Guten Abend,
gestern hab ich nicht mehr geschrieben weil ich wegen der Gewitterluft fürchterliche Kopfschmerzen hatte. Im Chat ging es noch, aber danach... Durch den Sport ist zwar vieles von meiner Wetterfühligkeit verschwunden, aber halt noch nicht alles 
Wie dem auch sei, heute bin ich um 6 Uhr aufgestanden und um 8 Uhr zur Uni. Dort hab ich eine Stunde gelesen, war dann in einem Seminar und anschließend noch eine Stunde arbeiten. Dann ging es wieder heimwärts, hab ein wenig WoW gespielt und bin dann joggen gegangen. Es lief sich schon besser als am Sonntag, aber ich merke immer noch, wie das Wetter meinem Kreislauf zusetzt. Naja, ich hab es langsam angehen lassen, je öfter ich draußen Sport treibe, desto eher gewöhnt sich mein Körper wieder an die Wetterumschwünge.
Danach gab es dann eine Dusche und anschließend hab ich den Abend eingeläutet.
Gestern im Chat kam mir ein Schnell-Schuss-Gedanke, den ich hier noch einmal verewigen will: Auf die Aussage, dass die Sache mit dem Aufhören doch gar nicht so einfach sei, kam mir wie aus der Pistole geschossen der Gedanke - doch, es IST einfach, wenn man erstmal sein Ziel vor Augen hat und losgelaufen ist. Darauf kamen dann einige Proteste, so einfach sei das doch gar nicht mit dem Trinken aufzuhören. Es ist natürlich völlig legitim das so zu empfinden, jeder Mensch ist ein Individuum. Was mich interessiert - wie kam mir der Gedanke?
Ich denke zum Einen habe ich mir das Aufhören in meiner nassen Zeit unglaublich schwer vorgestellt. Ich habe mir die Leute angeguckt, die keinen Alk trinken (z.B. meine Schwäger, die gerade ihren Sohn gestillt hat) und habe nur voller Verzweiflung gedacht: Wie hält sie das aus ohne Alkohol zu leben? Es kam mir schier unmöglich vor.
Dann war da noch das Rumgeeiere: Wieviele Monate/Jahre habe ich auf der Suche nach "dem" Kompromiss verschwendet. Dem kontrollierten Trinken genauer gesagt. Ich wollte (noch) nicht aufhören zu trinken, aber merkte, dass es mit dem Trinken auch nicht weitergeht. Ich war in einer Sackgasse.
Meine Entscheidung endlich loszugehen befreite mich von diesem Herumeiern. Ich hatte ein Ziel vor Augen, einen geraden Weg den ich gehen konnte, keine Wenns und Abers mehr. Ich musste nur noch lernen wie dieser Weg zu bewältigen ist. Das lerne ich immer noch, jeden Tag.
Dann war der Suchtdruck bei weitem nicht so überwältigend wie ich mir vorgestellt hatte. Die Gedanken, dass ich es ohne Alkohol nicht aushalten könne, haben sich als unbegründet herausgestellt.
JoeDoe : Ach wo, Käferschicht ist doch sympathisch
.
Ich denke auch, dass Alkohol zu aller erst eine psychische Erkrankung ist, wie etwa Angststörungen und Depressionen. Und gerade denen ist ohne den festen Willen des Betroffenen nicht beizukommen. Man ist bei allen psychischen Erkrankungen auf die unbedingte Mithilfe des Patienten angewiesen, denn Pillen gibt es nicht (doch, schon, aber keine Dauerlösung... du verstehst
?).
Es ist eben letztendlich egal, ob nun psychisch oder physisch abhängig - alkoholkrank ist man immer. Und es ist natürlich völlig klar, dass aus einer psychischen Abhängigkeit früher oder später eine physische resultiert...
LG
Plejaden