Meine Eltern trinken! - Hilfe für EKA (Erwachsene Kinder von alkoholkranken Eltern)

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.

Meine Eltern trinken: Hilfe für Erwachsene Kinder von alkoholkranken Eltern

Wenn man mit alkoholkranken Eltern aufwächst, leidet man nicht nur in der Kindheit und Jugend, sondern plagt sich vielleicht auch langfristig mit zunächst unerklärlichen Gefühlen und Verhaltensweisen herum. Wer daheim ausgezogen ist und sich aus dem Bannkreis der/s Alkoholkranken gelöst hat, kann noch Jahre und Jahrzehnte später im eigenen Leben Alltagsprobleme haben.


Man erlernt als Kind nicht nur Mathe, Deutsch und Fahrradfahren, sondern verinnerlicht die vorgelebten Suchtstrukturen. Und selbst wenn man damals nicht von häuslicher Gewalt betroffen war, kann das Urvertrauen angeknackst sein. Die Kindheit mit alkoholkranken Eltern fühlt sich beklemmend, verunsichernd, beängstigend, unzuverlässig und überfordernd an.

Meine Eltern trinken: Das fragen sich die Kinder

Mit zunehmendem Alter tauchen immer mehr Fragen auf.

  • Wie ist es in einer "normalen" Familie aufzuwachsen und was ist in einer Alkoholikerfamilie anders?
  • Wieso fühlt man sich für die Eltern verantwortlich?
  • Wie kann ich Scham und Schuldgefühle hinter mir lassen?
  • Ist es ein Unterschied, ob die Mutter oder der Vater trinkt?
  • Was ist später, wenn die trinkenden Eltern alt und krank werden?
  • Bin ich selber suchtgefährdet?
  • Werde ich automatisch co-abhängig?
  • Wie kann ich mich aus der vorgelebten Suchtstruktur lösen?
  • Wieso lande ich immer wieder in Beziehungen mit Suchtkranken bzw. Alkoholikern?
  • Warum habe ich ausgerechnet einen Helferberuf erlernt?
  • Wieso schufte ich auf der Arbeit viel mehr als alle anderen?
  • Wieso habe ich solch ein Gefühlschaos?
  • Oder wieso fühle ich gar nichts mehr?
  • Kann ich mit dieser Vergangenheit selber mal eine gute Mutter, ein guter Vater sein?

u. v. w.


EKA: Unser Hilfeforum

Wir haben hier im Forum einen Bereich speziell für erwachsene Kinder von alkoholkranken Eltern.

Erste Schritte für EKA


Ganz oben angepinnt ist der Thread "Merkmale für ein EKA":

Merkmale für ein EKA

Forenleitung


In dieser Textsammlung finden sich Erklärungsansätze für die damals unbewusst ausgebildeten Gefühle und Überlebensstrategien.


Hilfe für Erwachsene Kinder von alkoholkranken Eltern: Erfahrungsberichte

Des Weiteren haben wir hier einige Erfahrungsberichte von EKA:


Sporty:

Ich wohne in einem Mehrgenerationshaus mit meinen alkoholabhängigen Eltern zusammen. Es ist oft sehr sehr schwer sich abzugrenzen. Ich achte mehr darauf, dass meine Kinder keinen Schaden nehmen, als auf mich selbst zu achten. Ich habe die Sucht erst vor einigen Jahren bewusst erlebt, obwohl Alkohol seit meiner Kindheit immer schon präsent war. Im Nachhinein wird einem das alles erst wirklich bewusst. Ich war immer schon ein Mensch, der sich nach anderen richtet, es ist jetzt noch so, dass ich es es allen recht machen möchte und nur sehr selten hinterfrage was ich eigentlich will. Meist geht es mir gut, wenn es den Menschen um mich herum gut geht. Ich kann es gar nicht gut ertragen, wenn mir jemand böse ist oder mich spüren lässt, dass er mich nicht mag. Seit ich meinen Mann und die Kinder habe, werde ich aber immer stärker, allerdings eher in Bezug auf das Verteidigen meiner Liebsten und weniger mich selbst. Aber das ist ja auch schon mal ein Anfang.



AufderSuche:

Bin ich selbst suchtgefährdet? - Ich selbst definitiv. Ich habe zwar Alkohol als abschreckend erlebt, bin aber später, als ich in Kreisen war, in denen Alkohol trinken als normal und „ungefährlich“ galt, der beruhigenden, lösenden, enthemmenden Wirkung des Alkohols verfallen. Alkohol als etwas, das Druck von einem nimmt, sich für einen Moment entspannt fühlen lässt. Und da ist diese Leere, die ich geneigt war, mit allem Möglichen zu füllen.

Die Gefahr Co-abhängig zu werden, sehe ich ebenfalls. Wenn man seinen Vater oder seine Mutter schon nicht retten konnte, kann man als Erwachsener vielleicht seinen Partner oder seine Partnerin retten. Verantwortung zu übernehmen, hat man ja von klein auf verinnerlicht.


Dazu kommt nach meiner Beobachtung auch, dass ich zum Beispiel bei meinem Partner eine Sicherheit gefunden zu haben glaube, die unbedingt beschützt werden muss. Glücklicherweise ist mein Partner ein ziemlich stabiler Mensch und kein Alkoholiker oder sonst wie Abhängiger.


Erst, als ich begriffen habe, dass ich nur für mich allein verantwortlich bin und Verantwortung abgeben konnte, wurde ich frei.


EKA: Was kann man tun?


Um sich aus den vorgelebten kranken Mustern zu lösen, ist äußerer und innerer Abstand wichtig. Man ist nicht für das Wohl und Wehe der Eltern verantwortlich. Die dürfen nämlich trinken... Aber man selber kann den Abstand verändern und lernen, sein eigenes Leben zu leben. Denn nur dafür ist man verantwortlich. Es darf einem gut gehen, auch wenn es den Eltern schlecht geht. Es ist ihre Entscheidung, wie sie leben und sie könnten sich jederzeit ärztliche Hilfe suchen.


Ganz wichtig: Ihr seid nicht schuld, dass eure Eltern trinken! Egal, was ihr früher eingeredet bekommen habt...


Sorgt dafür, dass es EUCH heute gut geht!

Unser Forum ist ab 18. Wenn ihr unter 18 seid, gibt es natürlich auch Hilfe!

Ihr könnt euch z. B. an folgende Stellen wenden:

  • Vertrauenslehrer
  • Hausarzt
  • Kinderarzt
  • Suchtberatungsstelle (einfach im Internet nach der nächsten suchen!)
  • Einige reale Selbsthilfegruppen bieten Gruppen für Kinder und Jugendliche an.


Und es gibt noch die Nummer gegen Kummer:

Beratung für Eltern, Kinder und Jugendliche | Nummer gegen Kummer
Nummer gegen Kummer hat sich zum Ziel gesetzt, Kindern, Jugendlichen und Eltern ein kompetenter Ansprechpartner zu sein bei Sorgen & Ängsten
www.nummergegenkummer.de


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