschen die hier zusammenkommen deshalb sind wir ja hier,um voneinander lernen zu können,aus Erfahrungswerten anderer,ob Du diese für dich eins zu eins umsetzt,umsetzen kannst,entscheidest nur Du!

    Zitat

    Es ist noch viel durcheinaner in meinem Kopf und ich setze jeden Tag ein neues Stück von diesem Puzzle zusammen,eben langsam.

    Und dieses ist es sicherlich auch,was dich noch nicht klar sehen lässt,wie auch?

    Nun ist es ja bei jedem Menschen individuell,als ich meinen persönlichen Tiefpunkt hatte,zeigte mir dieser auf,das ich keinerlei Alternativen mehr habe so wie die vergangenen 25 Jahre,sie waren für mich nicht mehr greifbar,ich hatte keine Kraft mehr,die Alternativen die ich greifen konnte um mein Saufen für mich zu legitimieren waren ausgeschöpft,null Resourcen mehr!

    Ich wusste ich kann es nur noch schaffen wenn ich die mir gebotene Hilfe jetzt auch annehme,eins zu eins,Kraft und Willens diese in Frage zu stellen hatte ich nicht mehr,alles weitere nahm seinen Lauf!

    Und nur aus dieser gebotenen Hilfe die mir zuteil wurde hangelte ich mich wieder nach oben und stehe heute da,wo ich jetzt stehe,mitten im Leben!

    Step by Step ging ich diesen Weg,der mich zu der heutigen Erkentniss brachte,das nur ich für mein Leben verantwortlich bin,und so wird es Zeit meines Lebens auch immer bleiben!

    In diesem Sinne,Gruß Andi

  • Hallo,

    Ich mache mir gerade grosse Sorgen,morgen ist doch mein Zahnarzttermin.
    Ich nehme mir ganz fest vor,Ihm zu sagen daß ich trockene Alkoholikerin bin.Ich hoffe ich schaffe das,nicht das meine Kehle zugeschnürt ist oder ich einen Rückzieher mache.Das wäre dann auch mein erstes outing ausserhalb der Familie.Aller Anfang ist schwer,sagt man doch.Und ich könnte ein wenig stolz auf mich sein einen nächsten Schritt getan zu haben.
    Da ich sowieso mega Schiss vorm Zahnklempner habe und meine Behandlung schmerzhaft sein soll,daher die Betäubung wollte ich nur sicher gehen und mal fragen:
    Gibt es Spritzen oder andere Mittel die der Zahnarzt dann benutzen kann wo kein Alkohol mitwirkt aber dennoch so betäubt das ich nicht vor schmerzen in die Luft gehe?
    Ihr werdet jetzte sagen das muss dir der Arzt beantworten,doch vielleicht hatte ja schon mal jemand von euch auch das Problem.

  • Servus Lori,

    ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass jeder Zahnarzt über hinreichende Möglichkeiten verfügt, seine Patienten adäquat schmerzfrei zu behandeln.

    In Deinem/unserem Fall ist einfach die Voraussetzung, dass Du/wir ihm die Wahrheit sagst/sagen. Nicht irgendwie beschönigend, verharmlosend, sondern ganz exakt: "ich bin seit [DATUM] abstinent lebender Alkoholiker."

    Wenn Du Dich nicht traust ihm das direkt zu sagen, dann schreib' es einfach auf einen Zettel und gib ihm den.

    LG
    Spedi

  • Hallo Lori,

    Zitat

    Und ich könnte ein wenig stolz auf mich sein einen nächsten Schritt getan zu haben.


    Genau darum geht es: Die eigene Krankheit annehmen und offen kommunizieren. Schritt für Schritt. Und gerade ein Arztbesuch ist doch ein idealer Einstieg.

    Also: Ich würde mich freuen, von Dir zu lesen, dass Du mit ihm gesprochen hast ... und das es auch gar nicht weh getan hat :wink:!

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo,

    Ich habe es nicht geschafft es meinem Zahnarzt zu sagen :cry:
    Mir geht es nicht gut,ich bin ein Feigling.Ich habe doch akzeptiert und auch verstanden das ich Alkoholikerin bin und damit Leben muß.Ich habe doch von euch gelernt,daß wenn man ein zufriedenes trockenes Leben haben möchte man sich bestimmten Situationen stellen muß.
    Warum bekomme ich das nicht auf die Reihe?Es war vielleicht mein Fehler immer auf den richtigen Zeitpunkt zu warten,doch dann war es schon zu spät und ich hatte die Spritze.

    Lori selbst Schuld.

  • Servus Lori,

    das

    Zitat

    ...Warum bekomme ich das nicht auf die Reihe?...

    kannst nur Du Dir selbst beantworten! Wenn Du das willst...

    LG
    Spedi

  • Hallo alle zusammen,

    Das mit gestern sollte mir eine Lehre gewesen sein.Musste trocken kotzen und gelaufen bin ich als ob ich getrunken hätte.Das alles nur weil ich den Mut nicht hatte "ICH BIN TROCKENE ALKOHOLIKERIN" dem Zahnarzt zu sagen :(


    Möchte noch was kurz loswerden was mich sehr sehr traurig macht.
    In der LGT wo ich war, befreundete ich mich mit ein paar sehr netten Mitpatientinen(patienten)an und als ich nach 4Wochen freiwillig gegangen bin tauschten wir Adressen und Telefonnummer aus.Gestern bekam ich einen Anruf,daß der M....... seine 16 Wochen vorbei sind und nach Hause durfte.
    Er ist an Leberzirrhose erkrankt.
    Es ist unbegreiflich für mich,denn er trinkt seit dem wieder,volle Pulle.Er will und wird daran sterben.Ich bin geschockt und sprachlos.Er ist verheiratet und hat Kinder.
    Wenn der wirkliche Wille nicht da ist,nützt es auch nichts wenn man Monate lang eine LGT macht,das ist mir jetzt klar geworden.
    Wenn man so etwas hört,leider,hat man nicht mehr das Bedürfnis wieder mit dem trinken anfangen zu wollen.Ich Gegenteil,ich bekomme WUT,grosse WUT auf Alkohol.
    Es wird immer und immer wieder Menschen kommen die Alkoholiker werden,schwache Menschen wie wir,die nicht aufhören könne wenn es genug ist.Immer und Immer das ist so :cry::cry:

  • Und was passiert nun mit Dir, Lori? War's das mit den Bemühungen, etwas in Deinem Leben zu verändern? Oder kommt da noch was?

    LG
    Spedi

  • Hallo Spedi,

    Ich habe demnächst noch einen Termin beim Zahnarzt und ich werde mich b e m ü h e n es diesmal zu sagen.
    Es ist alles leichter gesagt/geschrieben als getan.
    Ich will und werde nichts mehr trinken,doch an allem was dazu gehört muss ich noch sehr viel arbeiten.

  • Hallo,

    Heute ist ein schöner Tag,die Sonne scheint und die Vögel zwitschern,doch in mir ist es grau und dunkel.
    Ich habe sehr viele Dinge im Kopf die ich machen möchte,die ich in 15 Jahren wegen meiner trinkerei nicht ausführen konnte,doch am Ende mache ich nichts von all dem.Ich warte,ja auf was warte ich denn?
    Immer alleine spazieren gehen oder fahrrad fahren ist auf die Dauer auch sch...........
    Mich interessieren andere Sportarten nicht,sonst würde ich einem Verein beitreten.
    Ich habe mich in meiner Trinkzeit von den wenigen Freunden die ich hatte distanziert.Sie haben Familie und Kinder und seit der Trennung von meinem Mann gehöre ich sowiso da nicht mehr hin.
    Ich würde so gerne ausgehen,tanzen oder im Freien sitzen um Leute kennen zu lernen.Doch ich muß mich in Acht nehmen vor Alkohol,muß mich noch schützen,verstecken,weglaufen,ignorieren.
    Ihr habt auch geschrieben,daß man die erste trockene Zeit das Umfeld meiden soll wo getrunken wird.Was gibt es sonst für Möglichkeiten?
    Habe ich meinen Lebensmut verloren nur weil ich nichts mehr trinken werde,weil ich aufpassen muß wo was wann getrunken wird?
    Ich weiß es nicht,deswegen schreibe ich hier und vielleicht kommt mir dabei eine Antwort.
    Ich werde mir gleich wieder einmal eine Wohnung anschauen und ich kenne die Antwort eh.Alleinerziehend uuuuuund arbeitslos = NEIN.

  • Hallo Lori,

    Zitat

    das Umfeld meiden soll wo getrunken wird.Was gibt es sonst für Möglichkeiten?

    Ich habe mir ein trockenes Umfeld gesucht und hab´s gefunden. Ich habe es gesucht, bin nicht gefunden worden.

    Zum Zahnarzt: Warum sagst Du nicht bei der Anmeldung bzw. Terminabsprache: "Schreiben sie bitte "trockene Alkoholikerin seit..." auf meine Karte" ?

    LG kommal

    unterwegs...

  • Hallo kommal,

    Ich bekomme es einfach nicht über meine Lippen "trockene Alkoholikerin" zu sagen,auch aufschreiben wäre mir unangenehm.Ich kann es nicht sagen/schreiben warum das so ist.Als ich mich dazu entschied trocken zu Leben war ich stolz auf mich,ich sagte es meiner Ärztin und meiner Familie.
    Doch jetzte ist eine Sperre da wo ich nicht dauernd damit konfrontiert werden möchte,vielleicht aus Scham dumm angschaut zu werden,vielleicht stehe ich doch noch nicht 100% dazu obwohl ich es glaube zu tun,vielleicht habe ich noch nasses denken,vielleicht,vielleicht...................


    Das mit dem trockenen Umfeld suchen ist mir klar,von alleine kommt nichts.
    Wo kann man hin gehen um Kontakte zu knüpfen?Überall wird Alkohol verkauft und angeboten.Ausser Vereine fällt mir nichts ein.


    So ich gehe mal auf Wohnungsbesichtigung.
    Werde später noch etwas schreiben,denn es hilft mir für mein Chaos im Kopf etwas Ordnung zu bringen.

    Bis denn
    LORI

  • Hallo Lori,

    Zitat

    Ausser Vereine fällt mir nichts ein.

    Das ist ja schon mal ein Ansatz, wenn auch nicht ohne Fallstricke. Um diesen zu entgehen, musst Du natürlich ehrlich sein.

    Meine Erfahrung ist: Seit ich mich zu mener Krankheit bekenne, sehen die Leute mich mit anderen Augen und behandeln mich mit Respekt.

    Selbst mein Ex- Stammwirt von vor dreißig Jahren, den ich ewig nicht gesehen hatte reagierte: "Vor Leuten wie Dir ziehe ich den Hut."

    Das bestärkt mich ungemein in meiner Haltung.

    Versteckt habe ich mich während meiner Sauferei lange genug. Und belogen auch. ICH - MICH.

    Und DU?

    LG kommal

    unterwegs...

  • :) ...und als ich vor eineinhalb Jahren aus der Therapie kam hab ich mich gefragt, was ich nun anfangen soll. Was mich interessiert und wie ich Leute kennen lerne.

    Ich bin dann mal samstags ganz früh in den Zoo. Da hat´s mir gefallen, weil um die Uhrzeit nur ganz wenige Leute da waren und die Tiere alle auf ihre Pfleger und das Futter warteten. Ich konnte Fotos machen (ein Hobby, dass sich seit der Entgiftung entwickelte) und war an der frischen Luft.

    Das habe ich eine ganze zeitlang samstags und sonntags gemacht. Immer ganz früh, wenn gerade auf war. Und weißt Du was? Es waren immer die gleichen Leute, denen ich begegnete.

    Wäre kommaline nicht zwischenzeitlich in meinem Leben erschienen, hätte ich zumindest ein paar Bekanntschaften gemacht. Da bin ich mir sicher.

    Also: Gleicher Ort, gleiche Zeit!

    Schönes Wochenende wünscht

    kommal

    unterwegs...

  • Hallo,


    Ich freue mich für Dich Theresa, daß Du Dich auch für ein trockenes Leben entschieden hast.GRATULATION :D
    Ich werde diesen Monat 40 Jahre und ich weiß noch nicht wie ich diesen Tag verbringen werde.Meine letzten Geburtstage habe ich alle versoffen mit einigen aus der Familie.
    Seit ich trocken lebe fühle ich mich 20 Jahre jünger und das möchte ich auch ausleben,natürlich ohne Alkohol.
    Das schreiben und lesen hier bewirkt wirklich Wunder,denn mir ist gerade ein Hobby eingefallen das mir Spaß machen könnte.Ein Tanzkurs.


    Der schwarze Tag von heute hat sich bewahrheitet(Gewitter war mit dabei,passt alles) und nimmt kein Ende.
    Von der Wohnung will ich gar nicht erst schreiben,wie immer,Vorurteile anderer.
    Ich hatte vorhin sehr grossen Saufdruck und bin dankbar nichts zu Hause zu haben.Immer wenn ich ganz plötzlich und unerwartet ein Problem bekomme,werde ich unruhig,zittrig und will mich beruhigen wie früher mit ALK.Da sehe ich wieder wie wichtig und gut es ist kein Alkohol zu Hause zu haben.Ich würde mir nichts holen,obwohl gegenüber eine Tankstelle ist,nein und nochmal nein.Ich habe mich hier hingesetzt und schreibe,das lenkt mich ab und hilft.


    Ich bewundere euch,die Ihre Ziele gefunden und erreicht haben.Super.
    Ich fühle mich als einzigste hier die sich noch im Kreise dreht,sowie in meiner nassen Zeit auch.Ich weiß nur trocken sein genügt nicht aus,das schreibt jeder hier und hat auch Recht.
    Trauere ich dem Alkohol etwa nach?Mein Kopf sagt NEIN,mir gehts doch besser ohne.
    Ich weiß noch nicht alles,habe viele Tips von hier,jetzt heißt es ran an die Arbeit.
    Werde noch ein bisschen weiter lesen und dann sage ich mir bestimmt wieder,Lori Du und Deine kleinen unwichtigen Probleme.


    Mir gehts schon viel besser und morgen ist ein neuer Tag.

    Bis denn

  • Hallo Lori
    Ich bin seit 7 Monaten trocken,kann mich noch sehr genau an meinen Anfang erinnern.Ich kenne das auch,diese nervöse Unruhe vor allem,was unheimlich wichtig erscheint oder ist.Und dazu der Kopf,der uns vorgaukelt mit Alkohol würde man ganz sicher viel lockerer die Probleme angehen und lösen...
    Würden wir das wirklich?Würden wir überhaupt irgendwelche Probleme lösen?Unser Hirn gaukelt uns da nur was vor.Es kennt nichts anderes.Sorgen=Alkohol...Und dann?
    In der ersten Zeit ist es nur wichtig durchzuhalten,den eigenen Willen zu vertrauen und stark zu sein.Der Alkoholentzug im Kopf dauert e bei mir viel länger.Ich habe mich manchmal gefragt,was ist hier los mit mir.Woher kommt diese Unrast und Ungeduld.Wie quälend lange ist so ein Tag.Ja sogar,wovon schreiben und erzählen die anderen Langzeittrockenen?Wasser trinken bei Suchtdruck?Jaaa,es hilft.Der Saufdruck meldete sich bei mir nie an.Kam für mich mehr oder weniger aus heiterem Himmel.Was vormittag noch schön und gut war,war am nachmittag alles ganz grosser Mist.
    Ich bin jedesmal hier rein und habe geschrieben,geschimpft und gefragt...Was ist los mit mir?
    Ich bin viel schwimmen gewesen,mach ich jetzt noch.Habe viel geredet mit Leuten,die mir nahe standen.Die konnte ich inzwischen aussortieren,wichtig für mich und meinen Weg:wem vertraue ich,wem bin ich wichtig...
    Ins Kino bin ich gegangen,Fahrrad gefahren und spazieren...Alles Sachen,die du auch alleine machen kannst.Erst als ich mich sicherer in der Umgebung fühlte,versuchte ich es langsam mit Reden oder Smalltalk mit mir gänzlich Unbekannten.Mein Selbstwertgefühl steigern.
    Noch heute breche ich manche Unternehmung ab,obwohl diese länger geplant ist,wenn sie mir nicht gut tut.Wenn ich mich nicht wohl dabei fühle.
    In letzter Zeit überlege ich mir auch,einen Sportverein zu suchen.Rauskommen und wieder regelmässig Kontakt mit anderen zu finden.
    Und das noch zusätzlich zu anderen Terminen.
    Gehst du in eine SHG?Sorry,wenn du darüber schon geschrieben hast,ich habe nicht alle Seiten gelesen jetzt.Darüberhinaus gehe ich in eine ambulante Therapie zur Entwöhnung.Ein wichtiger Baustein war für mich auch der Besuch beim Psychotherapeuten,der dahin sieht,wo meine Probleme sind,die ich nur mit Alkohol verdrängen mochte...Das wäre vlt auch was für dich.
    Überstürze nichts,immer Schritt für Schritt.
    Wir Alkis haben alle dieselben Erfahrungen durch am Anfang unserer Trockenheit.Wenn was ist,dann nichts wie hier rein.Es sind immer welche da,denen es auch so ging oder geht.Es ist nicht schlimm,unsicher zu sein oder nicht zu wissen,was ist denn nur los mit mir jetzt.Auf jeden Fall ist es besser ohne Alk!
    Hey,Lori,Kopf hoch!Ich wünsch dir einen schönen Sonntag.

    Lütze

    Trocken seit 2.11.2007

  • Ich glaube, die Probleme die Ihr habt, die haben Menschen ohne Alkoholprobleme auch. Denn es geht ja darum sich neues Terrain zu erobern. Bisher hattet Ihr eine Krücke namens Princess Alk, und nun geht es bei Euch wie bei mir : pur.

    Ich glaube es gilt einfach ein Schritt nach dem anderen, sich selbst genug sein zu versuchen und wie Lütze sagt, die Freunde gut sortieren.

    Ich habe wohl nur eine Hand voll, aber die sind ehrlich und konsequent. Zu mir sagte mal ein Freund, der damals alkoholisiert war: "Weißt Du, von den Leuten, mit denen ich hier trinke, interessiert sich keiner für mich. Ich bin gut um den Clown zu machen, Fun und Party, aber wie es in mir aussieht interessiert da keinen."

    Ich denke das ist einer der Punkte, warum die Auswahl so wichtig ist und uns allen Stabilität und Zuverlässigkeit gibt. Geburtstag - es gibt bestimmt einen Menschen, dem Du vertraust und den Du gerne in Deiner Nähe hättest. Sprech ihn oder sie an! Sag es ihm/ihr! Vielleicht freut derjenige sich ebenso wie Du über seine/ihre Gegenwart.

    Es klingt traurig und schwer was Du schreibst Lütze, ich meine manchmal ähnliches bei meinem Ex spüren zu müssen. Dieses getrieben werden, dieses ruhelose, welches im Widerspruch steht zu der melancholischen, depressiven Ruhe nach dem Genuß von Alkohol. Einfach so starke Widersprüche in der Lebensweise der Person selber, dass ich denke viele zerbrechen dadurch an sich selber. Wie bei einer Dampfmaschine: erst Hochtourig bis der Stoff das ist und dann runterschalten. Das aber nicht gemässigt sondern als ob der Dampfkessel irgendwo ein Loch hat.

    So sehr ich traurig bin, was mit meinem Ex passiert, so sehr muss ich sagen ich bewundere jeden der/die aussteigt und diesen Weg geht.

    Lieben Grußvon Dagmar

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!