Meine Eltern trinken! - Hilfe für EKA (Erwachsene Kinder von alkoholkranken Eltern)

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Meine Eltern trinken: Hilfe für Erwachsene Kinder von alkoholkranken Eltern

Wenn man mit alkoholkranken Eltern aufwächst, leidet man nicht nur in der Kindheit und Jugend, sondern plagt sich vielleicht auch langfristig mit zunächst unerklärlichen Gefühlen und Verhaltensweisen herum und sich aus dem Bannkreis des Alkoholkranken gelöst hat, kann noch Jahre und Jahrzehnte später im eigenen Leben Alltagsprobleme haben.


Man erlernt als Kind nicht nur Mathe, Deutsch und Fahrradfahren, sondern verinnerlicht die vorgelebten Suchtstrukturen. Und selbst wenn man damals nicht von häuslicher Gewalt betroffen war, kann das Urvertrauen angeknackst sein. Die Kindheit mit alkoholkranken Eltern fühlt sich beklemmend, verunsichernd, beängstigend, unzuverlässig und überfordernd an.

Meine Eltern trinken: Das fragen sich die Kinder

Mit zunehmendem Alter tauchen immer mehr Fragen auf.

  • Wie ist es in einer "normalen" Familie aufzuwachsen und was ist in einer Alkoholikerfamilie anders?
  • Wieso fühlt man sich für die Eltern verantwortlich?
  • Wie kann ich Scham und Schuldgefühle hinter mir lassen?
  • Ist es ein Unterschied, ob die Mutter oder der Vater trinkt?
  • Was ist später, wenn die trinkenden Eltern alt und krank werden?
  • Bin ich selber suchtgefährdet?
  • Werde ich automatisch co-abhängig?
  • Wie kann ich mich aus der vorgelebten Suchtstruktur lösen?
  • Wieso lande ich immer wieder in Beziehungen mit Suchtkranken bzw. Alkoholikern?
  • Warum habe ich ausgerechnet einen Helferberuf erlernt?
  • Wieso schufte ich auf der Arbeit viel mehr als alle anderen?
  • Wieso habe ich solch ein Gefühlschaos?
  • Oder wieso fühle ich gar nichts mehr?
  • Kann ich mit dieser Vergangenheit selber mal eine gute Mutter, ein guter Vater sein?

u. v. w.


EKA: Unser Hilfeforum

Wir haben hier im Forum einen Bereich speziell für erwachsene Kinder von alkoholkranken Eltern.

Erste Schritte für EKA


Ganz oben angepinnt ist der Thread "Merkmale für ein EKA":

Merkmale für ein EKA

Forenleitung


In dieser Textsammlung finden sich Erklärungsansätze für die damals unbewusst ausgebildeten Gefühle und Überlebensstrategien.


Hilfe für Erwachsene Kinder von alkoholkranken Eltern: Erfahrungsberichte

Des Weiteren haben wir hier einige Erfahrungsberichte von EKA


Sporty:

Ich wohne in einem Mehrgenerationshaus mit meinen alkoholabhängigen Eltern zusammen. Es ist oft sehr sehr schwer sich abzugrenzen. Ich achte mehr darauf, dass meine Kinder keinen Schaden nehmen, als auf mich selbst zu achten. Ich habe die Sucht erst vor einigen Jahren bewusst erlebt, obwohl Alkohol seit meiner Kindheit immer schon präsent war. Im Nachhinein wird einem das alles erst wirklich bewusst. Ich war immer schon ein Mensch, der sich nach anderen richtet, es ist jetzt noch so, dass ich es es allen recht machen möchte und nur sehr selten hinterfrage was ich eigentlich will. Meist geht es mir gut, wenn es den Menschen um mich herum gut geht. Ich kann es gar nicht gut ertragen, wenn mir jemand böse ist oder mich spüren lässt, dass er mich nicht mag. Seit ich meinen Mann und die Kinder habe, werde ich aber immer stärker, allerdings eher in Bezug auf das Verteidigen meiner Liebsten und weniger mich selbst. Aber das ist ja auch schon mal ein Anfang.


Zitat von Iffiegenie

Was mir an mir aufgefallen ist:

- ich kann arbeiten bis zum Umfallen - habe scheinbar endlose Kraftreserven

- ich schlafe sehr wenig (bin nach spätestens 5 Stunden munter)

- ich verharmlose die Situation zu Hause ("War doch alles gar nicht so schlimm, es gibt Familien, in denen alles viel schlimmer war...")

- ich kann mich auf Beziehungen mit "netten" Männern nicht einlassen, die langweilen mich schnell bzw. habe ich das Gefühl, die rücken mir auf den Pelz

- ich vestecke mein kleines Selbstbewußtsein hinter Lautheit und Poltrigkeit, muss immer der Affe sein

- ich habe zu meinem (Alki-) Vater schon seit 20 Jahren keinen Kontakt, will aber eigentlich von ihm mal hören, dass er mich lieb hat

- ich werfe meiner (Nichtalki-) Mutter allerlei Dinge vor, obwohl die ja gar nicht gesoffen hat (aber: ihr kann ich nichts recht machen, ich bin fehlerhaft, das zieht sich durch alle Lebensbereiche - nur sie weiß, wie es richtig geht...)

- ich lehne Zärtlichkeiten ab: wenn jemand "nur mal" mit mir kuscheln will, flippe ich aus, mache mich steif wie ein Brett, weise das auch zurück (sogar meinem Kind gegenüber, das arme Ding...)

- ich kann mich schnell für Dinge begeistern, betreibe die dann kurze Zeit äußerst intensiv und verliere genauso schnell wieder das Interesse daran

- mir wird oft gesagt, dass ich eine sehr hohe Allgemeinbildung habe, trotzdem fühle ich mich oft dumm (habe ein 1er-Abi, Jura studiert, trotzdem...)

- ich schwindele oft, auch an Stellen, wo das ABSOLUT unnötig ist

- ich kann nicht um Hilfe bitten

- meine Wohnung ist mein Bunker, da darf niemand unangemeldet rein, nicht mal der Postbote


Zitat von Herbstregen

Möchte auch mal meine Merkmale festhalten :


Depressionen, Selbstmordgedanken.

Panische Angst davor im Mittelpunkt zu stehen oder vor anderen zu Reden.

Soziale Kontakte und Freundschaften mit Beständigkeit sind absolut un-

möglich für mich.


Abneigung oder regelrechter Hass gegen Ungerechtigkeit, Egoismus und asoziales Verhalten. (Ich darf deswegen keine Nachrichten usw sehen, es macht mich so unglaublich wütend und traurig)


Abneigung gegen oberflächliche Menschen, denen nur Geld, Gerüchte oder sonst irgendein Mist wichtig ist.


Panikattacken, übermäßiges Schwitzen, Schwindelgefühle, teilweise selbst

wenn ich nur "Einkaufen" gehe.


Permanentes Gefühl der Leere und Traurigkeit.


Suchtverhalten, gebe oft zuviel Geld aus.


Schlafstörungen, Geräuschempfindlichkeit.


Absolute Abneigung gegen Streit oder laute Menschen.


Unfähigkeit Stolz oder Freude zu empfinden.


Permanente Suche nach Halt, Beständigkeit und Harmonie -

wovor ich dann aber flüchte wenn ich es gefunden habe. :(


Unfähigkeit auf bestimmte Situationen angemessen zu reagieren, z.B wenn Jemand traurig ist oder krank - als wäre ich innerlich kalt, aber das bin ich eigentlich nicht.


Ständige Suche nach Bestätigung und danach,dass Menschen das ,was ich tue als "Richtig" einstufen.


Unfähigkeit mich Selbst wahrzunehmen.


Selbstzerstörerisches Verhalten wie übermäßiges Essen und Rauchen.


Selbstaufgabe in Beziehungen.


Ständige Suche nach einer tiefen, ehrlichen Freundschaft.


Probleme "NEIN" zu sagen oder mich abzugrenzen.


positives gibt es vielleicht auch ...


ich habe eine unglaublich gute Gabe mich in ander hineinzuversetzten oder in sozialen Situationen zu wissen wer in welcher Position ist.

Ich habe das Gefühl zwischen den Zeilen lesen zu können und sehr viele Dinge wahrzunehmen, die andere nicht sehen.


Ich bin sehr verantwortungsbewusst anderen Lebewesen gegenüber, vorallem bezüglich ihrer Persönlichkeit und Empfindungen.


Ich bin auf eine Weise recht kindlich geblieben, ich spiele gerne mit bestimmten Dingen oder wunder mich über Sachen. Ich finde es eigentlich schade, dass viele Menschen diese Eigenschaften verlieren.


Zitat von Biene1967

Bin EKA (Vater begann zu trinken, als ich etwa 14 war).

Symptome:

- versuche, nie negativ aufzufallen (genügsam)

- Probleme, Grenzen zu setzen (Pubertät mit den typischen Grenzüberschreitungen fiel aus, sh. oben

- sehr zuverlässig und fleissig

- anhänglich, auch wenn man nicht so nett zu mir ist

- ein Partner mit Alkoholproblemen

- fühle mich dauernd verantwortlich, vor allem für die Laune des Anderen

- Co-Abhängige Züge

- extrem anpassungsfähig

- Wenig Selbstbewusstsein

- Suche Sicherheit, wo keine ist. Wie ein Kind eben

- Hochsensibel, bemerke jede Stimmung und versuche auszugleichen



Und das Schlimmste:

- Versuche mit Wohlverhalten Anerkennung und Zuneigung zu bekommen


EKA: Was kann man tun?


Um sich aus den vorgelebten kranken Mustern zu lösen, ist äußerer und innerer Abstand wichtig. Man ist nicht für das Wohl und Wehe der Eltern verantwortlich. Die dürfen nämlich trinken... Aber man selber kann den Abstand verändern und lernen, sein eigenes Leben zu leben. Denn nur dafür ist man verantwortlich. Es darf einem gut gehen, auch wenn es den Eltern schlecht geht. Es ist ihre Entscheidung, wie sie leben und sie könnten sich jederzeit ärztliche Hilfe suchen.


Ganz wichtig: Ihr seid nicht schuld, dass eure Eltern trinken! Egal, was ihr früher eingeredet bekommen habt...


Sorgt dafür, dass es EUCH heute gut geht!

Unser Forum ist ab 18. Wenn ihr unter 18 seid, gibt es natürlich auch Hilfe!

Ihr könnt euch z. B. an folgende Stellen wenden:

  • Vertrauenslehrer
  • Hausarzt
  • Kinderarzt
  • Suchtberatungsstelle (einfach im Internet nach der nächsten suchen!)
  • Einige reale Selbsthilfegruppen bieten Gruppen für Kinder und Jugendliche an.


Und es gibt noch die Nummer gegen Kummer:

Beratung für Eltern, Kinder und Jugendliche | Nummer gegen Kummer
Nummer gegen Kummer hat sich zum Ziel gesetzt, Kindern, Jugendlichen und Eltern ein kompetenter Ansprechpartner zu sein bei Sorgen & Ängsten
www.nummergegenkummer.de


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Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e.V.

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