Klarstellung: Alpha - Beta - Gamma - Delta - Epsilon Trinker

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Alkoholismus ist als Krankheit noch nicht allzulange anerkannt

  • Von der Weltgesundheitsorganisation der UNO seit dem Jahre 1950,
  • in der Bundesrepublik Deutschland erst seit 1968.

Im Jahre 1960 wurde die bekannteste Arbeit des amerikanischen Physiologen Elvin Morton Jellinek im Buch "The Disease Concept of Alcoholism" veröffentlicht.

Jellinek - Seine Einteilung der Trinkertypen

  • Alpha-Trinker (Problemtrinker)
  • Beta-Trinker (Gelegenheitstrinker)
  • Gamma-Trinker (Suchttrinker)
  • Delta-Trinker (Spiegeltrinker)
  • Epsilon-Trinker (Quartalssäufer)

ist bis in die heutige Zeit sehr geläufig und die am häufigsten in Anwendung gebrachte Typologie der Alkoholkrankheit.


Hintergrund dieses Schemas dürfte der Wunsch gewesen sein, Medizinern eine gewisse Struktur als Basis für die Behandlung anzubieten. Die Bewertung des Alkoholismus als Krankheit war zur Entstehungszeit ja noch recht neu und die Grundkenntnis für eine medizinische Behandlung entsprechend dürftig.

Kritik an der Trinkertypisierung

Mit der Zeit hat sich in der Erforschung dieser Krankheit einiges getan. Der komplexe, aber wesentliche Teil der Entwöhnung hat einen Stellenwert in der Behandlung eingenommen, von dem Jellinek naturgegebenermaßen noch nichts wissen konnte.


Eine besonders starke Rolle spielt heutzutage die Suchtselbsthilfe, eine Hilfsform, die zu Jellineks Zeiten noch weitgehend unbekannt war.


Für die Suchtselbsthilfe ist die Typologie nach Jellinek nicht hilfreich.


Zum einen verzerrt die Grobeinteilung in physischer bzw. psychischer Abhängigkeit die Selbstwahrnehmung eines Alkoholikers. Das eine wie das andere wird nicht selten als "weniger schlimmer Fall" betrachtet, verbunden mit der Hoffnung auf weniger harte Konsequenzen, will man für die Zukunft trocken leben.


Zum anderen lassen sich viele Alkoholiker nicht eindeutig nur einem der fünf Typen zuordnen, individuelle Mischformen sind weitaus häufiger. Auch hier folgen dann entsprechend viele Eigeninterpretationen, die vom eigentlichen Ziel, der dauerhaften Abstinenz, ablenken.


Jellinek leistete zu seiner Zeit vielen Medizinern mit seiner Typologie eine wichtige Hilfe.

Es gibt noch weitere Typologien

Die Typologie nach Lesch

Hierbei wird in vier Grundtypen eingeteilt, in der ätiologische Einschätzungen und deren Folgen kategorisiert werden sowie passende Behandlungsempfehlungen gegeben werden, sowohl pharmazeutisch beim Entzug und zur Prophylaxe, als auch psychosozial.

Die Typologie nach Schuckit

Diese unterscheidet zwischen primärem und sekundärem Alkoholismus.


Im Mittelpunkt bei dieser Typologie steht die mögliche Wechselwirkung zwischen psychischer Erkrankung und Alkoholismus.

Die Typologie nach Cloninger

Auch diese Typologie kommt mit zwei grundsätzlichen Typen aus, wobei der Fokus hier auf erbliche bzw. äußere soziale Faktoren ausgerichtet ist.

Fazit der Typologien zur Alkoholsucht

Allen Typologien ist gemein, dass sie als Basis für Suchtselbsthilfe nichts taugen und mit Sicherheit auch nicht dafür entwickelt wurden.

Ziel der Suchtselbsthilfe ist es, die eigene Abstinenz durch Austausch mit Mitbetroffenen zu stabilisieren bzw. stabil zu halten. Die individuelle Suchtgeschichte ist dabei nur der abschreckende Faktor für die trockene Lebenspraxis:


So, wie es war, soll es ja für die Zukunft nie wieder sein.