Beiträge von Oiseau

    Liebe Sabine,

    vielen Dank für deine guten Wünsche. Das tut gut!

    So viel Anteilnahme, wie ich hier erfahren habe, ist umwerfend. Ich hoffe, dass ich auch in der Lage sein werde, andere in Zukunft so aufzubauen wie ihr mich aufgebaut habt. Ich werde auch weiterhin hier im forum lesen und schreiben, wenngleich ich sicherlich nur für wenige Cos Ratschläge erteilen und Hilfe geben kann. Dafür bin ich noch zu neu in dem Thema! Aber was nicht ist, kann ja noch werden, oder?

    Mein Partner ist seit gestern aus der Kur zurück und ich muss sagen: 10 Jahre jünger, voller Tatendrang, Energie, locker drauf, beweglich, er redet, er ist unverkrampft - ja, und wir freuen uns einfach uns wiederzuhaben. Meine berechtigte Hoffnung ist, dass er auch für den anstrengenden Berufsalltag gewappnet ist.

    Vorhin haben wir das erste Mal zusammen meditiert!!! So etwas habe ich schon früher des öfteren gemacht, aber er war immer so ein "Typ", von dem man das nie und nimmer (!!) erwartet hat!! Es tut echt gut, dieses veränderte Wesen kennen zu lernen!

    Von daher: ich sehe recht zuversichtlich in die Zukunft!

    Unser nächster Schritt wird sein, uns eine SHG zu suchen, oder evtl. ich für mich eine allein, je nachdem, was wir finden und wie groß seine Bereitschaft ist, mitzukommen.

    Er wird sich jetzt noch, wegen der Nachsorge, um eine tiefenpsychologische Therapie bemühen. Ansonsten steht er auch noch bei seinem speziellen Arzt unter Beobachtung.

    Mit geht es zunehmend besser, habe allerdings letzte Nacht sehr wenig geschlafen. Es ist so ungewohnt, wieder jemanden neben sich zu haben.... :D

    Ich wünsche euch allen einen schönen Tag!

    Oiseau.

    Danke, Gotti und bokins, für eure lieben mitfühlenden Worte!

    Eigentlich stimmt das ja, was du schreibst, Gotti! Ich muss nicht stark sein! Diesen Satz werde ich mir jetzt öfters mal vorsagen, vielleicht hilft schon das veränderte Denken, dass ich doch nicht alles so sehr an mich ran lasse!

    Auf gute Gespräche hoffe ich natürlich auch, er hat am Telefon schon mehrere Kostproben von seiner neu erlernten "Redefähigkeit" gegeben, und ich freue mich darauf, jetzt endlich mit ihm reden zu können! (Das ist wohl das Spannendste an der Sache! Wirklich, wie ein erstes Date!) :oops:

    Bisher habe ich ihm gegenüber gut über meine Gefühle, Ängste, Hoffnungen usw. sprechen können. Wenn er das auch gelernt hat, wird es sicher ein interessanter Neubeginn. Wie viel Geduld ich bei allem aufbringen werde, mit mir, mit ihm, mit uns, wird die Zukunft zeigen.

    Baldrian nehme ich, hilft schon in solchen Situationen, oder schlaffördernde Kräutertees. (Ich hoffe auch, dass das NICHT gelöscht wird! :) )

    Es tut gut zu lesen, dass auch viele von euch diese Fluchtgedanken, Zweifel und Ängste kennen. Allein diese Tatsache beruhigt mich, denn so weiß ich, dass es "normal" ist, diese Gedanken zu haben.

    Wenngleich ich mir natürlich sehr wünschen würde, dass niemand mehr, weder ihr noch ich, solche Probleme haben muss!!!

    Danke, bokins, ich fühle mich zwar im Moment alles andere als taff, aber vielleicht hast du Recht. Schließlich habe ich schon ganz andere Situationen überstanden!!! :roll:

    Ich wünsche euch noch harmonische Sonntagsstunden und einen entspannten Wochenanfang.

    Oiseau

    Liebe Gotti,

    ihr habt ja auch einiges durchlitten! Ich bewundere dich, wie du es schaffst, wieder neu anzufangen und mit so viel Stärke und Mut in die Zukunft zu schauen. Respekt!

    Schwimmbad! Toll! Genau das planen wir auch! Bewegung, Auspowern tut immer gut!

    Was wir auch gern tun ist: Kino, mal gut essen gehen, Konzert, rausgehen...

    Hauptsache: Gemeinsam die Zeit nutzen - nicht vertrödeln, denn das lässt einen, so ist meine Erfahrung, sich müde, antriebslos und schlecht gelaunt fühlen. Und manche kommen dann auf dumme Gedanken!

    Ich danke dir sehr für deine aufbauenden und herzlichen Wünsche, habe mich richtig darüber gefreut.

    Werde bestimmt demnächst berichten, wie es uns so erneut gemeinsam ergeht.

    Einen schönen Sonntag wünscht dir

    Oiseau

    Hallo und guten Tag an alle,

    heute ist mein letzter Tag allein - vor der Rückkehr meines Mannes!

    Ich bin seit ein paar Tagen schon äußerst nervös, viele Gedanken gehen mir immer wieder im Kopf herum und ich zeige auch massive psychosomatische Störungen...

    Gestern habe ich unser Haus aufgeräumt, geputzt, gewaschen, es wohnlich gestaltet. Nur, um mich zu beschäftigen. Nun warte ich auf morgen. Ich muss morgen Vormittag arbeiten, aber es kann sein, dass er schon zurück ist, wenn ich heimkomme.

    Blöd ist, dass ich seit einigen Tagen so viele Zweifel habe, ob ich mich überhaupt freue, dass er wieder hier sein wird. Kennt ihr diese Zweifel auch? Selbst an meinen Gefühlen zweifle ich.

    Ich hoffe, dass die nächsten Wochen und Monate mir klar zeigen werden, wohin uns unser Weg führt. Ob es ein gemeinsamer Weg sein wird oder nicht.

    Ich habe das Gefühl, ich muss stark sein, bin es aber nicht. Eigentlich hätte ich selbst auch Hilfe nötig, vielleicht sollte auch ich mal über eine Kur nachdenken?

    Voller Zweifel, aber auch voller Wiedersehensfreude schicke ich euch allen herzliche Grüße,

    eure widersprüchliche und zwiespältige Oiseau :oops:

    Hallo, Gotti,

    schade, dass dein Beitrag verloren gegangen ist. War das ein Bericht über das Heute oder die Vergangenheit mit deinem Mann?

    Es scheint, als wüsste dein Mann noch nicht so richtig etwas mit seiner "freien" Zeit anzufangen! Da klammert er und will dir deine eigenen Aktivitäten verweigern. Mein Partner hat das vor einiger Zeit auch gemacht, und wenn ich dann doch mal weg war, wusste er sich zum Teil nicht zu beschäftigen und trank dann um so mehr.

    Dadurch habe ich mich allerdings nicht von meinen Hobbys, die mir wichtig sind, abbringen lassen, denn so oft bin ich ja nicht weg! Ich habe ihm klar und deutlich gesagt: Die Aktivität ist mir wichtig! Ich werde sie für dich nicht aufgeben, weil ich sie brauche. Du kannst mich nur MIT ihr haben! Er hat es akzeptiert. Und wenn nicht, dann ist es sein Problem!

    An deiner Stelle würde ich mich nicht von deinem Ehrenamt abbringen lassen, wenn es dir wichtig ist. Das sollen wir hier doch gerade lernen: Für uns selbst sorgen!!! Tu das!! Er hat kein Recht, dir das, was dir wichtig ist, zu verwehren! Auch nicht mit unterschwelligen Bemerkungen!

    Statt dessen solltet ihr euch bemühen, gerade wegen seiner Schichten!!! (mein Mann arbeitet auch Schicht!) gemeinsame Unternehmungen konkret zu planen, gemeinsam einen Teil der Freizeit zu verbringen! Versuch es immer wieder ihn darauf anzusprechen!

    Warum sagst du deinen erwachsenen Kindern nicht genau, warum du zur Therapie gehst? Meinst du, dass sie sonst zu viel über ihren Vater erfahren würden? Wissen sie denn nichts über seine Trinkerei?

    Ich spreche mit meinen Kindern schon darüber, wenn auch nicht in Einzelheiten, aber sie haben meinen Partner (er ist allerdings nicht ihr Vater) ja schon manchmal betrunken erlebt und machen sich um uns beide Sorgen. Sie wissen um die Problematik Alkohol und interessieren sich für uns und unseren Weg, den wir aus der Alkoholabhängigkeit gehen! Ich glaube, sie lernen daraus auch, wie man mit Problemen umgeht.

    Lass es dir gut gehen und gib dich nicht auf! Für deine Therapie wünsche ich DIR alles Gute!

    Oiseau

    Hallo, bokins,

    nett, dass du dich mal wieder meldest!

    Ja, diese Überheblichkeit gegenüber anderen Alkoholikern ist irgend wie so, als ob ein Greis sagen würde: "Ich will nicht ins Altersheim, da sind ja nur so alte Leute!"

    Mal im Ernst, ich halte im Moment diese Ansicht meines Partners für am gefährlichsten! Denn ich weiß, dass er sie schon immer hatte. Ich bin wirklich gespannt, ob er sich wenigstens ein wenig verändert hat, was die Gelassenheit andern gegenüber betrifft. Er hört sich am Telefon so an. Aber er hat eben nicht alle Allüren abgelegt....

    Ich bin wohl ähnlich wie du: Ich werde ihm ganz bestimmt noch ein paar Mal vorschlagen, eine SHG zu suchen, egal ob mit mir oder ohne mich.

    Jedenfalls finde ich es sehr gut, dass dein Mann sich in seiner Gruppe so wohl fühlt. Das stelle ich mir auch recht positiv vor: Man ist unter Menschen mit gleichem Schicksal, mit vergleichbaren Problemen, man wird verstanden. Wer das erst kapiert und zu schätzen gelernt hat, wird es genießen! Aber es kann ja auch sein, dass Menschen, die sich sträuben dorthin zu gehen, doch stärker rückfallgefährdet sind, denn sie haben ihre Krankheit eben doch noch nicht in allen Einzelheiten und in ihrer ganzen Tragweite akzeptiert und angenommen. Das befürchte ich eben in unserem Fall auch.

    Aber Heinrich hat mir ja so wunderbare Ratschläge gegeben. Das macht auch Mut.

    Ich freue mich jedenfalls für euch, dass es so gut klappt und wünsche euch weiterhin ganz viel Liebe, Freude und Erfolg.

    Liebe Grüße,

    Oiseau

    Hallo, Heinrich,

    ich hoffe nicht, dass mein Mann noch einmal versucht kontrolliert zu trinken, denn das hat er schon sooo oft versucht. Ich weiß auch nicht, ob ich das alles noch einmal mitmachen würde. Beim bloßen Gedanken daran sträuben sich mir schon die Nackenhaare!

    Aber ich werde es beherzigen, was du mir geschrieben hast: Ich werde mir, auch wenn er nicht selbst mitkommen will, eine SHG suchen, die für mich da ist.

    Schon allein das Schreiben, Lesen und Nachdenken hier im forum und die warmherzige Anteilnahme aller Betroffenen hier sind für mich unglaublich! Aber ich denke auch, dass eine SHG, in der man die Menschen persönlich sprechen und kennen lernen kann, mir noch mehr bringen würde.

    Ich habe gestern eigentlich auch etwas ganz Erstaunliches über mich selbst herausgefunden: Die paar Wochen, die mein Partner auf Kur war, sind für mich noch viel zu kurz, um das Alleinsein richtig auszukosten!!! Ich habe es nicht so intensiv ausprobieren können, weil ich sehr oft meinen Sohn hier habe, der gerade Semesterferien hat.
    Nie hätte ich geglaubt, dass ich das Alleinsein so sehr genießen kann. Ich habe es richtig zelebriert!!! Und ich schlafe besser als in den letzten Jahren. Leider war die letzte Nacht schon wieder schlechter, und ich fürchte, auch die Muskelanspannungen nachts deuten darauf hin, dass ich Angst habe.

    Mich selbst zufrieden stellen: Ich müsste dafür wahrscheinlich viel mehr Zeit haben. Da er aber bald zurück kommt, muss ich mir im Alltag Nischen suchen und habe da auch schon Ideen. Es ist alles eine Frage der Übung. Wenn ich das Kümmern um mich selbst dann auch noch echt genießen kann, habe ich es geschafft, für mich selbst zu sorgen!!

    Ich finde es wunderbar, dass deine Frau so viel an deiner Seite mitgemacht hat und durchhält, genauso, wie ich es toll finde, dass DU durchhältst und sogar für andere diese wertvollen Ratschläge bereit hast. DANKE!

    Sei herzlich gegrüßt,

    Oiseau

    Hallo, Gotti,

    dass du immer noch krank bist tut mir leid. Ich wünsche dir gute Besserung! Pfleg dich gut!

    Wenn deine Chefin sauer zu sein scheint, dass du so lange krank bist, heißt das vielleicht auch, dass sie ohne dich nur sehr schwer zurecht kommt. Kann doch sein, oder? :D

    Ich habe mir heute noch nicht viel Gutes tun können, in der Arbeit gab es auch ein paar Probleme. Jetzt bin ich erst mal geschafft und müde. Letzte Nacht habe ich nicht gut geschlafen. Aber ich lasse mir für heute noch etwas Schönes einfallen, um es mir gut gehen zu lassen. Versprochen!

    Einen wunderschönen Tag!

    Oiseau

    Hallo, vivi,

    auch von mir einen netten Willkommensgruß!

    Deine Geschichte ist sehr vielschichtig, sehr lang. Du bekommst bestimmt bald Antwort, aber man muss manchmal ein bisschen nachdenken, bevor man antwortet.

    Inzwischen: Kopf hoch, du bist nicht allein und wirst hier Hilfe erhalten.

    Gute Nacht!

    Viele Grüße,

    Oiseau

    Liebe Gotti,

    ich danke dir auch für deine Zeilen. Du machst mir so viel Mut. Das tut gut.

    Geduld ist wohl das Zauberwort. Ich habe es auch anderen schon des öfteren empfohlen.

    Komisch, dass ich bei mir diese Geduld nicht parat habe, jedenfalls im Moment noch nicht.

    Aber positiv ist auf alle Fälle, dass wir beide uns sehr auf seine Rückkehr freuen und auch die vor uns liegenden Feiertage gemeinsam genießen wollen.

    Es ist aufregend, fast wie bei einem ersten Date.

    Mal sehen, was ich mir morgen Gutes tun kann! :lol:

    Ich werde es dir schreiben.

    Gute Nacht.

    Oiseau

    Hallo, Heinrich,

    du baust mich wirklich auf mit deinen Worten. Danke!!!

    Dass mein Partner genau so unter Ängsten leidet wie ich, weiß ich. Es kommt bei den Telefonaten, die ich mit ihm führe, auch zum Ausdruck. Andrerseits zeigt er diese Euphorie, von der du sprichst, sehr intensiv. Mir macht das manchmal richtig Angst, weil er selbst eine so hohe Erwartungshaltung hat.

    Ich weiß, dass wir beide Zeit brauchen werden, bis unser gemeinsames Leben sich neu eingependelt hat und wir, jeder von uns, sowohl gemeinsam als auch im täglichen Leben ohne einander (Beruf vor allem) einen neuen Weg finden müssen...

    Heute habe ich das Thema SHG angesprochen, und da beiße ich z.Teil auf Granit bei ihm. Er denkt, er würde ja doch keine Gruppe finden, in der er mit den Menschen was anfangen könne. Er verhält sich wie früher - das macht mir Angst. Vor vielen Jahren hat er schon mal sowohl eine Entziehung gemacht als auch eine SHG besucht und beides ging ganz furchtbar daneben. Und nun schließt er von damals auf heute, ohne sich bewusst zu machen, dass ja diese Kur dieses Mal auch völlig anders verlaufen ist und ihm total gut tut und viel bewirkt hat.

    Ich habe ihm ganz deutlich gesagt, dass es für mich sehr wichtig wäre, mit ihm gemeinsam eine Gruppe zu suchen und zu finden.

    Dabei fiel mir auf, dass ich richtig heftig geworden bin, während ich ihm das sagte, obwohl ich das gar nicht beabsichtigte. Ich merkte, dass da wohl tief drinnen in mir ganz viele Ängste verborgen sind, die ich am besten in meiner Therapie ansprechen sollte.

    Wie ist deine Meinung zu den SHG, Heinrich? Sollte lieber jeder Partner für sich sich eine suchen oder hältst du es für besser, gemeinsam eine Gruppe zu besuchen? Du schreibst, dass du mit deiner Frau gemeinsam in einer SHG bist. Hast du auch Erfahrung mit einer getrennten Gruppe? Welche hat dir mehr gebracht?

    Danke für deine positiven Worte! Ich hoffe, dass wir es schaffen.

    Gute Nacht!

    Oiseau

    Hallo, Gotti,

    ich würde es versuchen! Die Wartezeit ist normal. Aber manchmal wird durch Erkrankung eines Patienten ein Termin frei, frag doch mal und sage einfach, dass es sehr dringend sei bei dir.

    Ich wünsche dir eine kurze Wartezeit und eine sehr kompetente Therapeutin.

    Und in der Zwischenzeit schreib einfach weiter hier.

    Liebe Grüße
    von Oiseau

    Danke, Gotti,

    für deine guten Tipps.

    Baden tut immer gut. Bewegung, wie bokins mir empfohlen hat, brauche ich auch, nehme mir aber zu selten Zeit dazu. Heute habe ich einen schönen Windspaziergang gemacht. Das macht den Kopf frei.

    Sich in Aktivitäten flüchten: Naja, das lenkt wenigstens ab, aber helfen kann es mir nicht wirklich.

    Wenn du schreibst, dass dich nur das richtige Kommunizieren mit deinem Mann glücklich macht, dann klingt das für mich total nach Co-Abhängigkeit. Das ist es ja gerade: Wie schaffe ich es/ wie schaffst du es, auch, wenn es nicht klappt mit der Kommunikation oder wenn es halt nur langsam bergauf geht, dich dennoch wohl zu fühlen? Das wäre ja das Ziel unseres Forums hier. Nur: Wer von uns allen, die wir Angehörige sind, schafft das wirklich???

    Mir hilft immer, mich mit einer Freundin zu treffen, aber nichts hilft dagegen, dass einem immer und immer wieder der Partner im Kopf umherschwirrt.

    Auch, wenn ich es schaffe, dass es mir zwischendurch gut geht, so kann ich doch die Gedanken nie ganz abstellen oder so lenken, dass sie nicht wenigstens ein bisschen mit Zukunftsangst, mit Sorgen usw. besetzt sind.

    Ja, und je näher die Rückkehr meines Partners aus der Kur naht (ein paar Tage nur noch...), desto nervöser werde ich. Einerseits freue ich mich sehr auf ihn, wirklich, und ich bin mir sicher, dass die erste Zeit wahrscheinlich kein Rückfall droht.

    Dennoch: Ich bin nervös, wenn ich morgens aufwache, sind meine Hände ganz verkrampft, als ob ich etwas darin krampfhaft festhalten will. Ich beiße die Kiefer aufeinander, ich kann nicht so gut mit anderen kommunizieren - ich bin einfach neben mir.

    Auch das tausendfache innerliche Sagen: Denk nicht so viel an die Zukunft, es kommt eh ganz anders als du denktst, hilft nicht wirklich.

    Also, es geht mir heute nicht besonders gut. Trotz des Spaziergangs und der Gespräche mit meiner Freundin.

    Ich grüße euch und lese weiter fleißg hier und ich sehe, dass es manchem von euch ja viel schlimmer geht als mir. :oops:

    Eure Oiseau

    Hallo, Gotti,

    mein Partner behauptet auch immer wieder, es mache ihm nichts aus, wenn um ihn herum getrunken wird. Vielleicht ist dem ja wirklich so. Wer weiß?

    Toll finde ich, dass euer Gespräch gut war. Manchmal machen wir uns ja viel zu viele Gedanken, was sein könnte, oder was der andere wohl denken mag. Und dann klärt sich manches ganz von selbst und man hat sich umsonst Sorgen gemacht.

    Dass dein Mann sich so locker über die SHG hinwegsetzt würde mich aber auch stutzig machen. Frag ihn doch mal, ob es evtl. die "falsche" Gruppe für ihn ist. Das gibt es ja, dass man sich in bestimmten Gruppen nicht wohl fühlt. Dann sollte er sich eine andere suchen. Oder etwas mit dir zusammen. Wenn du ihm immer wieder ganz sachlich erklärst, wie wichtig eine SHG für dich wäre, wird er es bestimmt verstehen und sich gemeinsam mit dir darauf einlassen.

    Ich finde nicht, dass es falsch war, dass du deine Bedenken geäußert hast.

    Und vielleicht liest er ja auch mal im Forum, da gibt es ja auch die Seiten der Alkoholiker...

    Ich wünsche euch weiterhin viel Glück und Erfolg auf eurem Weg aufeinander zu...

    Oiseau

    Hallo an alle,

    habe gerade an Gewitterhexe geschrieben und möchte auch hier noch mal die Frage an alle stellen:

    Wie lernt ihr, wieder mit euch selbst / mit euch allein zurecht zu kommen und dabei glücklich zu sein? Vielleicht könnten wir ja mal versuchen eine Auflistung zu erstellen von guten Ideen, kreativen Gedanken und Wohlfühlstrategien.

    Wäre doch für jeden irgend wie interessant und lehrreich.

    Einen schönen Sonntag noch!

    Oiseau

    Hallo, Gewitterhexe,

    ich habe deine Geschichte gelesen und bin eigentlich vor allem wegen der interessanten Überschrift darauf gestoßen.

    Meine Lebensgeschichte ist völlig anders als deine. Aber auch in meiner gibt es einen Punkt, der mir das "Leben - lernen -mit - mir - selbst" sehr erschwert.

    Während der schweren Zeiten mit meinem Partner, der z.Z. auf Kur ist, habe ich sehr vieles von dem, was ich mir schon einmal mühsam erarbeitet hatte (allein sein können mit mir, eigene Interessen ausleben, nicht alles vom Partner abhängig machen) wieder "vergessen" oder besser gesagt verlernt.

    Was genau tust du, um wieder mit dir selbst leben zu lernen? Wie hilfst du dir selbst?

    Ich würde mich freuen, wenn du deine Erfahrungen mit mir teilen würdest.

    Ich mache z.Z. folgendes (und bin teilweise wirklich stolz auf mich): allein ins Kino gehen, allein spazieren gehen, meine Freundschaften aktivieren, in die Stadt fahren und den Stadtbummel auch allein genießen. Auch zu Haus, wenn meine Kinder weg sind, genieße ich es, für mich zu sein, zelebriere es (Tee trinken, lesen, einen guten Film anschauen usw.)

    Aber es ist ein weiter Weg.

    Und ich befürchte, dass, wenn mein Partner übernächste Woche wieder hier ist und wir uns neu aufeinander einstellen müssen und sehen müssen, ob es ohne Alk funktioniert, ich dann vieles (und sei es nur aus Zeitmangel) wieder verlerne.

    Bin gespannt auf deine Erfahrungen.

    Liebe Grüße,

    Oiseau

    So, heute ist ein guter Tag insofern, als ich wirklich mal Zeit habe, um Dinge auszumisten, hier im Forum zu lesen und mir Gedanken zu machen darüber, wie es weiter gehen könnte.

    Beim Ausmisten fängt der Kopf ganz von allein das Philosophieren an, jedenfalls ist das bei mir so.

    Und dann bekam ich heute von meinem Partner einen Anruf, der mir zeigte, dass er wirklich dabei ist, sein Verhalten zu reflektieren und evtl. aufkommenden negativen Empfindungen entgegenzusteuern.

    Er hat ein Problem (ich will hier nicht näher drauf eingehen), eigentlich nichts Schlimmes, nur ärgerlich, ich würde mich an seiner Stelle aufregen und schimpfen oder fluchen. Er merkte, dass ihn das Ganze ziemlich runterzog, und da in der Klinik heute nicht viel los ist, rief er mich an - einfach um zu reden. Ich konnte ihm Daten raussuchen und Telefonnummern, wo er gleich am Montag anrufen kann und schon ging es ihm besser. Er war ganz stolz auf sich, dass er die negativen Gefühle überwinden konnte.

    Ich denke, das ist so eine Strategie, die man in einer Klinik lernt. Normalerweise hätte er sich hilflos in seine Wut hinein gesteigert und irgend wann angefangen, Alkohol in sich reinzuschütten.

    Heute Nachmittag wollte er Sport machen ...

    Manchmal denke ich, er ist schon weiter als ich.

    Ich saufe zwar nicht, aber mir fällt es noch sehr schwer, über meinen Schatten zu springen und z.B. zu joggen oder zu schwimmen, um Stress abzubauen.

    Wenigstens kann ich heute, bei dem Sturm, zu Hause nachdenken und mir wird wieder mal so einiges klar.

    Gut, dass es dieses Forum gibt.

    Einen schönen Abend,

    Oiseau.

    Zitat

    ... ihn jetzt alleine mit seinem Problem lassen sollst und mit dem was er daraus macht und das Du Dir aber in einer gewissen Art und Weise einen Raum fuer Dich suchst, indem Du etwas fuer Dich tust. z.B. mit Deiner Tochter was unternimmst oder selbst mit Freundinnen was machst, einfach damit Du fuer Dich das Gefuehl bekommst, dass Du nicht vom dem Wohlergehen Deines Mannes abhaengig bist.

    Ich wünsche dir, liebe Sabine, dass dir das gelingen möge. Wer weiß, vielleicht bewirkt dein verändertes Verhalten in kurzer Zeit Wunder bei deinem Mann. Ich wünsche es euch dreien von Herzen.

    Lieber Gruß,

    Oiseau

    Liebe Gotti,

    will mich doch auch mal in deinem Thread melden.

    Wie ist es euch die letzten Tage ergangen? Geht dein Mann wieder in die SHG? Wenn er keine Kur antreten kann, wäre es ja wichtig sich helfen zu lassen.

    Befürchtest du auf der Familienfeier, dass er mit dem Alkohol, den die Gäste trinken, Probleme haben könnte? Oder hast du Angst, dass ihr sein Alkoholproblem ansprechen müsst und alle es wissen? Vielleicht solltet ihr euch vorher genau überlegen, wem ihr was erzählt und wie ihr euch verhaltet.

    Ich bin auch gespannt, wie es bei uns werden wird. Bisher hat mein Partner nur meiner Mutter von seiner Sucht erzählt. Ich habe meine besten Freundinnen inzwischen auch in Kenntnis gesetzt. Aber die weitere Aufklärungsarbeit werde ich meinem Lebensgefährten überlassen. Ob er das leisten kann? - Abwarten.

    Erzähl mal, wie ihr euch vorbereitet. Ich wünsche euch Erfolg und ein schönes Fest. Weiterhin alles Gute für deinen Mann beim Durchhalten!

    Einen lieben Gruß von

    Oiseau.