Danke liebe Caro! Deine Worte taten gut! Eigentlich hast du ja recht, aber man "schämt" sich vielleicht, weil man ja eigentlich weiß dass man gerade einen Fehler macht aber trotzdem nicht anders handlungsfähig ist?! Da ist so eine Schwäche, Machtlosigkeit, Ohnmacht... wie auch immer.
Wirklich weiter gekommen bin ich heute nicht... die Gedanken kreisen ohne Unterlass... fühle mich leer, traurig, hilflos... manchmal mischt sich Wut hinein, die nur leider nicht lang genug anhält um damit arbeiten zu können, um etwas aus ihr zu ziehen... Dann diese Gedanken "was wäre wenn", es könnte alles sooo schön sein, andere Familien sind doch auch glücklich, zufrieden, intakt... Aber sind sie das wirklich???
Rede häufig mit meinem Mann über unsere/ meine Probleme, bzw. über die Sucht meines Vaters... Er ist unglaublich geduldig, verständnisvoll... Versucht mich abzulenken, mich auf schöne Gedanken und Aktionen zu bringen... Redet viel vom Krümel... Aber manchmal platzt halt auch ihm der Kragen, wenn er mich mal wieder trösten muß, ich nicht abzulenken bin, die Sucht unsere Beziehung stört und belastet... Verständlicherweise, auch er hat seine Grenzen... Warum kann ich es nicht ertragen wenn er über meinen Vater schimpft, sich ärgert warum er so und nicht anders ist, warum er alles "kaputt" macht, Wörter voller Wut und Aggression, so klar, so unmißverständlich und doch von Hilflosigkeit, Trauer und Wehmut geprägt. Warum "darf" nur ich schimpfen, sauer sein... und niemand sonst??? Warum ertrage ich es nicht wenn jmd. schlecht über meine Eltern redet???
Ich versuche mal wieder die Sucht meines Vaters anzunehmen, die beiden zu trennen, Distanz zu allem aufzubauen, das alles nicht so nah an mich heran zulassen...mich auf mich zu konzentrieren, auf meine kleine Familie... zu akzeptieren dass ich der Sucht machtlos und nackt gegenüber stehe, nichts ändern kann, kapitulieren muß da sie stärker ist als ich, nur mich selbst retten kann... Der Weg scheint noch sehr lang zu sein und birgt überrall Tücken und Hindernisse... Ich hoffe sehr dass ich stark bleibe und irgendwann ganz stoisch meinen/ unseren Weg gehen kann und in die richtige Richtung laufe...
Liebe Caro, meinem kleinen Bauchbewohner geht es gut. Noch hat er etwas Platz zum turnen, was er täglich ganz fleißig und rücksichtslos tut
vor allem liebt er es Turnstunden abzuhalten wenn ich etwas ruhen möchte
Aber das ist ok so, so weiß ich dann doch dass er sich wohl fühlt und wächst und gedeiht, denn das muß er noch... Ansonsten bereiten wir gerade alles für seine Ankunft vor, mein Mann ist sehr süß, ist schon interessant wie sie sich so entwickeln- täglich streichelt er ihn und spricht mit ihm, erzählt was, macht faxen... Und was Krümel- Utensilien angeht, ist er noch verrückter als ich... Da muß ich ihn dann doch desöfteren mal bremsen 
Manchmal kann ich all das genießen und bin einfach nur glücklich... Leider zu selten... Es fällt mir sehr schwer unbeschwert zu sein und das macht mich wieder unendlich traurig- ein Teufelskreis. Ich weiß dass ich es gut habe ein Kind erwarten zu dürfen, und natürlich freue ich mich... haben wir doch lange darauf gewartet...jedoch ist die Freude von den Umständen getrübt... womit wir wieder beim Teufelskreis wären... Es wie ist verhext...
Für heute genug der trübsinnigen Gedanken...
Anna