Hallo ihr lieben!
Ich war lange am überlegen, ob ich einen neuen Beitrag eröffne oder weiter in diesem schreibe. Naja, ihr seht ja wozu ich mich entschlossen habe.
Ich weiß auch garnicht wo ich anfangen soll. Ich bin gut wieder bei mir zu Hause angekommen, nach dem langen Aufenthalt bei meinen Eltern. Bin ja jetzt auch schon wieder länger hier.
Es ist viel passiert.
Vorab nur kurz, ich werde jetzt eine Therapie machen. (Einzel und Gruppengespräche möchte mein Therapeut jetzt beantragen) Dort wird bestimmt auch mal das Thema Coabhängigkeit sein.
Nach dem ich von meinen Eltern wieder zu Hause war, war alles ganz komisch. Mein Freund kam etwas später heim als ich. Wir haben uns umarmt und geweint. Aber nun ratet mal, wo er herkam...
aus dem Keller mit den Jungs Fußball schauen und ich hatte es schon gerochen... Er hat sich nie für Fußball interessiert... Er ging dann nach unserer Begrüßung noch mal kurz runter um sich von den anderern zu verabschieden. Ich muss sagen, er kam dann auch schnell wieder. Erstmal habe ich ihm viel erzählt, er hat dann auch kurz gemeint, das er viel verändern möchte und und und...
Und dann ging es los. Wir waren bei nem Nachbarn eingeladen. Ich hatte aber keine Lust. Musste erstmal ankommen und zu der Zeit hatte ich einfach keine Lust auf Menschenkontakt. Dann meinte er, er müsse kurz rüber gehen und Bescheid sagen, das wir nicht kommen. (Hätte er auch am Telefon machen können!!!) Naja, auf jeden Fall kam er dann irgendwann in der Nacht um 2 Uhr. Ich bin sauer und enttäuscht gewesen, wir haben uns nunmal fast 3 Wochen nicht gesehen. Die ganze Nacht war für nen Arsch. Den nächsten Tag habe ich ihn versucht zu ignorieren und versucht mein Ding zu machen. Alles irgendwie komisch gewesen...
Wir haben uns fast 1 Woche nicht richtig ausgesprochen. Es lief zwar relativ harmonisch, aber man hat gemerkt, dass doch was zwischen uns steht. Er hat unter der Woche nichts getrunken, aber am Wochenende schon.
Dann hat es peng gemacht und wir haben uns ausgesproche und geweint. Wir haben über seine Sucht gesprochen und ich habe es ihm versucht klar zu machen, das er alles kaput macht und ich das nicht mehr kann und wenn sich nichts ändert und er nichts tut, das ich dann nicht mehr kann. Ich dann weg sein werde, egal wie sehr ich ihn dann noch liebe. Habe ihm auch gesagt, dass das alles nicht gut ist fürs Baby. Er hat viel eingesehen, aber er meinte er möchte es erstmal alleine versuchen. Ich habe ihm nur erklärt, das er das nicht alleine, ohne profesionelle Hilfe schaft. Angeblich hat er es verstanden.
Nach dem letzten Wochenende bin ich sehr verzweifelt. Meine Eltern sind seit Freitag bei meiner Schwester zu Besuch. Es war ausgemacht, das mein Freund und ich auch am Freitag zu meiner Schwester fahren und er zumindest bis Montag bleibt. Das war auch mit seiner Arbeit so geklärt. Nein, er musste angeblich Freitag noch arbeiten. Und dann kam später eine SMS, das er noch auf einen Geburtstag eingeladen wurde. Da frage ich mich, was ist ihm wichtiger?!
Dann ist mir aufgefallen, das ich ihm nicht mehr vertraue. Nicht wegen Frauen, sondern ich merke das er nicht immer aufrichtig zu mir ist und wenn ich zurückblicke, sind es schon einige Situationen gewesen, wo er was erzählt hat und ich ihm das nicht ganz glauben konnte.
Am nächsten Tag kam er dann. Er war schon da, als wir vom einkaufen wieder kamen. Dann hat er mich zu sich geholt und mir seine Liebe gestanden und noch einige liebe Worte mehr. Ich konnte die zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich annehmen. Wollte dann später zu ihm ins Raucherzimmer und auf ihn zu gehen. Da ist mir fast das alles aus dem Gesicht gefallen...
Da sitzt er da, telefoniert und hat um 14:30 Uhr ein Bier in der Hand. Das war natürlich auch nicht das einzige an diesem Tag. Ich bin Rückwärts wieder raus und bin danach heulend zusammengebrochen. Habe mit meiner Schwester geredet, die konnte mich wieder etwas runterbringen. Es ging dann schon zwischen uns relativ entspannt weiter, wir haben geredet, aber nicht wirklich über das Thema. Keine Ahnung mehr?
Er wollte dann Montag Mittag schon fahren, nicht einmal mehr mit uns allen spazieren gehen. Er hatte es total eilig, aber angeblich nur, weil er seine Arbeitsklamotten noch waschen und trocken bekommen muss. Wieder etwas was ich ihm nicht ganz glauben kann.
Gestern morgen musste ich dann am Frühstückstisch wieder weinen. Zum einen wegen meinen Problemen und zum andern wegen meinem Freund. Meinen Eltern und meiner Schwester sind so einige Symptome aufgedallen an ihm, die typisfch für einen Alkoholiker spricht.
Zum einen sind mir da schon länger seine gelben Augen aufgefallen, aber ich habe das nie auf den Alkohol geschoben. Dachte immer ich bilde mir das vielleicht auch ein. Aber als meine Mutter das angesprochen hat und ihr die Augen auch aufgefallen sind, dann wusste ich wie weit er eigentlich schon im Sumpf drin steckt. Es ist schade, das mir das jetzt erst alles Bewusst wird, seid dem ich schwanger bin. Das Baby war gewollt und jetzt sowas...
Meine Schwester meint, ich soll ihm eine Grenze setzten und ihm sagen, dass wenn er bis kurz vor der Geburt keine Therapie angefangen hat, dass ich dann weg bin.
Ich weiß mitlerweile, das ich das machen muss, auch wenn es mir sau schwer fällt. Ich muss veruschen stark zu bleiben und mich nicht zu bequatschen lassen. Konsequent sein, das ist jetzt die Frage.
Ich habe nur in den letzten Tagen gemerkt, das ich nicht mehr kann. Das ich das auch nicht mehr will und ich auch nicht mehr weiß, wie ich mit meinem Freund umgehen soll, wenn er was getrunken hat. Ich kann dann einfach nicht mehr herzlich auf ihn zugehen und dann heißt es von ihm aus, ob ich ihn denn noch lieben würde.
Ich bin noch bei meiner Schwester. Meine Eltern fahren morgen und ich wollte eigentlich heute schon fahren. Er hat mich dann angerufen und gefragt, wann ich denn kommen würde. Ich habe gesagt, evtl. heute oder morgen ganz früh. Haben kurz Smaltalk gehalten und ich fand, das er komisch war. Das kann man noch nicht mal erklären. Nach der Frage von mir, was er heute noch machen würde. "Ja er geht zur ... (einer Kneipe), aber nicht lange, so ne viertel Stunde zwanzig Minuten. Da wusste ich schon Bescheid und mein Entschluss stand fest, das ich erst morgen heim fahre.
Mich macht das fertig. Ich könnte grad nur noch weinen. Ich bin froh, das mich meine Eltern und meine Schwester so gut sie können unterstützen, aber durch das gröbste muss ich halt doch alleine durch. Eigentlich sollte ich mich mit meinen bisherigen Problemen beschäftigen, aber nein, jetzt sind noch neue dazu gekommen.
Es tut so weh, einen Menschen so zu sehen, den man über alles liebt. Den man evtl. verlassen muss. Er ist doch ein so guter Mensch, wahrscheinlich wie alle oder die meisten Alkoholiker, aber die Symptome sind mitlerweile so eindeutig und mir so klar vor Augen, das ich jetzt erst recht nicht mehr kann. Schade, es war alles immer so harmonisch und gut in unserer Beziehung und jetzt wo ich schwanger bin. Schade fürs Kind... Hätte ihm gerne eine heile Familie gewünscht. Das schlimmste ist, das ich ihm nicht mehr vertrauen kann.
Ich könnte noch unendlich schreiben und es tut so gut. Mein Kopf ist nur noch mit diesem Thema beschäftigt und ich habe Angst heim zu fahren. Ich habe Angst nicht stark zu sein. Angst ihm das alles nicht so sagen zu können. Angst, nicht konsequent zu sein. Wo soll ich hin, wenn er nichts macht und ich konsequent sein möchte. Klar ich könnte erstmal zu meiner Schwester, aber die wohnt eine Stunde von mir entfernt und ich habe ab April wöchentlich Therapie.
Ich muss jetzt erstmal schlafen. Schaun wir mal wie diese Nacht wird?? Morgen steht wieder Abschied von meinen Eltern an. Und dann muss ich auch noch heim fahren.Naja, ich kann mich auch nicht drücken.
Vielen Dank fürs zuhören...
alles Liebe
lohokla