Beiträge von lumho

    Hallo Poldi,

    es freut mich, dass ich Dir gestern Abend noch etwas Gutes tun konnte.
    Ich wünsche Dir, dass Du stark genug bist, bei Deinem Entschluss zu bleiben, denn damit wirst Du Dir vermutlich eine Menge Leid ersparen.

    Im "Knigge" für die Auflösung moderner Beziehungen bin ich mangels Erfahrung nicht fit. Aber der gesunde Menschenverstand und das eigene Gefühl können ja auch manchmal helfen. Lass Dich davon leiten, aber mach Dir keinen unnötigen Stress.
    Ich persönlich würde die Abwicklung der Herausgabe des gegenseitigen Eigentums nicht einer fremden Person (Freunden) überlassen, sondern tapfer selbst erledigen. Soviel Stolz und Selbstbewusstsein würde ich von mir schon selbst beweisen. Eine elegante Lösung wäre aber vielleicht, einen Begleiter als Zeugen dabei zu haben, allein schon wegen eventueller emotionaler Ausrutscher, die ja bei solchen Gelegenheiten schon mal vorkommen sollen.

    Schieb es nicht zu lange heraus, damit Du wieder unbelastet in die Zukunft blicken kannst.

    Liebe Grüße
    Michael

    Guten Abend Poldi,

    jetzt hast Du ja alles andere als ein glückliches und harmonisches Wochenende gehabt, aber Deinen Posts nach zu urteilen, hast Du zumindest etwas dazu gelernt, was Dir helfen könnte, zukünftig angenehmere Erlebnisse zu haben.

    Ich wünsche Dir, dass Du konsequent bleiben und Deinen sogenannten Freund schnell vergessen kannst.
    Dabei brauchst Du Dir weder Gedanken wegen seiner Eltern zu machen, noch solltest Du daran denken, was er in Deiner Abwesenheit oder hinter Deinem Rücken alles von Dir oder über Dich erzählt. Auf beides hast Du nämlich überhaupt keinen Einfluss.

    Also: Einmal tief durchatmen, Tränen trocknen, Haare richten und Kopf hoch - und dann geht es aufrecht und mit Zuversicht in einen neuen Lebensabschnitt, in dem Du bestimmt bald wieder einen oder mehrere nette Menschen kennen lernen wirst.

    Alles Gute
    lumho

    Liebe Poldi,

    Ich habe gerade mal kurz Deine Beiträge überflogen und daher, bevor ich mich jetzt auch ins Bett verziehe, noch schnell ein paar Bemerkungen zu Deiner eigentlichen Frage:

    Ob Dein Freund schon alkoholabhängig ist, kann ich aufgrund Deiner knappen Beschreibung nicht beurteilen, weil dazu unter anderem bestimmte Kriterien aus einem Katalog der Weltgesundheitsorganisation (ICD 10) erfüllt sein müssen, zu denen aber nur ein Arzt und die betroffene Person qualifizierte Aussagen treffen dürfen. Aber er ist vermutlich auf dem besten Weg dorthin. Das haben Dir aber ja andere Mitglieder dieses Forums bereits aufgeschrieben.

    Ich kann Dir nur sagen, dass Dein Freund sich für mein Empfinden absolut unanständig verhält und Du ihm wohl nichts weiter bedeutest als eine nette Abwechslung zwischendurch, sofern Du brav bist und nicht aufmuckst...Weiter will ich das mal nicht ausmalen. Daher kann ich mich den Bewertungen von Doro und Speedy nur anschließen und Dir raten, den Tatsachen ins Auge zu sehen und schnellstens die Kurve zu kratzen.
    Sollte er wirklich alkoholkrank sein oder werden, wirst Du es sicher nicht verhindern. Fange daher am besten gar nicht erst an, Gedanken an die Rettung einer einzelnen verlorenen Seele zu verschwenden, es wäre verschwendete Energie.

    Alles Gute
    Michael

    Hi Poldi

    Dass Du traurig bist, weil Dein Freund nicht aufhört zu trinken, obwohl er selber weiß, dass es falsch ist, und weil er auch noch so mies mit Dir umgeht, kann ich gut verstehen.
    Aber das hilft Dir im Moment überhaupt nicht weiter.

    Mein Rat wird Dir aber vermutlich auch nicht gefallen:

    Wenn Du Dir das, was Du hier geschrieben hast, mal selbst durchliest, müssen Dir eigentlich so Fragen einfallen wie: Warum nenne ich den Menschen eigentlich meinen Freund? Was verbindet uns? Warum gehe ich am Wochenende zu ihm, wenn er doch ganz andere Interessen hat als ich? usw.

    Warum tust Du Dir das an? Gibt es irgend etwas positives aus Eurer Beziehung zu berichten ?
    Frag Dich doch mal. Ich bin mal gespannt auf Deine Antworten.

    Gruß
    Michael

    Hi Lütze

    ich weiß ja nicht, ob heute noch eine Fortsetzung Deines Tagesberichtes folgt, antworte daher mal "vorläufig":

    Zu Deinem positiven Tagesrückblick erkenne ich eine gespannte Vorfreude auf die nächsten Tage. Ich wünsche Dir, dass Du sie einfach genießen kannst. Grüble nicht zuviel und suche nicht hinter jedem Wort oder jeder Geste Deiner Frau eine besondere oder tief begründete Bedeutung. Das würde Dich bestimmt zu sehr belasten.
    Mein Vorschlag: Versuche, diese Zeit entspannt zu genießen - und nimm alles so wie es kommt - ohne Filter oder Prüfschleife.
    Nachdenken und analysieren kannst Du danach hier mit uns zusammen machen, wenn Du magst, aber eben erst dann, wenn das ganze Puzzle dieser Ferientage zusammen ist.
    Das Einzige ist halt, dass Du auf Dich selber aufpassen musst, wenn Deine Gefühle Dir einen Streich spielen wollen. Dann denk an mein Rezept, dass Du vor ein paar Wochen ja so hilfreich fandest:
    "Warum fühle ich mich so? Will/Kann ich etwas ändern?...usw." Du erinnerst Dich? Und achte darauf, immer genug Wasser oder Saft zum Wegspülen schlechter Gedanken zu haben.
    Pack alles zusammen in Deinen persönlichen "Notfallkoffer", dann werden das bestimmt ein paar schöne Tage.

    Viel Freude und gute Gefühle wünscht
    Michael

    Hi Lütze

    So wie ich Dich lese, hast Du den Tag auf Deinem Positiv-Konto verbucht. Das ist schön.

    Aber Deine "verbalen Seitensprünge" zu "Ihr" machen mir jedesmal ein komisches Bauchgrummeln....
    Ich wünsche Dir, dass Du Dich weiter erfolgreich lösen kannst.

    Gruß
    Michael

    Hi Lütze,

    deine Beiträge von heute "klingen" ruhig und positiv; das ist doch wieder etwas für das Pluskonto.

    Ich wünsche Dir, dass sich Deine Pläne fürs Wochenende erfüllen lassen. Aber nimm Dir nicht zu viel auf einmal vor - weißt Du ja schon.

    Ach ja, mich interessiert mal, wie weit Dich die Karnevalstage mit Erinnerungen an alte nasse Zeiten beschäftigen. Vermisst Du da etwas?

    Gute Nacht
    Michael

    Hallo Nicole,

    ich habe Deine Beschreibung gründlich studiert und gratuliere zu der Darstellung. Du beschreibst das Phänomen Co-Abhängigkeit umfassend und für jeden verständlich. Das hilft sicher jedem Partner eines alkoholkranken Menschen, sich über seine eigene Role klar zu werden.

    Leider hat es meine Frau bis heute noch nicht realisiert, dass sie über viele Jahre auch in diese Rolle hineingewachsen ist. Aber da sie jetzt einer gemeinsamen Psychotherapie zugestimmt hat, habe ich die Hoffnung, dass wir da gemeinsam einen Weg heraus finden.

    Es gibt die Co-Abhängigkeit auch bei Vorgesetzten, Mitarbeitern - oder sogar Therapeuten. Aber in diesem Forum sollten wir ruhig auf die Situation in der Familie und Partnerschaft beschränkt bleiben.

    Mir würde es noch sehr helfen, von Euch Co´s zu erfahren, wie die eigentliche Hilfe in einer Gruppe oder in der Therapie praktisch aussieht. Ist es denn wirklich schon ausreichend, wenn Ihr Euch in der Gruppe gegeseitig Eure Erlebnisse erzählt und dabei das eigene Verhalten reflektiert?

    Liebe Grüße
    lumho-Michael

    Hallo Lütze,

    ich habe Dir lange nicht mehr geschrieben, aber aufmerksam bei Dir gelesen; und dabei habe ich den Eindruck, dass Du bei Deinem "Thema Nr. 1", nämlich der Trauer um die zerbrochene Beziehung nicht wirklich voran kommst. Deine Hoffnung, dass Deine Frau merkt, dass sie ohne Dich nicht leben kann und deshalb ganz schnell mit strahlenden Augen zu Dir zurückkommt, beschäftigt Dich so sehr, dass Du Deine eigentliche Arbeit an Deiner Trockenheit vernachlässigst.
    Du hast es doch inzwischen schon oft gehört: Übe Dich in Geduld - sowohl in Bezug auf Deine Beziehung als auch bezüglich der Therapie! Aber lass es nicht dabei bewenden; sondern beginne, Dein Leben selbst in die Hand zu nehmen und Deinen Alltag zu strukturieren. Dazu gehört auch, dass Du Dir ein Programm für die Zeit machst, nachdem Du Deinen Kleinen bei seiner Mutter abgegeben hast. Denn nur so kannst Du die schlimmen Stunden des Alleinseins anschließend ertragen ohne wieder in Dein zerstörerisches Selbstmitleid zu verfallen. Glaube mir, ich weiß aus eigener Erfahrung, wovon ich da rede. Und gewöhn Dich an den Gedanken, dass Deine Ehe Vergangenheit ist. Wie heißt es so schön: Das Leben ist nun mal kein Ponyhof, wo zum Schluss eine gute Fee für das ersehnte Happy-End sorgt.
    Arbeite lieber daran, zu Deiner Frau und den Kindern ein ungezwungenes freundschaftliches Verhältnis zu schaffen, damit nicht jede Begegnung und jedes Telefongespräch zu einem totalen seelischen Krampf führt, der Dich - und sie vermutlich auch - total runter zieht und kaputt macht. Ich kann mir gut vorstellen, dass Deine Frau trotz aller Liebe zu Dir und Sehnsucht nach Geborgenheit in der Partnerschaft zur Zeit noch eine unüberwindbare Angst hat, von Deinen Problemen auf dem Weg in die Abstinenz - und vor allem auch zu Dir selbst - erdrückt zu werden. Sie hat mit ihrem eigenen einsamen Leben und der Sorge für den Kleinen bestimmt genau so viel zu kämpfen wie Du mit Dir. Und gemeinsam wäre die Gefahr endgültig zu straucheln doch viel zu groß.
    Versuche es doch vielleicht einmal so zu sehen: Stecke Deine ganze Energie in Deinen Genesungsprozess, der dazu führt, dass Du Dich selbst kennen und wertschätzen lernst. Du wirst dabei auch lernen, Probleme ohne Existenzängste zu analysieren und Lösungen zu finden, also Erfolgserlebnisse selbst zu produzieren. Genau so wirst Du lernen, Probleme und Erlebnisse zu ertragen, für die es keine Lösungen oder kein Happy-End gibt.
    Das Wichtigste aber ist, dass Du Dich am Ende stark und selbstbewusst fühlen wirst, und Deine Umgebung das auch erkennt. Erst an diesem Punkt, der möglicherweise erst in zwei Jahren erreicht wird, solltest Du Dir Gedanken um Deine Partnerschaft machen, weil Du es erst dann wirklich verantworten kannst. Aber versteife Dich nicht darauf, dass Deine Exfrau so lange auf Dich warten wird, weil sonst nämlich der Erfolg Deiner Therapie von Beginn an in Gefahr ist. Wenn es so sein soll, wirst Du es ohnehin nicht ändern können. Also: Pack endlich Dein neues Leben an und warte nicht darauf, dass Dir alles mundgerecht präsentiert wird.
    Auch hier im Forum hast Du ja schon mitbekommen, dass Du nicht nur getröstet und gestreichelt wirst, sondern dass Du hier nach dem Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe" durchaus auch unbequeme Ratschläge bekommst, weil alles andere nicht hilfreich wäre.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und weiterhin gute 24 Stunden.
    Lumho-Michael

    Hallo Chris,

    ich versuche seit einiger Zeit, Deinen Beitrag zu verstehen, aber es will mir nicht gelingen.

    Was ist denn der Inhalt der "Enthaltsamkeitsverpflichtung"? (Ich dachte, das gibt´s nur bei katholischen Priestern)
    Und wieso glaubst Du, dass sie der erste Schritt in Deine Trockenheit war?
    Ich bin gespannt.

    Gruß Michael

    Hallo Zilli,

    fein, dass Du Dich mal wieder meldest - und noch besser, dass Du Deine Gedanken bezüglich Deiner Familie anscheinend in Ruhe sortiert hast.
    Ich gratuliere Dir zu Deinem ersten Versuch, bei den Eltern und mit Deinem Bruder klare Worte zu sprechen.
    Das war bestimmt nicht leicht, aber Du spürst ja bereits, dass es eine positive Auswirkung für Dich hat.
    Das tut doch gut, oder?
    Gleiches gilt natürlich für den Sport. Wenn Du es finanziell und zeitlich einrichten kannst, könnte das Fitness-Studio genau die richtige Möglichkeit bieten, Dir stets "auf Wunsch" das nötige Glücksgefühl zu vermitteln. Ich habe diese Möglichkeit für mich auch entdeckt. Obwohl ich früher ein überzeugter Mannschaftssportler war, allein wegen der sozialen Kontakte (z.B. regelmäßiges Bier nach dem Training), ist mir die Umstellung auf das Studio leicht gefallen. Hier kann ich was für meinen Körper tun, wobei ich die Intensität je nach Befinden selbst bestimme, und dabei auch noch meine Gedanken frei fliegen lassen.
    Bei der anschließenden Sauna liege ich dann meist total zufrieden und entspannt auf der Bank.
    Und zu Hause bin ich dann wunderbar ruhig und freue mich immer wieder über mein neues Leben.

    Mach weiter so; mach nicht so lange Pausen beim Schreiben, damit wir uns nicht sorgen müssen.

    Liebe Grüße Michael

    Hallo Andreas,

    fein, dass Du den Weg in dieses Forum gefunden hast, und uns gleich so einen ausführlichen Lebensbericht bescherst. Ich finde ihn sehr spannend und bin erleichtert festzustellen, dass er wohl auf ein Happy-End hinausläuft, indem Du wohl gerade noch rechtzeitig den Weg in die Trockenheit - und damit zurück ins Leben - gefunden hast.
    Ich wünsche Dir, dass Du ihn weiter durchhältst und damit für den Einen oder Anderen ein gutes Beispiel gibst.

    Zunächst aber wünsche ich Dir erstmal, dass Du Dich hier im Forum in Ruhe ausführlich einlesen kannst, damit Du Dich schnell zuhause fühlst.

    Wenn Du wieder Lust zum Schreiben hast, würde mich der jüngste Teil Deiner Lebensgeschichte, nämlich von der Entgiftung bis heute, auch sehr interessieren.

    Gruß Michael

    Hallo Moendchen,

    Ich habe gerade gesehen, dass die Fachklinik Wilhelmsheim umfangreiche Informationen als PDF für Patienten bereit hält. (https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.wilhelmsheim.de oder über Google) Da wird aus das Behandlungskonzept dargestellt.
    Aus persönlicher Erkenntnis würde ich aber sagen: lass Dir nicht von Anderen vorher zu viel erzählen, sondern gehe offen und ohne Ängste in die Therapie. Sei bereit, Dich auf alles einzulassen, und aktiv mitzuwirken. Dann hast Du sicher die besten Aussichten auf langfristigen Erfolg.
    Ich bin normal auch ein Mensch, der am liebsten auf alles vorbereitet ist, aber im Fall der Therapie hätte es mir gar nichts genutzt. Jeder, der aus einer LZT kommt, erzählt eine andere Geschichte, weil jeder die "Verwandlung" und Behandlung für sich anders erlebt.

    Alles Gute, viel Glück und Erfolg
    Michael

    Hallo Anna,

    ich kenne auch dieses eigenartige nervöse "Kribbeln", diese innere Unruhe, die im Magen so einen Druck erzeugt, dass ich mir gewünscht hätte: Jetzt eine Pille oder ein Drink - und alles entspannt sich.
    Die Pille oder der Drink waren aber nicht da, und so wurde ich auch noch unzufrieden. An Konzentration auf irgendwelche Aufgaben war gar nicht zu denken.

    Dann habe ich mich an meine Therapie erinnert; und da gab es zwei Möglichkeiten: Zum Einen die progressive Muskelentspannung, die zwar sehr hilfreich war, die mir aber alleine schwer fällt, weil ich mich ja gleichzeitig auf die Übungen konzentrieren will aber auch meine Gedanken fliegen lassen soll.
    Also nahm - und nehme - ich die zweite Möglichkeit:
    Ich setze mich mit meinen Gefühlen auseinander, indem ich mir Fragen stelle: Warum bin Ich unzufrieden? Wovoe habe ich Angst? Was kann denn schlimmstenfalls passieren? Kann ich etwas ändern? Warum ändere ich es dann nicht? Gibt es einen anderen Weg? Oder muss ich das aushalten?

    Da ich meistens niemanden in meiner Nähe habe, dem ich meine Gedankenspiele zumuten möchte, nehme ich dann auch schon einmal ein Papier, und versuche, meine Gedanken strukturiert aufzuschreiben. Damit bin ich zwar noch nie richtig fertig geworden, aber ich habe beim Schreiben gespürt, wie der Druck nachließ.

    Inzwischen habe ich noch andere Möglichkeiten für mich entdeckt: 1. Das Schreiben gelingt auch ganz gut am Rechner (Word-Datei oder Forum) und
    2. Jede Art von sportlicher Bewegung, egal zu welcher Tageszeit, bringt mir tolle Zufriedenheitsgefühle. Dabei ist es einmal der forsche Spaziergang mit oder ohne Walking-Stöcke, mal eine Stunde Pilates oder auch mal drei Stunden Fitness-Studio inclusive Sauna.

    Alles ist besser als die gewünschte Pille oder der entspannende Schluck, denn ich tue was für mich, bleibe auf meinem Weg zur zufriedenen Abstinenz, und die Welt ist noch keine Sekunde lang deswegen stehen geblieben.

    Liebe Grüße Michael

    Hallo Tom,

    Ich bin immer noch dabei mich einzulesen in diesem fantastischen Forum. Die Geschichten, die das Leben für jeden von uns schrieb, beeindrucken mich sehr -so auch Deine, die Du ja sehr anschaulich dargestellt hast.

    Mein bisheriges Leben ist im Vergleich dazu ja gerade idyllisch, spießig, gut bürgerlich verlaufen. Und dennoch ist ein Zwischenergebnis gleich: Die Alkoholabhängigkeit!

    Ich bin sehr froh, dass ich zum Ende meiner Therapie vor zwei Jahren nicht vor einem kompletten Trümmerhaufen stehen musste. Meine Frau hat zu meinem großen Glück nicht nur meine Säuferkarriere über 34 Jahre begleitet, sondern ist weiter an meiner Seite geblieben.
    Aber einfach sagen: Jetzt ist das Kapitel Alkohol vorbei; ab morgen fängt das richtige Leben an; Mir nach!! klappt leider nicht so wie ich es erträumt habe.
    Die rosige Zukunft auf Wolke 7 muss noch ein wenig warten; bis ich eine stabile Brücke dorthin gebaut habe, werden wohl noch ein paar Prüfungen zu bestehen sein.....

    Ich würde mich freuen, wenn wir hier ein Stück gemeinsam gehen könnten bei der Bewältigung unserer Vergangenheit und der Vorbereitung unserer Zukunft.

    Gruß Michael

    Hallo Anna (sunshine)

    schön, dass Du auch hierher gefunden hast,
    oder bist Du schon länger hier? (angemeldet seit 4.4.07)

    egal

    Ich gehe jetzt für zwei Stunden in meine SHG, bin aber am späteren Abend wieder hier; vielleicht können wir dann ein bisschen plaudern. Oder ich erzähle Dir einfach von mir. Ein bisschen kannst Du schon über mich aus meiner Lebensgeschichte hier im Forum herauslesen, wenn Du magst.

    Bis dann
    LG Michael

    Hallo Zilli

    Toll, dass Du Dich nach Deiner Rückkehr gleich wieder im Forum meldest; aber es ist schade, dass Deine schlimmen Befürchtungen zutreffend waren!

    Ich schätze die Situation so ein, dass Du weder mit Tränen noch mit Wut etwas verändern wirst. Du kannst "zuhause" nichts verändern! Denk an Dich und gehe weg, zumindest aus dem Haus, wenn es irgendwie machbar ist. Sonst hast Du wohl auch selbst keine Chance, gesund zu werden und zu bleiben.

    Zu Deinem Bruder: Du musst Dich nicht schuldig fühlen, weil es da keine Schuld gibt! Du darfst Dich machtlos fühlen - nicht einmal unfähig oder ähnliches - und wirst es hinnehmen, tatenlos zusehen müssen.
    Weil Du hier keinerlei Kompetenz hast.

    Du musst erkennen und akzeptieren, dass Du jetzt eine vermutlich einmalige Chance hast, Dein eigenes Leben so zu organisieren und mit Sinn zu versehen, dass Du dafür am Ende die Verantwortung übernehmen kannst. Dazu gehört zumindest in diesem speziellen Fall ganz bestimmt nicht das so beliebte "Spiel": "Ich habe mein Leben für andere (Bruder, Eltern, Kinder, Ehepartner usw.) geopfert - und dabei für mich selbst und meine eigene Aufgabe in diesem Leben keine Kraft mehr gehabt."
    Am Ende wirst Du verbittert sein, seelisch leer und ohne Trost. Ich weiß, wovon ich schreibe, denn meine Mutter hatte so ein Leben gewählt.

    Ich empfehle Dir, Spedi´s Rat uneingeschränkt anzunehmen.
    Liebe Grüße Michael

    Hallo Lütze,

    Fein, dass Du Dich weiter mitteilst - Ich wüsste auch keinen Grund, warum Du den Kontakt zum Forum abbrechen solltest! Schließlich sind wir alle hier, um unsere Sorgen und Gedanken auszutauschen und uns als Betroffene nach Kräften zu unterstützen. Über das Wetter reden schon genug andere mit uns, denen wir ohne Alkoholfahne fremd - oder sogar "unheimlich anders" geworden sind.
    Was hast Du Dir denn für morgen vorgenommen?
    Wie sieht Dein Tagesplan aus? und das Wochenende?

    Ich wünsche Dir eine erholsame Nacht und weitere 24 trockene Stunden.
    Gruß Michael

    Hallo Lütze

    Beim Lesen Deines letzten Postings ist mir richtig bange geworden! Halt mal kurz an in Deiner rasanten Talfahrt der Gefühle und hol mal meine Fragen vor:
    -1. Wie fühle ich mich? einsam, traurig, böse auf mich selbst, alleine und enttäuscht, weil ich meine Frau vermisse, und die noch nicht honoriert, dass ich ein ganz anderer Mensch "am werden" bin, und sauer, weil Andere in meiner Nähe Alkohol trinken, obwohl das für mich gar nicht gut ist.
    -2. Warum fühle ich mich so? weil ich mir doch nach meiner "Wiedergeburt" vorgestellt habe, dass jetzt jeder von mir und meiner Leistung begeistert ist, und weil mich alle ganz besonders lieb haben, sie auch alle ihr Leben umstellen.
    -3. Kann ich die Gefühle oder die Gründe dafür eventuell ändern? Was ist zu tun? Ja, ich kann die Ursachen für meine Gefühle ändern! Ich darf nicht erwarten, dass in meinem Umfeld alle wissen, dass es in meinem Leben eine gewaltige Veränderung gegeben hat, die sich auf mein Denken und Handeln auswirkt. Woher auch. Hab ich ja selbst nicht erwartet. Und jene, die es wissen oder ahnen, sind skeptisch, weil ihnen auch die Gefahr des Rückfalls in alte Verhaltensmuster bekannt ist.
    Aber: Ich muss nicht hier sitzen und der Dinge harren, die auf mich zukommen, sondern ich kann und muss selbst aktiv werden: Als Erstes muss ich meiner Frau ehrlich sagen, was ich für sie empfinde und dass ich mich nach ihrer Nähe sehne. Dabei muss ich bereit sein, mit jeder Antwort fertig zu werden. Nur so gibt es eine klare Denkrichtung!
    Als Zweites muss ich durch Eigeninitiative zeigen, dass ich gelernt habe, mit meinem Leben etwas Sinnvolles anzufangen. Aktiv und kreativ sein - nach vorne gehen; nicht warten, was kommt, sondern holen, was ich brauche oder was mir gut tut!
    Und als Drittes muss ich daran arbeiten, aktiv alle
    Gefahren für meine Abstinenz in weitem Bogen zu umgehen. Dazu gehört auch, nicht dauernd auf die Vergangenheit zu schauen. Ich will nicht darüber grübeln, wie schön es doch war, mit den Anderen gemeinsam einen Wein oder ein Bier zu trinken, sondern mein neues Ziel ist es, im Jetzt und in der Zukunft die Dinge zu suchen und zu finden, die mir gute Gefühle geben und an denen ich mich aufrichten kann.
    Und meine psychische Gesundheit darf ich nicht vergessen: Wenn ich so geballt negative Gedanken habe, weiß ich, dass ich dringend mein Hirn mit viel Wasser versorgen muss. Viel Wasser trinken hilft wirklich gegen schlimme Gefühle. Dehydrieren kann zu Depressionen führen.

    Ich wünsche Dir eine erholsame Nacht
    Gruß
    Michael

    Hallo Lütze

    Ich hoffe, Du hattest mit Deinem Besuch einen schönen Abend und einen Start in das neue Jahr mit vielen positiven Gedanken - denn ich glaube, dass Du dazu guten Grund hast. Da Du Dich selbst gut beobachtest und Dir Deine Gedanken und Gefühle klar machst, kannst Du Deine Lage relativ "objektiv" einschätzen. Auch wenn das Handeln nicht immer gleich der Optimallösung entsprechen mag (bei wem ist das schon so?), so schaffst Du es zumindest im Nachhinein, das Erlebte noch einmal zu bewerten und daraus Schlüsse zu ziehen. Das finde ich eine gute Voraussetzung für einen erfolgreichen weiteren Weg in die zufriedene Abstinenz.
    Jetzt fehlte Dir (wie mir auch) eigentlich nur noch eine passende Checkliste mit Handlungsanweisungen:
    "Fall 1 ... 1297 Wie reagiere ich, wenn Situation soundso vorliegt?" Gibt es aber (zum Glück) nicht!

    Im Ernst: Du wirst bald gelernt haben Dich zu fragen:
    Wie fühle ich mich? Warum fühle ich mich so? Kann ich die Situation oder die Empfindungen in der Situation ändern? Kann oder muss ich die Situation aushalten? .....usw. Und dann wirst Du Dir selbst antworten und das weitere Handel entscheiden; und zwar stets nach der Prämisse: Tue nur das, wobei Du Dich gut fühlst - egal wie andere es sehen mögen. Dabei wirst Du feststellen, wie Dein Selbstwertgefühl wächst und Du eine positive Ausstrahlung erfährst, die auch Deine Umgebung (z.B. Partner, Kinder) als sehr angenehm kennen lernen - wenn sie sich an Dein neues Ich erst gewöhnt haben.
    Das ist keine Theorie, sondern mein aktuelles reales Leben! Es ist nicht immer einfach, weil es manchmal viel bequemer wäre, so zu handeln, dass ich gelobt werde oder dass ich erkenne: Ich habe jemand anderem Gutes getan. Aber ich gebe zu, dass ich hier auch noch längst nicht am Ende der Übungsphase bin.

    Also für das neue Jahr: Kopf hoch, Brust raus und immer schön in kleinen Schritten -aber fest- voran.

    Gute Nacht
    Michael