Schritte für die nächsten Wochen

  • Hallo zusammen,

    puuuh heute war ein langer Tag, aber auch der ist geschafft. Ich bin wie immer um 6 Uhr aufgestanden, diesmal aber später zur Uni. Die Zeit hab ich für wichtige Email-Korrespondenz genutzt. Dann ging es um 10 Uhr los, dort mit einer Bekannten noch eine Stunde geredet - sie fährt demnächst für ein Jahr zu einem Forschungsaufenthalt ins Ausland und ihr ist schon ein wenig mulmig. Dann eine Vorlesung besucht und anschließend für eine Stunde heim denn:
    Heute war Abschlussfeier und ich musste mich aufdonnern ;) . Bin dann wieder hin, eine Stunde früher um Verspätung wegen ÖPNV zu vermeiden. Wieder an der Uni habe ich festgestellt, dass mein "neuer" Mitarbeiter anscheinend munter immer 10 min. zu früh geht. Nicht schlimm sagt ihr, aber bei nur gaaanz wenigen Std. Arbeitszeit (sagen wir, es sind unter sechs Stunden Wochenarbeitszeit) ein doch prozentual hoher Anteil :evil: . I was not amused. Aber gut, ich bin nicht sein Chef.

    Naja, ich hab noch eine Stunde in der Bibliothek gelesen und bin dann zu der Feier. Dort habe ich dann einige Vorträge über mich ergehen lassen und dann meine Urkunde bekommen - ich bin jetzt Bachelorette ;) . Den fröhlichen Umtrunk am Ende habe ich mir natürlich geschenkt und bin nach Hause gefahren.

    Ich habe mir nochmal Gedanken um das Thema "Orte meiden, an denen man früher getrunken hat" gemacht. Viele (auch ich früher) geben ja durchaus berechtigt an: Was ist denn, wenn ich früher immer zu Hause getrunken habe? Aber ich sehe da heute für mich einen ganz gewaltigen Unterschied. Hat man früher auf Kneipen oder auf Parties gesoffen, dann wird man dort auch jetzt immer noch Leute treffen, die betrunken sind und Kontakt mit jeder Menge Alkohol haben. Das habe ich hier, in meinem Zuhause natürlich nicht. Mein Zuhause ist alkoholfrei und mein Freund trinkt in meiner Gegenwart nicht.
    An all den Orten außerhalb meines Hauses, in Kneipen, auf Parties etc. bin ich nur einen Handgriff vom ersten Glas entfernt. Hier zu Hause ist es weit weg.

    Dazu kommt noch die tiefergehende Beschäftigung mit meinem Alkoholkonsum: Was ist in meinem Leben schief gelaufen, dass ich den Eindruck hatte das alles nur mit Alkohol durchleben zu können? Dieses Schiefe gilt es so schnell wie möglich auszuschalten - und das habe ich. Mein Zuhause wird dadurch immer mehr zu einem gemütlichen Ort des Rückzugs und der Entspannung.

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plejaden,

    Zitat

    ich bin jetzt Bachelorette

    Nicht so bescheiden! :wink:

    Ich find´s toll, wie Du das in dieser doch schwierige Lebensphase geschafft hast. :!: Ganz herzlichen Glückwunsch, nicht nur zum Abschluss.

    Ich wünsch Dir Zeit und Ruhe, das Erreichte auch zu genießen und weiter viel Glück bei der Wohnungssuche- oder besser: VIEL ERFOLG!

    LG kommal

    unterwegs...

  • Hey Plejaden,

    na, das ist doch wirklich etwas mehr als eine kleine Randnotiz. Auch von mir die allerherzlichsten Glückwünsche zu Deinem neuerworbenen Titel :D!

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Danke für die Glückwünsche :D . Ich wollts nicht unter den Tisch kehren, es ist jetzt lediglich amtlich ;) .

    Wie dem auch sei, heute war ein nerviger Tag. So ists am besten beschrieben. Alles fing damit an, dass ich meinem Freund "mal eben" ein Musikprogramm vom Apfelhersteller installieren sollte. Ja ja. Das Prog meckerte dann jedoch herum, es möchte doch gerne Servicepack 2 haben. Ich hab dann ein wenig mit meinem Freund telefoniert, es bestand ja die nicht geringe Chance, dass uns diese Installation eines so weitreichenden Updates das ganze System abschießt (deshalb hatte ich es bisher auch noch nicht installiert - never change a running system). War ihm egal. Also fein, hab mich also drangemacht und Servicepack 2 installiert - waaarten vor Ladebalken.
    Als dann Servicepack 2 installiert war der große Moment und juchuh, Compi funzte noch! Nun hungerte das OS nach Servicepack 3, und mutig wie ich war gab ich ihm auch dieses: Waaaarten vor Ladebalken. Es wurde knapp, ich musste zur Uni, aber der Download ließ sich Zeit :evil: . Endlich war es installiert - und der Compi funzte nach wie vor.

    Ich dann also zum Bus gerannt, zur Uni gefahren und dort hatte ich auch keine Ruhe - es kamen sehr viele Leute ins Büro, die etwas gemacht haben wollten. So ging die Zeit schnell rum, ich wurde aber immer wieder aus dem Konzept gebracht.
    Zu Hause folgte dann Installation Teil zwei: Ich schaffte es nun endlich das Musikprogramm zu installieren! Yeah! Danach habe ich noch ein wenig WoW gespielt, bis mein Freund heimkam - da begann der letzte Akt des Dramas. Er wollte Dateien auf sein schönes neues Telefon vom Apferl übertragen. Krampf Krampf Krampf! Nach ewigen Probieren schafften wir es endlich - das war keine Werbung für den Apfelrechner. Mein Freund will jetzt jedenfalls erst recht keinen mehr haben...

    So, ich lasse den Abend jetzt noch gemütlich ausklingen und morgen das Wochenende anklingen! Schönen Abend wünsche ich

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plejaden,

    auch auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt unbeliebt mache, aber warum sollte man das hier:

    Zitat

    …das war keine Werbung für den Apfelrechner …


    denn überhaupt anders machen sollen?

    Obwohl ich mich ja auch ganz grob im Bereich der Grafikbranche herumtreibe, habe ich diesen Hype um die Apfelprodukte nie verstanden. Am Ende ist der gute Steve ja auch dazu übergegangen, seine Rechner mit ‚Intelligenz’ (:wink:) zu bauen und das OS fußt nun auch bereits seit einigen Jahren auf einem UNIX-Kernel. Was unterscheidet den Apfel denn noch so besonders von einem PC? Nun, der User braucht weit weniger Fachkompetenz (erkennt man ja bereits daran, dass man ihn nicht mit der Nutzung einer zweiten Maustaste überfordern möchte). Und natürlich der Preis: Der Apfelmann greift gaaaaanz tief in die Geldbörse (Schon mal überschlagen, was so ein Apfeltelefon im 24-monatigen Vertrag beim rosa Riesen kostet? Das ist schon etwas für die Gutsituierten und kein Produkt für den einfachen Pöbel).

    Naja, ich hoffe, Du redest jetzt trotzdem noch mit mir :roll: :wink: ?

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

    J. (der seinen ‚Fotoladen’ seit acht Jahren in ‚Fenstern’ laufen hat und immer zufrieden war :wink:)

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo zusammen,

    weil morgen ein anstrengender Tag wird (Exkursion - den ganzen Tag im Museum exklusive drei Stunden Reise ungefähr) hab ich es heute ruhiger angehen lassen. Bin um 7 Uhr aufgestanden, hab schön gefrühstückt und hab hier im Forum gelesen, nur um dann um 11 Uhr zur Uni zu fahren. Dort bin ich bis 14 Uhr geblieben, dann wieder heim und ein wenig WoW gespielt. Abends dann war ich kurz einkaufen - war sehr schön, irgendwie war so eine komische Atmosphäre, die ich aber gern hatte irgendwie ;) . Danach noch ein bisschen WoW, bis das Gewitter kam :? . Da hab ich den Compi lieber abgeschaltet und den Stecker gezogen, bin da abergläubisch :lol: . Jetzt sitze ich am Notebook, das funzt ja ohne Strom.

    Ich habe mir heute mal Gedanken zur Unterscheidung zwischen körperlicher und psychischer Abhängigkeit gemacht. Für viele ist es sehr wichtig zu betonen, dass sie "nur" psychisch abhängig waren. Auch für mich war das am Anfang sehr sehr wichtig.
    Letztendlich ist jedoch beides gleich gefährlich und der Unterschied ist nur ein mentaler: Süchtig bin ich allemal, ob nun "nur" psychisch oder auch physisch. Sobald ich Alkohol trinke verliere ich die Kontrolle und bin wieder da wo ich nie wieder hin wollte. Außerdem bin ich körperlich abhängig - durch die Bildung wurde in meinem Körper, in meinem Gehirn etwas verändert, es haben sich kranke Strukturen gebildet. Wenn das nichts körperliches ist weiß ich es auch nicht ;) .
    Mein Körper reagiert unabhängig davon sowieso immer auf Alkohol im Essen, egal ob ich den bemerke oder nicht. Es ist sogar so, dass der Körper meistens als allererstes den Alkohol abbaut, und danach erst andere Gifte - wie z.B. Insektenvernichtungsmittel im Gemüse etc. Das führt mich inzwischen zu dem Schluss, dass ich auch anfange bewusster auf Alkohol in Lebensmitteln zu achten!

    JoeDoe : Die Bindung der graphischen Branche an den Apfel ist historisch bedingt, wenn ich mich recht entsinne. Ob sie noch zeitgemäß ist... Who knows ;) . Ich persönlich benutze den Apfelrechner zu Übungszwecken (wollte/will ja mal irgendwann wieder in der Branche arbeiten), wegen der relativen Virenfreiheit (wie lange die auch immer noch anhalten mag) und weil das OS zum Teil tatsächlich einfacher zu bedienen ist.
    Ich bin jedoch relativ schmerzlos und wenig treu - wenn etwas auf einem anderen OS besser ist, dann benutze ich das auch. Z.B. gibt es für die Dose einen ultimativen Html-Editor, den ich in dem Umfang und dem Komfort auf dem Apfel (noch) nicht finden konnte. Also - keine Webseiten mit dem Apfel.

    Im Übrigen war die Bemerkung zur Werbung eher als Spitze gedacht, schließlich veranstaltet man bei Apfel den ganzen Tamm Tamm mit dem Telefon vor allem um neue Kunden für die Computer zu begeistern. Und das ist nun so gar nicht gelungen ;) . So überhaupt gar nicht. Ich meine - sogar die Finnen haben inzwischen schon davon gehört, dass es am einfachsten ist Dateien per Drag and Drop auf das Telefon zu befördern ;) . Und eine "Löschen"-Option für die Dateien gibt es auch, da muss man das Telefon nicht extra an den Computer anschließen ;) .

    Ganz ganz bitter.

    LG
    Plejaden

    P.S.: Telefontechnisch wurde mein Apfelbook übrigens auch von der Entwicklung abgehängt - beim Anschluss des Telefons wurde mir lapidar mitgeteilt, dass das Telefon mein Pantherchen nicht mag. Da hätten sie auch gleich schreiben können (groß und in rot): Kaufen Sie sich das neue OS. Stellen Sie dann fest, dass ihr Computer zu schlecht dafür ist. Also: kaufen Sie sich gefälligst einen neuen Computer.

  • Hallo zusammen,

    da heute ein langer Tag im Museum war nur heute nur ein kurzer Bericht: Ich bin um 6 Uhr aufgestanden, hab mir ein paar Brote geschmiert und gefrühstückt. Dann bin ich aufgebrochen und nach eineinhalb Stunden Fahrt mit Bus und Bahn am Ziel gewesen. Das Museum hab ich sofort gefunden und somit war noch Zeit für einen Kaffee.

    Dann ging die eigentliche Exkursion los, wir waren dann bis 17 Uhr im Museum und haben über Kunst geredet. War sehr anstrengend, am Ende war ich gar nicht mehr aufnahmefähig ;) . Dann ging es wieder zurück, wieder eineinhalb Stunden - nur um dann zwei (!) Haltestellen vor dem Ziel gestoppt zu werden. Ein Typ mit Koffer ist in den Bus eingestiegen und hat sich ein Ticket, plötzlich sprang ihm eine Frau hinterher und versuchte ihn aus dem Bus zu zerren :shock: . Schließlich blieb sie bei ihm, wollte sich nicht dazu bewegen lassen den Bus zu verlassen oder ein Ticket zu kaufen. Daraufhin rief der Fahrer die Polizei. Da ich keinen Bock auf diesen Stress hatte - Polizei = dauert Stunden bis die da sind und gibt garantiert Handgemenge wenn die Frau aus dem Bus geschafft wird - bin ich einfach nach Hause gelaufen. War ein langer aber schöner Spaziergang.

    LG
    Plejaden

  • Hallo ihr Lieben,

    heute habe ich einen gaaanz entspannten Tag gemacht, war ja auch der einzige freie Tag diese und auch nächste Woche :? . Nächste Woche Samstag geht es ja wieder auf Exkursion...

    Wie dem auch sei, ich bin um 8 Uhr aufgestanden, hab ein kleines Frühstück zu mir genommen und bin dann joggen gegangen. Es lief recht zäh, aber ich bin trotzdem froh und zufrieden, dass ich es gemacht hab. Danach hab ich meinen Freund geweckt und wir haben richtig gefrühstückt. Er ist dann zum Fussball und ich hab ein wenig WoW gespielt und ein bisschen aufgeräumt. Dann gab es ein frühes Abendessen, meine Eltern haben gegrillt. Mein Bruder war auch da, wir haben uns unterhalten. Dann hat uns mein Vater so ein Buchstabenrätsel gegeben, also meinem Freund und mir, an dem wir bis gerade herumgepuzzelt haben ;) . Jetzt lasse ich den Abend noch ruhig ausklingen.

    Es ist irgendwie lustig: Heute morgen kam ja wieder Autorennen im Fernsehen und immer wenn ich das sehe werde ich mir wieder bewusst, dass es für mich immer noch nicht völlig selbstverständlich ist einen Sonntag völlig klar und unverkatert zu erleben. Das liegt wohl am ehesten daran, dass ich eben am Sonntag morgen meist immer total krank vor dem TV lag und nix anderes gucken konnte als Autorennen. Da gab es wenigstens keine Überschläge mit der Kamera und andere fiese Sachen, ich war ja immer froh wenn ich meinen Mageninhalt bei mir behalten konnte :? .
    Es ist also immer noch nicht selbstverständlich und irgendwie bin ich auch froh darüber. Ich spüre, wieviel ich gewonnen habe.

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plejaden,

    Zitat

    dass es für mich immer noch nicht völlig selbstverständlich ist einen Sonntag völlig klar und unverkatert zu erleben

    Ja, das ist mir gestern auch wieder bewusst geworden. Ich war mit Kommaline unterwegs und wir waren in einem Wallfahrtsort mit einer imposanten Kirche. Anschließend noch ein wenig im Wald und überall Fotos gemacht.

    Manchmal muss ich nach so vielen Eindrücken alleine sein, um sie zu verarbeiten, vielleicht weil mir dann bewusst wird, wieviel Zeit ich mit der Sauferei vergeudet habe. Aber ich bin neugierig auf neues erleben, und zusammen genießen ist natürlich viel schöner. :lol:

    LG kommal

    unterwegs...

  • Hallo Plejaden,

    noch mal ganz kurz zu der Sache mit dem Apfel:

    Zitat

    Im Übrigen war die Bemerkung zur Werbung eher als Spitze gedacht…


    Das gilt natürlich auch für meine Antwort :wink: . Allerdings mag ich die Produkt-/Preispolitik der Apfelmenschen überhaupt nicht – man grenzt die Käferschicht eben auf die Menschen ein, die ein Poloshirt auch nur dann tragen, wenn ein Krokodil auf die Brust gestickt wurde.

    Aaaaaber, eigentlich muss ich doch ganz ruhig sein: Flansche ich meine Gläser doch an das F-Bajonett meiner Kamera und diese Produkte gehören nun auch nicht zu den SparTipps :wink:

    Nun aber mal zurück zum Thema!

    Ein kleiner Gedanke zur Abhängigkeit:

    Mir ist auch aufgefallen, dass es Menschen gibt, die eine besondere Betonung auf die Tatsache legen, dass sie eben nur psychisch abhängig sind. Meine ganz persönliche Sicht auf solche Aussagen ist die, dass eben genau diese psychische Komponente die eigentliche Abhängigkeit ausmacht. Dabei finde ich es noch nicht einmal so wichtig, diese durch tatsächliche Veränderungen im Gehirn nachzuweisen zu können und ihr somit eine physische Basis zu geben. Die emotionale Loslösung und auch das Durchbrechen alter Gewohnheiten sind doch die wahren Aufgaben im Trocknungsprozess. Nicht zuletzt sind körperliche Symptome einer Abhängigkeit doch auch nur Zeichen einer massiven Veränderung des Stoffwechsels und dieser lässt sich relativ schnell wieder normalisieren. Die ‚lieb’ gewonnenen Gewohnheiten machen es einem da etwas schwerer.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Guten Abend,

    gestern hab ich nicht mehr geschrieben weil ich wegen der Gewitterluft fürchterliche Kopfschmerzen hatte. Im Chat ging es noch, aber danach... Durch den Sport ist zwar vieles von meiner Wetterfühligkeit verschwunden, aber halt noch nicht alles :?

    Wie dem auch sei, heute bin ich um 6 Uhr aufgestanden und um 8 Uhr zur Uni. Dort hab ich eine Stunde gelesen, war dann in einem Seminar und anschließend noch eine Stunde arbeiten. Dann ging es wieder heimwärts, hab ein wenig WoW gespielt und bin dann joggen gegangen. Es lief sich schon besser als am Sonntag, aber ich merke immer noch, wie das Wetter meinem Kreislauf zusetzt. Naja, ich hab es langsam angehen lassen, je öfter ich draußen Sport treibe, desto eher gewöhnt sich mein Körper wieder an die Wetterumschwünge.
    Danach gab es dann eine Dusche und anschließend hab ich den Abend eingeläutet.

    Gestern im Chat kam mir ein Schnell-Schuss-Gedanke, den ich hier noch einmal verewigen will: Auf die Aussage, dass die Sache mit dem Aufhören doch gar nicht so einfach sei, kam mir wie aus der Pistole geschossen der Gedanke - doch, es IST einfach, wenn man erstmal sein Ziel vor Augen hat und losgelaufen ist. Darauf kamen dann einige Proteste, so einfach sei das doch gar nicht mit dem Trinken aufzuhören. Es ist natürlich völlig legitim das so zu empfinden, jeder Mensch ist ein Individuum. Was mich interessiert - wie kam mir der Gedanke?

    Ich denke zum Einen habe ich mir das Aufhören in meiner nassen Zeit unglaublich schwer vorgestellt. Ich habe mir die Leute angeguckt, die keinen Alk trinken (z.B. meine Schwäger, die gerade ihren Sohn gestillt hat) und habe nur voller Verzweiflung gedacht: Wie hält sie das aus ohne Alkohol zu leben? Es kam mir schier unmöglich vor.
    Dann war da noch das Rumgeeiere: Wieviele Monate/Jahre habe ich auf der Suche nach "dem" Kompromiss verschwendet. Dem kontrollierten Trinken genauer gesagt. Ich wollte (noch) nicht aufhören zu trinken, aber merkte, dass es mit dem Trinken auch nicht weitergeht. Ich war in einer Sackgasse.

    Meine Entscheidung endlich loszugehen befreite mich von diesem Herumeiern. Ich hatte ein Ziel vor Augen, einen geraden Weg den ich gehen konnte, keine Wenns und Abers mehr. Ich musste nur noch lernen wie dieser Weg zu bewältigen ist. Das lerne ich immer noch, jeden Tag.
    Dann war der Suchtdruck bei weitem nicht so überwältigend wie ich mir vorgestellt hatte. Die Gedanken, dass ich es ohne Alkohol nicht aushalten könne, haben sich als unbegründet herausgestellt.

    JoeDoe : Ach wo, Käferschicht ist doch sympathisch ;) .

    Ich denke auch, dass Alkohol zu aller erst eine psychische Erkrankung ist, wie etwa Angststörungen und Depressionen. Und gerade denen ist ohne den festen Willen des Betroffenen nicht beizukommen. Man ist bei allen psychischen Erkrankungen auf die unbedingte Mithilfe des Patienten angewiesen, denn Pillen gibt es nicht (doch, schon, aber keine Dauerlösung... du verstehst ;) ?).
    Es ist eben letztendlich egal, ob nun psychisch oder physisch abhängig - alkoholkrank ist man immer. Und es ist natürlich völlig klar, dass aus einer psychischen Abhängigkeit früher oder später eine physische resultiert...

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plejaden,

    Zitat

    doch, es IST einfach, wenn man erstmal sein Ziel vor Augen hat und losgelaufen ist

    Ein anderes Ziel! Mein Leben drehte sich ja fast nur noch um die Sauferei: Beim Aufwachen: Ist noch genug Bier da für heute Abend?
    Tagsüber: Die "Vorfreude" auf den Feierabend mit Belohnungs- oder Frustsaufen. Die Wochenenden ein einziges Besäufnis und den Rest meiner Energie vergeudete ich damit, anderen und vor allem mir etwas vorzulügen.

    Alles drehte sich darum das Saufbedürfnis zu erfüllen und zu begründen. Das Leben und Denken war dermaßen verdreht und realitätsfremd...

    Reden? Konnte ich immer, aber auch was sagen?

    Erfolgreiche 24 wünscht

    kommal
    Genießen? Das habe ich in den letzten zwei Jahren gelernt. :!:
    Gefühle? Frag mal kommaline :!:

    Wenn ich heute in den Spiegel schaue, gefalle ich mir richtig gut und dieses positive Lebensgefühl will ich mir erhalten. Dafür arbeite ich jeden Tag, vor allem hier.

    unterwegs...

  • Guten Abend,

    heute war ein guter Tag. Doch, ja. Ich bin um 7 Uhr aufgestanden, hab ein wenig aufgeräumt und gefrühstückt und bin dann um 9 Uhr zur Uni. Dort hab ich zwei Vorlesungen besucht, was ziemlich anstrengend war. Irgendwie konnte ich nicht richtig still sitzen :? . Danach hab ich ein wenig Mittagpause gemacht und dann eine Stunde gelesen, noch ein wenig gegessen und nochmal eine Stunde gelesen. Anschließend ging es um 17 Uhr Richtung Heimathafen. Dort hab ich ein wenig WoW gespielt, danach hab ich noch versucht rauszufinden was für RAM-Bausteine ich in meinen Computer packen kann. Bin da nicht wirklich zu einem Ergebnis gekommen, werde das Ding wohl aufschrauben müssen - und dann? Muaah :? .
    Jetzt schreibe ich jedenfalls hier ;) .

    Wo es im Augenblick ein wenig kriselt ist bei meiner SHG. Ich möchte nun doch wechseln, weil ich mich dort nicht mehr richtig wohlfühle. Da ist zum einen das eine Mitglied, das mich belästigt; dann auch die "Werbeveranstaltungen" des SHG-Leiters und nicht zuletzt die Tatsache, dass alle dort zwar langzeittrocken sind, aber nach dem Motto "einfach nur nichts mehr trinken und sonst nichts ändern". Meine Bemühungen den geraden Weg zu gehen werden mit Verwunderung und Misstrauen gesehen, es fallen öfters Worte wie "du läufst vor dem Alkohol davon" oder "am Anfang ist es ja gut sich vom Alk fernzuhalten, aber irgendwann musst du ja mal wieder...".
    Ich möchte nächste Woche mal zu einer Info-Veranstaltung der Anonymen Alkoholiker gehen, mal sehen wie es ich mich bei denen fühle. Es gibt in der Uni-Stadt wohl sogar eine reine Frauengruppe - keine Belästigung mehr.

    Aber mal abgesehen davon: Hier ist die beste SHG der Welt ;) . Ich möchte nur einfach dranbleiben, was den Kontakt zu "realen" Menschen angeht...

    kommal : Um diese Ziele musste ich mir selten Gedanken machen - Alkohol stand hier immer reichlich zur Verfügung, für alles war gesorgt. So fing ich richtig früh an herumzueiern, nach einem Weg zu suchen weiter trinken zu können, und gleichzeitig diese fürchterlichen Besäufnisse zu vermeiden. Diesen Weg gibt es natürlich für eine Alkoholikerin nicht. Aber ich habe zwei Jahre lang danach gesucht.

    Erst als ich mich am jenem 20. August entschieden habe "ich höre komplett und für alle Zeit auf Alkohol zu mir zu nehmen" ging es endlich vorwärts.

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plejaden,

    schade, dass sich Dein ‚Übungsgelände’ im real life nicht so positiv entwickelt hat. Aber ich glaube, Du solltest auch hier versuchen, das Positive zu sehen: Wenn Du merkst, dass Du Dich in dieser Gruppe nicht wohl fühlst, und auch, dass Deine Ziele und die dahin beschrittenen Wege dort nicht ernst genommen werden, dann ist es doch ein Zeichen Deiner Stärke und Deiner Selbstsicherheit, wenn Du Dich auf die Suche nach einer anderen Gruppe machst und eben nicht mit einer ‚Na, ist doch wenigstens etwas’-Einstellung stehen bleibst!

    So betrachtet kannst Du einen Wechsel auch auf Deine Erfolgsliste setzen :D.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo zusammen,

    heute war ein langer Tag, deshalb heute nur kurz. Ich war, nachdem ich den Beitrag an JoeDoe geschrieben habe, tatsächlich noch joggen 8) . Es "lief" besser als an den letzten beiden Terminen, lag vielleicht an den niedrigeren Temperaturen. Auf dem Weg zurück tat sich mir wieder ein Weg zur sozialen Übung auf: Ich habe ein Abo-Ticket des hiesigen Verkehrsverbundes gefunden. Zuerst wollte ich den Besitzer des Ticktes anrufen, leider spuckte das Telefonbuch den entsprechenden Namen nicht aus; darum hab ich beim Verkehrsverbund angerufen und eine Auskunft bekommen, was mit dem Ticket zu tun ist ;) .

    Danach ging es jedenfalls zur Uni, dort habe ich zwei Stunden gearbeitet und dann zwei Stunden Vorlesung. Danach habe ich zwei Stunden gelesen und noch eine Nachhol-Vorlesung besucht. Anschließend ging es heim und nun schreibe ich hier.

    Ich habe mich die letzten Tage mal umgetan, wie es an der Uni mit Fussball auf Großleinwänden ist (gegen den Begriff "public viewing" verweigere ich mich ab sofort - er bezeichnet in Großbritannien und den Vereinigten Staaten eine öffentliche Leichenschau oder Aufbahrung). So etwas ist anscheinend nicht geplant. Das ist in puncto alkoholfreies Umfeld gut zu wissen. Wahrscheinlich wird es wie bei der WM sein - eine behelfsmäßige Mini-Leinwand draußen vor dem Studi-Café. Das ist überschaubar und im Notfall leicht zu umgehen.

    JoeDoe : Da hast du Recht, was das Selbstbewusstsein angeht. Ich hatte eigentlich schon recht schnell gespürt, dass die SHG einige Haken hat; jedoch wollte ich es nicht wahrhaben. Ich hatte mich getraut dorthin zu gehen, also wollte ich gefälligst auch dort bleiben.
    Mit der Länge der Trockenheit ist mein Selbstvertrauen jedoch gewachsen. Die "Augen zu und durch"-Strategie wird für mich zunehmend unerträglich, und zwar in vielen Bereichen des Lebens. Nun gilt es, den nächsten Schritt zu wagen ;)

    LG
    Plejaden

  • Hallo zusammen,

    heute war ein sehr informativer Tag. Ich bin wie gewohnt um 6 Uhr aufgestanden, hab vor dem Aufbruch noch ein wenig klar Schiff gemacht - Fenster geputzt um genau zu sein. Ihr wisst schon, die Starenbrut über meinem Fenster :? . Danach ging es dann los, eineinhalb Stunden mit der Bahn durch die Weltgeschichte. Wir haben mit dem Seminar eine Werkstatt besucht und dort mit den Leuten reden dürfen, einiges erklärt bekommen etc... und waren mit Kunstwerken von unbestimmbaren Wert auf Tuchfühlung :shock: . Es war ein sehr beeindruckendes Erlebnis.
    Da die letzte Stunde ja ausgefallen ist, haben wir die heute gleich nachgeholt. Dann ging es gegen 14 Uhr wieder heim, wo ich dann um 16 Uhr angekommen bin. Hab noch ein wenig WoW gespielt und dann hier im Forum gelesen und schreib ich hier.

    Den Tag lasse ich nun ruhig ausklingen, da morgen wieder eine Exkursion ansteht, diesmal wieder den ganzen Tag über :? . Was mir Sorgen bereitet ist das Eröffnungsspiel der EM - ich hoffe wir begegnen nicht zuvielen betrunkenen Fussballfans im Zug. Abgesehen von meiner Alkoholkrankheit habe ich darüber hinaus einfach Angst vor diesen Leuten. Ich hoffe, es geht alles glatt und werde froh sein, wenn ich wieder zu Hause bin. Zum Glück spielen die Bundesyogis erst Sonntag...

    LG
    Plejaden

  • Heute nur kurz, ich bin müde von der Exkursion und möchte den Abend nett ausklingen lassen. Ich bin zweieinhalb Stunden gefahren um zum Ort des Geschehens zu kommen, einem Museum. Dort sind wir dann bis 16 Uhr geblieben, es war wieder sehr informativ. Ich merke, wie ich allmählich einen Zugang zur zeitgenössischen Kunst bekomme :lol: .

    Jedenfalls, auf der Rückfahrt lief alles glatt, Fussballfans mussten wir erst zwei Stationen vor unserer Endhaltestelle über uns ergehen lassen. Die sind zu einem Großleinwand-Ereignis in der Nähe gefahren... Wenigestens haben sie richtig Musik gemacht, wenn auch Trompeten und Schlagzeug etwas zu laut für den Zug ist ;) .
    Kurz vor einem Umsteigepunkt (ich war zwischenzeitlich mit der Straßenbahn unterwegs) bin ich zwei Haltestellen vor Schluss aufgestiegen und gelaufen, weil ich zu früh dran war. War schön :lol:

    Ich bin jetzt platt und werde den Abend genießen.

    LG
    Plejaden

  • Hallo zusammen,

    heute hab ich mal einen seeehr ruhigen Tag gemacht angesichts der Tatsache, dass es der einzige freie Tag diese Woche war. Ich bin morgens erst um halb neun aufgestanden, hab ein wenig hier im Forum gelesen, hab ein wenig aufgeräumt und WoW gespielt. Am frühen Nachmittag bin ich dann zum Joggen aufgebrochen, danach noch WoW, dann hab ich mich zu meinen Eltern gesetzt und gegrillt. Anschließend kam schon mein Freund nach Hause und wir haben zusammen Fussball geguckt. Wir gucken es extra nicht bei meinen Eltern, weil dort natürlich wieder das Bier kreist... :roll:

    Tja und ich werde weniger, will sagen, ich nehme langsam aber sicher ab :lol: . Den ersten Schub in dieser Richtung hatte ich zu Beginn meiner Trockenheit, als die "Alkoholkalorien" plötzlich weggefallen sind. Das wurde jedoch ein wenig durch die Ersatzdroge Schoki gebremst, aber nun geht es an sich gut voran, bzw. runter mit dem Gewicht. Das ist für mich ein Wohlfühlfaktor. Ich glaube ich bin die einzige Frau auf diesem Planeten, die sich dünner vorkommt als sie wirklich ist :roll: . Immer wenn ich mich auf Fotos oder im Spiegel sehe denke ich "huch, so dick bin ich?" Ich komme mir von meinem Körpergefühl immer dünner vor... Naja, das wird schon werden :lol: .

    LG
    Plejaden

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!