Wie soll ich mich verhalten?

  • Hallo Oiseau!

    Aus deinen schreiben lese ich viele ängste, die in dir sind.
    Jetzt kommt dein mann aus der thera und du weißt nicht, was auf dich zukommt. Als dein mann noch gesoffen hat, wusstest du was auf dich zukommt und hattest mit der zeit gelernt damit umzugehen.
    Wenn es deinem mann ernst ist und das ist es ihm wie ich aus deinen postings lese, so wirst du einen mann zurückbekommen, der bereit ist, wieder verantwortung für sein leben zu übernehmen. Aber glaube mir, in ihm sind genauso viele ängste wie in dir. Die erste zeit ist viel europhie bei ihm aber auch er muss erst mal lernen mit sich selbst umzugehen.
    er wird vor situationen stehen, genau wie du wo er nicht weiss wie er sie lösen kann ohne das es zu spannungen kommt. Bei mir dauerte es 3 jahre bis ich einigermassen mit mir zufrieden war. Ich kann euch beiden nur raten, gemeinsam in eine SHG zu gehen, damit ihr beide auf augenhöhe den weg zu einer zufrieden abstinenz findet. Es sind viele dinge die euch vollig unbekannt sind und die in der SHG sitzen haben diesen weg hinter sich und können euch hilfreich zur seite stehen.
    Als ich damals aus meiner thera nach hause kam, machte ich meiner frau den vorschlag, gemeinsam eine SHG aufzusuchen welches sie auch machte.
    Da ich in der thera viel gelernt hatte, wusste ich, gehen wir beide nicht den weg gemeinsam, so bleibt einer auf der strecke, denn krank waren wir doch beide durch meine sauferei geworden.

    Halte den kopf hoch, denn nichts wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird.
    Ihr werdet es schon schaffen, wenn ihr gemeinsam die steine wegräumt auf eurem weg.

    Es grüsst dich recht herzlich heinrich

    Der Mensch muss sich verändern wollen.
    Sonst ist jedes Bemühen sinnlos, jedes Wort zuviel und jede Anstrengung vergebens.

  • Liebe Oiseau,
    ich kann dich gut verstehen, wie es dir jetzt gehen mag. So ähnlich habe ich ganz am Anfang, als mein Mann trocken wurde, auch gefühlt. Es ist, als ob man etwas ganz Neues, Zerbrechliches in die Hände bekommt und man hat nur Riesenangst, was kaputt zu machen. Alles ist neu und ungewohnt.
    Aber ich möchte dir Mut machen. Habe keine Angst. Geduld hast du doch auch schon vorher bewiesen, dass du so lange mit ihm ausgehalten hast. Jezt brauchst du noch ein bisschen Geduld, bis ihr wieder zusammen auf einen Weg findet.
    Ich wünsche dir eine ruhige, entspannte Nacht, damit du für morgen viel Kraft hast um dir eine Freude zu machen.
    LG Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo, Heinrich,

    du baust mich wirklich auf mit deinen Worten. Danke!!!

    Dass mein Partner genau so unter Ängsten leidet wie ich, weiß ich. Es kommt bei den Telefonaten, die ich mit ihm führe, auch zum Ausdruck. Andrerseits zeigt er diese Euphorie, von der du sprichst, sehr intensiv. Mir macht das manchmal richtig Angst, weil er selbst eine so hohe Erwartungshaltung hat.

    Ich weiß, dass wir beide Zeit brauchen werden, bis unser gemeinsames Leben sich neu eingependelt hat und wir, jeder von uns, sowohl gemeinsam als auch im täglichen Leben ohne einander (Beruf vor allem) einen neuen Weg finden müssen...

    Heute habe ich das Thema SHG angesprochen, und da beiße ich z.Teil auf Granit bei ihm. Er denkt, er würde ja doch keine Gruppe finden, in der er mit den Menschen was anfangen könne. Er verhält sich wie früher - das macht mir Angst. Vor vielen Jahren hat er schon mal sowohl eine Entziehung gemacht als auch eine SHG besucht und beides ging ganz furchtbar daneben. Und nun schließt er von damals auf heute, ohne sich bewusst zu machen, dass ja diese Kur dieses Mal auch völlig anders verlaufen ist und ihm total gut tut und viel bewirkt hat.

    Ich habe ihm ganz deutlich gesagt, dass es für mich sehr wichtig wäre, mit ihm gemeinsam eine Gruppe zu suchen und zu finden.

    Dabei fiel mir auf, dass ich richtig heftig geworden bin, während ich ihm das sagte, obwohl ich das gar nicht beabsichtigte. Ich merkte, dass da wohl tief drinnen in mir ganz viele Ängste verborgen sind, die ich am besten in meiner Therapie ansprechen sollte.

    Wie ist deine Meinung zu den SHG, Heinrich? Sollte lieber jeder Partner für sich sich eine suchen oder hältst du es für besser, gemeinsam eine Gruppe zu besuchen? Du schreibst, dass du mit deiner Frau gemeinsam in einer SHG bist. Hast du auch Erfahrung mit einer getrennten Gruppe? Welche hat dir mehr gebracht?

    Danke für deine positiven Worte! Ich hoffe, dass wir es schaffen.

    Gute Nacht!

    Oiseau

  • Liebe Gotti,

    ich danke dir auch für deine Zeilen. Du machst mir so viel Mut. Das tut gut.

    Geduld ist wohl das Zauberwort. Ich habe es auch anderen schon des öfteren empfohlen.

    Komisch, dass ich bei mir diese Geduld nicht parat habe, jedenfalls im Moment noch nicht.

    Aber positiv ist auf alle Fälle, dass wir beide uns sehr auf seine Rückkehr freuen und auch die vor uns liegenden Feiertage gemeinsam genießen wollen.

    Es ist aufregend, fast wie bei einem ersten Date.

    Mal sehen, was ich mir morgen Gutes tun kann! :lol:

    Ich werde es dir schreiben.

    Gute Nacht.

    Oiseau

  • Hallo oiseau!

    Was du im letzten posting von deinem mann schreibst,erinnert mich viel an meine erste thera, die ich machte.
    Ich dachte damals auch, ich schaffe es allein und brauche keine thera, denn ich dachte, das ich in der thera genug über alkohol gelernt habe.
    Für mich waren die anderen nicht stark genug um ohne alk auszukommen.
    Das resultat war, das ich nach fast fünf jahren krampfhaftem trockenhalten wieder anfing zu trinken, weil ich der ansicht war es kontrolliert zu können.
    Das ich nach einiger zeit mehr soff als vor meiner ersten thera war das ergebniss meines angeblich kontrollierten trinken.
    Ich soff wieder fünf jahre mit allen höhen und tiefen. Die krankenhaus aufendhalte habe ich nicht gezählt die ich während der zeit hatte.
    ich stellte noch mal einen antrag zu einer für eine thera und bekam sie, nach einigen kämpfen mit meiner rentenkasse genehmigt.
    Nach dieser therapie machte ich nägel mit köpfen und suchte eine SHG auf.
    Das es mir am anfang dort auch nicht gefiel, ist aus heutiger sicht für mich ganz normal.
    Da ich doch, hochmotiviert wie ich war, in der gruppe erzählte, wie ich alles angehen wollte, wurde ich schnell wieder auf den boden der tatsachen geholt.
    Sie zeigten mir, das es besser ist, lieber kleine schritte zu machen, als bei einem grossen auf die schnauze zu fallen.
    Obwohl ich doch manchmal auf die schnauze fiel, gaben sie mir immer wieder zu verstehen, das ich es schon schaffe. Mit der zeit wurde mein selbstwert stärker und lernte mich dadurch besser kennen.
    Ich lernte in der gruppe, das ich andere probleme nicht zu meinen machte sondern an meiner eigenen zufriedenheit arbeiten müsse, was ich heute noch mache.
    Liebe oseau, wenn dein mann nicht in eine SHG gehen will, so ist das seine sache.
    Mache das, was du willst und du möchtest gerne in eine gehen.
    Hole du dir dort informationen über einen leben mit einem trockenen alk. du wirst sehen, wie viel verständnis dir entgegen gebracht wird.
    Es ist nicht schlecht, sich erst einmal hier denkanstösse über co-abhängigkeit zu holen, aber es kann nie eine reale gruppe ersetzen.
    Dort spürst du körperliche nähe und anteilnahme, wenn man sich dabei in die augen schauen kann. Dort nimmt dich mal einer in den arm und sagt dir, das du es schaffst, dich zufriedenzustellen.
    Dort kannst du deine freude und deine traurigkeit real mit anderen teilen.
    Meine frau und ich gehen in die selbe SHG, aber in verschiedenen gruppen. Meine frau geht in die betroffenen gruppe und ich in die abhängigen gruppe.
    Wir machen aber auch regelmässige besuche bei anderen SHG’s welches uns sehr am herzen liegt, denn dadurch wird unser umfeld grösser.
    Wir nehmen auch jedes jahr an mehreren seminaren teil, was unserer zufriedenheit gut tut.

    Lasse deinen mann selbst entscheiden ob er in eine SHG will und setze ihn nicht unter druck, sondern gehe deinen weg wie du es für richtig hälst egal wie es bei deinem mann ankommt.
    Wird er mürrisch, so ist er es und er kann es für sich ändern,wenn er es will.
    In der shg wirst du mit der zeit wieder DU sein und deine eigenen bedürfnisse stillen ohne das schuldgefühle in dir sind.
    Stelle endlich mal dich zufrieden und ziehe dir nicht wieder den schuh an, das du andere zufrieden stellen musst.
    Du kannst nichts daran ändern, worüber du keine macht hast, aber frei für dich entscheiden darfst und solltest du auch.

    Meine frau wurde, nach einigen gruppenbesuchen gefragt, was sie machen würde, wen ich wieder anfange zu saufen. Dann verlasse ich ihn, kam wie aus der pistole geschossen.
    Den anderen kam es brutal vor, nur mir nicht, weil es ihre entscheidung war, genauso wie es meine entscheidung gewesen wäre, hätte ich zu pulle gegriffen.
    Das heute nach einigen jahren abtinendem leben anderes denken kommt, hat mit dem lernprozess zu tun, den sie und ich durch die SHG lernen durften.
    Heute kommt, ich unterstütz dich wenn du sofort was unternimmst.

    Liebe oiseau, denke mal darüber nach über eine SHG.

    Herzlichst heinrich

    Der Mensch muss sich verändern wollen.
    Sonst ist jedes Bemühen sinnlos, jedes Wort zuviel und jede Anstrengung vergebens.

  • Hallo, Heinrich,

    ich hoffe nicht, dass mein Mann noch einmal versucht kontrolliert zu trinken, denn das hat er schon sooo oft versucht. Ich weiß auch nicht, ob ich das alles noch einmal mitmachen würde. Beim bloßen Gedanken daran sträuben sich mir schon die Nackenhaare!

    Aber ich werde es beherzigen, was du mir geschrieben hast: Ich werde mir, auch wenn er nicht selbst mitkommen will, eine SHG suchen, die für mich da ist.

    Schon allein das Schreiben, Lesen und Nachdenken hier im forum und die warmherzige Anteilnahme aller Betroffenen hier sind für mich unglaublich! Aber ich denke auch, dass eine SHG, in der man die Menschen persönlich sprechen und kennen lernen kann, mir noch mehr bringen würde.

    Ich habe gestern eigentlich auch etwas ganz Erstaunliches über mich selbst herausgefunden: Die paar Wochen, die mein Partner auf Kur war, sind für mich noch viel zu kurz, um das Alleinsein richtig auszukosten!!! Ich habe es nicht so intensiv ausprobieren können, weil ich sehr oft meinen Sohn hier habe, der gerade Semesterferien hat.
    Nie hätte ich geglaubt, dass ich das Alleinsein so sehr genießen kann. Ich habe es richtig zelebriert!!! Und ich schlafe besser als in den letzten Jahren. Leider war die letzte Nacht schon wieder schlechter, und ich fürchte, auch die Muskelanspannungen nachts deuten darauf hin, dass ich Angst habe.

    Mich selbst zufrieden stellen: Ich müsste dafür wahrscheinlich viel mehr Zeit haben. Da er aber bald zurück kommt, muss ich mir im Alltag Nischen suchen und habe da auch schon Ideen. Es ist alles eine Frage der Übung. Wenn ich das Kümmern um mich selbst dann auch noch echt genießen kann, habe ich es geschafft, für mich selbst zu sorgen!!

    Ich finde es wunderbar, dass deine Frau so viel an deiner Seite mitgemacht hat und durchhält, genauso, wie ich es toll finde, dass DU durchhältst und sogar für andere diese wertvollen Ratschläge bereit hast. DANKE!

    Sei herzlich gegrüßt,

    Oiseau

  • Hallo Oiseau,

    ich melde mich auch mal wieder...
    Mein Mann hat sich zunächst auch vehement gegen eine SHG ausgesprochen. Die sind doch alle bekloppt da, mit denen komme ich nicht zurecht, das sind doch bestimmt nur die harten Fälle und,und,und.
    Nach seinem letzten gescheiterten Versuch kontrolliert zu trinken, habe ich ihm gesagt, dass es in unserer Stadt sehr viele Angebote gibt. Ich habe ihm die Adressen und Termine besorgt, und ihn gebeten, nur einmal dahin zu gehen. Mir zu liebe. Sozusagen als Gegenleistung für meine Geduld mit ihm. Er hat es zunächst widerstrebend getan und kam ganz begeistert zurück. Es fing um 1/2 8 abends an, und als er um 11 Uhr immer noch nicht zu Hause war, begann ich mir Sorgen zu machen. Ich dachte natürlich an einen Rückfall. Aber er war so locker und voller Eindrücke, er wurde sehr freundschaftlich in die Runde aufgenommen, und seitdem geht er regelmäßig (seit ca. 4 Monaten). Er sagt, dass im Alltag das Bewußtsein, Alkoholiker zu sein durch die täglichen Erlebnisse etwas in den Hintergrund tritt, und dort werde er immer daran erinnert. Die Gefahr, nach ein paar Monaten Trockenheit wieder kontrolliert trinken zu wollen(was natürlich nicht geht), ist seiner Meinung nach gedämpft. Klar, dein Mann kommt frisch aus der Thera, ist momentan voller Eindrücke und fester Vorsätze, aber wartet mal ab, bald kehrt der Alltag wieder, und die Problematik Alkoholmissbrauch scheint in den Hintergrund zu treten. Ich würde ihn an deiner Stelle zumindest bitten, einmal dahin zu gehen. Vielleicht gefällt es ihm ja dann auch so gut wie meinem Mann. Zwingen kannst du ihn natürlich nicht. Aber dann kannst du zumindest für dich eine SHG suchen, und das könnte ihn ja auch motivieren.
    lG, bokins

  • Hallo, bokins,

    nett, dass du dich mal wieder meldest!

    Ja, diese Überheblichkeit gegenüber anderen Alkoholikern ist irgend wie so, als ob ein Greis sagen würde: "Ich will nicht ins Altersheim, da sind ja nur so alte Leute!"

    Mal im Ernst, ich halte im Moment diese Ansicht meines Partners für am gefährlichsten! Denn ich weiß, dass er sie schon immer hatte. Ich bin wirklich gespannt, ob er sich wenigstens ein wenig verändert hat, was die Gelassenheit andern gegenüber betrifft. Er hört sich am Telefon so an. Aber er hat eben nicht alle Allüren abgelegt....

    Ich bin wohl ähnlich wie du: Ich werde ihm ganz bestimmt noch ein paar Mal vorschlagen, eine SHG zu suchen, egal ob mit mir oder ohne mich.

    Jedenfalls finde ich es sehr gut, dass dein Mann sich in seiner Gruppe so wohl fühlt. Das stelle ich mir auch recht positiv vor: Man ist unter Menschen mit gleichem Schicksal, mit vergleichbaren Problemen, man wird verstanden. Wer das erst kapiert und zu schätzen gelernt hat, wird es genießen! Aber es kann ja auch sein, dass Menschen, die sich sträuben dorthin zu gehen, doch stärker rückfallgefährdet sind, denn sie haben ihre Krankheit eben doch noch nicht in allen Einzelheiten und in ihrer ganzen Tragweite akzeptiert und angenommen. Das befürchte ich eben in unserem Fall auch.

    Aber Heinrich hat mir ja so wunderbare Ratschläge gegeben. Das macht auch Mut.

    Ich freue mich jedenfalls für euch, dass es so gut klappt und wünsche euch weiterhin ganz viel Liebe, Freude und Erfolg.

    Liebe Grüße,

    Oiseau

  • Hallo und guten Tag an alle,

    heute ist mein letzter Tag allein - vor der Rückkehr meines Mannes!

    Ich bin seit ein paar Tagen schon äußerst nervös, viele Gedanken gehen mir immer wieder im Kopf herum und ich zeige auch massive psychosomatische Störungen...

    Gestern habe ich unser Haus aufgeräumt, geputzt, gewaschen, es wohnlich gestaltet. Nur, um mich zu beschäftigen. Nun warte ich auf morgen. Ich muss morgen Vormittag arbeiten, aber es kann sein, dass er schon zurück ist, wenn ich heimkomme.

    Blöd ist, dass ich seit einigen Tagen so viele Zweifel habe, ob ich mich überhaupt freue, dass er wieder hier sein wird. Kennt ihr diese Zweifel auch? Selbst an meinen Gefühlen zweifle ich.

    Ich hoffe, dass die nächsten Wochen und Monate mir klar zeigen werden, wohin uns unser Weg führt. Ob es ein gemeinsamer Weg sein wird oder nicht.

    Ich habe das Gefühl, ich muss stark sein, bin es aber nicht. Eigentlich hätte ich selbst auch Hilfe nötig, vielleicht sollte auch ich mal über eine Kur nachdenken?

    Voller Zweifel, aber auch voller Wiedersehensfreude schicke ich euch allen herzliche Grüße,

    eure widersprüchliche und zwiespältige Oiseau :oops:

  • Hallo Oiseau,

    ich kann dich gut verstehen, wie du jetzt herumzappelst. Innerlich und äußerlich. Wie hast du neulich geschrieben:

    Wie bei einem neuen DATE ?

    Eines ist mir aber klargeworden, was ich dir sagen kann:

    Du musst überhaupt nicht stark sein :!: Versuche es gar nicht, denn es ist ja auch für dich alles neu und ungewohnt. Da ist man schwach und hat Angst.

    Ich wünsche euch für die erste Zeit ganz viele gute Gespräche, damit ihr über euere Ängste reden könnt. (Die kamen bei uns leider etwas zu knapp.)

    Alles andere findet sich. Hab mehr Geduld als ich am Anfang. Und schreib uns hier, wie es euch / dir geht.

    Und für heute Nacht empfehle ich Baldrian ( wird das gelöscht ?). Der hilft mir, wenn ich ordentlich davon nehme, schon durch so eine Nacht!

    LG Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo Oiseau,

    ich kann dich sehr gut verstehen. Ich zweifele auch manches Mal. Ich sage zwar immer, dass ich meinen Mann liebe, ich stehe auch dahinter, aber trotzdem habe ich manchmal einfach nur die Nase voll von Allem. Ich kann doch schließlich nichts dafür!! Ich bin auch nicht immer stark, habe Fluchtgedanken, Angst vor dem nächsten Tag, innere Unruhe. Mir hilft dann auch keine Ablenkung und kein "gutes Tun für mich", man ist dann in sich gefangen. Schau einfach nach vorne, es geht immer irgendwie weiter. Wenn du merkst, dass du mit diesem Mann nicht mehr glücklich sein kannst, dann wird auch die Liebe auf der Strecke bleiben, dann musst du handeln. Aber ich habe ja viel von dir gelesen, du wirst es schaffen. Du wirst deinen Weg gehen, mit oder ohne ihn, du bist taff!
    Ich denke an dich morgen! LG bokins :wink:

  • Danke, Gotti und bokins, für eure lieben mitfühlenden Worte!

    Eigentlich stimmt das ja, was du schreibst, Gotti! Ich muss nicht stark sein! Diesen Satz werde ich mir jetzt öfters mal vorsagen, vielleicht hilft schon das veränderte Denken, dass ich doch nicht alles so sehr an mich ran lasse!

    Auf gute Gespräche hoffe ich natürlich auch, er hat am Telefon schon mehrere Kostproben von seiner neu erlernten "Redefähigkeit" gegeben, und ich freue mich darauf, jetzt endlich mit ihm reden zu können! (Das ist wohl das Spannendste an der Sache! Wirklich, wie ein erstes Date!) :oops:

    Bisher habe ich ihm gegenüber gut über meine Gefühle, Ängste, Hoffnungen usw. sprechen können. Wenn er das auch gelernt hat, wird es sicher ein interessanter Neubeginn. Wie viel Geduld ich bei allem aufbringen werde, mit mir, mit ihm, mit uns, wird die Zukunft zeigen.

    Baldrian nehme ich, hilft schon in solchen Situationen, oder schlaffördernde Kräutertees. (Ich hoffe auch, dass das NICHT gelöscht wird! :) )

    Es tut gut zu lesen, dass auch viele von euch diese Fluchtgedanken, Zweifel und Ängste kennen. Allein diese Tatsache beruhigt mich, denn so weiß ich, dass es "normal" ist, diese Gedanken zu haben.

    Wenngleich ich mir natürlich sehr wünschen würde, dass niemand mehr, weder ihr noch ich, solche Probleme haben muss!!!

    Danke, bokins, ich fühle mich zwar im Moment alles andere als taff, aber vielleicht hast du Recht. Schließlich habe ich schon ganz andere Situationen überstanden!!! :roll:

    Ich wünsche euch noch harmonische Sonntagsstunden und einen entspannten Wochenanfang.

    Oiseau

  • Liebe Sabine,

    vielen Dank für deine guten Wünsche. Das tut gut!

    So viel Anteilnahme, wie ich hier erfahren habe, ist umwerfend. Ich hoffe, dass ich auch in der Lage sein werde, andere in Zukunft so aufzubauen wie ihr mich aufgebaut habt. Ich werde auch weiterhin hier im forum lesen und schreiben, wenngleich ich sicherlich nur für wenige Cos Ratschläge erteilen und Hilfe geben kann. Dafür bin ich noch zu neu in dem Thema! Aber was nicht ist, kann ja noch werden, oder?

    Mein Partner ist seit gestern aus der Kur zurück und ich muss sagen: 10 Jahre jünger, voller Tatendrang, Energie, locker drauf, beweglich, er redet, er ist unverkrampft - ja, und wir freuen uns einfach uns wiederzuhaben. Meine berechtigte Hoffnung ist, dass er auch für den anstrengenden Berufsalltag gewappnet ist.

    Vorhin haben wir das erste Mal zusammen meditiert!!! So etwas habe ich schon früher des öfteren gemacht, aber er war immer so ein "Typ", von dem man das nie und nimmer (!!) erwartet hat!! Es tut echt gut, dieses veränderte Wesen kennen zu lernen!

    Von daher: ich sehe recht zuversichtlich in die Zukunft!

    Unser nächster Schritt wird sein, uns eine SHG zu suchen, oder evtl. ich für mich eine allein, je nachdem, was wir finden und wie groß seine Bereitschaft ist, mitzukommen.

    Er wird sich jetzt noch, wegen der Nachsorge, um eine tiefenpsychologische Therapie bemühen. Ansonsten steht er auch noch bei seinem speziellen Arzt unter Beobachtung.

    Mit geht es zunehmend besser, habe allerdings letzte Nacht sehr wenig geschlafen. Es ist so ungewohnt, wieder jemanden neben sich zu haben.... :D

    Ich wünsche euch allen einen schönen Tag!

    Oiseau.

  • Hallo Oiseau,

    hört sich ja wirklich sehr gut an. Mein Mann bemüht sich gerade auch um einen Therpieplatz, SHG alleine reicht wohl nicht...

    Ich wünsche euch viel Glück und drücke die Daumen, dass sich das neue Lebensgefühl nicht wieder verlässt!!

    Liebe Grüße, bokins

  • Hallo Oiseau,
    mit Riesenspannung habe ich auf deine ersten neuen Erlebniserzählungen gewartet!
    Das klingt ja super ! Ich freue mich ganz sehr für dich!!! Und drück euch beide Daumen, dass dieses neue Miteinander noch lange anhält.
    Und wenn die ersten Probleme kommen - vielleicht meditieren ? Finde ich echt gut!
    Viele liebe Grüße, Gotti.
    (Will dich nicht zu lange von deinem "neuen" Mann abhalten.)

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo, ihr alle,

    Meditieren habe ich heute zum dritten Mal gemacht und genieße es, mich danach echt viel frischer zu fühlen als vorher, nach der Arbeit. Außerdem gibt uns diese neue, spirituelle Note in unserer Beziehung eine noch ganz unbekannte, spannende Richtung vor. Das gefällt mir. Insofern ist es fast so, als hätte ich in der Tat einen "neuen Mann". :oops: Also, Gotti, da hast du Recht! Es ist lieb, wie sehr du Anteil nimmst!

    Ansonsten gibt es nicht viel Neues zu berichten. Wir verstehen uns gut und haben Spaß am Leben, obwohl es im Augenblick etliche Probleme gibt, die aber mit der Sucht nichts zu tun haben. Wir werden sie gemeinsam meistern.

    Euch wünsche ich für heute noch einen wunderschönen Tag,

    Oiseau.

  • Liebe Juliane,

    ich habe gerade festgestellt, dass du mir auf Seite 9 meines threads geschrieben hast und ich deine Zeilen wohl übersehen habe!!! Das tut mir leid! War wohl zu aufgeregt wegen der Rückkehr meines Mannes! :oops:

    Wie geht es dir und deinem Mann denn heute? Hast du in einem anderen Faden mehr geschrieben? Wie geht es euch heute? Du schreibst, dass du nicht mit deinem Mann reden konntest als er aus der Therapie zurück kam. (Aber ein halbes Jahr ist ja auch lange!!) Habt ihr inzwischen gelernt zu reden? Kann sein, dass ich irgend was von dir nicht gelesen habe, dann sag mir, wo ich es finden kann.

    Im Moment klappt das Reden bei uns viel viel besser als vorher. Aber das Vertrauen ist natürlich noch nicht ganz wieder hergestellt. Es muss sich erst beweisen. Das wird dauern. So hoffe ich, uns wird eine gemeinsame SHG helfen. Ich werde mich drum kümmern, aber zur Not auch allein gehen.

    Das Buch, das du mir empfohlen hast, klingt interessant. Ich werde mal schauen, ob ich's bekommen kann.

    Juliane, ich danke dir für deine mitfühlenden Worte und hoffe, dir geht es gut!?

    Liebe Grüße,

    Oiseau

  • Hallo, Juliane und die anderen, die mich lesen,

    Juliane, du schreibst, dass für dich ein großes Thema in der Paarberatung Vertrauen ist! Jaaaaa, ich habe gerade heute schon wieder damit zu kämpfen!! So schnell nach der Kur hätte ich damit nicht gerechnet...

    Ganz kurz: Mein Mann hat in der Kur auch das Rauchen aufgegeben! Er ist seit früher Jugend ein sehr starker Raucher. Als er zurück kam, fiel mir als erstes an ihm auf, dass er ganz anders roch als vorher: Rauch- und fahnenfrei sozusagen! :lol:
    Gut, da er im Augenblick beruflich Probleme hat, die ihn belasten, fing er heute zweimal wieder an zu rauchen. Er sagte, er habe es nur probieren wollen, aber es habe nicht geschmeckt.

    Nun habe ich einen Riesenschreck bekommen, (Co ... lässt grüßen...) und mit ihm geredet über meine Ängste, die sofort auftauchten: Wenn du jetzt, wo du ein Problem hast, gleich wieder zur Zigarette greifst, dann ist der Weg zum ersten Schluck vielleicht auch nicht weit. Er erwiderte, dass für ihn das Rauchen einen anderen Stellenwert (!) habe als der Alk und dass es ihm bewusst sei, dass es beim Alkohol nur entweder - oder geben könne. Er habe auch nicht vor, wieder so viel zu rauchen wie zuvor!

    Daraufhin versuchte ich ihm zu erklären, dass in meinen Augen die Suchtstrategien dieselben seien - egal, ob rauchen oder trinken. Jedenfalls sind das meine Ängste, Befürchtungen und Sorgen!

    Wisst ihr, ob es wirklich so einen eklatanten Unterschied gibt zwischen den beiden Süchten? Ich sehe ja, wie er die Sucht "braucht", um sich im Moment eine Situation zu "erleichtern", in diesem Fall sind es Zigaretten gewesen. Und dann? Wenn ihm der Qualm wirklich nicht mehr schmeckt? O Mann, ich habe solche Angst!

    Das Schlimme ist auch, dass ich mich wieder mal nicht mehr traue an eine gemeinsame Zukunft fest zu glauben.

    Ich suche mir jetzt eine SHG, ich merke, ohne geht es nicht.

    Ansonsten geht es uns gut, wir machen viel mehr zusammen als früher, stehen früher auf, treffen auch Freunde, bewegen uns, es ist wirklich ein Unterschied und ich würde soooo gern glauben und vertrauen! Doch wie lerne ich das bloß? Wie lernt ihr das, Juliane?

    Ich danke euch fürs Zuhören und wünsche einen angenehmen Abend!

    Oiseau

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