Hallo Deli,
jetzt erstmal ganz tief durchatmen und sortieren.
Ich war bei der Suchtberatung für Angehörige und dass hat mir neben diesem Forum hier, auch die Augen geöffnet. Ich dachte ähnlich wie du, ich muß ihn nüchtern "erwischen", wenn ich mit ihm vernünftig reden will. Da wurde mir die Frage gestellt: Wann ist ein nasser Alkoholiker nüchtern, dass sie wichtige Dinge oder anstehende Entscheidungen treffen können. Nach einigem hin und her denken mußte ich zugeben: nie.
Bei allen Entscheidungen, die du für dich treffen willst gilt: Konsequent sein, sonst wirst du nicht mehr ernst genommen. Wenn du etwas ankündigst, solltest du es auch durchziehen. Das geht natürlich nicht ins Blaue hinein, also vorher informieren, dir wichtige Dokumente kopieren usw. und eventuell sogar eine anwaltliche Beratung in Anspruch nehmen, damit du weißt, was auf dich zu kommt.
Fakt ist, dass du nichts an seiner Trinkerei ändern kannst, sondern nur etwas für dich tun kannst. Du hast doch das Thema sicherlich schon mehrfach angesprochen, oder? Dann sollte er bemerkt haben, wie es dir damit geht.
Du hast in deiner Vorstellung geschrieben, dass du den sozialen Rückzug angetreten hast. Das kann ich gut verstehen, bringt dich persönlich aber nicht viel weiter. Ich hatte aucvh einiges an Kontakten aufgegeben, aber irgendwann wollte ich dass nicht mehr, und habe meinem engsten Freundeskreis erzählt, warum ich mich so abgesondert habe. Danach ging es mir schon etwas besser, und ich habe dadurch keine Freunde verloren.
Mal dir keine Szenarien aus, oft kommt es doch ganz anders, deshalb finde ich die Vorbereitung so wichtig. Gefühlt bin ich immer nur Minischritte gegangen.
lg Morgenrot