Hallo zusammen,
gestern hatte ich nun das finale Gespräch mit meiner Suchtberaterin. Wir haben noch einmal sehr intensiv auf die letzten Monate zurückgeblickt und natürlich auch einen Blick auf meine Pläne für die Zukunft geworfen. Es hat mich natürlich erfreut, dass sie mich auf einem guten Weg wähnt
. Ich mag mich auf einer solchen Einschätzung jetzt nicht ausruhen, aber es tut trotzdem gut, wenn man von einem Menschen, der tagtäglich mit Suchterkrankten zu tun hat, gesagt bekommt, dass man sich grundsätzlich in eine richtige Richtung bewegt.
Ein kleiner Gedanke noch zu dem Thema ‚Therapie – Ja oder Nein?’ aus dem Nachbarthread von liebehexe, denn mein erster Beitrag in diesem Thread hatte ja genau diese Frage als zentrales Thema:
Ich habe sowohl das ambulante, als auch die stationäre Therapieangebot nicht wahrgenommen. Die Entscheidung habe ich jeweils für mich allein getroffen, wobei mein persönliches Befinden und meine momentane Lebenssituation natürlich auch eine Rolle gespielt haben. Dabei ist mir selbstverständlich bewusst, dass ich unter Umständen einige wertvolle Erfahrungen und Tipps verpasst habe, und dass sich mein Weg in eine wirklich zufriedene Trockenheit auch nicht verkürzt. Aber dennoch war und bin ich der Meinung, dass ich für mich die richtige Entscheidung getroffen habe. Ich fand es teils doch etwas erschreckend, wie sehr sich im Nachbarthread die Gemüter über dieses Thema erhitzt haben. Hätte ich diesen Thread im August als Frischabstinenter gelesen, wäre ich sicher etwas verunsichert worden.
So, wie ich mir wünsche, dass meine Entscheidung dazu respektiert und geachtet wird, so achte und respektiere ich auch jeden, der seinen Weg mithilfe eines therapeutischen Programms bestreitet. Am Ende kann ich mir nicht vorstellen, dass das persönliche ‚Rüstzeug’ ausschließlich von diplomierten Psychologen ausgehändigt werden kann oder darf (oder gibt es dazu ein Gesetz in Deutschland
).
Nun ja, werde mich jetzt mal ans Tagwerk machen (neben Polizei, Feuerwehr und Rettungssanitätern bin ich hier und heute wohl einer der ganz, ganz wenigen, die versuchen, den Tag mit sinnvoller Tätigkeit zu füllen
).
Liebe Grüße
J. (dem heute freudig aufgefallen ist, dass die Tage langsam länger werden
)