Vater ruinert sich selbst! Zusammenfassung / Brauche Hilfe

  • Hallo nochmal,

    ok ich sehe es ein, der text ist wirklich zu lang. Ich habe gestern mir quasi alles von der Seele geschrieben, was mir auch sehr gut tat. Aber ich weiß auch, daß nicht jeder Lust hat, sich so einen langen Text zu lesen. Also hier einmal eine Zusammenfassung. Ich bin 26 und Tochter eine 50-jährigen Mannes der seit ca. 20 Jahren trinkt. In den letzen Jahren jetzt sehr extrem. Er hat dadurch seinen Arbeitsplatz verloren, seinen Führerschein, hat keinen Anspruch mehr auf Arbeitslosengeld müsste jetzt Harz IV beantragen, tut er aber nicht und dadurch ist er natürlich nicht Krankenversichert. Jetzt hat sich sein Zustand extrem verschlechert. Er war von 1 1/2 Jahren wegen Alkoholismus auf der Intensivstation. Die ganzen Organe sind angegriffen und auch körperlich hat er sehr abgebaut. Er wirkt vom äußerlich her wie 70 jahre, aber auch vom Verhalten her..Wie er spricht, sich bewegt und nun auch noch, daß er keine Kontrolle mehr über seinen eigenen Körper hat. Sprich er verteilt den Urin und Kot in der Wohnung, was ihn aber nicht stört, auch nicht die vollgemachten Anziehsachen und seine Lebensgefährtin macht das weg. Sie macht das jetzt schon ein 3/4 Jahr lang so mit, hat sich aber nicht getraut, mich anzurufen, weil sie nicht wusste ob ich ihr sowas glauben würde, zumal über so etwas ja auch nicht einfach mal nebenbei spricht. Es kam nur raus, weil ich ihn doch zu mir geholt hatte für ein paar stunden und ich das selbst erlebt hatte. Nun, für mich ist klar, die Lebensgefährting kann auf keinen Fall, so wie es jetzt ist, weiter mit meinem Vater zusammenleben. Mein Vater müsste eigentlich betreuerisch versorgt werden und das schlimmste ist, im Moment trinkt er kaum noch, das heißt der Körper ist wirklich schon so am Ende. Wir dachten erst, wenn er nix mehr trinkt wird es besser, aber kann sich so ein Zustand noch bessern? Er will auch keine Hilfe annehmen, er ist völlig gleichgültig geworden. Ihn stört nichts, ihm ist nichts mehr peinlich usw... Wie kann man den beiden jetzt helfen? Wäre um Tips, Rat und auch einfach nur Beistand sehr dankbar. Denn ich bin mittlerweile echt am Ende, mich macht diese ganze Geschichte einfach nur noch fertig. Man ist so hilflos, man möchte gerne helfen, kann aber nicht, weil man nicht mehr weiß wie und weil dem dem man helfen möchte, gar keine Hilfe will. Ich bin einfach fassungslos, wie weit so etwas führen kann. LG Kristin

    Ps: Wer doch Lust hat alles zu lesen, die ausführliche Geschichte ist zu erfahren unter dem Titel "Mein Vater ruiniert sich! Achtung langer Text" hier der Link https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…f7543e7469d83df

  • Liebe Kristin,

    wie Du Deinem Vater helfen kannst war Deine Frage. Ihm selbst ist alle gleichgueltig, er ist schon sehr tief gesunken, aber da ist immer noch seine Freundin, die alles wegmacht, ihm hilft. Sobald man einem Alkoholiker immer noch hilft und er schon so weit unten ist, laesst man ihm sein Uebel nicht sehen, sie raeumt es ja weg. Sie ist immer noch da, will sie wirklich mit so einem Zustand leben.

    Er muss die Konsequenzen fuer sein Verhalten tragen, so hart wie diese Zeilen sind Kristin.

    Du kannst ihm nicht helfen, er muss selbst herausfinden, dass er was tun muss. Ich weiss auch wenn es schwer ist und seine Gesundheit schon sehr angeschlagen ist, aber selbst da kannst Du ihm nicht helfen, er trinkt ja trotzdem weiter und kontrollieren kannst Du ihn nicht, denn wenn Du damit anfaengst, laesst Du Dich in den Strudel der Co-Abhaengigkeit reissen.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Jenny,

    danke für deine Antwort, ja das man selber nicht viel machen kann hab ich schon so nen bischen mitgekriegt. Und die Freundin will das wirklich nicht, aber sie wusste einfach nicht an wen sie sich damit wenden kann. Denn so was eckliges erzählste ja nicht jedem x-beliebigen... Ich weiß nich ob der Weg den wir jetzt dabei sind einzuschlagen, der richtige ist...Und zwar haben wir ihr geraten, sie soll als erstes mal die vollmacht für ihn auf ihr Konto zurückziehen, und ihm damit den Geldhahn abdrehen, dann soll sie ihm eine Frist setzten, sich um Harz IV zu bemühen und sich um eine eigene Wohnung zu bemühen, da sie auf keinen Fall weiter mit ihm zusammenleben kann, aber bisher nicht die Kraft hatte, alleine was zu unternehmen....Und das dann natürlich auch alles durchziehen was sie androht, aber jetzt mit unserer Hilfe ist sie stärker und dann wird sie das auch schaffen. Allerdings hat sie so ihre Schwierigkeit damit ihm zu sagen, mach deinen Dreck selbst weg, denn er macht es eh nicht und wenn er was macht dann ist es immer noch dreckig und stinkt. ...

  • Hallo Kristin,

    wichtig ist immer, dass ihr konsequent bleibt, warum soll ein Alkoholiker sich aendern und aufhoeren, wenn jeder hinter ihm herraeumt. Jede Minute in der ihr da abwartet ist eine verlorene. Ich wuerde der Lebensgefaehrtin Deines Papas raten, sich wirklich auch Rat von Hilfestellen wie z.B. Caritas oder Pro-Familia zu holen, wem gehoert denn die Wohnung?

    Dein Papa ist schon ziemlich abgerutscht, wenn er schon kein Geld mehr bekommt, wer unterstuetzt ihn denn dort?

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Tja er ist schon arg abgerutscht, wie gesagt, er bekommt kein Arbeitslosengeld und Harz IV nicht beantragt, keine Krankenversicherung und bedient sich immer an dem Geld seiner Freundin...Deswegen haben wir ihr ja auch geraten, den Geldhahn abzudrehen, so daß er nicht mehr an das konto dran kann, weil die Karte hatte sie ihm schon mal weggenommen, da hat er einfach eine neue beantragt... Mit der Wohnung ist es leider eigentlich nicht ganz so einfach...es war mal ihre Wohnung, und als er dann zu ihr gezogen ist, hat der Vermieter einen neuen Mietvertrag gemacht, wo beide unterschrieben haben...das ist ja im Moment unser Problem...

  • Liebe Kristin,

    den Geldhahn abstellen ist schonmal eine gute Idee. Die Lebenspartnerin Deines Papas muss versuchen eine Moeglichkeit zu finden aus der Wohnung herauszukommen, wohl oder uebel hilft da nur die Trennung, wenn sie ihn weiterhin hinterherraeumt und ihn so weitermachen laesst, wird das nichts mit dem Aufwachen.

    Wuensche euch viel Kraft,

    Jenny

  • Ja dessen ist sich jetzt auch klar und mit unserer Hilfe fühlt sie sich auch stark genug ihn zu verlassen, wir müssen jetzt halt die rechtlichen Sachen abklären, wie das mit der Wohnung ist, da er auch schon ein paar Schulden auf ihren Konto aufgebaut hat, ist ihr finanziell gesehen ein Umzug nicht möglich, sprich er muss raus und zwar endgültig...wir wollen uns jetzt mit dem Diakonischen Werk in Verbindung setzen, ob man ihn eine einrichtung mit Betreuung für Suchtkranke unterbringen kann... Und heute werden mein Schwiegervater und ich zu den beiden fahrn und´dann werden wir drei ihm sagen, daß er ab sofort kein Geld mehr bekommt, weder für Zigaretten und sonst was und er seine Sache regeln soll...mit Fristsetzung...so 2-3 Wochen zeit und dann muss er raus oder so ähnlich...aber es geht einen echt an die Nieren...

  • Hallo Kristin,

    nun ist es leider aber soweit gekommen. Es hoert sich gut an, dass ihr da mehrere seid, die jetzt endlich aktiv werden. Ich wuensche euch alle Kraft der Welt. Versucht das rechtliche erstmal abzuklaeren und versucht stark zu bleiben, nur somit koennt ihr wenn ueberhaupt helfen.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Ich habe der Lebensgefährtin angeboten, daß sie zu uns kommen kann, denn es ist echt eine sehr liebe Frau, die überhaupt nix dafür kann..ich kenn sie zwar im Prinzip erst 5 Jahre, aber ein Stück weit gehört sie ja schon zur Familie...am schlimmsten finde ich ja auch, daß die Aussicht auf Besserung für meinen Vater gen null sind...denn wir dachten bis gestern ja, daß er immer noch regelmäßig trinkt...aber er trinkt nur noch so alle 6 Wochen mal ne Flasche Wodka...sprich er ist nüchtern, wenn er sich so gehen lässt...er hat sich also wirklich den Verstand versoffen...ich denke wir werden den Sozial Psychatrische Dienst dann auch mal kontaktieren (was machen die denn dann genau?) ... denn hier muss was geschehen, sonst geht die Lebensgefährtin auch vor die Hunde und bei den ganzen Bakterien ist die Wohnung ja auch nicht gerade ungefährlich...Ich könnte echt brechen, wenn ich daran denke was da alles so passiert...Und gerade jetzt wo ich eigentlich keine Kraft für sowas habe und mir auch ein bischen die Zeit dafür fehlt...morgen haben wir eigentlich einen Termin zur Raucherentwöhnung, ob der noch von Erfolg gekrönt wird, bleibt echt abzuwarten, meine Freundin hat auch Streß mit ihrem Vater, da der Schmu mit ihrer Autoversicherung betrieben hat und ihr auto seit 2005 gar nicht mehr versichert war und die Polizei ihr auto gestern still gelegt hat und ich da jetzt auch bei helfe (sie muss ja auch zur Arbeit kommen) und Donnerstag muss ich in die Klinik weil ich am Trommelfell operiert werden muss, sprich in der Zeit kann ich ihr nicht mal helfen..Ich hoffe, daß ich sie bis dahin soweit habe, daß sie zu uns kommt, dann brauch ich mir wenigsten darum keinen Kopf machen...aber war ja schon immer so...wenn kommt alles auf einmal...

  • Hallo Kristin,

    wichtig ist, dass Du Dich bei all dem was mit Deinem Vater ist, Dich erstmal um Dich selbst kuemmerst. Du hast eine OP vor Dir und willst das Rauchen aufgeben. Du stehst an erster Stelle, nur wenn Du Reserven und genug Kraft hast, kannst Du anderen helfen.

    Die Lebensgefaehrtin muss da auch mit einbezogen werden und sie muss auch die Konsequenzen ihrer Co-Abhaengigkeit erkennen, nur so hat sie die Chance auch das ganze Ausmass zu sehen. Wenn Du jetzt die ganze Organisation in die Hand nimmst, laedst Du Dir alles auf, weil Du Dich als Tochter verantwortlich fuehlst. Wenn das Auto stillgelegt worden ist, dann muss die Lebensgefaehrtin reagieren, nicht Du, es ist nicht Deine Verantwortung wie sie zur Arbeit kommt. Es ist lieb, dass Du helfen moechtest, aber Deine Gesundheit und Dein Leben muessen als erstes auf Deiner To-Do-Liste stehen und erst weiter unten kommen die anderen. Das nennt man gesunden Egoismus. Gib der Lebensgefaehrtin die Nummer des Psychatrischen Dienstes, sie soll dort anrufen. Lass Dich in diesen Strudel nicht mit reinziehen.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hey jenny,

    die Lebensgefährtin wird auch mit einbezogen, sie hat ja jetzt auch erst mal ein paar Aufgaben gestern von uns bekommen, die sie zu erledigen hat...das mit dem Auto ist glaube ich falsch angekommen, denn das ist meine Freundin bzw. zukünftige Schwägerin und ich von 10 min von ihr entfernt und auf meinen Nachhauseweg ist auch ihre arbeit...vom Zeitmanagement ist es eigentlich ok, wenn nicht die raucherentwöhnung die OP anstünden...denn sonst bin ich den ganzen Tag zu Hause und kann mir meine Arbeitszeit frei einteilen...Ich werde auch an mich denken, ich werde auf jeden Fall morgen zur Raucherentwöhnung fahren und ich werde auch die OP machen, aber ich hätte gerne zusammen mit der Lebensgefährtin die wichtigsten Sache geklärt...Dann bin ich selber nämlich auch ruhiger... Beim sozial psychatrischen Dienst ruf ich jetzt an, denn sie kann schlecht von der Arbeit aus telefonieren...mal sehen was die sagen...aber keine Sorge wenn ich merke es wird absolut zu viel, dann werd ich meien Schwiegervater vorschicken, die Lebensgefährtin zu unterstützen, der hat jahrelang für eine Einrichtung für Suchtkranke gearbeitet und kennt sich in dem Thema auch noch ein bischen aus...

  • Hi Kristin,

    na dann bin ich ja beruhigt, dann scheinst Du ja eine gute Truppe da an der Hand zu haben, dann duerfte sich das ja alles mit viel Erfahrung auch von der Seite Deines Stiefpapas regeln lassen.

    Ich drueck euch die Daumen,

    Jenny

  • Hi Kristin,

    also ich habe mich bei Dir hier erstmal einlesen müssen (auch den langen Text) und ich kann nur sagen, ich weiss was Du durchmachst. Bei meinem Vater sieht es nicht viel anders aus. Der Geruch, das verschmierte... na ich brauche nichts mehr dazu sagen, Du weißt was ich meine und die kriegen das nicht mit bzw. wollen es auch gar nicht. Sie fühlen sich voll im Recht und benehmen sich auf gar keinen Fall wie Schw.... Ich habs bereits im Guten versucht und Ausraster hatten den gleichen Effekt - egal was, es interessiert nicht wirklich. Sei Du nur froh, dass Du Deinen Schieva hast, der scheint ganz lieb zu sein und wirklich was davon zu verstehen. Leider habe ich kein Erfolgsrezept, aber vielleicht kann ich von Dir noch was lernen!?

    Ich wünsche viel Erfolg bei allem was Ihr Euch für die nächste Zeit vorgenommen habt. Natürlich musst Du in erster Linie mal an Dich und Deine Dinge denken. Das hat jetzt einfach Vorrang und eine OP macht man auch nicht grad mit links. Toi, toi, toi für die kommende Zeit.

  • So ihr Lieben,

    dir Jenny danke für deine lieben Worte, und die Daumen, wir können alle Daume gebrauchen die wir kriegen können ;-).. ja ich hab da echt in eine sehr gute familie eingeheiratet und dadurch wirklich einen gute Truppe da an der Hand.

    dir KB danke ich auch. Ich hab wirklich eine sehr lieben Schwieva *grins*. Erfolgsrezept? Von mir lernen? Ich weiß nicht, ich kann dir aber erzählen was ich heute alles gemacht und erreicht habe...

    heute hab ich wirklich was voran getrieben. Ich habe heute mit zig Leuten von irgendwelchen Ämtern gesprochen. Zuerst die Diakonie, die sagten mir der Diakoniearzt, sei ab 14 Uhr zu erreichen... gut in der zwischenzeit den sozial psychatrischen Dienst angerufen, die wollten uns aber zurückrufen, weil die gerade in einem Gespräch waren...gut mittlerweile war es 14 Uhr also habe ich wieder den Diakoniearzt angerufen, die sagten uns dann, daß wir (wegen seinem schlechten Zustand, weil er ja nicht mehr für sich selber sorgen kann) beim Amtsgericht bei der Vormundschaftsstelle einen Antrag stellen sollen, daß ihm eine Betreuungsperson zur Seite gestellt wird, die ihn dann auch bei solchen Sachen wie Harz IV beantragen, Wohnungssuche ect. hilft. Gut dann hab ich also dort angerufen, und schon fingen wir uns an im Kreis zu bewegen, denn die sagten mir auch ich muss diesen Antrag stellen und aber auch ein Attest von dem Hausarzt vorlegen...ich hatte ihr ja vorher alles geschildert, auch mit den Finanzen und der Krankenversicherung, also fragte ich sie, wie das denn mit dem Attest gehen soll, da wir ja nicht hingehen können, da er ja nichtmal mehr versichert ist, wer denn für die Kosten aufkommt...Daurauf wußte sie auch nicht wirklich weiter und verwies mich an die Stadt an die Betreuungsstelle...Dort hatte ich erstmal keinen erreicht bzw nur welche die nicht dafür zuständig sind (ist ja immer so...wie war das bei Mario Bart? Nicht meine Abteilung...) Gut in der zwischen zeit rief mich die vom sozial psychatrischen Dienst zurück, ich erklärte ihr alles und die gab mir dann ein paar Tips. Erstmal fällt das leider nicht in deren Bereich, da es nicht psychatrisches sei, sondern ein körperliches Problem, da er ja vom Körper her hauptsächlich krank sei...aber ich kann diesen Antrag beim Amtsgericht auch so stellen, denn bei der Frage, nach einem Hausarzt, einfach nein gibt es nicht ankreuzen, und schon müssen die dann einen ärztlichen Gutachter ausschicken...das dauerte mir aber zu lange, denn bis so ein antrag genehmigt ist dauert 4-5 Wochen und so lange kann man das der Lebensgefährtin nicht zumuten...Ich sprach mit ihr dann darüber, daß wir ihm eine Frist setzen wollten, bis zu der er dann ausziehen muss...nun kann er ja nicht obdachlos sein...und das brauch er auch nicht, denn jede Stadt ist für seine Mitbürgen verantwortlich, daß die ein Dach über dem Kopf haben, die müssn ihn ein Obdach im "Obdachlosenheim" geben. Gut also hab den Menschen vom amt für Obdach (bei uns heißt das Fachstelle für Wohnungserhaltungssicherung) angerufen und ihm mitgeteilt, in 2 Wochen wird der Mann ohne Obdach sein, die werden ihn dann aufnehmen und von da an wird die Betreuungstelle und die Diakonie in betreuen und ihn auf die Beine helfen...Gegebenfalls sorgen die für eine eigene Wohnung oder betreutes wohnen ja nach Sachlage...sprich es ist dann für alles gesorgt...wir sind dann heute abend hingefahren und haben ihm alles gesagt, daß er ab sofort kein Geld mehr von der Lebensgefährtin bekommt, er morgen selber zum Arbeitsamt fahren soll und Harz IV beantragen soll, damit er wieder Krankenversichert ist und wieder selber Geld bekommt, von dem er dann leben muss (wir haben ihn gefragt wie er gedenkt hinzukommen, er will mit dem Bus dorthinfahren), daß er bis zum 11. März (genau 14 Tage) Zeit hat, seine Sachen zu packen und nach einer Wohnung schauen kann, und wenn er bis dahin keine gefunden hat, er ein Zimmer von der Stadt bekommt, daß er sich klar darüber sein muss, daß er dann auch nicht wieder in die Wohnung zurück kann und das er und die Lebensgefährtin ab sofort getrennt sind . Das hat sie ihm aber auch alles selber gesagt, denn durch unsere Anwesenheit und Unterstützung, hatte sie endlich die Kraft und die Stärke ihm das alles zu sagen, auch daß sie am ende ihrer Kräfte, Nerven und Finanzen ist und so nicht weiterleben kann und will. Tja er saß da hörte sich das an...ich hatte ja erst den eindruck er wäre geschockt und hab ihn dann gefragt, hast du damit gerechnet? Sagt er: Ja...Bist du denn nicht erschrocken, schockiert oder so? Nein wäre er nicht...Das einzigste was er sagte (typisch) ja ihr schmeißt mich also raus, wir haben ihn zwar die ganze Zeit gesagt, wir wollen die nix böses, oder dich ärgern, wir wollen dir helfen, du musst jetzt wach werden, tätig und aktiv werden, es ist dein Leben...der Alkohol muss weg, daß er sich um die Finanzen jetzt selbst kümmern muss und das er das für sich selbst macht, nicht für uns. Nur er hat was davon...Irgendwann wird das hoffentlich einsehen...

    Ich hab dann noch mit der Lebensgefährtin unter vier Augen gesprochen, und ihr gesagt, wenn es ganz schlimm ist mit seinem Zustand, daß sie nichts sauber machen soll, sondern den Notarzt verständigen soll, denn ob versichert oder nicht, die müssen sich um ihn kümmern...

    Ganz zum schluß sagte er dann noch zum meinem Schwieva daß diese 20 Jahre beziehung ja nicht ohne waren (sprich das tut ihm leid)...

    Tja so sieht es im Moment aus, ob ich alles richtig gemacht habe? Ich weiß es nicht...ich hab all das gemacht von dem ich denke machen zu können, nun liegt es an den beiden...
    Aber der Weg ist geebnet, für ihn kann es einfach nur noch aufwärts gehen, schlimmer geht ja nicht mehr, er hat kein geld, kein Heim, keine arbeit, nichts...also kann es nur noch besser werden...denn das Zimmer will er nehmen und dadurch wird auch viele Leute kennenlernen die ihm helfen können, die Erfahrung damit haben und wissen was nun zu tun ist...

    Ab morgen denke ich erstmal wieder an mich, denn morgen höre ich endlich mit dem Rauchen auf und dann steht ja die OP an...

    Ich werde berichte wie es weiter geht. Auch ob er morgen wirklich beim Arbeitsamt war...man wird sehen...

    LG Kristin

  • Hallo Kristin,

    für heute erstmal viel Glück beim Vornehmen mit dem Rauchen aufzuhören. Ich drück die Daumen, dass es klappt, aber Du wirst das schon machen.

    Mit dem sozialpsychologischen Dienst hatten wir auch schon zu tun. Der wurde bei uns allerdings vom Wohnungsvermieter bestellt, da sich verschiedene andere Mieter über den Geruch beschwehrt haben. Durch Zufall habe ich das mitbekommen und war dann bei diesem Termin dabei. Leiderwaren die der Meinung, es wäre nicht so schlimm, die Wohnung ist verhältnismäßig sauber ... - aber bei Gericht haben sie einen Antrag auf Btreuung gestellt. Vom Gericht kam auch was, aber das hat mein Vater letztenendes abgelehnt und nun ruht dies. Du mußt hierbei nur aufpassen, es könnten auch Kosten auf Dich zukommen. Informier Dich vorher mal, das sagt Dir keiner!!!

    Der sozialpsy... Dienst schaut noch ab und an mal nach dem Rechten und dann bekomme ich immer mal eine telefonische Info. Das finde ich immer ganz nett, denn verpflichtet sind die wohl nicht dazu.

    Tja im Moment kann auch ich nicht viel tun. Er war ja durch einen Schlaganfall im Krankenhaus bzw. zur Reha und da dachte ich, nun wird er es schaffen - na pustekuchen. Gleiche Zenarien wie vorher! Sicher ist es nicht einfach, aber nach ca. 5Wochen Trockenheit hätte ich schon gedacht, er nutzt die Chance. Nun kann ich nur den weiteren Verlauf abwarten. Wenn er seine Wohnung verliert, bleibt ihm auch nur das sogenannte Obdachlosenheim. Adressen habe ich bereits. Nur schade, dass es erst soweit kommen muss. Sie werden nicht einsichtig. Aber letztens in unserer SHG sagte eine "wenn man mir Schokolade essen verbieten würde, ich weiss nicht, ob ich das könnte". Sicher richtig, nur sie ist eben nicht so schädlich wie der Alk und daran gestorben ist glaube ich auch noch niemand. Bei sowas muss ich dann immer einwenig schmunzeln, denn recht hat sie ja.

    Jetzt überlasse ich ihn lieber sich selbst, denn meine nervliche Anspannung war ganz schön derb und ich muss nun an mich denken. Ich werde sicher mal nach dem rechten sehen, mehr aber nicht und das auch nur, wenn ich es für richtig halte. Ich weiss auch nicht, vorige Woche hätte ich ihm am liebsten die fast leere Flasche über die Rübe gezogen und an der Stelle muss ich einfach die Bremse treten. So kenne ich mich gar nicht!

    So nun habe ich Dich genug vollgelapert!...grins

    Sei ganz lieb gegrüßt von Katrin

  • Liebe Karin,

    ich danke dir erstmal für deine ganzen Wünschen, desweiteren kannst du mich gerne vollplappern ;)

    Ja das mit den Kosten hab ich schon so mitgekriegt, aber das kann man eh nicht verhindern, was mich auch tierisch ankotzt (tschuldigung) wo er noch klar war, hat er ein Sparbuch für meine Maus angelegt, und da auch eingezahlt, auch wenn ich das Sparbuch habe, es läuft auf seinen Namen, sprich die werden sich das Geld nehmen, da es ja nicht offiziell auf Mausis Namen läuft...schade...alles andere wird man sehen...ich hab aber auch mit einem Bekannte gesprochen, der beim Sozialamt arbeitet und der sagte und daß dieses Einkommensgrenze, aber der die Kinder belangt werden können, recht hoch angesetzt ist, so daß ein normal Verdiener, da gar nicht dran kommt...und ich steh ja auch noch am Anfang meiner Selbstständigkeit, sprich so die Millionen verdien ich nun auch noch nicht ;)

    Zitat

    "wenn man mir Schokolade essen verbieten würde, ich weiss nicht, ob ich das könnte". Sicher richtig, nur sie ist eben nicht so schädlich wie der Alk und daran gestorben ist glaube ich auch noch niemand. Bei sowas muss ich dann immer einwenig schmunzeln, denn recht hat sie ja.

    *lach sehr schöner Vergleich...ich könnte es nicht...ich sterbe für Schockolade...aber bis jetzt konnte ich jeden Tag eine Tafel essen ohne zuzunehmen, das könnte aber vielleicht vorbei sein, wenn wir heute mit dem Rauchen aufhören (Mein Mann hört mit auf, zusammen ist man ja stärker). Aber ich freu mich schon, diese "Sucht" loszuseien, gerade in den letzten Tagen ist mir eine Suchtabhängigkeit richtig klar geworden und Zigaretten sind nun ja auch mal schädlich...Aber ich hoffe ich kann meiner Schockisucht weiter nachgeben *grins*

    Das einzigste was du machen kannst, ist ihn wirklich nicht mehr zu unterstützen, denn wenn er richtig verwahrlost, müssen die Stellen eingreifen...das mussten wir auch erst einsehen...

    Zitat

    Ich weiss auch nicht, vorige Woche hätte ich ihm am liebsten die fast leere Flasche über die Rübe gezogen und an der Stelle muss ich einfach die Bremse treten.

    Das kenn ich, hätt ich am Samstag auch am liebsten...und ich dachte auch nicht daß ich gestern wirklich ruhig bleibe ich hatte eigentlich gedacht, daß ich ihn anschreie, verbal richtig fertig mach usw...hatte schon sämtliche Szenarien im Kopf...aber wofür? Es bringt doch eh nix...

    Ich hab mich auch gestern in deine Situation eingelesen, da man ja schon wissen möchte, welche Geschichten hinter demjenigen liegen, mit dem man sich unterhält und es ist wirklich unglaublich...Du hast da ja echt eine Menge hinter dir...Meine Ma hat es gott sei dank rechtzeitig gemerkt und sich von ihm getrennt und ich denke hier bei seiner Lebensgefährtin haben wir auch noch gerade rechtzeitig die Notbremse gezogen...Mit den ins Krankenhaus und der Hoffnung jetzt klappt es haben wir ja auch hinter uns...er hatte sich sogar ins Koma gesoffen, die Ärzte haben ihm keine Chance mehr gegeben und es war wirklich ein Wunder das er wieder aufgewacht ist und da haben wir gedacht, jetzt checkt er es, jetzt wacht er auch kopfmäßig auf...am anfang wars ja auch so...er sah eine zeitlang echt wieder gut aus und dann fing er auch wieder an...uns seit dem hat er sich kontonuierlich verschlechert...der Mann sieht nicht aus wie 50...mein Schwiegervater ist ende 60 und sieht wesentlich besser aus und ist viel besser in Form. Mein Vater (dieses Wort zu schreiben fällt mir echt schwer...da er nie einer war...) kann ja nicht mal mehr ordentlich gehen...Er geht in gekrümmter Haltung ganz langsam vorwärts....Er wirkt auf einen echt wie ein 80-zig-Jähriger...Schlimm einfach nur schlimm..tja bleibt auch hier nur noch abzuwarten, wie sich die Dinge jetzt entwickeln...
    Sobald es was neues gibt, meld ich es natürlich...
    Ach fast vergessen, hab heute morgen mit der Lebensgefährtin gesprochen...er hat nix mehr, zu dem was wir und sie ihm gestern alles gesagt hat, irgendwas verlauten lassen...er hat sie einfach wie immer ignoriert und ist ins Bett gegangen....ob er das wirklich realisiert hat, was wir ihm gesagt haben? Tja man wirds sehen...

    Mann..jetzt hab ich dich aber vollgeplappert *grins*...

    Ich grüß dich ganz lieb zurück (Fühl dich gedrückt)

    Kristin

  • Hi Kristin,

    von wegen vollgeplappert - überhaupt nicht. Ich finde immer, wenn man hier was aufschreibt, nimmt es einem immer eine ganz schöne Last ab.

    Schön das die Lebensgefährtin es recht gut hinnimmt...na die Ignoranz Deines Vaters ist sicher nicht´s neues für sie. Die Alkis denken immer, man will ihnen was schlechtes und das Gute sehen sie nicht. Mein Vater hat mal zumir gesagt: "Du lebst Dein Leben, wie Du es für richtig hälst und ich lebe meins, wie ich es für richtig halte" - tja und das soll er nun auch tun. Ich kann und will ihn dabei nicht zusehn.... Nur reden kann man mit meinem Vater eh nicht mehr und er hätte in dieser Situation sicher nicht realisiert, was wir ihm sagen. Schön, wenn Dein Vater das noch kann!

    Ich wünsch noch einen schönen Sonntag
    Katrin

  • Hallo, bin wieder da....

    War wieder mal alles recht stressig...erst die OP, die ganz gut verlaufen ist, dann mit dem Nichtrauchen klappt noch nicht sooo ganz, (rauch noch manchmal 1, an extrem Tagen 2 Zigaretten), tja und dann kam ich aus dem Krankenhaus raus und was glaubt ihr wer am nächsten Tag per Notatrzt ins KH musste? Richtig, mein vater...Jetzt hat er auch noch einen schweren Schlaganfall gehabt, ist jetzt halbseititg gelähmt, Magensonde, nur am schlafen, wenn er wach wird, ist er nicht wirklich "da"...Also richtig schlimmm....Und das dann noch einen Tag vor dem Geburtstag meiner Tochter...

    Vorallem ist ja immer noch nicht geklärt worden, wie das mit seiner Krankenversicherung läuft, und nun kommen natürlich zig neue Sachen hinzu...Denn nun ist er ja wirklich ein Pflegefall und kann auf keinen Fall in ihre bzw überhaupt in irgendeine Wohnung....sprich wieder alles recht unklar...das geht mir alles so auf den Geist mittlerweile...er konnte ja nicht einmal den Harz IV-Antrag abgeben. Gut richtig ausgefüllt war der natürlich nicht, ging ja gar nicht, aber das hätte man ja machen können. Diese ganzen Zusatzanträge und Formularen waren alle unterschrieben nur dieser blöde Antrag selber wieder nicht, so können wir den natürlich nicht abgeben und er bleibt weiterhin nicht versichert...

    Im moment weiß ich echt noch nicht wie wir jetzt vorgehen können...Das einzigste was mir eingefallen ist, das wir erstmal mit dem Sozial Dienst vorm Krankenhaus sprechen, ob die uns helfen können...


    So muss jetzt erstmal weg, bis später dann

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