Hallo Plejaden,
ZitatVielleicht war es die Erwähnung der "Trias der (Un)Glückseligkeit", die mein Suchtmonster aktiviert haben: Spaß, Gesellschaft, Alkohol. Erschreckend, das dieses Muster immer noch fest sitzt. Andererseits, ich arbeite ja erst seit zwei Monaten daran...
... und Rom wurde ja auch nicht an einem Tage erbaut
! Es denke, es ist sicher auch eine Frage der Zeit, bis sich solche Trinkreize wieder abschwächen. Und es hat sicher auch etwas mit eventuell mangelnden Verhaltensalternativen zu tun. Bei mir würde als Reaktion auf eine solche Reizsituation sicher auch der Griff zum Glas an erster Stelle stehen! Danach käme allerdings erstmal lange gar nichts
. Also muß man wohl lernen, neue Verhaltensoptionen zu entwickeln. Solange diese aber nicht sitzen, hat man in solchen Situationen auch nichts verloren! Und überleg mal: Du hast nur etwas gelesen!
ZitatHast du dich denn schon bei ihm geoutet, oder steht dir das noch bevor *das nicht im Kopf hat*?
Nun ja, ich habe schon erzählt, dass ich keinen Alkohol mehr trinke, dass ich mein Verhalten diesbezüglich immer kritischer einschätze, dass ich im Rahmen dieser Entscheidung auch den Weg einer klinischen Entgiftung gegangen bin, dass ich zur Suchtberatung gehe, etc ... allerdings: Das berühmte Wort Alkoholiker habe ich tatsächlich nicht verwendet. Ich glaube, dass hätte den Fokus meiner Berichte von meiner Abstinenzentscheidung weg zu einer Begriffsdefinition hin bewegt und damit hätte ich nicht die Information weitergegeben, die ich weitergeben wollte. So kann er über das Gesagte im Kern nachdenken und muß sich gedanklich nicht mit dem Begriff Alkoholismus herumschlagen (nur wegen solcher Aussagen 'Ach, Du übertreibst doch!'). Es wird sicher eine Umstellung in der Beziehung zueinander geben, aber wie das genau aussehen wird, dass wird sich frühestens im März nächsten Jahres zeigen. Ich denke jedenfalls, dass Du das schon richtig machst, wenn Du Deinem Bruder nacheiferst und nach Deinem Auszug eher sporadisch vorbeischaust. Das hat ja auch prinzipiell etwas mit 'auf den eigenen Beinen stehen' zu tun. Und das ist für die Eltern manchmal schwerer, als für die Kinder
!
ZitatMein persönlicher Ground Zero. Sonst käme ich noch auf die Idee, ein Neues an Stelle des Alten zu bauen...
Find ich gut! Man neigt als Mensch doch irgendwie dazu, die alten und schlechten Erinnerungen zu verdrängen, sie in die hinterste Ecke eines staubigen Speichers zu schieben. Dort fristen sie dann ihre letztlich doch für den neuen Weg so wertvolle Existenz fern jeglicher Beachtung. Wie soll man reflektieren und die frisch beschrittenen Pfade auf Fallen und Hintertürchen prüfen, wenn nicht mit einer wachen Erinnerung?
In diesem Sinne.
Liebe Grüße
J.