Beiträge von Zeppeline

    Hallo an alle,
    ich nochmal. Der morgendliche Erkältungsbrummschädel hat sich schnell gebessert und der restliche Tag war wirklich prima. Ich konnte hochkonzentriert und mit großem Spaß arbeiten, hab zwischendurch mal im Forum vorbeigeschaut und dann ohne lange herumzutrödeln wieder weitergearbeitet. Das hätt ich jetzt gern immer so... :lol:

    Eben war ich noch 1 Stunde beim Sport, so daß es mir jetzt so richtig gutgeht; dort hab ich auch erfahren, daß man den Sportplatz hinter der Halle nach Belieben außerhalb der Trainingszeiten der Vereine nutzen kann. Ich denke, ich werde dort morgen mal ne Runde Laufen gehen. Ähm, was ich eben so unter Laufen verstehe, also doch eher ein Gehen... :roll:

    panther : danke für die Antwort und den Ratschlag, ich habe im Laufe des Tages immer mal wieder darüber nachgedacht und mittlerweile ist der Groschen gefallen. Wobei das Wort "Ablenkungsmanöver" von mir vielleicht etwas schludrig gebraucht wurde, weil gerade das passende Wort fehlte; andererseits haben solche vermeintlichen Schludrigkeiten ja meist auch eine tiefere Bedeutung und werden selten völlig grundlos gesagt oder eben geschrieben.
    Wie auch immer, ich werde mal drauf achten.

    Laßt es Euch alle gutgehen und bis bald,
    viele Grüße,
    Zeppeline

    Liebe Sabine,

    zuerst einmal willkommen hier – ich bin auch relativ neu in diesem Forum und auch noch ziemlich neu im abstinenten Leben, daher halte ich mich meistens mit Ratschlägen etwas zurück. Als ich Deinen ersten Beitrag las, war das allerdings für mich wie eine kleine Zeitreise, deswegen mag ich dazu auch etwas schreiben.

    Vor einigen Monaten war ich nämlich in einer vergleichbaren Situation – ich hatte aufgehört zu trinken und war nun mit dem Problem konfrontiert, daß mein Freund – der nicht abhängig ist – immer noch gerne abends Wein oder Bier getrunken hat. Keine großen Mengen, aber ich hatte das Zeug eben auch noch vor der Nase, in der eigenen Wohnung.

    Dazu muß ich sagen, daß ich anfangs kein großes Problem darin sah. Schließlich war ich alkoholkrank und nicht er, schließlich mußte ich zusehen, wie ich in einer Welt zurechtkomme, in der der Alkohol nun mal ständig eine Rolle spielt. Draußen konnte ich ja auch keinem verbieten, Alkohol zu trinken...

    Das waren so meine Gedanken zu dem Thema, und ich nehme an, daß die nicht allzu unüblich sind. Als ich das in meiner Selbsthilfegruppe erzählte, wurde mir ziemlich eindringlich ins Gewissen geredet – ich muß das nicht im Detail wiederholen, sieh Dir einfach die vorigen Beiträge hier in Deinem thread an, dann weißt Du, was man mir so gesagt hat.

    Tja, da hatte ich natürlich ein Problem: Erstens hatte ich ein blödes Gefühl dabei, meinem Liebsten Vorschriften machen zu müssen, wann er wo was trinken darf. Zweitens hat mich der Rat der Leute in der SHG damals noch nicht so recht überzeugt, ich hatte schon das Gefühl, alles im Griff zu haben und dem Zeug auch widerstehen zu können, wenn es bei mir zuhause rumsteht. Trotzdem brachte ich das Thema dann zuhause zur Sprache, und siehe da: es war eine ziemliche Katastrophe. Mein Freund war erstmal empört und verstand überhaupt nicht, was ich von ihm will. Daß der Rat von der SHG kam, machte es nicht besser, er hatte den Eindruck, man habe mir da eine kräftige Gehirnwäsche verpaßt. Wie auch immer, es gab erstmal einigen Zoff und eine Menge Unverständnis.

    Obwohl mir so gar nicht danach war, habe ich das Thema in den folgendenTagen immer mal wieder zur Sprache gebracht und einfach nicht aufgegeben, und siehe da: eines Abends verkündete mein Freund aus heiterem Himmel, er wolle heute abend mal zur Selbsthilfegruppe mitgehen, die sei doch auch für Angehörige, oder?

    So, den Rest mach ich kurz: Das Gespräch mit den Leuten in der Gruppe allein hat es nicht gebracht, aber es war offenbar ein Schubser in die richtige Richtung. Mein Freund war dem Thema Alkoholabhängigkeit gegenüber seitdem viel aufgeschlossener und hat sich auch über Themen wie Suchtgedächtnis etc. informiert. Kurz nach dem Abend in der Selbsthilfegruppe beschloß er, daß es eigentlich kein Problem sei, auch auf Alkohol zu verzichten. Und stell Dir vor: er leidet überhaupt nicht darunter! Wir Alkis denken ja immer, andere, nicht-abhängige Menschen würden einen fürchterlichen Verzicht erleiden, wenn sie keinen Alkohol mehr trinken, aber das stimmt gar nicht.

    So, ich denke das war ausführlich genug; und hier mein Ratschlag: setz Dich selbst nicht allzu sehr unter Druck, aber gehe dieses Thema so bald wie möglich und so selbstbewußt wie möglich an. Viel Erfolg dabei und liebe Grüße,

    Zeppeline

    Ein langer Tag war das gestern, aber da ich ihn mir nach Gusto einteilen durfte und Zeit für eigene Projekte hatte, war es ziemlich prima. Bin abends ganz zufrieden nach Hause gedackelt und habe wirklich und wahrhaftig Feierabend gemacht, statt mich nochmal an den Computer zu setzen. Das war früher eine eingeschliffene Gewohnheit: abends noch endlos lange am Rechner sitzen und irgendwas arbeiten, mit Betonung auf „irgendwas“: wichtig war dabei natürlich der Wein, den ich mir dabei reingekippt habe. :oops:
    Und morgens dann jedesmal wieder dieses erbärmliche Katergefühl, das ich mir mittlerweile fast schon mühsam in Erinnerung rufen muß.

    Heute früh bin ich mit leichtem Brummschädel (Erkältung) aufgewacht und war für einen Moment deswegen richtig ungehalten: schließlich saufe ich nicht mehr, also hab ich mich morgens gut zu fühlen! Dann kam die Frage auf, wie ich das um Himmels willen früher alles geschafft habe, obwohl ich fast jeden Tag verkatert war, mal mehr, mal weniger. Es muß ein enormer Kraftakt gewesen sein, plus schlechtes Gewissen. Das war jedesmal schlimmer als das miese körperliche Gefühl.

    Insgesamt komme ich zur Zeit ziemlich gut klar, doch in den letzten Tagen gab es immer mal wieder Attacken des schlimmen alten „Arme-Sau-Syndroms“ mit allen Zutaten: Selbstmitleid, Verbitterung, blödsinniges gedankliches Rumreiten auf irgendwelchen Ungerechtigkeiten... argh.

    Ist nicht schön und vorsichtig ausgedrückt auch saublöd, aber wenigstens kann ich solche Verhaltensweisen inzwischen erkennen und mir selbst gut zureden. Nach diversen Ablenkungsmanövern sind solche Anwandlungen dann auch halbwegs fix vorbei. Sie kriegen einfach keine Chance mehr, mir den ganzen Tag zu vermiesen.

    In diesem Sinne Euch allen einen schönen Tag,
    Zeppeline

    So, der Tag heute hat mir den Kopf wieder richtigrum aufgesetzt, es geht schon wieder viiiel besser.
    Auch an Doro ein großes Dankeschön fürs Klarmachen der Prioritäten. Inzwischen habe ich auch wieder etwas mehr Durchblick, gestern hab ich mich einfach komplett durch den Wind gefühlt.

    Sicher hat mir auch das heutige Treffen meiner Selbsthilfegruppe geholfen – nicht einmal durch ein direktes Gespräch über das Thema (dazu waren zuviele neue Leute da, die natürlich alle was zu erzählen hatten), sondern weil dort jeder Beitrag in irgendeinem Bezug zu einem selbst steht. Allein das Zuhören bringt mich immer wieder auf den Teppich zurück, außerdem ist das der beste Rahmen, um sich nicht ständig als Exot zu fühlen.

    Insgesamt gab es ne Menge Denkanstöße heute, aber die muß ich jetzt erstmal in Ruhe wirken lassen,

    bis morgen und viele Grüße,
    Zeppeline

    Hallo Plejaden,

    auch von mir einen herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum! Und ärgere Dich nicht zu sehr über den morgendlichen Daddel-Anfall, schließlich führt eine Abstinenz-Entscheidung nicht unmittelbar zur 180%-igen Perfektion.
    Sacht eine, die auch gerade eine Art Rückfall in alte Verhaltensweisen erlebt hat :wink:

    Liebe Grüße,
    Zeppeline

    Hallo Panther,

    vielen Dank für die klärenden Worte - auf die Idee, eine Schwäche in einem bestimmten Zusammenhang als Stärke zu sehen, war ich noch gar nicht gekommen.

    Und Du hast recht - 1 Tag später sehe ich die Sache schon etwas klarer; bin schon etwas weiter mit dem Sortieren der widersprüchlichen Gefühle.

    Dank und liebe Grüße
    Zeppeline

    N’Abend liebes Forum,

    puh, gerade wird mir klar, daß ich wohl doch eine längere Schreibpause eingelegt habe; der letzte Eintrag ist immerhin vom vergangenen Mittwoch. Mir hat abends einfach die Energie gefehlt, mich noch an den Rechner zu setzen und was zu schreiben; vielleicht muß ich meinen Tag einfach anders strukturieren, so daß ich abends noch in der Lage bin, meine Gedanken zu sortieren und das dann auch noch aufzuschreiben.

    Andererseits war ich am Wochenende sehr konsequent faul, inklusive Saunagang und Schwimmen am Sonntag, und das hat ungeheuer gutgetan. Solche Auszeiten erlebe ich viel bewußter als früher, weil ich so etwas einfach besser genießen kann.

    Heute ging – sozusagen zum Ausgleich – eine ganze Menge Dinge schief; die Aufgaben, die ich hätte erledigen sollen, gingen mir nur zäh und schleppend von der Hand, dafür gab es hier zuhause ständig Spannungen und zur Krönung des Abends dann noch einen Streit mit meinem Freund. Ist für mich immer sowas wie der Untergang des Abendlandes, obwohl ich so gaaaanz langsam lerne, daß auch nach einem Streit ein Weiterleben möglich ist. Wie ich gerade eben wieder mal feststellen konnte. :wink:

    Später bin ich dann noch zu einem Vortrag gegangen, der einerseits interessant war, mich andererseits aber sehr unangenehm an meine zur Zeit leider arg stagnierende Berufslaufbahn erinnert hat; nicht daß ich darüber nicht sowieso schon ständig nachdenke, aber heute abend war das besonders fies – wohl auch wegen des häuslichen Elends.

    Nach dem Vortrag wäre noch die Möglichkeit gewesen, bei “einem Glas Wein“ mit den anderen zu quatschen (komisch, nie sagt einer, man könne sich doch noch ein wenig bei einem Glas Orangensaft unterhalten...). Ich bin wegen genau dieses Weins zeitig gegangen (das hatte ich mir ja schon vorher vorgenommen), aber hier kann ich es ja doch noch gestehen: es kam meiner altbekannten Vermeidungstendenz sehr entgegen, gleich nach dem Vortrag abzuhauen. Nachdem ich eben diese Vermeidungshaltung in den letzten Wochen ganz gut bekämpft hatte, bin ich jetzt ganz verwirrt: Es war sicherlich richtig, noch vor dem fröhlichen Weinflaschenentkorken zu gehen, aber ich dachte, meinen Fluchttrieb bei derartigen sozialen Zusammenkünften hätte ich etwas besser unter Kontrolle.

    So wirr wie das jetzt hier steht, ist mir auch im Kopfe; ich fühle mich etwas angejammert und wacklig im Gemüt. Hat aber schon gutgetan, das einfach runterzuschreiben. Und dabei laß ich’s jetzt erstmal bewenden,

    viele Grüße,
    Zeppeline

    Uff, schon Wochenmitte! Irgendwie ist bei mir kräftig der Alltag eingekehrt, das mit der “Ereignislosigkeit” ist also schon fast wieder überholt. Andererseits passiert wenig Neues und Unerwartetes, daher brauche ich hier auch keine Romane über den Tagesablauf zu schreiben.

    Immerhin bleibt so genug Raum und Muße, um gelegentlich mal über den eigenen Zustand nachzudenken. Der Alkohol ist nach inzwischen mehr als 4 Monaten Abstinenz nicht mehr ganz so präsent, d.h. ich starre nicht mehr ungewollt, aber umso faszinierter auf die Weinflaschen im Supermarktregal, gucke nicht mehr ganz so wehmütig durchs Fenster in hellerleuchtete Restaurants (und vor allem auf die schicken Gläser auf den Tischen) und muß nicht die ganze Zeit an diesen zermürbenden Verzicht denken. Einfach weil da inzwischen viel weniger Verzichtgefühl ist. Ich kann aber auch nicht behaupten, daß sich dieses Verzichtgefühl komplett aufgelöst hat; es taucht nun deutlich seltener, gemeinerweise aber auch deutlich überraschender auf. Genauso unerwartet verschwindet es dann meist auch wieder.

    Etwas gespenstisch finde ich auch die Geschwindigkeit, mit der ich Dinge vergesse, die früher massiv meinen alkoholischen Alltag geprägt haben. Der SHG sei Dank werde ich aber immer schön dran erinnert, denn mich gibt es – um mal eine Formulierung aus einem anderen Thread aufzugreifen – offenbar ca. 15mal (das ist so die durchschnittliche Teilnehmerzahl in der Gruppe); jedenfalls erzählen die anderen ständig meine eigenen Erlebnisse... gestern abend ging es beispielsweise um die schlauen Tricks, mit denen wir meinten, vor anderen unseren Alkoholkonsum verbergen zu können. Wie zum Beispiel das System mit den zwei identischen Trinkgefäßen – das eine zum Vorzeigen (und mit einem nichtalkoholischen Getränk gefüllt), das andere im Versteck, um immer schön ungesehen nachtanken zu können. Meiomeiomei.... Diese Tricks sind ja an sich schon völlig grotesk, aber viel schlimmer finde ich die Tatsache, daß mir überhaupt nicht aufgefallen ist, was für einen Scheiß ich da mache.

    Sei’s drum, es ist sicherlich gut, sich angesichts eigener Gedächtnislücken häufiger dran erinnern zu lassen. Und auch sonst muß ich mir immer wieder klarmachen, wie wichtig der Besuch der SHG für mich ist (genauso natürlich der Besuch dieses Forums).

    JoeDoe : hmm, ich glaube die Hoffnung auf Transferleistung in Sachen Selbstbewußtsein (so schlimm isser übrigens gar nicht, Dein Satz :) ) ist berechtigt. Mir hilft die Übung in der Selbsthilfegruppe auch ganz hervorragend dabei, auch sonst im Alltag klarzukommen, das ist eine sehr angenehme "Nebenwirkung" der Meetings. Gelegentlich ertappe ich mich sogar dabei, ohne größeres Nachdenken Situationen zu meistern, die mir früher eine Heidenangst eingejagt hätten. Das fällt mir witzigerweise immer häufiger erst nachher auf. Klasse, oder?

    So, im Nebenzimmer raschelt gerade jemand mit dem Schokoladenpapier herum. Muß dringend mal nachsehen, was da los ist... 8)

    Viele Grüße,
    Zeppeline

    Viel Erfolg, Plejaden, bei der Häuslesuche! :):):)
    Ich weiß, man soll es mit den Smileys nicht übertreiben, aber das mußte jetzt sein. Schließlich ist das - :evil: - Monster weg, dank generalstabsmäßig geplanter Freizeitaktivitäten am Sonntag. Der Auslöser ist mir allerdings immer noch ein Rätsel. Hm.

    Viele Grüße,
    Zeppeline

    Hallo Gesine,

    na immerhin! Ich meine: Immerhin hast Du es in der von Dir beschriebenen - bestimmt nicht besonders angenehmen - Situation geschafft, Deinem Gast klarzumachen, daß er das Zeug alleine trinken muß.

    Ich bin schon ein paar Wochen länger im Club der Abstinenten, aber ich habe manchmal auch noch ganz schön zu kämpfen, wenn ich in solche Situationen gerate. Sei tapfer und mach weiter so - das nächste Mal kannste vielleicht schon etwas mehr Farbe bekennen. Das muß man eben auch üben, bis es sitzt :wink:

    Viele Grüße,
    Zeppeline

    Obwohl am Wochenende und heute am Montag ganz schön viel los war, gibt es wenig Nennenswertes aufzuschreiben, mit Ausnahme einer längeren Attacke von Unruhe und einem Gefühl der Leere (= Saufdruck!) am Samstag-Abend, von der ich nicht weiß, was sie ausgelöst hat. Ganz zu Beginn der Abstinenz war das an jedem Wochenende so, nur dachte ich, da sei ich drüber weg. Was für ein Irrtum.
    Es war jedenfalls nicht die Karnevalsstimmung, soviel steht wenigstens fest, da gibt es nur ein Meer von Desinteresse bei mir. Wie auch immer, diese Unruhe war umso blöder, weil ich sie mir nicht erklären konnte.

    Am Sonntag gab es dann zum Trost und zur Belohnung einen langen Spaziergang mit Freunden und danach - brrr, war das ein Wetter! was für eine merkwürdige Form der Belohnung, bei Schnee und Regen draußen rumzutrotten - einen Cafébesuch. Das mache ich jetzt häufiger, ist so ne Art Ersatzritual für Kneipenbesuche :wink: .

    Nachdem in einigen anderen Threads in letzter Zeit häufiger von sozialer Phobie die Rede war, hab ich die letzten Wochen und Monate mal Revue passieren lassen, um zu sehen, was denn so aus meinen diversen, früher ständig präsenten Ängsten und Unsicherheiten geworden ist – das betrifft ganz besonders das Reden vor Gruppen (auch vor kleineren, eher inoffiziellen Gruppen, allerdings wird’s immer schlimmer, je offizieller der Anlaß ist und je mehr Leute daran teilnehmen). Da mein Alltag sich zur Zeit eher in kleinerem Rahmen abspielt und ich meist mit wenigen und vor allem immer denselben Leuten zusammentreffe, kann ich nicht wirklich überprüfen, ob sich für mich was verändert hat. Allerdings fällt es mir in der SHG sehr leicht, vor den anderen zu sprechen, und ich hab es auch bei ein paar Gelegenheiten gepackt, mich an Diskussionen zu beteiligen, ohne vor Angst unter den Tisch kriechen zu müssen; eine gewisse Überwindung war es immer noch, aber es ging. Das stärkt natürlich wiederum das Selbstvertrauen. Ist ein gutes Gefühl.

    Ansonsten gibt es hauptsächlich mehrere kleinere Siege über den guten alten Schweinehund zu vermelden, ob es nun der erwähnte Schlechtwetterspaziergang ist oder die zweimal pro Woche stattfindende Sportveranstaltung. Achja, und das Autogene Training, das wird langsam richtig guuut! Hab das früher zu Saufzeiten schon mehrfach versucht, aber da war es ein Teufelskreis: wenn man es richtig lernen will, sollte man schon ein wenig innere Ruhe und Geduld mitbringen, und da hat’s bei mir immer gehapert. Jetzt geht das schon viel besser, ich muß mich nur regelmäßig aufraffen. Und versuchen, nicht dabei einzupennen, wie es mir heute früh passiert ist :shock: .

    Tja, wenig Neues, zugegeben. Aber ich bin ganz zufrieden mit dieser Ereignislosigkeit. Wünsch Euch eine schöne Woche, ob nun ereignisarm oder nicht,
    viele Grüße,
    Zeppeline

    Hallo Zilli,

    auch von mir - ebenfalls noch ziemlich neu hier - ein herzliches Willkommen hier im Forum. Schade, den Chat hab ich heute verpaßt, aber wir hören / lesen wohl voneinander.

    Alles Gute für die kommende Woche und ganz viel Energie und Mut. Obwohl Du feststellen wirst, daß Dich niemand schief ansehen wird, da bin ich mir sicher. Es ist ein prima Gefühl, endlich die Wahrheit rauszulassen.

    Viele Grüße,
    Zeppeline

    Hallo Plejaden,

    puh, fast schon Geisterstunde. Fürs Forum war dieses Wochenende wenig Zeit, aber als ich Deine letzten beiden Beiträge las, fühlte ich mich an mein eigenes Suchtmonster erinnert. Das hat gestern abend zugeschlagen, und ich weiß immer noch nicht so genau warum. Naja, es waren nicht nur ein paar schwierige Momente, sondern eher Stunden, aber ich habs ähnlich bekämpft (Wasser, Wasser, nochmal Wasser). Irgendwann war es weg, puh. Aber eigentlich wollte ich Dir nur kurz schreiben: super, gut gemacht!

    Und ab morgen häkele ich endlich wieder an meinem eigenen Thread, muß einiges nachgetragen werden :?

    Viele Grüße und ne schöne Woche,
    Zeppeline

    Heute war ein mit Arbeit vollgequetschter Tag, bin gut mit meinem Kram vorangekommen und konnte zwischendurch sogar vergessen, daß ich mich so gerne ablenken lasse.

    Nachmittags gab es eine Situation, die ich hier nicht im Detail schildern mag – dafür ist mir dieser Forenbereich ein wenig zu offen – aber die Details sind auch nicht wichtig, hier nur soviel: es war ein unangenehmer Termin, den ich mir am liebsten erspart hätte. Das wäre auch möglich gewesen, umso zufriedener bin ich, nicht gekniffen zu haben. Auch die angsteinflößende Aufgabe, mich in einer Gruppe zu Wort zu melden und notfalls vehement meine Meinung zu vertreten, konnte ich diesmal gut meistern, bin seeeehr stolz.

    Heute abend war ich dann noch in meiner Selbsthilfegruppe, und heute hat sich das mehr als gelohnt. Zum einen war es einfach ein schöner und anregender, oft auch sehr lustiger Abend, zum anderen haben mir die Berichte der anderen und die gesamte Diskussion heute sehr weitergeholfen. Das ist nicht immer so, an manchen Abenden meint man (wie ein Teilnehmer es mal formuliert hat), der einzige Mensch in der Gruppe mit einem Alkoholproblem zu sein. Da wird nur gequatscht und rumgealbert. Finde ich aber nicht schlimm, wenn zwischendurch wieder tolle Gespräche stattfinden.

    Erschüttert hat mich heute, daß ich zum Zeitpunkt des Aufhörens verdammt nah an einer richtigen körperlichen Abhängigkeit dran war, und zwar viel näher als ich bislang dachte. Das ist mir während des Gesprächs in der SHG klargeworden, aber noch mehr danach, beim Lesen im Thread von Plejaden – auch ich hab mir bis jetzt vorgemacht, ich hätte “nur” Wein (jaja, lacht nur), aber nie Härteres getrunken. Reiner Selbstbetrug, denn wie mir angesichts von Plejadens Feststellung einfiel, hab ich mehrfach zu den höherprozentigen Flaschen gegriffen, wenn grade nicht genug Wein für meinen Pegel da war. Dabei hab ich nie größere Mengen vertilgt, aber daß ich mich bis grade eben selbst darüber getäuscht habe .... schauder. Bin gespannt, was noch so an bis jetzt verdrängten Erinnerungen hochkommt.

    Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende,
    Zeppeline

    Hallo JoeDoe,

    grade eben mußte ich ein bisserl grinsen – zum Thema soziale Phobie könnte ich auch ganze Bände schreiben. Vor allem das Reden vor Gruppen, uaaaaah...

    Merkwürdigerweise habe ich genau seit dem Tag, an dem ich zum ersten Mal in einer Selbsthilfegruppe saß und mich vorgestellt habe, deutlich weniger Probleme damit. Bin immer noch nicht die Mutigste, aber ich traue mich mehr als in den vergangen vielen, vielen Jahren. Und das nicht nur in der SHG, auch bei ganz anderen Gelegenheiten. Mittlerweile glaube ich nicht mehr, daß das nur an einer Abnahme meiner Nervosität aufgrund der Abstinenz liegt. Eher liegt es daran, daß ich über das Problem nachdenke und mich diesen vormals so beängstigenden Situationen stelle.

    Sehr spannend.

    Viele Grüße
    Zeppeline

    Hallo Plejaden,

    diese “Abfuhr” in Sachen Selbsthilfegruppe war sicherlich enttäuschend, aber ich möchte mich JoeDoe anschließen: erstens kann jede SHG hilfreich sein; in meiner Selbsthilfegruppe sitzen auch ein paar Leute, denen man das Etikett “schwerer Fall” verpassen könnte, aber es sind trockene Alkoholiker, die ihre Erfahrungen gesammelt haben und versuchen, ein zufriedenes trockenes Leben zu führen. Wenn ich weitergemacht hätte, hätte mein Tiefpunkt auch so ausgesehen, wie bei diesen Leuten. Wäre nur eine Frage der Zeit gewesen.

    Und zwotens ist dieses Forum hier doch tatsächlich eine ganz phantastische Selbsthilfegruppe. Ich betrachte es auch als prima Ergänzung meiner “realen” SHG. Von der profitiere ich bei jedem Treffen und es ist natürlich schön, anderen Leuten auch wirklich gegenüberzusitzen, aber die Unterstützung, die mir dieses Forum bietet, möchte ich auch nicht missen.

    Es ist egal, woher Du Deine Anregungen und Hilfen fürs trockene Leben hernimmst, Hauptsache, Du kannst sie annehmen und davon profitieren.

    So, war ein harter Tag heute, und er ist noch längst nicht zuende, daher erstmal herzliche Grüße,
    genieß das Wochenende,

    Zeppeline

    Hallo Forum,

    dieser Tag war ganz gut – das Problem mit meiner üblichen Aufschieberei hatte ich heute so ziemlich im Griff, auch wenn ich immer mal wieder dagegen ankämpfen muß, mich von nicht so angenehmen Aufgaben abzulenken oder von einer unangenehmen Aufgabe zur nächsten zu hüpfen und am Ende gar nichts auf die Reihe zu kriegen.

    Da fällt mir auf, daß ich allgemein ein ziemliches Problem damit habe, im Hier und Jetzt zu sein; meine Gedanken schweifen oft ab, ich bin dann oft schon zwei Schritte weiter, statt mich mit der Gegenwart zu beschäftigen.

    Wenn ich gerade einen Text lese, denke ich schon wieder daran, daß ich zur Bibliothek muß, um ein Buch abzuholen. Auf dem Weg zur Bibliothek fällt mir ein, daß ich eigentlich dringend was zu essen einkaufen muß, usw. Diese Rastlosigkeit und Ungeduld war während meiner Trinkzeit noch viel schlimmer, aber ich habe offenbar immer noch ein gehöriges Problem damit.

    Sport und leider noch sporadisches autogenes Training (naja, ich fange gerade mal wieder an damit – zum ichweißnicht-wievielten Male) helfen da schon ein bißchen, aber selbst da muß ich aufpassen, bei der Suche nach der Geduld nicht zu ungeduldig zu werden... :oops:

    Hab mir heute überlegt, was die prägendste Eigenschaft meiner Abhängigkeit war. Das war eindeutig die Gier, das Gefühl, den Kragen nicht voll genug zu bekommen. Schon beim Öffnen einer Flasche empfand ich ein Gefühl des Verlustes, weil die ja ganz schnell wieder leer sein würde (aha, auch da dieses merkwürdige Vorausdenken!).

    Da die psychische (im Gegensatz zur körperlichen) Abhängigkeit bei mir – noch – im Vordergrund stand, war es mir manchmal weitaus lieber, überhaupt nichts zu trinken zu bekommen als nur ein oder zwei Gläser. Gravierende körperliche Entzugserscheinungen hatte ich nämlich noch nicht, aber nach 1 Glas wollte ich garantiert meeeehr. Ein ganz schön deutliches Indiz für Kontrollverlust der allerfeinsten Sorte.

    So, ich werde jetzt noch ein paar Dinge erledigen und dann zum Sport gehen. Eins nach dem anderen, wohlgemerkt... :)

    Viele Grüße
    Zeppeline

    Huhu Plejaden,

    ha, gut gegeben! Egal wie Du das Dingens in Deinem Kopf nun nennst, ich glaube, es ist einfach wichtig, diesen inneren Monolog (oder Dialog, je nachdem, wie zwiespältig man sich mit diesem Suchtkobold nun fühlt) weiterzuführen. Auch wenn dieses Dingsda mal gerade den Schnabel hält.

    Und daß Du gestern plötzlich dieses Gefühl hattest, einfach nur das Richtige zu tun und zu denken, ist sicher ein gutes Zeichen.

    Hab seit gestern über das, was Du da geschrieben hast, nachgegrübelt, aber mehr ist dabei nicht herausgekommen... :)

    Viele Grüße
    Zeppeline

    Hallo Plejaden,

    dieses merkwürdige Gefühl, mangels Alkoholzufuhr auf Spaß verzichten zu müssen, habe ich auch; und das obwohl die Erfahrung inzwischen gezeigt hat, daß ich überhaupt kein Problem habe, ohne das Zeug fröhlich zu sein. Es kann also nur am Suchtgedächtnis liegen, und das ist immer dann besonders aktiv - jetzt müßte ich eigentlich in Deinen Thread rüberspringen, um Dir auf den dortigen Beitrag zu antworten - ähm, das ist besonders aktiv, wenn ich mich in alkoholgeprägter Umgebung aufhalte oder aufgehalten habe.

    Sobald ich das Zeug in der Nähe habe, springt der Motor an, und es braucht schon einige gedankliche Energie, um ihn wieder zum Stoppen zu bringen. Und gegen die dann entstehenden Verzichtgedanken anzukämpfen... Eigentlich ist es da naheliegend, einen großen Bogen um "alkoholische Umgebungen" zu machen.

    Ich hab nochmal nachgedacht, warum sich die meisten von uns gerade am Anfang so fürchterlich schwertun, das zu kapieren. Wahrscheinlich liegt es daran, daß wir meinen, etwas durch Willenskraft und Konfrontation besiegen zu müssen. Klappt aber nicht, wenn man mit einem Suchtgedächtnis ausgestattet ist.

    Tja, und es ist eben auch unbequem, sein Leben umstellen zu müssen. Wenn es ausreicht, nur mit dem Trinken aufzuhören, muß ich nix ändern; ich muß auch nicht meine Umgebung ändern. Das Thema Weihnachtsmärkte hat mir wieder klargemacht, daß ich nicht nur ein altes Ritual - vorübergehend oder dauerhaft, keine Ahnung - ablegen muß, sondern daß ich auch einigen Freunden erklären sollte, warum ich da nicht hingehe. Die Leute, die ich häufiger treffe, wissen größtenteils Bescheid, aber andere sehe ich einfach nicht so häufig, die sind noch nicht im Bilde. Jetzt habe ich die Wahl: entweder Ausreden erfinden oder eben Farbe bekennen. Vor kurzem hätte ich die Ausreden noch vorgezogen, aber so langsam denke ich um. Das ist aber unbequem, anstrengend und auch ein wenig beängstigend... obwohl die Umfrage bei den Langzeittrockenen ja gezeigt hat, daß man eher Respekt als Ablehnung erntet, wenn man zu seiner Alkoholabhängigkeit steht.

    Auweh, viel Text am frühen Morgen. Naja, ich wünsche Euch allen einen schönen trockenen Tag,
    viele Grüße,
    Zeppeline

    Hallo JoeDoe, Pauli und M,

    boaah, danke für das herzliche Willkommen, ist schön, so nett aufgenommen zu werden. :):):)

    JoeDoe : keine Sorge, hab ich nicht falsch verstanden; und Denkanstösse sind mir natürlich immer herzlich willkommen. Ich hab auch von Deinem Thread in letzter Zeit ne ganze Menge gelernt.

    @Pauli: prima Vorschläge, die werden sofort in meine Vorweihnachtsplanung aufgenommen.

    und zuguterletzt @M: so ein fettes Lob tut natürlich gut, aaaaber: erstens lese ich hier im Forum ja schon länger und hatte einige Zeit, über alles nachzudenken, zwotens hilft mir da meine Selbsthilfegruppe (und die hatten anfangs echt Arbeit mit mir und meinen "Überzeugungen", ich wollte ja auch unbedingt alles austesten und mir nach Möglichkeit noch beweisen, wie willensstark ich bin :? ), und drittens eiere ich in vielen Dingen immer noch ganz schön herum. Vieles fällt mir noch unendlich schwer oder irritiert mich einfach nur,d avon kriegt Ihr bestimmt noch so einiges zu lesen. Das ist ja auch der Grund, warum ich mich hier endlich registriert habe und aktiver mitmachen will.

    Danke nochmal für die super Aufnahme hier und viele Grüße,
    Zeppeline