• Hallo zusammen,

    hmmm, nun bin ich schon ein wenig verwundert ob der geschlossenen Schweigsamkeit zu meinen Kapitulationsgedanken :?. Immerhin wuselt der Begriff der Kapitulation immer wieder durch das Forum und taucht auch an anderer Stelle auf. Was ich dazu geschrieben habe, entstammt nun meiner ureigensten Sicht der Dinge und ist somit auch ein authentisches Bild meines Verständnisses zu diesem Thema. Es hätte mich wirklich interessiert, was vor allem länger Trockene zu dieser Sicht sagen, aber zwingen kann ich natürlich keinen.

    Trotzdem mache ich mir diesbezüglich einige Sorgen:
    - bin ich der einzige, der sich auch auf diese Art versucht, dem Thema zu nähern?
    - ist diese Art der Auseinandersetzung falsch, oder gar gefährlich? Wenn ja, warum?
    - geht es mir zu gut, dass ich mir solche Gedanken machen kann?
    - oder ist die Kapitulation doch nur Humbug, am Alkoholismus vorbei und völlig irrelevant?

    Ihr seht, Euer Schweigen stürzt mich in Verwirrung und auch nicht zu leugnende Zweifel ob der zielstrebigen Ausrichtung meiner Wege in Richtung zufriedener Trockenheit. Na ja, ich habe jedenfalls keine Lust auf ein Bier, fühle mich frei von Verzicht und bin guter Dinge, dass dem auch so bleibt – ganz unabhängig von der Richtigkeit meines Kapitulationsverständnisses.

    Nun denn!

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo, werte Leserschaft (schreiben tut hier ja keiner :wink:),

    habe mich entschlossen, die Themen Differenzierbarkeit der Suchterkrankung und Kapitulation nicht mehr weiter zu behandeln. Weder hier, noch an anderer Stelle scheint sich eine wirklich Sinn bringende Diskussion zum Thema anregen zu lassen. Ich komme mit meinen Definitionen und Ansichten jedenfalls gut zurecht und fühle mich mit meiner Abstinenz sehr wohl. Ich denke, dass ist doch die Hauptsache und am Ende muss ohnehin jeder ganz für sich allein (fast schon individuell :wink:) die Basis seiner eigenen Zufriedenheit ergründen und darauf aufbauen.

    Whatever!

    Ansonsten wenig Neues aus dem Westen: Ich penetriere die Personalabteilungen und Geschäftsführer der Gegend weiterhin mit dem Angebot meiner Arbeitsleistung und sehe trotz der vielen Absagen optimistisch in die Zukunft. Fröhlich blöde weiter am Werk erscheint mir wesentlich sinnvoller, als in die Weltwirtschaft verachtender Depression zu verfallen. Dabei fällt mir auf, dass ich vor einiger Zeit doch einen kleinen Hänger hatte, was meine Zuversicht anbelangte. Das gute Wetter und auch einige, kleine (aber wesentliche!) Fortschritte bei meinem Hund haben da ihre Dienste wohl getan.

    Nun denn. Werde mich jetzt mal mit unserer Wohnung beschäftigen: Es gäbe da doch die ein oder andere Ecke, die sich nach Umgestaltung sehnt. Also mach ich jetzt ein paar Pläne und dann heisst es: Ran ans Werk und den Tag sinnvoll gestaltet!

    Soweit mal von hier.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo Joe,

    kräm dich nicht, wenn nicht mehr sooft von anderen in deinem Thread geantwortet wird. Da gehts mir genauso. Ist aber insofern auch nicht schlimm, da es uns doch zeigt, dass wir offensichtlich aus "dem Gröbsten raus" sind und einen vorzeigbaren Grad an Stabilität erreicht haben. Trotzdem tut es uns noch ganz gut, denke ich, uns ab und zu schriftlich zu reflektieren. :wink:

    Schönes Wochenende!

    Herzlichst,

    Blizzard

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • Hallo JoeDoe,

    das mit der Kapitulation, Neuen womöglich mit den Worten "Du musst vor dem Alkohol kapitulieren", verständlich zu machen, ist schon manchmal schwierig.

    Zum Kapitulationsverständnis aus meiner Sicht:

    Ich muss dazu erwähnen, dass ich gar nicht mehr genau weiß, ob man mir in den Anfängen meines Weges den Begriff Kapitulation als solches suggeriert hat, ich wusste aber aus Urinstinkten, dass ich mit dem Alkohol gänzlich abschließen wollte und musste, es keine Mittelwege zu positiven Teilerfolgen gab.

    Dieser von dir beschriebene, selbstbestärkende Prozeß, dieser Kontrollverlust, dieser ewige Strudel der Suchtsättigung mit dem Wissen dass es einem schlecht geht, etliche Selbstversuche bei mir, Trinkpausen aller Coleur, in immer wiederkehrenden Rückfällen, haben irgendwann bei mir einen persönlichen Tiefpunkt ausgelöst, dass ich mit MEINEM Wissen und MEINEN Wegen kapituliert habe, ... und damit auch gleichzeitig vor dem Alkohol.
    Somit war auch der Traum des kontrollierten Trinkens ad acta gelegt, das hatte ich für mich erkannt.

    Und diesen einfachen Trinkstopp hatte ich auf meinen EIGENEN Wegen ja oft genug praktiziert, über kurze oder seltener gar längere Zeiträume, in denen es mir wirklich super ging und ich mich wirklich fragte, wieso ich dieses Teufelszeug überhaupt je getrunken habe, aber alle diese Trinkpausen endeten in den heftigsten Rückfällen und altem Trinkverhalten.

    Was passierte oder was reichte nicht aus, dass ich trotz Wohlgefühls immer wieder zur Flasche griff, Rauscherleben und Absturz vorzog ?
    Warum reicht `Ich trinke jetzt nicht mehr´ nicht aus ?

    Ich war nun mehr ein `Gesellschaftstrinker´, heißt habe nie alleine, auch nie zuhause im Kämmerlein gesoffen. Ein alkoholfreies Zuhause hatte ich eigentlich fast immer. Es diente auch meinem Refugium, dort ausspannen und frei von meinen Suchtmitteln leben zu können.
    Aber ich war immer auf der Suche von Geselligkeit, war auch kein Problem, habe also ständig gesoffen.

    Ich hatte für mich an meinem, persönlichen Tiefpunkt erkannt, ohne dass ich da schon Erfahrungen von LZT nutzen konnte, dass ich solange ich meinem trinkenden Umfeld, was ja auch für mich seinerzeit soziale Kontakte und `Freunde´ darstellte, treu bleibe, zeitlebens saufe werde und bis zu meinem Tod vom Alkohol nie los kommen werde.

    Diese vorgenannte Erkenntnis hatte ich eben aus etlichen Trinkpausen gewonnen, in denen ich eben nur über den Willen, nur eben nichts zu trinken, versucht habe, dem Alkohol als Konsummittel fern zu bleiben, den Begriff `trocken` habe ich seinerzeit überhaupt nicht benutzt und hätte ihn sicherlich auch nur verbal ausdrücken können.

    Ich hatte mich bis zu meinem Einstieg in ambul. Therapie/SHG immer in altem Umfeld weiterhin aufgehalten, habe keine generellen Veränderungen gehabt, alles führte über kurz oder lang (bei Trinkpausen) zum Rückfall.
    Ich habe also auch vor meinem Wissen und meinen Wegen kapituliert, sooooo ging es auf jeden Fall nicht.

    Der Alkohol und sein trinkendes Umfeld waren weiterhin fester Bestandteil meines Lebens, auch wenn ich mal phasenweise nichts getrunken habe. Da herrschte eben nur der eiserne Wille.
    Aber eben im Suchthirn `standen´ noch Programme, die mir nach alten Ritualen (Verhaltensmuster) Belohnungs- oder Entspannungsdenken suggerierten, solange mein Willen darüberstand, warten sie nur auf Auslösung. Und das war Kampf, wie manche den Weg der Trockenheit bezeichnen.

    Und ich habe mich eben dieser von dir bezeichneten Reizüberflutung entzogen, wusste aus den Erfahrungen der LZT dann, dass ich mich trinkendem Umfeld sowie Orten und Plätzen, an denen Alkohol konsumiert wird, fernhalten muss, um den Alkohol als wichtigen Lebensbestandteil peu à peu zu streichen.

    Die Aussage mancher Neuen, dass es doch unmöglich sei, dem Alkohol in der Gesellschaft fern zu bleiben, er existiere überall, erfolgt nur aus nasser Sicht, sie sind (noch) nicht bereit, Veränderungen zu vollziehen, dass sie sich andere Perspektiven schaffen.

    Zu deinem letzten Absatz : `Was bedeutet die Kapitulation jetzt für mich ?´

    Kapitulation bedeutet im Anfang für mich persönlich, mit dem Alkohol für immer abzuschließen zu wollen, auch von eigenen nassen Wegen und Gedanken, auch wenn die anfängliche Vorstellung nie wieder Alkohol zu trinken immens ist ... und durch die Wahrung der Trockenbausteine sich körperlich und somit auch geistig zu lösen.

    Und eben durch eine gewissenhafte Lösung vom Alkohol, man darf sich da auch keinen Zeitdruck geben oder ungeduldig sein, die Zeit arbeitet für einen, werden alte Verhaltensmuster in den vorhandenen Suchtprogrammen überschrieben, vlt. nicht gelöscht.

    Und wenn ich mich dann einmal, das mag bei dem einzelnen kürzer oder länger, mag Jahre dauern, Reizsituationen wie von dir beschrieben aussetze, springen aber nicht mehr alte Verhaltensmuster und unbedingt suchtgesteuerte Reaktionen an.
    Ich kann mich dann zu deinem Beispiel schon einmal mit `alkoholfreien Freunden´ in einen Biergarten zu einer Brotzeit setzen ... und um mich herum dürfen andere Menschen auch Alkohol zu sich nehmen.

    Ich hoffe, ich bin nicht am Thema vorbei.

    Gruß, Freund.

  • Hallo zusammen,

    Blizzard :
    Keine Sorge, ich hege keinen Groll und auch meine Verwunderung hält sich in erträglichen Grenzen. Mit dem 'aus dem Gröbsten heraus sein' bringst Du mich allerdings auf eine gute Idee für ein weiteres, kontrovers diskutierbares Thema :wink:. Aber Du hast natürlich Recht: Die Zeit, in der akute Fragen und Probleme den Alltag unablässig torpedierten, die rücken immer weiter in die Vergangenheit. Von daher.

    @Freund:
    Erstmal vielen Dank für Deine ausführliche Antwort/Sichtweise zur Kapitulation. Du bist auch überhaupt nicht am Thema vorbei - Deine Ausführungen haben sogar wieder einige Lichter in meiner Halle des Verständnis entzündet :wink:.

    Der Hintergrund meiner Frage/Definition war ja der Thread um die Individualität und hier wurde der Kapitulationbegriff auch ganz explizit genannt, sowie seine Wichtigkeit unterstrichen. Nun muß ich allerdings dazu sagen, dass ich nie ernsthafte Versuche unternommen habe, meinen Alkoholkonsum einzuschränken, oder gar zu beenden. Die einzige Trinkpause, die ich je eingelegt habe, hatte einen eher halbherzigen Charakter und nachdem diese beendet war (Besuch einer Grillhüttenparty mit palettenweise Dosenbier) habe ich auch schnell die Erfahrung gemacht, dass eine Trinkbegrenzung nicht funktioniert: Nach zwei Wochen war ich wieder stabil auf meinem alten Level von 6-8 Flaschen pro Tag. Ich glaube, diese eine Erfahrung hat bereits ausgereicht, um mir zu verdeutlichen, dass kontrolliertes Trinken nicht klappt! Also habe ich vor dem Hintergrund, keinen endgültigen Schlussstrich ziehen zu wollen, auch keine weiteren Versuche unternommen, sondern munter meinen Plan getrunken ... bis eben zum Juli letzten Jahres.

    Ich kenne diesen 'Kampf' also nicht, weil ich bis zu dem ernsthaften Wunsch, eine dauerhafte Abstinenz zu leben, einfach so weitergrtrunken habe wie bisher. Und wo nicht gekämpft wird, da kann ja auch nichts kapitulieren :wink:.

    Aber das erscheint mir schon ein sehr komplexes Thema ... rahmensprengend!

    Soweit erstmal, muss mich jetzt ein wenig über Menschen ärgern, die ihre profilneurotischen Züge unter dem Deckmäntelchen des Tierschutzes ausleben. Ebenfalls ein komplexes Thema und vor Allem: Völlig am Alkohol vorbei!

    Daher wüsch ich Euch jetzt allen mal einen guten Start in die Woche :D!

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo miteinander!

    Wieder ist eine Woche ins Land gegangen und auch wenn sich wenig Berichtenswertes ereignet hat, mag ich doch mal wieder ein paar kleine Zeilen hier liegen lassen :wink:

    Die letzten Tage waren geprägt durch mannigfaltige Renovier- und Umgestaltungsarbeiten in unserer Wohnung. Da sich unsere finanzielle Situation weiter auf einem erbärmlichen Niveau hält, wird sich ein Umzug in eine größere Bleibe wohl noch einige Tage hinziehen und daher gilt es, das Beste aus der aktuellen Situation zu machen. Insgesamt bin ich recht zufrieden mit dem verbrachten Werk: Der Fußboden ist wieder auf Vordermann, die Wände frisch gestrichen, eine Menge alter Sch### hat seinen Weg zu neuen Besitzern oder in die lokalen Entsorgungsbetriebe gefunden und auch das Mobiliar haben wir in eine deutlich vorteilhaftere Anordnung gebracht. So kann man sich (zumindest für die nächste Zeit) wieder etwas wohler fühlen. Ein kleines Goodie verbarg sich dann auch noch in einer Ecke des Dachbodens: 3,10 Euro in Form einer mit 20 braunen Flaschen gefüllten Plastikkiste. Nun ja, ein emotionales Feuerwerk hat dieser Fund jetzt nicht mehr ausgelöst – vor einigen Monaten hätte sich mein Hirn sicher stundenlang mit dem Thema beschäftigt und alle möglichen Gefühlslagen hervorgezaubert, die eine sinnvolle Gestaltung meines Tagwerkes sicher kaum positiv unterstützt hätten. Heuer war ich zwar schon ein wenig überrascht, aber viel mehr als die Freude über das unerwartete Pfandgeld überkam mich nicht. Ich deute dies mal als ein gutes Zeichen auf meinem Weg.

    Ansonsten habe ich mich weiter über die schon im letzten Post kurz erwähnten ‚Tierschützer’ aufregen dürfen. Ohne das jetzt zu tief auszuführen, mal der kurze Hintergrund: Vor einiger Zeit sind wir durch eine Bekannte auf ein Tier (genauer gesagt: einen Hund) aufmerksam gemacht worden, der im südlichen Ausland seinem irdischen Ende entgegen sah (In einigen Ländern ist es leider üblich, Tiere nach einiger Zeit ohne Vermittlungserfolg zu töten). Da es sich um einen Gebrauchshund handelt, ist es durchaus schwierig, kompetente Besitzer für ein solches Tier zu finden. Das weiß ich, das weiß unsere Bekannte und das wissen selbstverständlich auch die Damen ‚Tierschützerinnen’. Wie auch immer: Nachdem sich kein Interessent gemeldet hatte, haben wir beschlossen, das Tier zumindest vorübergehend aufzunehmen und unter Umständen (haben ja noch weitere Hunde) auch dauerhaft zu behalten. Auf unser Angebot kam von Madame Chef nur eine kurz angebundene Absage und der Hinweis, dass man bereits einen Platz gefunden hätte. Kurze Nachforschungen ergaben jedoch, dass das Tier lediglich auf einer Pflegestelle landen wird. Mysteriös. Einige weitere Telefonate später schien sich der Irrtum aufgeklärt, unsere Kompetenz dargelegt und ein neuer Anlauf in Sachen Übernahme kam in Gang. Doch dann wieder Kommando zurück, ein 8-seiter Fragebogen(!) erreichte uns und die Ankündigung einer notwendigen Vorkontrolle – alles zusammen mit dem Hinweis, dass es sich dabei um das ‚übliche Procedere’ handele. Schweres Erstaunen unsererseits und wieder eine Menge Telefonate. Der Stand heute: Das Tier wird in Köln ankommen und dann 2-mal mehr oder weniger an unserer Haustür vorbei insgesamt 300 Kilometer durch die Gegend gekarrt. Selbst ein kurzer Blick auf das Tier ist uns nicht gestattet – es könnte zuviel Unruhe in den Hund bringen. Nach einem Flug und zwei kurz hintereinander stattfindenden Verbringungen in Rudel mit jeweils mehr als 10 fremden Hunden ist das natürlich völlig klar :roll:. ‚Wir könnten uns den Hund dann ja drei oder vier Wochen später angucken’ und wenn wir ganz dolle schleimen, dann dürfen wir ihn vielleicht und eventuell mit ein wenig Glück ‚adoptieren’. Ehrlich gesagt haben wir schon gar keine Lust mehr. Wir haben uns auf einen ‚Notruf’ gemeldet und nicht um einen Hund betteln wollen.

    Übrigens: Madame Chef Tierschützerin hat sich nicht ein einziges Mal persönlich bei uns gemeldet (außer per Mail) und war auch für uns telefonisch nie erreichbar. Die gute Frau wohnt keine 30 Minuten entfernt – einem Treffen hätte nichts im Wege gestanden, aber das schien wohl nicht gewünscht zu sein. Ein wenig weitere Recherche hat ergeben, dass diese Dame prinzipiell auf Bestellung arbeitet, also Tiere erst dann hier nach Deutschland bringt, wenn sich bereits ein neuer Besitzer gefunden hat. Von möglichen Gewinnspannen will ich jetzt gar nicht weiter sprechen. Also insgesamt doch eine sehr dubiose Angelegenheit, die den Namen Tierschutz am Ende vielleicht nicht ganz zu Recht trägt. Naja ...

    Ups, nu isses doch ausführlicher geworden :oops: .

    Schade eigentlich, aber bezogen auf meine frühere Entschlusslosigkeit und emotionale Instabilität doch auch wieder eine positive Erfahrung, weil ich mir in meinem (Ver-)Handeln stets sicher wahr und auch mit dem Ergebnis ‚zufrieden’ bin. Ist nicht schön gelaufen, aber ich sehe es nicht als meinen Fehler und kann gut damit leben!

    In diesem Sinne

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Zitat

    Schade eigentlich, aber bezogen auf meine frühere Entschlusslosigkeit und emotionale Instabilität doch auch wieder eine positive Erfahrung, weil ich mir in meinem (Ver-)Handeln stets sicher wahr und auch mit dem Ergebnis ‚zufrieden’ bin. Ist nicht schön gelaufen, aber ich sehe es nicht als meinen Fehler und kann gut damit leben!


    Ich denke, das ist doch die Hauptsache ;) . Schön, dass du trotz allem eine positive Quintessenz aus der Sache ziehen konntest.

    In Sachen Tierschutz spielen sich bisweilen tatsächlich seltsame Szenen ab: Eine Bekannte wollte einen kleinen Mischlingshund aus dem Tierheim adoptieren, wohnt in einer 70 qm-Wohnung im Erdgeschoß. Dies wurde ihr verweigert: Die Wohnung sei zu klein. Gut, dann lebt der Hund eben weiter in seinem 5 qm-Zwinger mit zwei weiteren Tieren :roll: .

    Naja, wie dem auch sei, erfreue dich an den 3,10 Euro und eine schöne Woche noch ;) .

    LG
    Plejaden

  • Hallo zusammen!

    Plejaden :

    Zitat von Plejaden

    Eine Bekannte wollte einen kleinen Mischlingshund aus dem Tierheim adoptieren, ...


    Genau in diesem Satz spiegelt sich bereits die etwas quere Sicht so manch eines Tierschützers: Kinder kann man adoptieren, aber keine Tiere! Auch wenn man mit einem Tier (in diesem Falle einem Gebraushund aus einer Arbeitslinie) viel Verantwortung übernimmt, so handelt es sich dann doch immer noch um zwei unterschiedliche Paar Schuh, ob ich jetzt einen Menschen oder ein Tier in meine Obhut nehme. Wenn dann auch noch die ‚Liebe des Hundes zu seinem Herrchen/Frauchen’ mit ins Spiel kommt :roll: … Da hilft auch der größte Garten nichts, wenn der Hund vermenschlicht wird.

    Na ja, eigentlich ein völlig anderes Thema, aber in Bezug auf das eigene Selbstbild und die eigene Selbstsicherheit auch wieder ganz interessant: Ich muss mich auf meinem Weg durchs Leben nicht verbiegen und den Wertvorstellungen anderer Menschen gerecht werden. Am obigen Beispiel bedeutet das, dass ich davon überzeugt bin, dass wir diesem Tier ein sehr gutes Leben mit entsprechender Auslastung hätten bieten können. Da gibt es keine Frage und diese Information wurden auch an die gute Dame vom 'Tierschutz' weitergeleitet. Wenn ich dann trotzdem Kindergartenfragen beantworten soll, um meine Tauglichkeit unter Beweis zu stellen, dann wird mir die Sache einfach zu dumm. Vor einem Jahr hätte ich die Schuld/den Fehler bei mir gesucht, weil ich gar kein klares Selbstbild von mir hatte. Das ist jetzt anders und vor Allem: Das ist gut so!

    Whatever! Werde mich jetzt unter die Dusch schwingen und Abendessen vorbereiten. Habe morgen ein Gespräch für ein mögliches Praktikum, mal gucken!

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Huhu, ich schon wieder ;) .

    Zitat

    Vor einem Jahr hätte ich die Schuld/den Fehler bei mir gesucht, weil ich gar kein klares Selbstbild von mir hatte. Das ist jetzt anders und vor Allem: Das ist gut so!


    Ich bin auch dabei dieses Selbstbild zu entwickeln, es ist irgendwie in einem Zuge mit dem Sich-selbst-kennenlernen. Ich hatte damit früher auch nur Probleme: Immer sofort den Fehler bei mir gesucht. Habe ich etwas falsch gemacht? Habe ich etwas falsch gesagt, falsch formuliert?

    Etwa zwei Monate nach Beginn meiner Therapie, also vor ungefähr zwei Jahren, bin ich ins andere Extrem gefallen und habe angefangen die "Fehler" bei anderen zu suchen. Das war natürlich auch nicht gut, aber auch heilsam, weil es den Fokus einmal von mir weggelenkt hat. Inzwischen mache ich mir wenig Gedanken um Schuld oder Fehler.

    Beispiel letztens im Bus: Es war recht düster darinnen (er hält dort wo ich einsteige immer in einer Unterführung und macht für die paar Meter das Licht drinnen nicht an), ich frage ein Mädel ob der Platz neben ihr noch frei ist. Sie spielt mit ihren Musikplayer herum und hört mich nicht, ich frage etwas lauter: Da dreht sie mich um und glotzt mich an als hätte ich ein Schnitzel an der Backe :shock: . Erst jetzt erkenne ich, dass ein Koffer neben ihr auf dem Boden steht und sich dort keiner mehr hinsetzen kann. Als ich mich umdrehe um einen bequemen Platz zum Stehen zu finden bemerke ich, dass alle anderen um mich herum mich auch anglotzen.

    Früher wäre das mein Ende gewesen (bildlich): Ich hätte die ganze Zeit überlegt, was ich falsch gemacht habe. Was falsches gesagt? Hätte ich nicht fragen dürfen?
    Nun lief es ok ab: Erstens ist es mir egal ob ich was richtig oder falsch gemacht hab, zweitens ist es mir egal warum die anderen alle geglotzt haben. Vielleicht, weil ich etwas lauter gesprochen habe? Unerhört ;) .

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plejaden,

    ja, die Situation im Bus ist irgendwie recht ähnlich – wobei ich hier bei mir natürlich nicht die Blicke der Massen auf mich gezogen habe :wink: .

    Aber dazu kommt noch etwas ganz anderes: Ich werde mir meiner Kompetenzen und Fähigkeiten immer sicherer bewusst und lasse mich nicht aus dem Konzept bringen, wenn irgendjemand meint, diese anzweifeln zu müssen/wollen/dürfen. Hier lag (und liegt) wohl auch eine meiner umfangreichsten Baustellen: Das Ablegen von allzu perfektionistischen Zielvorstellungen in meinem Handeln und vor Allem: Die Einsicht, das andere Menschen in ihrem Tun genauso weit von der absoluten Fehlerfreiheit entfernt sind. Alkohol mit der trügerischen Wirkung eines gestärkten Selbstbewusstseins wirkt bei einer solchen Aufgabe natürlich völlig kontraproduktiv!

    Tja, hätte ich mal früher gewusst, dass ich einfach ‚nur’ mit dem Trinken aufhören muss, um einige meiner Knoten zu lösen … nun ja, hab ich aber nicht und auch das ist völlig in Ordnung :wink: .

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo zusammen,

    gestern hatte ich noch ein schönes weil durchaus Erfolg versprechendes Telefonat. Es könnte mich in den nächsten Wochen (und hoffentlich auch Jahren) wieder zu einer regelmäßigen Tätigkeit gebracht haben, aber der im Unternehmen zuständige Entscheidungsträger tummelt sich gerade an den Stränden des Mittelmeeres, also muss ich mich noch einige Tage gedulden. Aber klang schon alles sehr positiv :D.

    Heute Nacht bin ich dann träumenderweise mit Alkohol in Kontakt gekommen :cry: . Das Ganze spielte so in der Zeit, als ich mein Studium zum Abbruch geführt habe: Ich war im Traum bereits abstinent und mir meines Alkoholismus wohl bewusst, aber nachdem ich von einem längeren Aufenthalt bei Freunden wieder zurück in meine Einzimmerbude gekommen bin, wurde ich von Hilflosigkeit und Einsamkeit übermannt. Aus diesem Gefühl der Perspektivlosigkeit bin ich dann zur Tankstelle gelaufen (es war zwar ein normaler Wochentag und erst früher Nachmittag, aber die Tanke war damals das am nächsten liegende Depot) und habe mir 2 Dosen Bier gekauft.

    Bereits auf dem Weg dorthin wusste ich, dass ich später noch einen Kasten Bier kaufen werde, und auch, dass ich etwas Falsches tue, dass ich die vorher empfundene Zufriedenheit in meiner Abstinenz aus Angst vor meiner eigenen Unzufriedenheit mit mir und meinem Leben einfach wegwerfen würde. Und trotzdem bin ich stur weiter gegangen und habe diese zwei Dosen gekauft, bin wieder zurück in meine Wohnung und habe die erste Dose geöffnet. Alles in mir schrie auf, versuchte mich auf den Fehler hinzuweisen, den ich zu begehen im Begriff war, und dennoch führte ich das Bier an meine Lippen und trank.

    Ich weiß noch, dass ich mich nach den ersten Schlucken besch###n fühlte, die erste Dose war aber nach einigen Minuten leer … Viel mehr ist dann auch nicht mehr passiert, der Traum war zu Ende, aber ich hätte diesen Kasten sicher noch besorgt, wenn ich weiter geträumt hätte …

    Hmmm …. Nicht frei von Dramatik, aber wenigstens hat mich der Traum nicht allzu lange in den Tag begleitet. Erzählen wollte ich ihn trotzdem ganz kurz.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Zitat von JoeDoe

    aber der im Unternehmen zuständige Entscheidungsträger tummelt sich gerade an den Stränden des Mittelmeeres, also muss ich mich noch einige Tage gedulden.

    Hi Joe,

    schön, dass endlich ein Lichtblick für Dich kommt. Ich freu mich riesig für Dich. Geh aber trotzdem nicht gleich am ersten Tag nach dem Urlaub zum Entscheidungsträger, da ist nämlich meistens schlechte Laune angesagt.

    Du kannst ja Alp(k)träume haben :lol: . Hoffentlich hast Du keine Disposition zum Schlafwandeln :P .

    Daumen drück :!:

    LG, Andy

  • Hallo Andy, Hallo Forum,

    na, ich werd den guten Mann schon nicht am Flughafen überfallen :wink:. Er wird Ende nächster Woche wieder in seiner Firma aufschlagen, und dann werde ich über meinen 'Kontaktmann' mal nachhören, wie es so aussieht.

    Zum Schlafwandeln: Naja, wüsste ich nicht, aber auch wenn: Die besagte Tankstelle liegt gut 240 Kilometer weit entfernt und den Schlüssel zu meiner alten Bude habe ich nun auch schon einige Jahre nicht mehr, da fühle ich mich als sicher :wink: !

    Noch mal kurz zu dem Traum selbst:

    Ich habe da gestern Abend noch ein wenig drüber nachgedacht und feststellen müssen, dass dieses Szenario zur damaligen Zeit (ist ungefähr 8 Jahre her) tatsächlich so hätte ablaufen können. Meine einzige Trinkpause ist in diese Zeit gefallen und diese habe ich auch nicht bei mir zu Hause begonnen, sondern bei einem guten Freund in Oberfranken (was ironischerweise ja die Region mit der höchsten Brauereidichte der Welt sein soll :roll: :wink:). Als ich damals wieder in Richtung meiner vier Wände unterwegs war, hatte ich die Pause allerdings bereits längst beendet und die Dose Bier hatte ich schon während der Zugfahrt in der Hand :roll: .

    Na ja, im Gegensatz zu damals habe ich heute aber das Gefühl, mich wesentlich bewusster mit mir und auch mit meiner (unserer) Krankheit auseinandergesetzt zu haben und glaube, dass ich genügend Ansprechpartner habe, die mich in einer solchen Situation heute vor einem Rückfall schützen könnten. (Wobei ich natürlich hoffe, dass ich diese Hilfe so selten wie möglich brauchen werde).

    Nun denn, der Hundeplatz ruft :wink:.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo miteinander,

    heute mal ein Beitrag zum Thema: ‚Veranstaltungen, die vordergründig dem Alkoholkonsum dienen

    Am Wochenende war ich zusammen mit meiner Partnerin in Bonn und da wir in der glücklichen Lage sind, die öffentlichen Verkehrsmittel der Region am WoE ‚für umme’ nutzen zu können, haben wir uns angesichts der aktuellen Benzinpreislage entschieden, die Fahrt dorthin mit dem ÖPNV zu bestreiten. Die Anbindung ist auch nicht so verkehrt, also haben wir uns am frühen Nachmittag auf die Reise gemacht.

    Zunächst einmal sei kurz erwähnt, dass hier in Köln seit einigen Monaten ein Verzehrverbot in den Bussen und Bahnen der lokalen Verkehrsbetriebe gilt. Dieses zielt z.B. auf die sehr beliebte Unsitte, sich seiner halbentleerten Bierflasche bereits in der Bahn zu entledigen, was insbesondere an Wochenenden immer wieder zu einem ganz besonderen Aroma beim Reisen geführt hat. Und mein persönlicher Eindruck ist auch, dass es sich innerhalb von Köln tatsächlich sehr gebessert hat.

    Aber: Das gilt natürlich nicht für den Mehdorn’schen Superkonzern. Hier darf weiter getrunken und gespeist werden und das reisende Volk nahm diese Gelegenheit auch dankend an. In einem gut besuchten Zug (ich erinnere noch einmal: 14:00Uhr, kurz nach Mittag!) saßen wir neben einer Gruppe von Jungjuristen, die sich angeregt über ihre aktuelle Prüfungsphase unterhielten. Die Angeregtheit ihrer Unterhaltung wurde wohl durch den Konsum des einen oder anderen Bieres forciert, da ein deutlich wahrnehmbarer Biergeruch aus ihren Hälsen dampfte. Das kleine Grüppchen hinter uns hatte sich für die 30 Minuten mit einem Six-Pack fruchtiger Biermixgetränke bewaffnet und auch durch die Gänge huschte mal ein ‚Sail away’ oder ‚Ein schöner Tag’. Kurzum: Ich dachte, ich bin in einer Kneipe :?

    Na ja, jedenfalls sind wir unbeschadet in Bonn angekommen und ich konnte auch dem Drang widerstehen, die Notbremse zu ziehen, um ein wenig frische Luft in die Lungen zu bekommen. Als Nichttrinkender ist dieser Biergeruch doch schon sehr penetrant.

    Noch besser wurde es jedoch auf der Rückfahrt: Gegen 23:30 sollte es wieder in Richtung Köln gehen, da wurde mir schon auf dem Bahnsteig bewusst, dass ich offenbar durch eine Raum/Zeit-Spalte gestürzt sein muss: Ich war plötzlich am Ballermann! Kein Scherz, das Volk ergab sich in vollen Zügen (uhhhh, was ein Wortspiel :wink:) seiner Trinkleidenschaft. Das einzige, was fehlte, war tatsächlich der Sangria, der aus Eimern getrunken wurde. Die ‚fruchtige Note’ aber brachte ein Damentrüppchen mit Kirschlikör und Pappbecherchen mit. Alle anderen waren mit Bieren, Biermixgetränken, Vodkamixgetränken oder anderen Alkoholika bewaffnet. Wäre man fremd, dann könnte man glauben, dass ein Bier auf dieser Strecke als Fahrkarte gilt!

    Wie auch immer. Ich habe es überstanden und glaube auch, keinen Schaden durch das Erlebte genommen zu haben. Für das nächste Mal werde ich mir aber doch überlegen, ob es nicht sinnvoller ist, mit dem Auto zu fahren … auch wenn das wieder Geld kostet, aber schließlich sollte man Veranstaltungen, die vordergründig dem Alkoholkonsum dienen, besser meiden.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo J.

    dieses Trinkgelage kenne ich auch von früher, denn ich war ja mittendrin! :oops::?

    Mittlerweile beschäftigt es mich nur noch am Rande!

    Leider kann ich mich nicht immer den Gerüchen oder der Randale entziehen , aber ich kann es als schlechtes Beispiel nehmen und mich an meiner gewonnen Trockenheit erfreuen!

    Wieviel nüchterne Menschen sind dir aufgefallen? :wink:

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Servus JoeDoe!

    Man sollte es nicht für möglich halten, wo einem überall Alkohol begegnet und wo überall Trinkgelage veranstaltet werden.

    War voriges Jahr mit meiner Frau Klettern auf Mallorca und in einem sehr schönen Hotel untergebracht. Das Einzige das störte, war eine Horde deutscher (ist aber jetzt kein Vorurteil - könnten ebenso Engländer, Österreicher,etc.) Ballermann-Touristen, die von früh bis spät nur eins im Sinne hatten - saufen!!! Und damit verbunden, Krawall,Stänkereien,Erbrochenes im ganzen Hotel verteilt,etc.

    Ich nehme solche Erlebnisse zum Anlaß mir vor Augen zu halten wie ich einmal gewesen bin und wie ich nicht mehr sein will.
    Im Zug sollte es eigentlich möglich sein, denn Sitzplatz zu wechseln, wenn dir der Anblick alkoholgeschwängerter Mitreisender zuviel wird.
    Am besten ist sicherlich sich eine gewisse Gleichgültigkeit dem Alkohol"genuß" anderer gegenüber anzueignen, denn wir sind nur für uns selbst verantwortlich.

    LG
    Andreas

    carpe diem

  • Hallo Hartmut, Hallo Andreas, Hallo Forum,

    Na, glücklicherweise sind Randale oder wirkliche Orgiensäufer nicht Teil meiner Reiseerlebnisse gewesen. Aber vor Allem auf dem Rückweg nach Köln waren bestimmt 75% der Fahrgäste leicht alkoholisiert, oder eben im Begriff, dies zu werden.

    Nur kurz zur Info für alle, die nicht so ortskundig sind: Das ist keine wirklich lange Strecke und die Züge fahren auch die ganze Nacht durch. Ein kleiner Shuttle ins Kölner Nachtleben eben.

    Einige nüchterne Menschen sind mir natürlich trotzdem aufgefallen :wink:, aber wie gesagt, wir waren klar in der Minderheit. Tja, solche Szenen sind letztendlich Teil der Realität/Normalität und solange sich alle anständig benehmen, habe ich (und auch kein anderer) das Recht, mich darüber zu beschweren. Die Tatsache, dass ich mit Alkohol nicht umgehen kann, kann ich nicht auf jeden projizieren, der mal eine Flasche Bier in der Hand hält. Mein Alkoholismus ist eben auch mein ‚Problem’ und nich zwangsläufig für andere ein Thema.

    Nun ja, bis auf den doch etwas penetranten Biergeruch war es am Ende doch eine erträgliche Fahrt und ich kann auch nicht sagen, dass mein Suchtgedächtnis durch die Eindrücke angesprungen ist. Also kein ‚Na, eines könntest Du doch auch.’ oder ‚Das wär jetzt aber lecker’ oder ‚So einen kleinen Schwipps hätte ich jetzt aber auch gerne’. Von daher eine reine Frage der Reiseästhetik :wink:.

    Liebe Grüße

    J. (der gelesen hat, dass es in London am Wochenende wohl zu heftigsten Trinkorgien in den U-Bahnen gekommen ist, nachdem ein Alkoholverbot im ÖPNV in Kraft getreten ist :shock:)

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo JoeDoe,

    da ich den ÖPNV nur zu Zeiten benutze, wo der Otto-Normal-Bürger (noch) keinen Alkohol zu sich nimmt (denn dann wäre er ja Alkoholiker :roll: ) bin ich vor solchen Orgien weitestgehend sicher.

    Das sieht ausgerechnet dann, wenn ich von der SHG heimfahre, völlig anders aus. Im Bus liegt ein Duft von allerhand Speis und Trank, die leeren Bierflaschen rollen hin und her, ich kriege öfters Menschen mit Bier in der Hand zu Gesicht. Aus diesem Grund fahre ich dann meist zur Uni zurück, weil es dort im Bus weeesentlich besser ist.

    So, und nun muss ich mich dazu motivieren joggen zu gehen. Und das bei der Waschküche da draußen... aber es gibt ja kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung ;) .

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plejaden,

    genau das hier

    Zitat

    … wo der Otto-Normal-Bürger (noch) keinen Alkohol zu sich nimmt (denn dann wäre er ja Alkoholiker :roll:) …


    versuche ich mir gerade abzugewöhnen, bzw. mich nicht berühren zu lassen. Viele (sogar die meisten) Menschen können mit Alkohol umgehen, ich hingegen kann es nicht! Und: Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Wer also meint, am frühen Nachmittag ein Bier trinken zu müssen/wollen/dürfen, der kann das gerne tun und es interessiert mich letztendlich auch nicht, ob das jetzt ein Zeichen von Alkoholismus ist, oder nicht. Ich habe mich zwar schon irgendwie gewundert, dass sich doch so viele Menschen an einer Flasche festgehalten haben, aber solange sich alle benehmen und mich mit ihrem Trinken nicht näher tangieren, habe ich eigentlich gar keine Lust, mir meinen Kopf über das Verhalten anderer Leute zu zerbrechen. Das ändert sich erst, wenn mein Gegenüber sich selbst auch kritisch hinterfragt: Da investiere ich gerne mal einen Gedanken, vorher macht das jedoch gar keinen Sinn.

    Zitat

    aber es gibt ja kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung :wink: .


    Recht so! Das musst Du einem Hundehalter aber nicht erzählen :wink: .

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Servus JoeDoe !

    Genauso halte ich es auch. Mir ist der Alkohol und sind die Alkohol trinkenden Menschen inzwischen gleichgültig geworden. Ich registriere es nicht mehr ob jemand am Nachbartisch sich ein Bier bestellt oder Apfelsaft. Es gibt Leute die mit Alkohol umgehen können und andere die es nicht können. Zu den Letzteren gehören wir und werden es immer bleiben.

    Besonders markante Alkoholauffälligkeiten bemerke ich natürlich schon - aber dann bin ich dankbar und froh nicht mehr in dieser Lage zu sein.

    LG
    Andreas

    carpe diem

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